Valere-Academy

Die Frage „Was fällt Euch spontan zu christlichen Fundis und Evangelikalen ein? Ganz kurz und spontan, mehr ist nicht nötig. Danke!

führte zu vielen Antworten, wie zum Beispiel: „Macht und Missbrauch“, „Menschenverachtend“, „Demokratiefeindlich“, „Wissenschaftsfeindlich“ „Heuchelei/Bigotterie“ … zusätzlich auch noch zu sehr persönlichen aus der Sicht von Betroffenen und Geschädigten, die sich wieder aufrichten mussten.

Viele zu wenige Antworten berücksichtigten jedoch den unbedingten Willen von Evangelikalen und christlichen Fundis politischen Einfluss zu nehmen, um anderen ihre Religion aufzuzwingen, und keine einzige Antwort behandelte das Thema Vernetzungen.

Am Beispiel der Valere-Academy c/o Richard Schütze Consult GmbH mit Sitz in Berlin [1]Valere Academy. c/o Richard Schütze Consult GmbH, Rankestraße 31, 10789 Berlin.

sollen die Vernetzungen ausführlich dargestellt werden. Denn der wahre Charakter dieser „Academy“ entzieht sich dem ersten und ganz besonders dem ungeübten Blick.

Denn für das ungeübte Auge wirken die Antworten auf die Fragen „Was ist Valere?“ und „Wie arbeitet Valere?“ neutral.

Was ist Valere? Valere vermittelt einen wahrheits- und werteorientierten Kompass zur Bildung von Wissen, Gewissen und Charakter. Wir laden ein zu einem Kennenlernen und Durchdringen der Grundfragen menschlicher Existenz und Gemeinschaft und wollen ein realistisches Verständnis von Mensch und Gesellschaft vermitteln.

[2]

Wie arbeitet Valere? Mit rationalen Argumenten und geschulter Kommunikationsfähigkeit sollen die Teilnehmer und Teilnehmerin der Valere-Academy Kompetenz und Vernunft in die Bearbeitung komplexer Sachverhalte einbringen und menschengerechte, nachhaltige Lösungen mitgestalten können.

[3]

Dabei sollte sich jede Leser*in fragen was ist ein „werteorientierter Kompass“ und welche „menschengerechten, nachhaltige Lösungen“ sind eigentlich gemeint?
Die Antworten liefert die Zusammensetzung des Teams der Valere-Academy und die Vernetzungen der Mitglieder.

In der nachfolgenden Grafik sind zunächst die 16 Teammitglieder/-mitstreiter*innen der Academy samt ihrer Funktion abgebildet.

Erstellte Grafik mit allen Teammitgliedern. Richard Schütze, Jan-Philipp Görtz, Jörg Benedict, Renate Brune, Benno Garschina, Martin Rothweiler, Nataly von Stengel, Rüdiger von Stengel, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Kerstin Goldschmidt, Mechthild Löhr, Christoph von Mohl, Hanns-Gregor Nissing, Friederike Sehmsdorf, Christoph Ritter, Christian Spaemann

Auf der Webseite der Academy wird z.B. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, die aus dem Umfeld sog. „Homoumpoler*innen“ stammt, als Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin und Autorin vorgestellt.

Allerdings hatte sie bis 2011 einen Lehrstuhl für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaften an der TU Dresden und und leitet seit 2011 das EUPHRat („Europäisches Institut für Philosophie und Religion“) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien.

Sie ist also mitnichten eine Sprach- oder Politikwissenschaftlerin, sondern eine christliche Fundamentalistin mit Kontakten zum Opus Dei.

Das nächste Beiratsmitglied der Valere-Academy ist die Abtreibungsgegnerin Mechthild Löhr (CDU, seit 2021 Ehrenvorsitzende der Christdemokraten für das Leben, mit Verbindungen zu Demo für Alle, dem Hayek-Club Frankfurt, der Junge Freiheit, dem Bundesverband Lebensrecht, der WerteUnion …).

Vorgestellt wird sie als Philosophin, Staatsrechts- und Politikwissenschaftlerin und Inhaberin der Unternehmens- und Personalberatung Löhr & Cie. Um ihre Vernetzungen, zumindest einen Teil, wurde eine Grafik erstellt, die die Dynamik ihrer Vernetzungen verdeutlichen soll.

Denn von den Organisationen führen Verbindungen zu anderen Organisationen und Einzelpersonen und diese wiederum sind auch verbunden, so dass mensch eine Ahnung erhält, welche Synergien in Vernetzungen stecken. Darstellbar ist das allerdings nicht mehr.

Grafik, die die Verbindungen von Mechthild Löhr darstellt.

Die rechtskatholische Die Tagespost bezeichnete die gut vernetzte Abtreibungsgegnerin Löhr in einem Porträt 2020 als „begnadete Netzwerkerin“, deren Herz für die Ungeborenen schlage und die sich im Bund Katholischer Unternehmer (BKU) engagiere. [4]

Interessanterweise führt der BKU den Leiter der Valere-Academy Richard Schütze, Mechthild Löhr, Jan Philipp Görtz und Dr. Rüdiger von Stengel zusammen. Denn alle sind im BKU aktiv und gehören gleichzeitig zur Valere-Academy.

Als Schaubild sehen diese Verbindungen dann so aus:

In die Grafik wurden Richard Schütze, Rüdiger von Stengel, Jan Philipp Görtz und ihre Verbindungen zum Bund Katholischer Unternehmer aufgenommen.

In all diesen Vernetzungen spielt auch die Konrad-Adenauer-Stiftung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Gemeinsam mit dem Bund Katholischer Unternehmer führte diese 2018 eine Veranstaltung durch an der auch Richard Schütze teilgenommen hat.

Vorgestellt wird er auf der Webseite u.a. als „Rechtsanwalt, Publizist und Coach“. Er fungierte in der Vergangenheit als Blogger für die AfD-nahe Freie Welt, sowie als Referent für Einrichtungen des Opus Dei (Lindenthal-Institut und Bildungszentrum Feldmark) und die Hayek-Gesellschaft.

Darüberhinaus gehört er zum Stiftungsrat der Stiftung für Familienwerte, die sehr gut vernetzt ist, darunter u.a. mit TeenStar, einer Organisation mit engen Verbindungen ins „Homoheiler“-Milieu.

Partner der Stiftung für Familienwerte. Einige unserer Partner: Agens e.V., Berufung Mami, Rettet die Familie, Akademie für das Leben, Frau Familie Freiheit, INER, Familie ist Zukunft, teenstar, Verantwortung für die Familie, Z wie Zukunft.

Rüdiger von Stengel ist zugleich Treuhänder und Stiftungsrat der GRANDIOS Stiftung. Zu den Stiftungsbeiräten gehören allerdings auch Martine Liminski, Tobias Liminski und der verstorbene Jürgen Liminski vom Opus Dei als „himmlischer Stiftungsbeirat“. [5]

Als Autor für das Magazin GRANDIOS fungiert im übrigen Martin Rothweiler, einer der Valere-Beiräte, der Geschäftsführer von EWTN-TV (Eternal World Televison Network), ein römisch-katholischer Fernsehsender, ist.

Er ist sehr sendungsbewußt und wurde vom General-Anzeiger 2017 als einer bezeichnet, der „Im Dienst des Herrn auf Sendung“ geht. [6]

Auch zum Valere-Beirat gehört Prof. Dr. jur. Jörg Benedict. Er ist Lehrstuhlinhaber an der juristischen Fakultät der Universität Rostock. [7]

Bereits 2x (2018 und 2019) fungierte er als Referent für ein Symposium von Demo für Alle. 2018 war dies eine Gemeinschaftsveranstaltung mit CitizenGo. Für seinen Vortrag erhielt er „stehende Ovationen“. [8]

Vertrat er doch die Ansicht das Grundgesetz verstehe unter Ehe einen Lebensbund nur zwischen Mann und Frau. Das kam gut an.

Für den evangelikalen Leben.Würde.Kongress 2022 ist Benedict auch als Referent angekündigt. Teilnehmen wird ebenso Mechthild Löhr während die Schirm“herrschaft“ von Christine Lieberknecht und Stefan Oster übernommen wird.

Benedict hat auch 2 Gastbeiträge für den Cicero verfasst. Er stellte in seinem 2-Teiler fest, dass kaum wer bemerke „Wie sich während der Corona-Pandemie eine schleichende soziale Konditionierung auf unbedingten Gehorsam bezieht“.

Screenshot beweist die Angaben im Thread. Es geht um die Ankündigungen der beiden Gastbeiträge für den Cicero.

Seine beiden Gastbeiträge im Cicero kamen so gut an, dass diese auch von den NachDenkSeiten verlinkt wurden.

Screenshot belegt die Verlinkung bei den NachDenkSeiten, die zum Cicero und den Artikeln von Benedict führen.

[9]

Der nächste im Beirat ist Christoph von Mohl. Er ist Gründungsmitglied der Christen in der AfD und gehört der neofaschistischen AfD an.

Bis 2008 war von Mohl „Geschäftsführer des Missions- und Hilfswerks Geschenke der Hoffnung e.V. Der Verein – hervorgegangen aus der Billy Graham Evangelistic Association – ist hierzulande durch seine Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ bekannt geworden.

Er wird vom Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauung, Dr. Reinhard Hempelmann, durchaus kritisch betrachtet: (…)„. [10]

Er ist darüber hinaus auch Mitinitiator von „Coeo – Haus der guten Taten“.

„Bei „Coeo – Haus der guten Taten“ entpuppt sich „unternehmerische Verantwortung“ als Reich-Gottes Geschäftsprinzip. In der Markenführung wird der besondere Wertekanon der Betreiber nachhaltig verschleiert.“

Denn das hinter Coeo steckende Konzept stammt aus der „Ideenschmiede der Theologischen Hochschule Friedensau“, einer Institution der Freikirche der Siebenten Tags-Adventisten.[11]

Eine Autorin, die bereits vor Jahren einen kritischen Blick hinter die Fassade von Coeo geworfen hatte, schrieb dazu: „Denn sie sagen nicht, wer sie sind“ und zeigte ein Reich-Gottes-Unternehmen in der Wirtschaft, das „Die 50 Prozent der Gewinne, die bei Coeo „in soziale Projekte“ fließen, seien identisch mit den 50 Prozent, die nach FBG-Vorschrift für den Bau des Reiches Gottes und für die Expansion verwendet werden müssen. (…) Coeo ist gewissermaßen die „Kirche im Shop“.“ [12]

Und genau das trifft auf die Valere-Academy zu. Sie sagen nämlich auch nicht wer sie sind. Sie sagen nicht, dass sie die Ehe für Alle und Schwangerschaftsabbrüche ablehnen und im christlich fundamentalistischen Spektrum teilweise sehr tief und fest verankert sind.

