Zur Erinnerung: die christlich-fundamentale evangelikale Freikirche ICF Karlsruhe hat die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe beantragt. @fundiwatch berichtete darüber. Unter anderem hier
Laut Beschlusslage stimmt der Jugendhilfeausschuss der Stadt Karlsruhe der Anerkennung zu.
Erst Mitte April 2026 wurde das evangelikale christlich-fundamentale Haus SeeNest, eine Einrichtung des Himmelsstürmers hinter der Gaby Wentland steckte, geschlossen. Alle Kinder, die zu diesem Zeitpunkt dort stationär untergebracht waren, wurden durch das Jugendamt in Obhut genommen.
Einer der Vorwürfe war die Kindeswohlgefährdung. Das alles kann hier nachgelesen werden.
Solche Vorfälle könnten sich wiederholen. Dieses Mal in einer anderen Stadt mit anderen Kindern oder Jugendlichen, deren Wohl gefährdet werden könnte durch die christlich-fundamentale Ausrichtung, die jeden Lebensmoment durchdringen soll.
Diese Grundhaltung wirkt sich auf jede Entscheidung aus und prägt das Handeln und Verhalten und beinhaltet auch eine autoritäre Einstellung, die wiederum den Umgang mit Kindern und Jugendlichen prägt.
Aber nicht nur autoritäre Einstellungen können festgestellt werden, sondern ebenso Queerfeindlichkeit, wie eine PULS Reportage belegt.
Der Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte des Bistums Essen Pastor Gary Albrecht erkannte Exorzismus beim ICF wie er in charismatisch-pfingstlerischen Kirchengemeinden praktiziert wird. [1]
Doch wir schauten noch genauer hin und entdeckten Vernetzungen, die zur KiNC-Landschaft führen. KiNC = Kingdom Minded Network Christianity. Diese Abkürzung beschreibt Vernetzungen von evangelikalen Gruppierungen, die einen christlichen Gottesstaat anstreben.
Die Definition von KiNC wurde von Maria Hinsenkamp im Rahmen ihrer Dissertation „Visionen eines neuen Christentums – Neuere Entwicklungen pfingstlich-charismatischer Netzwerke“ entwickelt.

Wer ihre veröffentlichte Dissertation gelesen hat, kennt die Merkmale, die KiNC beschreiben.
Zitat: „Die Gemeinden, die ihrem Selbstverständnis nach ›Laboratorien‹ des Reiches Gottes sind, bemühen sich in der Regel darum, alle Visionen in einem bestimmten Maße abzudecken (wenn bspw. im Kontext von Gemeindearbeit ein Gebetshaus und eine Jüngerschaftsschule entsteht, man Gebetsveranstaltungen organisiert oder missionarische Projekte initiiert und unterstützt).“ (a.a.O. S. 283)
Genau diese Merkmale lassen sich bei ICF erkennen. Denn zum ICF mit seinen zahlreichen Standorten, darunter auch Karlsruhe, gehören ein College, ICF Worship, regelmäßige Konferenzen, sowie Bible Track, Finanzen, School of Prophecy, eine Jüngerschaftsschule in München, die Jerusalem Bible School, Basic Ministry Training und u.a. auch eine Online-Begleitung für Menschen im Gebet. [2]
Der nachfolgende Screenshot ist ein exemplarischer Ausschnitt, der dem oben genannten Buch entnommen wurde.

Wie zu sehen ist, ist auch die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) aufgeführt. DEA und Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) sind identisch. Die DEA gehört laut Hinsenkamp zur deutschsprachigen KiNC-Landschaft.
Die EAD/DEEA ist ein Netzwerk evangelikaler Christ*innen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Das kann mensch in Karlsruhe sehr gut nachvollziehen. Hier sind die Mitglieder der Evangelischen Allianz Karlsruhe e.V. aufgeführt. Quelle
Darunter u.a. die Mennonitengemeinde, das Gospelhhouse Karlsruhe, die Liebenzeller Gemeinschaft Grötzingen und ICF-Karlsruhe. (a.a.O.)
Geleitet wird ICF Karlsruhe vom Ehepaar Sibylle und Steffen Beck.


Steffen Beck ist seit 2007 ehrenamtlich Vorsitzender der Evangelischen Allianz Karlsruhe.
Sie sind, wie die Aktion „Weihnachten neu erleben“ (https://bkramer.noblogs.org/weihnachten-neu-erleben/) belegt, gut vernetzt und verleihen ICF Karlsruhe eine moderne Fassade mit Gottesdiensten, die an Konzerte erinnern.
Doch hinter der Fassade existieren konservative Werte, die aus der Bibel abgeleitet werden. Die Freikirchen-Aussteigerin Daniela-Marlin Jakobi sprach offen über geistlichen Mißbrauch, toxische Strukturen, Manipulation, aber auch über die psychologischen Dynamiken, die Menschen in solche Systeme hineinziehen – und warum es so schwer ist, wieder auszusteigen. [4]
In dem Artikel wird auch berichtet, dass ICF für Konversionstherapie plädiert. Wenn ICF also eine Einrichtung für Kinder oder Jugendliche aufbaut, werden queere Kids entweder ausgeschlossen oder mit Schuldvorwürfen konfrontiert, wie im letzten Artikel zu lesen war.
Vielleicht sogar mit dem Zwang eine Konversionstherapie zu machen.
In TSÜRI (24.05.2017) berichtete eine junge Aussteigerin von ihrer Kindheit und Jugend in einer Freikirche. Zitat: „Es war sehr subtil. Mir wurde gesagt, dass alle, die nicht glauben, in die Hölle kämen.“ [5]
Das kann auf ein Kind bedrohlich wirken und übt Druck aus dem christlichen Gott gefallen zu müssen. Aussteiger*innen berichten über die nachhaltigen Auswirkungen derartiger Äußerungen. Mehr dazu hier: https://www.reflab.ch/posttraumatisches-kirchen-syndrom/
In diesem Beitrag geht es um „Post-Traumatic Church Syndrome“ oder „Post-traumatisches Kirchen-Syndrom“.
Weitere Informationen stehen auch hier zur Verfügung: https://www.deutschlandfunk.de/religious-trauma-syndrome-wenn-religion-krank-macht-100.html
Eine Gesellschaft, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen ernst nimmt, sollte einer Freikirche wie der ICF keine Anerkennung als freie Jugendträger*in erteilen, denn eins braucht keine Kristallkugel, um erkennen zu können, dass diese Entscheidung Kinder und Jugendliche gefährden kann und wird!































































