Im Lahn-Dill-Kreis gründet sich eine christliche Bekenntnisschulen und wir haben genauer hingeschaut.
Drei Elternpaare haben den Trägerverein der zukünftigen Timotheus Schule „Paideia e.V.“ gegründet.
Unter den Elternpaaren ist ein Richter am Landgericht Gießen, ein Berufsfeuerwehrmann und zwei Väter sind Älteste einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Die Frauen sind nicht berufstätig. Sie alle sind Vollzeitmütter und Vollzeithausfrauen.
Die Gründerväter und –mütter sind im Alter von 26 bis 36 Jahre alt und sprechen damit ein jüngeres Publikum an. [1]
Der Name des Trägervereins Paideia ist dabei Programm.


Wir zitieren:
„Die „Paideia Gottes“ hat das Ziel, Kinder nicht nur akademisch zu bilden, sondern sie anhand des Wortes Gottes umfassend zu erziehen. Sie will die Kinder Ihm zur Ehre formen und ihren Charakter bilden, sodass sie mündige Christusnachfolger werden, die in der Lage sind, das gesellschaftliche System unserer Zeit zu verstehen und in ihm zu leben, jedoch stets mit dem obersten Ziel, das Reich Gottes zu bauen. Gott wohlgefällige Erziehung und eine ganzheitliche, hochwertige Bildung zu Seiner Ehre – das ist auch der Wunsch unseres Trägervereins.“ [3]
Vor der Vereinsgründung nahmen die Elternpaare am VEBs-Seminar teil. VEB ist die Abkührzung vom „Verband evangelischer Bekenntnisschulen“, der sich bereits 2012 zum Kreationismus bekannt hat.
Der aktuelle Arbeitsstand wird auf der Webseite beschrieben. Bisher fehlen Gebäude, Personal, die Genehmigung durch das Schulamt und der Schulstart.

Und wir können nur hoffen, dass die Genehmigung durch das Schulamt nicht zustande kommt. Denn auch wenn Religionsfreiheit besteht, so geht es zu weit, dass mit öffentlichen Geldern eine Schule in freier Trägerschaft finanziert wird, die die Absicht verfolgt das Königreich Gottes auf Erden zu errichten, also KiNC.
In Hessen zum Beispiel haben Ersatzschulen oder Schulen in freier Trägerschaft nach einer dreijährigen Wartezeit Anspruch auf eine finanzielle Förderung durch das Land Hessen. [4]
Wie die genau aussieht definiert das Ersatzschulfinanzierungsgesetz in der Fassung vom 1. Januar 2024.

Interessant (2) „Die Finanzierung beginnt drei Jahre nach Genehmigung der Ersatzschule, wenn der Unterrichtsbetrieb ohne Beanstandung der Genehmigungsvoraussetzungen nach den §§ 171 und 174 des Hessischen Schulgesetzes und ohne Unterbrechungen stattgefunden hat und im Anschluss daran fortgeführt wird. Für die ersten drei Jahre des Unterrichtsbetriebs wird rückwirkend eine Finanzhilfe in Höhe von 75 Prozent der in der Wartefrist entgangenen Zuschüsse in fünf gleichen Jahresraten gewährt.“
Momentan wird als Schulstandort auf dem Bewerbungsbogen für die Timotheus-Schule die Hohe Strasse 700, Gebäude 9 ind Herborn-Seelbach angegeben.
Dabei handelt es sich um die Anschrift der Calvary Chapel Herborn. In einigen Fällen ist die evangelikale Calvary Chapel der evangelischen Allianz über die örtlichen Allianzkreise angeschlossen. [6]
Da zum jetzigen Zeitpunkt weder Gebäude noch Personal vorhanden sind, ist davon auszugehen, dass ausgehend von Paideia e.V. mit Sitz in Breitscheid Vernetzungen zur Calvary Chapel Herborn vorhanden sein müssen.
Paideia ist Mitglied bei VEBs. [7]
Über eine Plattform sucht Paideia aktuell nach Personal und zwar konkret nach „Lehrerinnen und Lehrer, die mit Überzeugung, Begeisterung und Liebe zu Kindern arbeiten – und ihren Glauben im Alltag glaubwürdig leben.“ [8]
Wie weit die Timotheus-Schule in Herborn-Seelbach in der KiNC-Landschaft einzuordnen sind (KiNC = Kingdom Minded Network Christianity), zeigt der Abschnitt „Was Du mitbringst:“
Hier wird nämlich das Bekenntnis zur gemeinsamen Basis des Glaubens der Evangelischen Allianz erwartet, sowie die Zugehörigkeit zu einer bibeltreuen Gemeinde. [9]