Wie sich die Beschreibung einer Veranstaltung von Valere fast schon neutral liest, das beweist ein Bericht der Evangelikalen von firstlife.de

„Was ist Wahrheit – was Lüge? Kann der Mensch Wahrheiten erkennen?“ Die neue Club-Veranstaltungsreihe VALERE möchte junge Menschen dazu motivieren, sich mit Menschenbildern, Gesellschaftsentwürfen und einer realistischen philosophischen Soziallehre auseinander zu setzen. Ein Besuch bei der Auftaktveranstaltung in Bonn. Rund 30 Interessierte waren gekommen, darunter viele junge Menschen. Die beiden VALERE-Initiatoren Richard Schütze und Jan-Philipp Görtz setzen sich das Ziel, Schüler*innen, Student*innen, jungen Berufstätigen und Führungskräften aller Weltanschauungen und Glaubensbekenntnisse ein zeitgemäßes Angebot zu machen und über grundlegende Menschenbilder und Gesellschaftsentwürfe zu sprechen: Was ist der Mensch eigentlich? Wie deutet und interpretiert er? Welche Rolle spielt Wahrheit und Ethik in seinem Denken? Und: Kann er überhaupt unterscheiden zwischen gut und nicht gut, richtig und falsch?

[13]

Was sie allerdings sagen, also das Team der Valere-Academy, dass sie sich ausbreiten wollen. Denn zu den bisherigen Club-Standorten in Bonn, Berlin und München sind Valere-Clubs in Frankfurt/M., Hamburg und Dresden in Planung.

Und was sie deutlich zum Ausdruck bringen sind die Zielpersonen, die sie ansprechen wollen: „Es richtet sich an Führungs- und Nachwuchskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft.“ [14]

Services & Bildungsangebote: Valere unterstützt mit maßgeschneiderten Konzepten und qualifizierten Referenten, Trainern und Coaches die Dialogfähigkeit in Wirtschaft und Politik. Es richtet sich an Führungs- und Nachwuchskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft. Angebote in Präsenz und online.

Und weil der Beitrag schon so weit fortgeschritten ist, fehlt das Fazit.

Die Valere-Academy wird, sollte keine kritische Aufmerksamkeit erfolgen, weiter expandieren und, ohne es deutlich ausgesprochen zu haben, auch missionieren und LGBTQI-feindliche und mindestens noch misogyne Ansichten weiter verbreiten und es gibt keine*n, der sie darin hindert. Bleibt zu hoffen, dass das nicht so bleibt.

ALERTA!

Stefan Kooths und Gunther Schnabl

Am 18. Mai 2022 exakt um 15.34 veröffentlichte Zeit einen Artikel mit der Überschrift: „Preissteigerungen: Inflations-Bekämpfung: Ökonomen für späteren Renteneintritt“.

Die Äußerungen des Wirtschaftsforschers Gunther Schnabl und des Ökonomen Stefan Kooths führten zu zahlreichen Zeitungsartikeln und Presseberichten, bei Twitter zum Hashtag RenteMit70.

Prof. Dr. Stefan Kooths

Doch was sowohl der Hashtag als auch die Berichte in der Presse vermissen ließen, war die Tatsache, dass Prof. Dr. Stefan Kooths nicht nur Vizepräsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, sondern auch Vorsitzender der Hayek-Gesellschaft ist. Für die Hayek-Gesellschaft hält er demzufolge regelmäßige Vorträge.

Ein Foto von Stefan Kooths. Der Hintergrund ist blau und in weißer Schrift ist zu lesen: Kiel Institute Statements, Prof. Dr. Stefan Kooths

Desweiteren war er Mitautor des Sammelbandes von Philipp PlickertMerkel eine kritische Bilanz“ mit Beiträgen von Erich Vad, Birgit Kelle, Thilo Sarrazin, Wolfgang Ockenfels, Norbert Bolz … . Mit Beiträgen von rechten und rassistischen Autor*innen.

Noch bis zum Juli 2021 gehörte Stefan Kooths zum Kuratorium von Prometheus – Das Freiheitsinstitut, das von dem MdB Frank Schäffler, der im Januar 2021 aus der Hayek-Gesellschaft ausgetreten war, gegründet wurde.

Um Stefan Kooths, der an der privaten Fachhochschule Business and Information Technology School (BiTS) unterrichtet und als Gastdozent der Uni Münster aufgeführt wird, [1] besser verstehen zu können, hier ein Zitat aus einem Mitglieder-Rundschreiben des Vorsitzenden vom 30. Januar 2021:

„AfD-Nähe ist zu einer politischen Kampfvokabel geworden, ähnlich der Nazi-Keule oder dem Vorwurf des Rechtspopulismus. (…) Wir müssen uns also davor hüten, dem antiliberalen Lager hierbei auf den Leim zu gehen, in dem wir uns pauschal von allem distanzieren, was AfD-Vertreter äußern. (…)“ [2]

In diesem Rundschreiben wurde er auffallend deutlich.

Dieser Professor, der sich nicht von der AfD distanzieren möchte, der Mitglied der Mont Pelerin Society ist, [3] schreibt u.a. auch für die Frankfurter Rundschau, [4] publiziert für den ÖkonomenBlog desINSM-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, [5]

gab im Juni 2019 eine schriftliche Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages ab, [6]

hielt an der TU Dresden am 10.05.2022 einen Online-Impulsvortrag, [7] diskutierte für die phoenix runde im April 2020 mit dem Bundesvorsitzenden der Junge Unternehmer und mit der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer, [8]

trat im Oktober 2021 in der Sendung „Tichys Ausblick“ auf, [9] schreibt für die WirtschaftsWoche, [10] darüberhinaus sitzt er im Akademischen Beirat des Liberalen Instituts (Zürich) und gehört dem Präsidium des Internationalen Wirtschaftsrat (IWS) an. [11]

2015 z.B. leitete er 4 Seminare für die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP), [12] publizierte im September 2021 für die Ludwig-Erhard-Stiftung (LES) [13] und ist Buchautor/Mitautor.

Er gehört auch zu den Mitautor*innen des Buches „Null-Risiko-Gesellschaft. Zwischen Sicherheitswahn und Kurzsichtigkeit“. Als Autor*innen mit dabei Michael Esfeld, Rainer Zitelmann, Gunnar Kaiser, Philip Bagus

Aufgeführt sind im Screenshot die Herausgeber*innen und Mitautor*innen des Sammelsbandes vom 1. Januar 2021 „Null-Risiko-Gesellschaft. Zwischen Sicherheitswahn und Kurzsichtigkeit. Broschiert von Beat Kappeler (Hrsg.) Olivier Kessler (Hrsg.) (Autor, n Gunnar Kaiser, Thorsten Polleit, Stefan Kooths, Patrick L. Krauskopf u. Gabriel Rumo, Stefan Blankertz, Philip Bagus, Antonio Sánchez-bayón, José Antonio Pena-Ramos (Autor), Christian Hoffmann Ariel Sergio Goekmen-Davidoff, Michael Esfeld, Rainer Zitelmann, Beat Kappeler, Rahim Taghizadegan (Autor)

Deutlich ist zu erkennen, dass im Sammelband Coronaleugner*innen/-verharmloser*innen, Rechte und Rechtslibertäre zusammengefunden haben. Eine durchaus gefährliche Mischung, sowohl ideologisch als auch epidemiologisch.

Wie nachfolgender Textauszug belegt. Denn die Publikation erschien mitten in der Corona-Pandemie und in diesem Kontext sollte sie auch verstanden und/oder interpretiert werden.

„Standen im Zuge des wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs noch Werte wie unternehmerisches Wagnis, Freiheit und Streben nach Fortschritt im Zentrum, weichen diese zunehmend einer übervorsichtigen Vollkasko-Mentalität und einer Angst vor Veränderungen. Die Vorstellung, der Staat könne durch seine Interventionen jegliche Volatilität, Ungewissheit und Gefahr verbannen sowie das derzeitige Wohlstandsniveau mit regulatorischen Eingriffen absichern, erweist sich jedoch als fataler Trugschluss. Durch die zunehmende Verschiebung der Entscheidungskompetenz vom Individuum zum Staat geraten bedenkliche Entwicklungen ins Rollen: Miss- und Vetternwirtschaft, Machtmissbrauch und einschnei-ende Systemkrisen sind nur einige davon. Die Autoren in diesem Buch plädieren für einen unaufgeregten und verhältnismässigen Umgang mit Risiken. Sie weisen darauf hin, dass Innovationskraft, Freiheit und Wohlstand in Gefahr sind, wenn sich immer mehr Akteure der Illusion der politischen Ri

Daraus folgt: Stefan Kooths ist außergewöhnlich gut vernetzt, ist Teil eines weltweit aktiven neoliberalen Elitenetzwerks, also der Mont Pelerin Society, wird als Ökonom geschätzt und kann Einfluss nehmen.

Stefan Kooths gilt als honoriger Mann und Wissenschaftler, dessen Einstellungen immer wieder in den gesellschaftlichen Diskurs einfließen und so auf Dauer das gesellschaftliche Klima vergiften kann.

Prof. Dr. Gunther Schnabl

Nun zu Prof. Dr. Gunther Schnabl, dem Wirtschaftswissenschaftler, der am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig als Professor tätig ist und darüberhinaus das Institut für Wirtschaftspolitik leitet. [14]

Er ist Mitglied des rechten und rassistischen Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, Senior Fellow des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln. [15]

Ein Foto von Prof. Dr. Gunther Schnabl. Über dem Bild ist das Logo und die Aufschrift vom Flossbach von Storch Research Institute. Unter dem Bild steht Prof. Dr. Gunther Schnabl, Senior Fellows.

