Zum Verständnis: Die evangelische Kirche ist nicht evangelikal und Evangelikale sind nicht zwangsläufig christlich fundamental. Doch der Übergang ist fließend.
Wann ist eine Organisation evangelikal? Am Beispiel der Berliner Stadtmission soll dieser Frage nachgegangen werden.
Die Berliner Stadtmission ist vernetzt mit dem Bundesverband der evangelischen Stadtmissionen in Deutschland, dem Diakonischen Werk, der Evangelischen Kirche, International vernetzt und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (amd). [1]
amd ist intensiv mit der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD) verbunden. Die intensive Verbundenheit beinhaltet u.a. auch die Zustimmung zur Basis des Glaubens der EAD. [2]

Die Berliner Stadtmission selbst gehört ebenfalls zum Netzwerk der EAD. [3] Sie ist mit dieser verbunden und das bedeutet u.a. die Zustimmung zur Basis des Glaubens der EAD. [4]

Außerdem ist die Gemeinde Sammelstelle der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ organisiert von Samaritan’s Purse. Präsident von Samaritan’s Purse International Disaster Relief ist Franklin Graham, [5] einer der prominentesten christlichen „Führer“ der Trump öffentlich unterstützt hat.
Denn er glaubt Trump sei von Gott auserwählt.
Die Berliner Stadtmission verfügt neben internationalen Vernetzungen über zunächst 6 Kontakte oder Verbindungen. 3 davon sind eindeutig evangelikal.
Dr. Maria Hinsenkamp („Visionen eines neuen Christentums“) hat die DEA (Deutsche Evangelische Allianz identisch mit der EAD) der KiNC-Landschaft zugeordnet.
KiNC ist die Abkürzung für Kingdom minded Network Christianity, also christlichen Gruppierungen, die sich vernetzt haben, um das Königreich Gottes auf Erden zu errichten, also einen christlichen Gottesstaat anstreben.
Ist 3/6 evangelikal vernetzt bereits Evangelikal oder nur ein bisschen, nur z.B. 50%?
Muss noch mehr dazukommen, wie z.B. die Orientierung an „Mission Respekt – „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“, [6] den die Evangelische Weltallianz (WEA), der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog (PCID) und Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) im Sommer 2011 gemeinsam veröffentlicht haben?
Während die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bei der Begegnung mit Muslimen das gegenseitige Kennenlernen in den Vordergrund stellt, hat die EAD beschlossen nicht auf Missionierung zu verzichten. [7]
Mission/Erweckung ist eines der Merkmale von KiNC, neben Einheit, Jüngerschaft und Gebet.

Aber ich bin noch nicht fertig. Es geht noch weiter. Auf der Webseite der Berliner Stadtmission ist unter der Rubrik Angebote der Christus-Treff Berlin (CTB) zu finden. [8]

Dabei handelt es sich um eine evangelikale Freikirche, die hervorgangen ist aus dem Christus-Treff Marburg. [9]
2017 gab es Demonstration gegen den CT Marburg, da diese für Homoheilungen warb.
Aber es gibt noch mehr. Unter den Angeboten der Berliner Stadtmission ist auch das TSB – Theologisches Studienzentrum aufgeführt. Dabei handelt es sich um ein duales Studienmodell gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Tabor | Marburg (EHT). [10]

Die Evangelische Hochschule Tabor ist dem evangelikalen Spektrum zuzuordnen, da diese zur Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor gehört und diese wiederum gehört zum regionalen Netzwerk der Evangelischen Allianz Marburg. [11]

Gut vernetzt ist die Evangelische Hochschule Tabor Marburg laut Eigenangaben mit der Evangelischen Allianz Deutschland, dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband und z.B. mit der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), [12] die ebenfalls evangelikal ist.
So gehört die Liebenzeller Mission, Träger*in der IHL, zu den mit der EAD intensiv verbundenen Werken. [13]
Ich komme zurück zur Frage „Wann ist eine Organisation evangelikal oder wieviel evangelikale Vernetzung ist okay?“
Zum Wesen von Evangelikalen gehören die starke Betonung der Bekehrung, der Autorität der Bibel (Bibeltreue) und ein aktives Glaubensleben mit starkem Engagement. Innerhalb des Evangelikalismus gibt es unterschiedliche Ausprägungen von konservativ bis gemäßigt.
Doch was ist gemäßigt? Wer hat’s definiert? Und was ist konservativ? Schließt dieser Begriff auch die Radikalisierten ein? Denn dann wäre die Bezeichnung ein Euphemismus für Rechts oder Extrem Rechts.
Doch zurück zur Berliner Stadtmission, die eine „christliche Motiviertheit“ bei Bewerbungen erwartet [14] und die unter Angebote z.B. die Ausbildung Bibelerzählen anbietet. [15]
Wieviele Gespräche über den christlichen Gott oder den „lieben Herrn Jesus“ in den Angeboten der Berliner Stadtmission sind okay? 5, 10 oder 20.
Wieviele Hauskreise sind in Ordnung? So findet sich unter Glaube und Gemeinde die Junge Kirche Berlin Treptow (JKB), die christliche Jugendgruppen, Glaubenskurse und Hauskreise anbietet. [16]
Hauskreise oder Kleingruppen bietet auch die Junge Kirche Berlin (JKB) Lichtenberg an, sowie u.a. auch regelmäßige Freizeiten. [17] Auch das ist ein weiteres Angebot der Berliner Stadtmission.
Oder z.B. Moab – Wohnheim für Studierende und Auszubildende. „Wir kommen ins Gespräch über unsere kulturellen Prägungen, unseren Glauben, unsere Werte und Weltanschauungen.
Wir bieten Raum für geistlichen Austausch und persönliches Wachstum. Unterschiedliche Veranstaltungen laden dazu ein, zu den großen Fragen des Lebens und des Glaubens ins Gespräch zu kommen.“ [18]
Wieviel Missionierung, wieviele Missionierungsversuche gestattet eine Gesellschaft und subventioniert diese auch noch?
Wann ist eine Organisation Evangelikal? Die Antworten müssen Sie selbst finden. Ich habe meine Antworten bereits gefunden.
#NoGods #NoMasters