Wir haben bisher eine Zugehörigkeit zur KiNC-Landschaft beweisen können und können belegen, dass Paideai Mitglied bei VEBs ist,

der sich zum Kreationismus bekannt haben und das bereits vor 14 Jahren.
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) schrieb dazu folgendes: „Damit legt sich der VEBS, anders als die evangelikale Bewegung mit ihrer inneren Vielfalt, auf die Theologie und Wissenschaftskritik des US-Fundamentalismus fest.“
Und weiter: „Dass sich der VEBS auf den Kreationismus als Inhalt und Lernziel festlegt, ist von großer kirchenpolitischer Bedeutung.“
2018 berichtete die Berliner Morgenpost: „Die kreationistische Bewegung, die nur an die göttliche Schöpfung glaubt, drängt vermehrt an deutsche Schulen. Experten sind alarmiert.“ [12]
Und obwohl es auch in der Vergangenheit (2010) eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Ulrike Gote BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gegeben hat war die Antwort wenig überzeugend. Denn Kreationismus scheint die Meisten nicht zu interessieren.
Doch bei KiNC und Kreationismus wird es nicht bleiben, denn die EAD ist bekannt für Ihre Queerfeindlichkeit, die auf dem Glaubensbekenntnis basiert. Gibt es doch für die EAD nur zwei Geschlechter, Frau und Mann, die sich gefälligst miteinander in einer Ehe zu verbinden haben.
Dabei basiert die Ehe oder die daraus hervorgehende Familie auf einer konservativ-traditionellen Geschlechtsrollenverteilung.
Wir zitieren den damaligen Generalsekretär der EAD Hartmut Steeb: „“sondern Jungen müssen darauf vorbereitet werden, dass sie später Väter sein können. Und junge Mädchen dürfen, sollen, müssen auch darauf vorbereitet werden, dass und wie sie später Mütter sein können. Anders geht es nicht. Das ist jedenfalls natürlich und nachhaltig und für unser Gemeinwohl unerlässlich.“
Das sagte Hartmut Steeb 2016 auf einer Demonstration von Demo für Alle. [13]

Dieses Rollenverständnis, das für die betroffenen Frauen in der Rolle als Tradwife enden könnte, gehört zum Zusammenleben von Frau, Mann und gemeinsamen Kindern. Praktiziert von einer relativ jungen Generation, wie auf dem nachfolgenden Foto, der Webseite entnommen, zu sehen ist.

Als Beispiel dafür dienen die „Reformierten Christen Gießen“, die sich folgendermaßen beschreiben:

Deutlich wird auch der autoritäre Charakter, denn die Bibel, das Wort Gottes, hat Autorität. Interessant ist dabei die Tatsache, dass das Glaubensbekenntnis der Reformierten Christen Giessen auf dem Londoner Baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689 basiert. [16]
Mittlerweile gibt es einige Überarbeitungen des Glaubensbekenntnis (Stand 1989).
Hier ist unter Kapitel 25 zu lesen, dass eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau besteht.
In Kapitel 24 „Über die staatliche Obrigkeit“ wird deutlich, dass Gott der oberste Herr und König der ganzen Welt ist, der zu seiner eigenen Ehre und zum öffentlichen Wohl staatliche Obrigkeiten unter sich über das eigene Volk eingesetzt hat.
So entstanden in der Vergangenheit weitere Generationen von Untertanen und genau diese Haltung bringt ein Gründerehepaar in den Trägerverein Paideia ein.

Wir zitieren 3.
„Staatliche Obrigkeiten sind von Gott für die zuvor genannten Ziele eingesetzt werden. Wir sollen ihnen in allen rechtmäßigen Dingen, die sie befehlen, im Herrn untertänig sein, nicht nur um der Strafte, sondern auch um des Gewissen willen. Jeder fällige Zoll, alle fälligen Steuern und Abgaben sollen entrichten und gebührende Ehre erwiesen werden, ebenso sollen wir Fürbitte tun und für Könige + alle, die Macht ausüben, beten, damit wir unter ihnen ein ruhiges und friedliches Leben in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit führen können.“
Denken Sie darüber nach ob eine solches Bekenntnis mit Demokratie, Vielfalt und Diversität vereinbar ist!!!!!!!