Besagtes Institut beschreibt ihn als „gefragter Gastautor und Interviewpartner, etwa für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Spiegel Online, Börsenzeitung und die Tagesschau.“

Darüber hinaus ist Gunther Schnabl auch Autor für das Austrian Institute Economics & Social Philosophy, [16] ist Mitglied der Hayek-Gesellschaft und aktuell noch Ansprechpartner für den Hayek-Club Leipzig. [17]

Außerdem schreibt er Gastbeiträge für den Cicero [18] und gemeinsam mit Dirk Meyer, Thomas Mayer und Roland Vaubel iniitierte Schnabl einen Aufruf gegen die Haftungsunion im Euroraum. [19]

Dieser wurde von insgesamt 154 Wirtschaftsprofessor*innen unterstützt. Die Fraktion der AfD im Landtag NRW nutzte den Aufruf um in der 17. Wahlperiode (Drucksache 17/2763) einen dementsprechenden Antrag zu stellen, 

der die Aufforderung enthielt, den Aufruf zu unterstützen, sich die Inhalte des Aufrufs zu eigen zu machen und sich auf Bundesebene für die Inhalte des Aufrufs „Der Euro darf nicht in die Haftungsunion führen!“ einzusetzen.

Der Standard schrieb dazu „154 deutsche Ökonomen bei Euro auf der Spur der AfD“. [20]

Zu den Unterzeichnern des Aufrufes gehörten auch Stefan Kooths, Bernd-Thomas Ramb (Bund freier Bürger), Hans-Werner Sinn, Fritz Söllner, Walter Krämer (Verein deutsche Sprache), Thorsten Polleit … . [21]

Zurück zu Gunther Schnabl, der auch für den ÖkonomenBlog [22] des INSM (INSM-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH) publiziert, sowie für die WirtschaftsWoche (WiWo), [23] für den blog politische ökonomie, [24] für die Wirtschaftliche Freiheit – Das ordnungspolitische Journal. [25]

Für die Wirtschaftliche Freiheit schreiben/schrieben u.a. auch Stefan Homburg, Roland Koch, Stefan Kooths, Lars P. Feld, Bernd Lucke, Christoph Lütge, Oswald Metzger, Wolfgang Ockenfels, Philip Plickert, Thorsten Polleit, Hans-Werner Sinn, Fritz Söllner, Ulrich van Suntum, …

Auch hier wieder Rechte, Rechtslibertäre und Marktradikale.

Aber auch beim nationalkonservativen Schweizer Monat ist Gunther Schnabl als Autor zu finden, [26] ebenso beim Focus. [27]

Unerwähnt soll auch nicht der Impulsvortrag im Rahmen des Europa-Forums von Schnabl für die Ludwig-Erhard-Stiftung (LES) in Kooperation mit dem Wirtschaftsrat 2019 bleiben. [28]

Ebenso wenig, dass Gunther Schnabl laut FAZ-Ranking zu den einflussreichsten Ökonomen Deutschlands gehört und im Dezember 2020 Tichys Einblick ein Interview gegeben hat. [29]

Foto von Gunther Schnabl. Der Screenshot mit einem Textauszug stammt von einem Interview veröffentlicht bei Tichys Einblick. Text: Oswald Metzger: Was bewegt Sie am Ende eines Jahres, das in jeder Hinsicht von einem Virus dominiert wurde? Gunther Schnabl: Mich bewegen die starken Einschränkungen der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheiten. Die zunehmende Kontrolle wirtschaftlicher Aktivitäten durch den Staat bereitet mir Sorge. Wir befinden uns in einer Krise, die durch drei Faktoren ausgelöst wurde. Es handelt sich nicht nur um eine Lockdown-Krise, sondern auch um eine Wirtschafts- und eine Finanzkrise. Nur die Kombination dreier Krisen erklärt, warum wir grundlegende marktwirtschaftliche Prinzipien wie das Haftungsprinzip außer Kraft setzen.

Auch Gunther Schnabl gilt als respektabler Mann, als honoriger Wissenschaftler und auch ihm wird es möglich gemacht, den gesellschaftlichen Diskurs zu vergiften.

Z.B. äußerte er sich 2015 auf dem Symposium Weltspartag einer Veranstaltung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Sein Vortrag wurde vom Sparkassenverband Baden-Württemberg bei Youtube eingestellt. [30]

Screenshot vom Sparkassenverband Baden-Württemberg, der am 11.11.2015 Teil 3 des Symposiums Weltspartag 2015 mit Prof. Gunther Schnabl, Universität Leipzig als Video eingestellt hat. Prof. Dr. Gunther Schnabl, Institut für Wirtschaftspolitik Universität Leipzig „Das Ende der Sparkultur?“ Position aus Sicht der Wissenschaft

Die Tagesschau veröffentlichte am 1.12.2020 eine Liveübertragung über „Sinn und Unsinn der Corona-Hilfen: ARD-Korrespondent Michael Stempfle spricht mit Gunther Schnabl, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Leipzig, darüber, ob die Corona-Hilfen helfen“. [31]

Screenshot vom Video bei Youtube. Im Bild zu sehen ist Gunther Schnabl hinter einem runden Stehtisch auf dem ein Glas Wasser steht und Papiere liegen und ein Stift.

D. h. ungefiltert und ohne Einordnung erhält hier ein Professor Gelegenheit, der sich in einer Publikation auf Hayek bezieht und diesen folgendermaßen zitiert: „Hayek (1989) hätte wohl die meisten politischen Entscheidungen „zum Wohle aller“ als Anmaßung von Wissen gesehen.“ [32]

Textauszug vom blog politische ökonomie. Es handelt sich um einen Text von Gunther Schnabl: Hayek (1989) hätte wohl die meisten der politischen Entscheidungen „zum Wohle aller“ als Anmaßung von Wissen gesehen. Hinsichtlich des Strebens nach Verteilungsgerechtigkeit hatte Hayek (1967) einst argumentiert: „die ganze Vorstellung, daß wir die konkreten Ergebnisse einer spontanen Ordnung so korrigieren können, dass sie einer Verteilungsgerechtigkeit entsprechen, steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu dem, was diese spontane Ordnung für die Gesamtheit vorteilhaft macht, nämlich, daß sie Wissen nutzt, das den Anordnern nicht zur Verfügung steht.“ Auch hinsichtlich der Klima-Rettung könnte es ähnlich sein. Nach (Hayek 1968) ist es eine der Hauptaufgaben des Wettbewerbs, zu zeigen, welche Pläne falsch sind. Das wird durch Markteingriffe verhindert. Durch immer expansivere Finanz-, Geld- und Regulierungspolitiken werden Verzerrungen geschaffen und zementiert. Die Wirtschafts- und Innovatio

[33]

Und wer sich schon einmal mit Friedrich August von Hayek befasst hat, weiß dass dieser Verteilungsgerechtigkeit als Fata Morgana bezeichnet hat.

Denn „Soziale Ungleichheiten (und damit unvermeidlich auch auch soziale Ungerechtigkeiten) sind für ihn [Anmerkung: gemeint ist Hayek] notwendige Voraussetzungen und Bestandteile jeder menschlicher Gesellschaft.“ [34]

D.h. alles was Schnabl und Kooths, beide „Hayekianer“, von sich geben, jede Äußerung, jede Publikation und jeder Kommentar verfolgt die Absicht soziale Ungleichheit und damit Armut zu zementieren.

Wer arm ist, soll es auch bleiben und wenn es nach Hayek geht, werden die Alten, die Sterbenskranken sich selbst überlassen. Sie bleiben auf der Strecke.

Denn wie schrieb schon Hayek in der 3. Auflage von 1991 „Die Verfassung der Freiheit“:

„Es mag hart klingen, aber es ist wahrscheinlich im Interesse aller, daß in einem freiheitlichen System die voll Erwerbstätigen oft schnell von einer vorübergehenden und nicht gefährlichen Erkrankung geheilt werden um den Preis einer gewissen Vernachlässigung der Alten und Sterbenskranken.“ [36]

[35]

und

„Allgemeiner Altruismus ist …. sinnlos. Niemand kann sich wirklich um alle anderen kümmern; die Verantwortungen, die wir übernehmen können, müssen immer partikulär sein, sie können nur jene betreffen, von denen wir konkrete Tatsachen wissen und mit denen wir uns entweder durch Wahl oder durch besondere Umstände verbunden fühlen. Es gehört zu den fundamentalen Rechten und Pflichten eines freien Menschen, zu entscheiden, welche und wessen Bedürfnisse ihm am wichtigsten erscheinen.“ [36]

[35]

Hayek schrieb auch das:

„Und der vorherrschende Glaube an „soziale Gerechtigkeit“ ist gegenwärtig wahrscheinlich die schwerste Bedrohung der meisten anderen Werte einer freien Zivilisation.“ (Recht, Gesetzgebung und Freiheit, Bd. 2: Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit. Landsberg am Lech 1981, S. 98) [37]

[35]

Capitalism Must Burn!

Smash Hayek!

Hayek-Tage 2022

Wenn sich Mitglieder aus der FPD mit der Hayek-Gesellschaft verbinden, mit dem anthroposophischen Spektrum, mit einem Rechtslibertären, einem Orban-Unterstützer und Mitstreitern des rechten und rassistischen Netzwerks Wissenschaftsfreiheit dann sind mal wieder die Hayek-Tage.

Vorderansicht des Programms der Hayek-Tage 2022 vom 17.-18. Juni. Dann folgt ein Foto von Hayek und seine Unterschrift. Links im Bild steht Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e.V. Unten rechts steht „Um Antwort wird geben bis spätestens 07.06.2022 an: Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft c/o Annette Baum, Hellweg 74, 33378 Rhea-Wiedenbrück, E-Mail: baum.hayek@online.de“

Die diesjährlichen „Festspiele“, also die Hayek-Tage 2022, werden am 17. und 18. Juni im Kongresshotel Potsdam abgehalten.
Das Programm samt Referent*innen wurde als Screenshots hinzugefügt.

Screenshot von Seite 1 des Programms. Aufgeführt werden Uhrzeit, Referent*innen und Themen. Zusammengefasst werden folgende Personen teilnehmen: Dirk Maxeiner, Carlos A. Gebauer, Prof. Dr. Stefan Kooths, Prof. Dr. Erich Weede, Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Malte Fischer, Roman Zeller, Tuna Akarsu, Lisa Marie Kraul, Tobias Zander. Zwischendurch wird der Dr. Edmund Radmacher-Preis verliehen.

Seite 2 des Programms. Teilnehmen werden: Dr. Gerhard Papke, Olivier Kessler, Alexander Kissler, Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Prof. Dr. Fritz Söllner, Prof. Dr. Michael Esfeld. Um 17.00 beginnt das Rahmenprogramm: „Stadtrundgang Potsdam: vom restaurierten Alten Markt über den Neuen Markt zum Holländischen Viertel, gemütlicher Ausklang im „Fliegenden Holländer“.

Vor den Toren Berlins, eingebettet in die reizvolle Wald- und Seenlandschaft der Pirschheide, in unmittelbarer Nähe des berühmten Parks Sanssouci und direkt am Luftschiffhafen 1“ in einem Hotel mit der Auszeichnung der 4-Sterne-Kategorisierung [1] finden die diesjährlichen Hayek-„Festspiele“ statt.

Doch was „wir“ hier sehen, ist nicht nur innerhalb der FDP ein Problem, sondern ein gesellschaftliches, das sich eher früher als später bitter rächen wird. Denn zu den Referent*innen gehört auch der Klimawandelleugner Prof. Dr. Fritz Vahrenholt.

Fritz Vahrenholt und Co-Autor von Büchern wie „Die kalte Sonne“ und „Unerwünschte Wahrheiten“ pflegt ausgeprägte Kontakte zu EIKE. Sein Vortrag auf der 14. EIKE Klima- und Energiekonferenz in Gera in 2021 wurde von EIKE als einer der Höhepunkte bezeichnet. [2]

Unten im Screenshot ist Fritz Vahrenholt auf der EIKE-Konferenz im Interview mit JF-TV (Junge Freiheit-TV) zu sehen.

Screenshot von der Webseite von Eike. Dabei handelt es sich um ein Video von JF-TV von der 14. EIKE-Konferenz mit Fritz Vahrenholt: Warum die deutsche Energiewende verantwortungslos ist.

[3]

Fritz Vahrenholt fungierte in der Vergangenheit als Unterstützer des rechten Appells für freie Debattenräume, als Autor für Tichys Einblick [4] und für Eigentümlich frei, als Interviewpartner für the GermanZ, einem Blog von Klaus Kelle

Textauszug: Jeder von uns spürt in den vergangenen Jahren, dass sich beim Klima oder sagen wir beim Wetter etwas verändert. 45 Grad Celsius im Sommer am Niederrhein hatten wir früher nicht, und Schnee im März war normal. Was passiert da? Unsere Geschichte ist gepflastert mit Klimaanomalien. Heute muss für alle unerwarteten Wetter CO2 herhalten. Dabei steht fest : Die Dürren haben seit 100 Jahren in Deutschland und weltweit nicht zugenommen, die Starkregenereignisse, Hagel Überchwemmungen ebenso nicht, die Hurrikanhäufigkeit nicht, die Tornados nicht. Das können Sie nachlesen in unserem kürzlich erschienenen Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ mit 2300 Literaturquellen belegt. Es wird wärmer ja, bislang um 1,1 Grad seit 1860, dem Ende der Kleinen Eiszeit. Und CO2 leistet einen Beitrag hierzu. Aber CO2 ist nicht der alleinige Stellknopf des Klimas. Es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die eine Pause in der Erwärmung erwarten. Auf jeden Fall haben wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts Zeit

[5]

und als Referent für die 6. Vollversammlung der wahren Schwarmintelligenz, organisiert von Klaus Kelle (CDU, WerteUnion).

Das hat er gemeinsam mit Gerhard Papke von der FDP und Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, der auch Autor für die Junge Freiheit und Schatzmeister der Hayek-Gesellschaft ist.
Er hält die LGBTQI-feindliche Politik der Orbán-Regierung für „Kinderschutz“. [6]

Tweet von Gerhard Papke vom 2.12.21 (34 Retweets, 1 Tweet zitieren, 214x Gefällt mir): „Das ungarische Parlament hat ein Referendum für umfassenderen Kinderschutz beschlossen. Unter anderem sollen die Ungarn entscheiden, ob sie geschlechtsverändernde Eingriffe an Minderjährigen zulassen wollen. Schade, dass die Deutschen nicht auch befragt werden!“

[7]

Das Selbstbestimmungsgesetz betrachtet er als „anmaßender Irrsinn, der bösen enden wird“.

Tweet von Gerhard Papke: „In Deutschland kommt jetzt eine Regierungs ins Amt, die die natürliche Existenz von Mann und Frau politisch infrage stellt. Das ist kein Fortschritt, sondern anmaßender Irrsinn, der böse enden wird.“ 341 Retweets, 10 Zitierte Tweets und 1.420 Gefällt mir-Angaben.

[8]

Er bleibt „seinen ungarischen Freunden treu“, schreibt aber „wir“ und ist davon überzeugt, dass „Viele Deutschen (…) das ungarische Volk für seine Freiheitsliebebewundern, schrieb er auf Twitter. [9]

Tweet von Gerhard Papke vom 28.11.2021 mit 150 Retweets, 10 zitierten Tweets und 809 likes. Er schrieb folgendes: „wir bleiben unseren ungarischen Freunden treu“. In Interviews in Ungarn weise ich darauf hin, dass die Angriffe linker Medien und Parteien auf Ungarn nicht die tatsächliche Meinung spiegeln. Viele Deutsche bewundern das ungarische Volk für seine Freiheitsliebe“.

[10]

Er ist gut vernetzt und hat keine Berührungsängste vor extrem rechten Burschenschaften, wie z.B. der Kölner Burschenschaft Germania und der Burschenschaft Rheinfranken Marburg, für die er in der Vergangenheit Vorträge gehalten hat.

Auch der Rechtsanwalt und Fernsehjurist Carlos A. Gebauer von der FDP und stellvertr. Vorsitzender der Hayek-Gesellschaft ist außerordentlich gut vernetzt.

Er ist u.a. regelmäßiger Autor für die rechtslibertäre Monatsschrift Eigentümlich frei (ef), pflegte Verbindungen zu Max Otte und gehört zu den Redner*innen bzw. Gästen des bevorstehenden Liberty Sunrise – Das Freiheitliche Sommercamp. [11]

Der nächste angekündigte Referent der Hayek-Tage ist Prof. Dr. Erich Weede.
Er gehörte zu den Unterstützer*innen des rechten Appells für freie Debattenräume, fungierte als Autor für die Junge Freiheit, war 2016 Referent der Allgemeine Deutsche Burschenschaft, ist Hayek-Medaillenträger 2012 und gehörte noch 2019 zum Stiftungsrat der Hayek-Gesellschaft. Weede ist zusätzlich noch Redaktionsbeirat von ef (Eigentümlich frei).

Unter den Referenten der bevorstehenden Hayek-Tage publizieren insgesamt 5 Personen (Gebauer, Weede, Kissler, Vahrenholt und Kessler) für Eigentümlich frei.

Für eine Zwei-Monatsschrift in der der Klimawandel geleugnet wird, der Armenhass kickt, Rassismus, Sexismus, … reichlich vorhanden sind

Ein Auszug aus eigentümlich frei. Dabei geht es um die Überschriften zum Thema Klimawandel: „Angebliche Auswirkungen des Klimawandels in Afrika – Der Tschadsee ist kein sterbender See – Vorwand, um Missstände zu rechtfertigen“. „Sympotome einer großen Trendwende beim Thema Klimawandel – Führender Klima-Aktivist entschuldigt sich für Verbreitung von Klima-Hysterie – Michael Shellenbergers Gesinnungswandel macht Hoffnung und ist Inspiration für andere“ „Umweltpolitik – die Klimarettung und ihr Preis – Über die Förderung der Elektromobilität und ihre Folgen“. „Klimaforschung – Studie deutet auf keine weitere CO2-Erwärmung hin – Konstrukt des „Klima-Notstands“ steht kurz vor dem völligen Einsturz“.

hier wo der „moderne Sozialstaat“ als die „nachhaltig asozialste Erfindung in der Menschheitsgeschichte“ bezeichnet wird.
Anmerkung zum Screenshot: Lightbeat Radio, war eine „Erfindung“ von Eigentümlich frei, wurde aber wieder eingestellt.

Text: „Unsere kleinen Jingle Bells sollen daran erinnern, dass es so was wie ein kostenloses Mittagessen nicht gibt. Nichts auf der Welt ist kostenlos – im Zweifel zahlen nur andere, schlimmstenfalls werden sie durch politische Umverteilung dazu gezwungen. Wir sind uns doch hoffentlich einige: Der moderne Sozialstaat ist die nachhalt asozialste Erfindung in der Menschheitsgeschichte. Nein, wirklich sozial ist nur freiwillige Solidarität und persönliche Zuwendung. Darauf vertrauen wir gerne – darauf, dass unseren Hörern unser Programm gefällt und sie den weiteren Ausbau durch eine einmalige Zuwendung oder besser noch durch regelmäßige Zahlungen, mit denen wir kalkulieren können unterstützen. Denn Lightbeat Radio – damit fangen wir gerade erst an. Mit Ihrer und Deiner Mithilfe wollen wir durchstarten, damit die Stimme der Opposition immer besser und unüberhörbar wird. Unsere Jingle Bells erinnern daran, 45 Minuten nach jeder geraden Stunden.

Das alles und noch viel mehr wird die Hayek-Tage ausmachen, dazu noch ein bisschen Anthroposophie, den die stellvertr. Vorsitzende der Hayek-Gesellschaft Lisa Marie Kraul im Gepäck hat.

Denn sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Makroökonomik und internationale Wirtschaft der Universität Witten/Herdecke, [12] einer Universität, die als Anthroposophienah bezeichnet werden kann. anthroposophie.blog/tag/universitaScreenshot von Universität Witten/Herdecke mit den Profildetails samt Foto von M.Sc. Lisa Kraul, die wissenschaftliche Mitarbeiterin ist.

Interessant sind auch die Referenten Prof. Dr. Michael Esfeld und Prof. Dr. Fritz Söllner. Denn beide forschen und lehren nicht nur an Hochschulen, sondern gehören auch zum rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit.

Interessant ist außerdem, dass Esfeld im Oktober 2021 über „Die Rückkehr des Kollektivismus“ schrieb und zwar für „Das Goetheanum“, ein „Ort für die Anthroposophie“. [14]

Textauszug: Mit der Corona-Politik zieht ein neuer Kollektivismus auf, der einige Merkmale mit früheren Kollektivismen gemeinsam hat: Einige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beanspruchen das Wissen um ein allgemein Gutes – hier Gesundheit; sie sehen die Menschen als Objekte, deren Lebenswege auf dieses Gute hin geführt werden können; Politik- und Medienschaffende übernehmen diesen Wissensanspruch und dieses Menschenbild mit dem Machtanspruch, die Gesellschaft entsprechend zu lenken. Der Artikel legt dar, wie dieser Kollektivismus Wissenschaft und Rechtsstaat gefährdet und einer Postmoderne den Weg ebnet, mit einer postfaktischen Realität, die mit Gewalt durchgesetzt wird. Dabei ist der Weg zurück dazu, durch den Gebrauch von Vernunft in Form von Wissenschaft und Rechtsstaat Macht zu begrenzen, im Grunde genommen einfach: Er erfordert nur, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, statt sich von den Vormündern in Wissenschaft, Politik und Medien entmündigen zu lassen. Ein Rück

[15]

Als Anmerkung ein Zitat: „Das #Goetheanum, Wochenschrift der Anthroposophischen Gesellschaft, bedient in einem Nachruf Narrative von „Lügenpresse“ und Verschwörungsideologien: Medien, Politik und Wirtschaft seien „von Manipulation und Lüge geradezu durchtränkt.“ [16]

„Jedem Autor, der ein Gewissen mit dem Setzen seines Wortes in die Öffentlichkeit verbindet, ergeht es gegenwärtig wie in einem Alptraum. Zeitungen und Nachrichtenportale im Internet, Fernsehkanäle, Mitteilungen der Politiker, Politikerinnen und Wirtschaftsbosse sind in ihrem Duktus von Manipulation und Lüge geradezu durchtränkt. Durch das permanente Nachdenken des Fremdgedachten und Nachschwatzen des journalistisch Vorgefertigten nehmen viele Menschen eine gewisse Bewusstseinstrübung in sich auf, welche sie ihre Identität, ihren wahren Namen vergessen lässt. Doch die anderen gibt es auch, welche das Geistige lebendig denken, fühlen, sogar schauen können. Zusammen mit vielen anderen, leidbeladenen Seelen, die“

[17]

Zurück zu Esfeld, der die Kampagne AllesAufDenTisch unterstützte, Teilnehmer des Corona-Ausschuss und Interviewpartner für die Coronaleugner*innen von Mutigmacher. Tv war, der für die NZZ und den islamfeindlichen, rassistischen Blog Achse des Guten publiziert.

Er bringt salopp formuliert die Haltung von Querdenken mit auf die „Festspiele“, also die Hayek-Tage 2022, und selbstverständlich seine Vernetzungen über die er verfügt.

Auch Söllner publizierte schon für die Achse, für den Cicero, für das Austrian Institute, den nationalkonservativen Schweizer Monat, [18] hielt u.a. für die Bibliothek des Konservatismus und für die AfD-Fraktion Sachsen Vorträge.

Screenshot von einem Video bei Youtube. Dabei geht es um seinen Vortrag am 11.09.2020 für die AfD-Faktion im Sächsischen Landtag. „Fritz Söllner: Entweder offene Grenzen oder Sozialstaat!“

[19]

Brandgefährlicherweise spielt er im Vortrag vom 11.09.2020 geflüchtete und arme Menschen gegeneinander aus und bedauerlicherweise konnte der Stichwortgeber der neofaschistischen AfD am 9.5.22 eine Stellungnahme für den Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Deutschen Bundestages abgeben.

Das konnte er ganz selbstverständlich im Namen der Wissenschaft bzw. im Namen der Technische Universität Illmenau tun. [20]

Screenshot von der Stellungnahme der Technische Universität Ilmenau, Prof. Dr. Fritz Söllner, 20. Wahlperiode, ausschussdrucksache 20(25)51 an den Deutschen Bundestag Ausschuss für Klimaschutz und Energie vom 9. Mai 2022.

[21]

Ein weiterer Referent ist übrigens Rainer Zitelmann. Er hatte sich eine Weile zurückgezogen, startete dann aber wieder voll durch.

Er ist also ganz der Alte geblieben. Der, der sich selbst auf seiner Webseite für seine Dissertation „Hitler Selbstverständnis eines Revolutionärs“ in den höchsten Tönen lobt. [22]

Auszug aus der Webseite von Rainer Zitelmann. Text: Dr. Dr. Rainer Zitelmann Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist Historiker und Soziologe. Zugleich ist er ein weltweit bekannter Buchautor sowie ein erfolgreicher Unternehmer. Zitelmann studierte Geschichte und Politikwissenschaft und promovierte 1986 mit „summa cum laude“. Seine Dissertation erschien in zahlreichen Auflagen und fand weltweit große Beachtung: Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs Dr. Rainer Zitelmann war von 1987 bis 1992 Wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin. Danach war er Cheflektor und Mitglied der Geschäftsleitung des Ullstein-Propyläen-Buchverlages. 1992 wechselte er zur Tageszeitung „Die Welt“ und leitete dort bis zum Jahr 2000 verschiedene Ressorts. Im Jahr 2000 gründete Dr. Rainer Zitelmann das PR-Unternehmen Dr.ZitelmannPB.GmbH. Zitelmann leitete die Firma von 2000 bis 2016 und baute sie zum mit Abstand führenden PR-Beratungsunternehmen für die deutsche Immobilienbranche aus. 2016 verkau

[23]

der sich auf seiner Webseite u.a. als erfolgreicher Akademiker, Buchautor, Immobilieninvestor und vermögend darstellt. [24] Der Focus half ihm übrigens auch bei der Selbstbeweihräucherung und der Weißwaschung. [25]

Ein Artikel im Focus mit der Überschrift: „Und Ihr Geld so? Vom Pfarrerssohn zum Millionär: „Wer sich vor Geld ekelt, vor dem ekelt sich das Geld“. Darunter ist ein Foto von Rainer Zitelmann zu sehen, der seine Bizeps zeigt. Er ist durchtrainiert, trägt eine Baseball-Kappe und ein T-Shirt mit der Aufschrift: Capitalism.

[25]

Ebenso der Freitag, der ein Streitgespräch mit Zitelmann und Robert Misik in der 14. Ausgabe 2022 veröffentlichte. [26]

Aber wer sich von seiner Webseite, den Fotos, der Art und Weise wie er dargestellt wird löst und sich an den „Appell 8. Mai 1945 – gegen das Vergessen“ erinnert, der 1995 von Zitelmann, Alfred Dregger, Klaus Rainer Röhl, Heimo Schwilk und Ulrich Schacht initiiert wurde, [27] sieht einen „neu“rechten Propagandisten, der selbst vor Revisionismus nicht zurückschreckte. Das alles bringt er mit auf die Hayek-„Festspiele“.

Und es ist auch nicht das erste Mal, dass er als Redner für die Hayek-Gesellschaft fungiert. 2019 war er Referent des Forums Freiheit und 2022 für den Hayek-Club Hamburg.

Er publizierte für Tichys Einblick, für Wallstreet Online, für den Cicero, für das Ludwig von Mises Institut, für Forbes, war Referent für das Liberale Institut in der Schweiz.

In Wallstreet Online erschien im Februar 2022 von Hermann Otto Solms von der FDP eine Rezension über Zitelmanns Buch „Die 10 Irrtümer der Anti-Kapitali$ten“. [28]

Diese trug die Überschrift: „Rainer Zitelmann lässt Fakten sprechen“.
Zitat: „Sein Appell lautet: „Lasst uns weniger Staat und mehr Kapitalismus wagen!“[29]

Wer also weniger Staat fordert, Carlos A. Gebauer bezeichnet sich selbst als „Minimalstaatler“, fordert damit indirekt weniger Demokratie.

Hayek, der Namensgeber vom „Mistbeet der AfD“, so ein Aussteiger aus der Hayek-Gesellschaft, Unterstützer des Regimes Pinochet sah das Übrigens so:

Ich persönlich würde einen liberalen Diktator gegenüber einer demokratischen Regierung, der es an Liberalismus mangelt, bevorzugen“.

In diesem Screenshot ist ein Foto von Friedrich August von Hayek zu sehen. Daneben seht das Zitat, das im Thread angegeben war.

Dass er nach einem persönlichen Treffen mit dem Diktator Augusto Pinochet diesen als „honorable general“ bezeichnet hatte, sei hier nur am Rande erwähnt. [30]

Dass er bereits in der Verfassung der Freiheit (1960) den Wert der Demokratie relativiert hat, in dem er ihr „rein instrumentellen Charakter für die Verwirklichung eines sehr speziellen Freiheitsbegriffes zuschreibt“, [31] fasst den Charakter der gesamten FDP und der teilnehmenden Referent*innen samt ihrer Vernetzungen treffend zusammen und zeigt auch warum es aus antifaschistischer Sicht geboten ist die Hayek-„Festspiele“ zu stören. Im Screenshot sind in Großschrift: ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA zu lesen und ein roter Stern.

Triage

Wie bereits bekannt sein dürfte, liegt ein überarbeiteter Gesetzesvorschlag zur Triage des Gesundheitsministers Karl Lauterbach vor, der auch „ethisch brisante Konstellationen“ regeln soll.

Abgesehen davon dass es keine Rassen gibt, und sich die Frage stellt, warum er kein Gesundheitswesen anstrebt, das auf Triage verzichten kann,

Eine historische Aufnahme: Verwundete im Ersten WK in Frankreich kommen an einer Triage-Station an.

[1]

sieht die erarbeitete „Formulierungshilfe“ vor, dass niemand aus „Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden“ soll.

„Grundsätzlich darf nach der von Lauterbach erarbeiteten „Formulierungshilfe“ für die Koalitionsfraktionen bei der „Zuteilung von pandemiebedingt nicht ausreichenden überlebenswichtigen, intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten im Krankenhaus“ niemand aus „Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden“.

Doch Rassismus, Sexismus, Misogynie, Ableismus, Ageismus, antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus, LGBTQI-feindlichkeit, Antisemitismus … und ebenso auch eine religiöse Einstellung tragen zu Entscheidungsfindungen bei.

Das geschieht entweder bewusst oder unbewusst, also absichtlich oder unabsichtlich.

Stereotype Annahmen, Vorurteile und Diskriminierung beeinflussen eben auch die medizinische Anamnese und die Behandlungsformen, sowie den Umgang mit d. Patient*in. Mehr dazu hier

Die Triage und die Faktoren, die zu Entscheidungen führen, sind darum von existentieller Bedeutung. Es geht ums Überleben und ums Sterben und es geht um die, die die Triage durchführen, die die Entscheidung treffen, wer überlebt und wer stirbt, d.h. wer bevorzugt wird.

Es soll sogar möglich werden 1 bereits beatmete/n Patient*in das Gerät unter bestimmten Umständen wieder abzunehmen.

Begonnene Behandlungen können abgebrochen werden zugunsten 1 Patient*in mit höherer Überlebenschance.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die Triage, die nichts anderes bedeutet als Auslese, erstmalig 1808 in der Medizin auftauchte und zwar im Tagebuch eines Kollegen des Armeechirurgen Dominique-Jean Larrey, der mit einem Pferdewagen mit chirurgischer Ausrüstung Napoleons Feldzüge begleitete. mdr.de/geschichte/zei

Zu sehen ist die Ambulance Volante du Baron Larrey. Zu sehen ist ein Pferdekarren, zwei Pferde und ein Reiter.

[2]

D.h. die Triage stammt aus der Militärmedizin und fand Eingang in die Notfallmedizin. Nämlich immer dann wenn vorhandene Mittel nicht ausreichend, sondern nur in begrenztem Maße vorhanden waren.

Ein Foto aus dem 1. WK. Zu sehen ist ein riesiger Raum, ein Feldlazarett. Zu sehen sind Schwestern, Ärzte und die vielen Verletzten in den Feldbetten.

[3]

Gerade bei einer derart existentiellen Frage ist Kritik angebracht und die Forderung nach einem Gesundheitswesen, das besser ausgestattet ist, mit besseren Arbeitsbedingungen und besserer Entlohnung für die, die die während der Corona-Pandemie lediglich mit Stollen und Klatschen abgefertigt wurden.

So stellt sich die Frage warum ein System, das auf grundlegenden Mängeln aufgebaut ist akzeptiert wird.

Schwarz-weiss-Zeichnung. Im Mittelpunkt steht Jean Larry, der ein Messer in der Hand hält und auf einen Tisch deutet auf dem ein abgeschnittenes Bein, eine Schere und eine Säge liegt. Im Hintergrund liegt ein Mensch auf dem Bett. Mehrere Herren stehen Larry gegenüber. Es wirkt, als ob sie ihm zuhören.

[4]

Was sagen christliche Fundis, Evangelikale und Christ*innen, die sonst jede Zygote, jeden Embryo, jeden Fötus lautstark beweinen zur Triage. Wie halten sie es damit?

Was sagt die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) zur Triage, allgemein und aktuell?
Nichts. Gar nichts. Nichts ist dazu auf ihrer Webseite zu finden.

Was sagt ProChrist?
Nichts. Gar nichts. Nichts ist dazu auf ihrer Webseite zu finden.

Was sagt das Christliche Medienmagazin PRO?
Da taucht Triage nur im Zusammenhang mit Impfungen oder einer möglichen Impfpflicht auf.

Was sagt der Informationsdienst der evangelischen Allianz (idea) dazu?
Bei idea gibt es nur einen 1 Artikel, der sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das entschieden hat, „dass behinderte Menschen im Fall einer Triage nicht benachteiligt werden dürfen“ [5] bezieht.

Auf der Webseite der Christen im Gesundheitswesen ist nichts zu finden. Gar nichts.

Auf der Webseite von ZeitZeichen – Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft ist auch nichts zu finden. Das Suchergebnis beträgt NULL.

Auf der Webseite des Forums deutscher Katholiken (FdK), die rechter und päpstlicher als der Papst sind, gibt es nichts zu finden. Gar nichts. Stattdessen ein Gebet zur Neuevangelisierung und Infos über den bevorstehenden Kongress „Freude am Glauben“.

Auf der Webseite von katholisch.de gibt es so einiges dazu, aber keine generelle Kritik an der Anwendung von Triage in Zeiten der Pandemie.

Die Deutsche Bischofskonferenz bejahte 2020 die Triage, diese sei als letztes Mittel gerechtfertigt.

Kardinal Woelki sagte der Bild-Zeitung: „Man muss im letzten eine Güterabwägung treffen. Und dort, wo nach menschlichem Ermessen davon ausgegangen werden muss, dass die Krankheit schon so weit fortgeschritten ist, dass die Gefahr des Todes besteht, da ist sicherlich in einer solchen Güterabwägung demjenigen, dem Gesundheit und Leben wahrscheinlich erhalten werden können, der Vortritt zu geben.“ [6]

Es geht um das Leben von Menschen und dem Kardinal fällt nichts anderes ein als von „Güterabwegung“ zu sprechen. Derselbe Kardinal, der den 15. Marsch für das Leben der Anti-Choice-Bewegung als „wichtigen Dienst an unserer Gesellschaft“ bezeichnete. [7]

Was sagen die Christdemokraten für das Leben (CDL) zur Triage?
Hier gibt es Kritik an der Ausgestaltung des Gesetzes, jedoch nicht an der Triage im Allgemeinen.

Die Kritik von Tino Sorge und Hubert Hüppe, dem stellvertr. CDL-Bundesvorsitzenden, umfasst nur die Situation von behinderten Menschen. Sie stellt allerdings nicht das Gesundheitswesen in den Fokus ihrer Kritik.
archive.ph/NXsxp

Da eine Bildbeschreibung nicht möglich ist – zu viel Text – wurde die Verlinkung zum Lesen im Thread angegeben.

Da eine Bildbeschreibung nicht möglich ist – zu viel Text – wurde die Verlinkung zum Lesen im Thread angegeben.

Auch Sorge und Hüppe haben sich offensichtlich damit abgefunden, dass Triage notwendig ist und weisen auf „Naturkatastrophen, Reaktorunfall, Terroranschlag sowie bei der Zustellung etwa von Impfungen oder Rettungswagen-Transporten“ hin.

Und wer sich die Seite genauer betrachtet sieht auf der rechten Seite die Verlinkung „Keine Werbung für Abtreibung“, die direkt zu einer Webseite führt, die vom Bundesverband Lebensrecht e.V. betrieben wird.

In aller Kürze zusammengefasst: von christlichen Fundis, von Evangelikalen und von Christ*innen kommen keine Botschaften der „christlichen Nächstenliebe“ wenn es um die Triage geht und keine grundsätzliche Kritik am Gesundheitswesen. Bisweilen ist d Schweigen auffallend laut.

Diesem Schweigen und dem Desinteresse an derart lebensbedrohlichen Entscheidungen, gemeint ist die Triage, möchte ich zum Abschluss ein Zitat entgegenhalten:

Dass strukturierte Triage-Protokolle auf die Verletztenversorgung im Kriegsfall zurückgehen“ wirft ein „bezeichnendes Licht auf die militarisierten Verhältnisse

zu denen sich zivile Katastrophen wie eine Pandemie rasch entwickeln und in denen sie zum Anlass und Gegenstand politischen Handels und politischer Rhetorik werden.“

Sie verlangen von den Akteuren, dass sie sich einem Triage-Protokoll unterwerfen und und suspendieren damit jede Ursachenforschung und Kritik.

Der feldchirurgische Entscheidungsdruck, die chronopolitischen Bedingungen eines „Massenanfalls“ von Verwundeten und Infizierten – sie haben überall auf der Welt, Katastrophe für Katastrophe, den Status einer fragwürdigen Normalität erlangt.“

Entnommen aus: „Triage: medizinische Notwendigkeit oder Technologie imperialer Auslese“ des Harun Farocki Instituts

Internationaler Kongress für Psychotherapie und Seelsorge

Am 02.05.2022 veröffentlichte der Informationsdienst der evangelischen Allianz, kurz idea, einen Artikel mit der Überschrift: „Glaube ist wichtigster Faktor um Erkrankungen zu vermeiden“. [1]

Idea hatte damit einen Ausspruch von Ulrich Giesekus, der im Rahmen des 11. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge, (vom 1. bis 4.5. in Würzburg) den Eröffnungsvortrag gehalten hat, zitiert. [2]

Anzunehmen, dass Glaube – und in diesem Fall war es der evangelikale „Glaube“ – wichtigster Faktor ist, um Erkrankungen zu vermeiden, ist grundlegend falsch und gesundheitsgefährlich.

Denn Erkrankungen, auch psychische, wie Depressionen, manische Episoden oder … können weder mit Unglauben erklärt, noch mit Glauben und Gebet geheilt werden.

Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass der Internationale Kongress, organisiert von der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS), eine evangelikalgeprägte christliche Veranstaltung ist.

APS geriet 2009 in die Schlagzeilen, weil zu den geladenen Referent*innen des 6. Kongress die Abtreibungsgegnerin Angelika Prokopp-Hippen, Raphael Bonelli vom Opus Dei, sowie Christl. R. Vonholdt und Markus Hoffmann gehörten. Die beiden letztgenannten stammten aus dem Umfeld sog. Homoumpoler*innen.
https://taz.de/Demonstration-gegen-Evangelikale/!5162671/

Als Reaktion auf die Kritik und die berechtigten Proteste gegen die Referent*innen und die Veranstaltung in öffentlichem Räumen entstand die sog. Marburger Erklärung bzw. die Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“.

Vertreten wird APS u.a. von Martin Grabe, dem Gründervater. Er ist seit 2018 ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark, einer Klinik, die mit dem Slogan „Fachlich kompetent – christlich engagiert – herzlich zugewandt“ wirbt.

Logo der Klinik Hohe Mark DGD Kliniken Fachlich kompetent – christlich engagiert – herzlich zugewandt

Das Behandlungsspektrum der Klinik umfasst u.a. Depressionen, Essstörungen, Burn Out, Suchterkrankungen, Psychosen …, siehe screenshot unten.

Behandlungsspektrum: Psychosen, Psychische Erkrankungen im Alter, Mutter-Kind, Traumafolgestörungen, Trauma + Abhängigkeit, Suchterkrankungen, Neurotische-/Somatoforme Störungen, Essstörungen, Depression, Burnout, ADHS (Erwachsene)

Martin Grabe ist zusätzlich noch Mitglied der Stiftung Christen helfen, einer Stiftung die zum Netzwerk der Diakonie Hessen, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen, der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Hessen e.V. und der Evangelischen Allianz Frankfurt e.V. gehört.

Martin Grabe gehörte auch 2020 zum Beirat des christlichen Gesundheitskongress [3] c/o Christen im Gesundheitswesen e.V. [4] (CIG).

Der christliche Gesundheitskongress möchte u.a. „Ein ausgewogenes theologisches Verständnis vermitteln zu Krankheit – Heilung – Gesundheit, welches biblisch fundiert ist und die unterschiedlichen Erfahrungen im christlichen Heilungsdienst reflektiert.“ [5]

Martin Grabe, der auch Buchautor ist, schrieb in seiner Einladung für den diesjährigen Kongress

„Polarisierungen und Populismus, Ideologisierungen und Vorurteile in Bevölkerungsgruppen sowie viel Lethargie oder hilflose Wut neben konstruktiven Ansätzen.

Zum bedeutenden Bereich praktischer Erfahrungen hat sich hier neben der Klimaproblematik die Corona-Pandemie etabliert. (…) Angst hat Wurzeln.

Und diese liegen nicht im Tagesgeschehen.

Wer mehr von der Herkunft seiner Ängste verstanden hat, braucht sich nicht mehr unmittelbar von ihnen steuern lassen. Neuer Handlungsspielraum entsteht, zunächst im Individuellen und dann für eine Gesellschaft.

Der christliche Glaube macht kein Geheimnis daraus, dass Menschen in der Welt Angst haben. Jesus sagt es sogar direkt.

Aber diese Angst wird aufgefangen im Größeren der Gottesbeziehung, die nicht nur diese, sondern die ganze Schöpfung umschließt.

Auch dazu soll der Kongress ermutigen: auf spiritueller Ebene die Welt zu transzendieren, um ihr im besten Sinne dienen zu können.“ [6]

Dieses Zitat ist bedeutsam, denn der evangelische Freikirchler [7] Dr. med. Martin Grabe ist Psychiater und Psychotherapeut, d.h. er behandelt erkrankte und/oder traumatisierte Menschen, denen er im Rahmen ihrer Behandlung weißmachen wird, dass die Wurzeln ihrer Ängste nicht im Tagesgeschehen liegen.

Da er sich auf auf den Klimawandel als „Klimaproblematik“ bezieht, sei ihm entgegengehalten, dass Indien und Pakistan als Folge des Klimawandels den heißesten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 122 Jahren erlebt.
https://www.zeit.de/news/2022-05/03/verbrannte-haende-extreme-hitze-in-indien

Internationaler Gideonbund in Deutschland

Ein Beitrag über den Internationalen Gideonbund in Deutschland e.V.

Dieser hat seinen Sitz im mittelhessischen Wetzlar in der Christian-Kremp-Str. 3. Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine „weltweite Vereinigung“, die zugleich eine „weltweite Vereinigung von christlichen Geschäftsleuten und Führungskräften“ ist. [1]

D.h. von dieser Organisation von Bibeltreuen wird niemals eine Kritik am Kapitalismus erfolgen. Im Gegenteil, sind sie doch mit diesem zutiefst verbunden.

D.h. die Projekte, die sie anbieten, verfolgen nie das Ziel Armut zu beseitigen, sondern ausschließlich das Wort Gottes zu verbreiten, also zu missionieren.

Der Gideonbund zählt persönliche Evangelisation zu seinen Schwerpunktthemen. Im Rahmen von Schulungen, intern aber auch extern, helfen wir Interessierten, ihre Kompetenzen in diesem Bereich auszubauen. Wer kennt sie nicht, die kleinen Gelegenheiten, in denen man Menschen ansprechen kann, ohne ihnen Zeit wegzunehmen. Ob auf der Parkbank, im Zugabteil, oder beim Warten auf den Bus: Im Training werden praktische Beispiele gezeigt, wie man schnell ins Gespräch kommt. Die beste Botschaft der Welt lässt sich auch in fünf Minuten ganz persönlich weitererzählen.

[2]

Ein Beispiel ist das Projekt Philippinen 2019. Dazu schreiben sie folgendes: „(…) Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Armut und kann sich keine Bibel leisten. Selbst viele Christen besitzen wegen ihrer finanziellen Not keine eigene Bibel. (…)

Unser Spendenziel-Land für 2019 waren die Philippinen. Das bevölkerungsreiche Land zählt über 100 Millionen Einwohner. Davon sind 35 Millionen unter 14 Jahren. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Armut und kann sich keine Bibel leisten. Selbst viele Christen besitzen wegen ihrer finanziellen Not keine eigene Bibel. Die Philippinen wurden in der letzten Zeit von einigen Krisen erschüttert: Ende 2018 war es der Supertaifun „Mangkhut“, Anfang 2019 ein Bombenanschlag von einer islamistischen Terrorgruppe. Diese Ereignisse bringen die Filipinos ins Nachdenken. Ein Mann, der in seiner Notunterkunft eine Bibel bekam und sein Leben Jesus übergab, sagte: „Das ist wahre Speise! Anderes, das wir bekommen, hält zwei Tage oder vielleicht eine Woche, aber dies hier hält ein Leben lang!“

[3]

Und brüsten sich damit 900.000 Bibeln verschenkt zu haben.

Zitat: „Ein Mann, der in seiner Notunterkunft eine Bibel bekam und sein Leben Jesus übergab, sagte: „Das ist wahre Speise! Anderes, das wir bekommen, hält zwei Tage oder vielleicht eine Woche, aber dies hier hält ein Leben lang!

Nein, jeder Mensch braucht mindestens Wasser, Nahrung, um zu überleben, dazu eine sichere Unterkunft/Schutz und Gesundheitsversorgung. Das ist das Mindeste!

Die letzten Projekte des Gideonbunds erstrecken sich auf die Philippinen (2019), Brasilien (2020), Indien (2021), Nigeria (2022) und die Ukraine als Sonderprojekt.

Dabei macht der Gideonbund nichts anderes als Bibeln zu verteilen, selbst in Kriegs- und Krisengebieten.

Ukraine: 700.000 Bibeln für Kriegsflüchtlinge Zerstörte Häuser, Panzer und große Flüchtlingsströme – seit dem 24. Februar 2022 beschäftigen uns diese Bilder täglich. Es herrscht Krieg in der Ukraine und von Tag zu Tag werden höhere Flüchtlingszahlen gemeldet. Mehr als 5 Millionen Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, haben das Land bereits verlassen. Sie sind auf der Suche nach Schutz, allen voran in den Nachbarländern der Ukraine. Angesichts der dramatischen Situation erhalten wir zahlreiche Anfragen nach ukrainischen Bibeln. Viele Menschen wollen helfen, indem sie spenden, Hilfspakete packen oder persönlich zu Hilfseinsätzen in Flüchtlings- und Auffanglager fahren. Unser Anliegen ist, dass die Flüchtlinge neben der materiellen Hilfe auch mit der rettenden Botschaft des Evangeliums erreicht werden. Deshalb möchten wir Sie über zwei besondere Projekte informieren. 440.000 ukrainische Gideon-Taschenbibeln Folgende Länder werden die Bibeln erhalten: Polen = 75.000 | Ungarn = 26.00

[4]

Die Angebote des Gideonbunds umfassen Bibeln, Bibelübersetzungen, Coaching, Gebetstreffen und Bibeln für Einrichtungen.

Dazu gehören: Hotels und Schiffe, Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen, Universitäten), Medizinische Einrichtungen (Krankenhäuser und Arztpraxen), Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime“. [5]

Aufgefallen sind die „Gideons“ in der Vergangenheit als „aufdringlich“

und missionierend insbesondere vor und in Schulen.

Die beiden nachfolgenden Screenshots sind eine Abschrift aus dem Simforum (simforum.de/index.php?thre). Diesem empörten Bericht lässt sich entnehmen, wie ein Vertreter vom Gideonbund mit und vor Schüler*innen redet.

Eine Bildbeschreibung kann nicht erfolgen, weil es zu viel Text ist. Der Link zum nachlesen ist im Thread.

Eine Bildbeschreibung kann nicht erfolgen, weil es zu viel Text ist. Der Link zum nachlesen ist im Thread.

Das war nur ein Beispiel von vielen.

Wer sich die Verbindungen/Vernetzungen/Kontakte des Gideonbundes genauer anschaut, kann recht schnell erkennen, sie sind gut vernetzt.

Doch wo führen die Vernetzungen hin?

Sie führen u.a. zu idea bzw. zum Trägerkreis der Evangelischen Nachrichtenagentur von idea. Denn der Bundegeschäftsführer des deutschen Zweigs des Internationalen Gideonbundes Johannes Wendel wurde 2019 als neues Mitglied aufgenommen.

Sie führen auch ins Umfeld der Brüderbewegung, denn Johannes Wendel ist Autor von Büchern, die alle in der Christlichen Verlagsgesellschaft (CV Dillenburg) erschienen sind.

Die CV ist übrigens verantwortlich für die Dillenburger Konferenzen und diese stehen wiederum der Brüderbewegung nahe. [6]

Informationen über die Brüderbewegung stehen hier zur Verfügung.

Verbindungen führen vom 2. Bundesvorsitzenden des Gideonbundes (D) Volker Koch zum Bibel-Center Breckerfeld. [7]

Das Bibel-Center Breckerfeld bietet 3-jährige Vollzeitausbildungen und nebenberufliche Bibelschulausbildungen an. Zum „Service“ gehören auch Veranstaltungen, Gottesdienste, Predigten, eine Buchhandlung und u.a. das Israel-Projekt Stiftshütte.

Die Verantwortung für das Projekt tragen die „Southern Baptists/USA mit ihren Missionaren vor Ort. Wir unterstützen unsere Stiftshütte, indem wir Volontäre finanzieren, die dort einige Zeit mithelfen und Führungen machen“. [8]

Im Bild ist die Stiftshütte zu sehen und darunter folgender Text: „Die Stiftshütte, das transportable Heiligtum des Volkes Israel für die Wüste, wurde von uns nach den Angaben der Bibel im Maßstab 1:1 aufgebaut. Nachdem sie sieben Mal in Europa als Ausstellung zu sehen war, steht sie nun im Timna-Park in der Negev-Wüste/ Israel, direkt neben den mächtigen Säulen Salomos. Dort finden täglich Führungen in verschiedenen Sprachen statt. Dabei wird die Bedeutung der einzelnen Gegenstände und Opferhandlungen sowohl in Bezug auf den alttestamentlichen Gottesdienst, als auch auf ihre neutestamentliche Erfüllung in Jesus Christus erklärt. Die Verantwortung tragen die Southern Baptists/USA mit ihren Missionaren vor Ort.Wir unterstützen unsere Stiftshütte, indem wir Volontäre finanzieren, die dort einige Zeit mithelfen und Führungen machen.“

[9]

Unter Gemeindebau in Jerusalem lässt sich folgendes finden: „Bitte beten Sie mit, dass noch viele Menschen in Israel den Messias finden.“ [10]

Das ist eindeutig „Juden*Jüdinnen-Mission

und diese wurde u.a. von Papst Benedict, der EKD-Synode und dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK) abgelehnt. Die Deutsche Bischofskonferenz sah das allerdings 2009 anders.

„Judenmission“ ist jedoch ein Merkmal von evangelikaler Ideologie. Sie ist Bestandteil des christlichen Antijudaismus oder Judenfeindschaft/Judenfeindlichkeit, der als „historische Voraussetzung des neuzeitlichen Antisemitismus“ gilt. „Das Verhältnis beider Formen zueinander und damit die Definition von Antisemitismus werden in der Antisemitismusforschung diskutiert“, so Wikipedia. [11]

Soviel dazu. Sonst sprengt es den Rahmen dieses Beitrags, der auf eine weitere Verbindung eingehen möchte, die zu Joachim Loh führt.

Er ist Geschäftsführer der jlu Group [12] zu der u.a. Hailo gehört. Er engagiert sich in evangelikalen Organisationen. Er war bis 2006 Vorsitzender des Evangeliums Rundfunk, also ERF Wetzlar, ist Kuratoriumsmitglied von Pro Christ e.V. [13]

Pro Christ ein sog. „selbständiges Werk der Evangelischen Allianz“, [14] also ein Sprachrohr der EAD. Seine Kontakte erstrecken sich zu einer Ausbildungsstätte der Brüdergemeinden des Forums Wiedenest, das auch zum Netzwerk der EAD gehört, allerdings zur Kategorie II „Mit der Evangelischen Allianz verbundene Werke“.

Als der Gideonbund 2019 eine Führungstagung in Wetzlar organisierte, gehörte Joachim Loh neben Christian Rothe, CMO bei ABUS, zu den Hauptrednern. [15]

Text: „Alle zwei Jahre findet die Führungstagung des Internationalen Gideonbundes in Deutschland e. V. statt. Sie richtet sich vorrangig an Unternehmer und andere Entscheidungsträger aus der Geschäftswelt, die sich mit der Frage beschäftigen, wie in Leitungs- und Führungsverantwortung christliche Leitungsprinzipien entwickelt und umgesetzt werden können. Als Referenten der letzten Führungstagung im Jahr 2019 durften wir in Wetzlar den Unternehmer Joachim Loh und Christian Rothe, CMO bei ABUS begrüßen. Die Vorträge der Hauptredner wurde durch interessante Interviews und lebhaften Austauscher der Teilnehmer flankiert – ein durch und durch ansprechendes Programm.“

Aufschlussreich sind auch die Bilder dieser Tagung. Sie strafen die Aussage „Gideons sind Männer und Frauen“ in Bild 2 Lügen. Denn wie zu sehen ist, sind hier fast ausschließlich Männer präsent.

Auf dem Podium der Führungstagung sitzen drei Männer und unterhalten sich, das Publikum ist zu sehen und es sind ausnahmslos Männer.

Ein Redner steht hinter einem Mikrofon auf dem Pult. Er breitet seine beiden Arme aus und im Hintergrund sind Transparente oder Poster auf denen steht: „Die Gideons Gideons sind Männer & Frauen“.

Zu sehen ist ein Speisesaal und an den meisten Tischen sitzen Männer. Nur zwei oder drei Frauen sind zu sehen. Es handelt sich um eine gemeinsame Mahlzeit während der Führungstagung des Gideonbunds.

Bezüglich des Frauenbildes äußert sich der Gideonbund nicht explizit, doch jesus.de schreibt dazu folgendes: „(…) Ehefrauen der Gideon-Mitglieder dürfen dem Gideon-Frauendienst beitreten. Zweck dieses Dienstes ist es, die Mitglieder bei ihren Zielen zu unterstützen. Das geschieht nach Angaben des Internationalen Gideonbunds in Deutschlands beispielsweise durch Gebet, persönliches Zeugnis und die Weitergabe von Bibeln an Personen in medizinisches Einrichtungen und Pflegediensten. Die Verantwortlichkeiten sind dabei klar definiert. Beispielsweise dürfen ausschließlich Ehefrauen ihren Dienst in Frauengefängnissen, Frauenhäusern und in Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen durchführen. (…)[16]

D.h. Frauen im Gideonbund werden reduziert auf die Care-Arbeit (Pflege, Fürsorge, ihren Männern den Rücken freihalten) und als Abtreibungsgegner*innen, um die Demografie und die Reproduktion zu steigern.

Und obwohl sämtliche Informationen dieses Beitrags im Rahmen einer Internet-Recherche mir nichts, dir nichts möglich sind, entstehen regelmäßig rassistische/antimuslimisch geprägte Debatten wenn z.B. Salafisten den Koran verschenken.

Doch dass religiöse Ereiferer Kindern vor und in Schulen auflauern, dass diese religiösen Ereiferer bereits 2012 mehr als „20 Millionen Schriften unters Volk gebracht hat“ stört keine*n. [17]

Dass diese religiösen Ereiferer/Missionierer z.B. 2020 von der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Lohr eingeladen wurden, um ihre Arbeit vorzustellen, hat bisher auch keine*n gestört. [18]

Dass diese religiösen Ereiferer/Missionierer regelmäßig Politiker*innen mit einer Bibel beschenken, hat bisher auch keine*n gestört.

Alle Bundespräsidenten, von Carl Carstens bis Horst Köhler, bekamen eine Gideonbibel.“ und auch der Norbert Lammert erhielt eine solche 2010. Zu dieser Zeit war er Bundestagspräsident.

Foto von Norbert Lammert, der ein Buch, also die Bibel, entgegennimmt. Im Hintergrund ist die Deutschlandfahne zu sehen und am unteren Bildende steht Internationaler Gideonbund in Deutschland e.V.

[19]

Die 25-Millionste Gideon Bibel erhielt Wolfgang Schäuble, [20] wie das nachfolgende Foto belegt.

Foto von Vertretern des Gideonbundes, die dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble die Bibel überreichten. Anwesend war auch der Verleger Norman Rentrop. Als Herkunft des Fotos, mit den 6 Männern, wird der Deutsche Bundestag angegeben. Im Hintergrund des Gruppenfotos ist die EU-Fahne und die Deutschlandfahne zu sehen.

[21]

Der Schäuble, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft für das evangelikale Event Christival 22 übernehmen wird.

Screenshot bestätigt die Angaben im Thread. Der Präsident des Deutschen Bundestages a.D. Wolfgang Schäuble wird die Schirmherrschaft übernehmen. Er ist aufgeführt unter der Rubrik Kuratorium, dem auch u.a. Andreas Bausewein und Heinrich Bedford-Strohm angehören. Diese sind nämlich auch im Screenshot zu sehen.

[22]

Ein Foto von Schäuble auf der Webseite von Christival 22 und dazu folgende Angaben zur Person: „Dr. Wolfgang Schäuble MdB, Präsident des Deutschen Bundestages a.D. Schirmherr des CHRISTIVAL22 "Ich habe gerne zugesagt, die Schirmherrschaft für die Begegnung engagierter junger Christinnen und Christen in Erfurt zu übernehmen. Die Pandemie führt uns vor Augen, wie sehr wir Menschen auf Gemeinschaft angewiesen sind. Auch im Glauben! Der Verein CHRISTIVAL vermittelt seit 1976 die Gewissheit, als Christ nicht allein zu sein. Die Treffen sind sichtbare Zeichen für ein gelebtes Christentum in unserer zunehmend pluralen und säkularen Welt. Dafür verdient der gemeinnützige Verein Unterstützung. Denn auch in Zukunft braucht es Begegnungen im Zeichen von Glaube, Liebe und Hoffnung. In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf das nächste CHRISTIVAL und wünsche den Organisatoren gutes Gelingen."

[22]

Unterstützt wird das Spektakel u.a. vom Oberbürgermeister der Stadt Erfurt (Andreas Bausewein), Hermann Gröhe, Bernd Siggelkow (Gründer und Vorstand von Die Arche), der MdB Antje Tillmann … . [23]

Doch das ist eine andere Geschichte. Ich komme zurück zum Gideonbund und fasse zusammen: die Gideons sind kapitalistisch, patriarchal, missionierend bis übergriffig und sie sind gut vernetzt. Ihr langer Arm reicht bis in die Politik.

Und es gibt keine rote Linie. Es gibt kein Gegengewicht. Keine*n, der sich ihnen entgegenstellt und ihnen ihre Wohlfühlzonen nimmt.

ALERTA!

FUNDIS ZUR HÖLLE JAGEN!

Warum Evangelikale und christliche Fundis gefährlich sind

Wenn Sie erfahren wollen warum Evangelikale und christliche Fundis brandgefährlich für eine demokratische, emanzipatorische, diverse Gesellschaft sind, lesen Sie diesen Schnelldurchlauf und z.B. das noch

In den Familien von Evangelikalen/christlichen Fundis und ebenso in ihren Gemeinden besteht ein unablässiger Druck sich gottgefällig zu verhalten und zwar in jedem Moment der Lebenszeit.

Es gibt zahlreiche Bücher und Publikationen zum Thema „gottgefälliges Leben“. Doch wie sieht dieses „gottgefällige Leben“ überhaupt aus?

Dreh- und Angelpunkt für ein gottgefälliges Leben ist dabei die Bibel als „Gebrauchsanweisung[1] – diese wird wortwörtlich ausgelegt – oder wie die Initiative Pontifex schreibt die „Durchdringung aller Lebensbereiche und Lebenssituationen mit dem Evangelium“. [2]

Arne Schäfer verpackte es 2016 in drei Worte: „Ordnung – Keuschheit – Mission“. [3]

„Wichtige Erziehungsziele der Evangelikalen sind Ehrfurcht vor Gott, eine gottgefällige Lebensführung in der Nachfolge Christi, Keuschheit, Sittlichkeit und Engagement in der Gemeinde. Die Gemeinde sorgt mit ihren vielfältigen Angeboten und Gelegenheitsstrukturen für eine Bestätigung der internalisierten Deutungsmuster und hält für den Einzelnen „ein kommunikatives Netzwerk zur Bestärkung seines Glaubens und seiner Weltdeutung bereit“ (Pollack/Rosta 2015: 433). In einigen Gemeinden wird bei bestimmten Vergehen oder Verfehlungen der Mitglieder die Gemeindezucht durchgeführt: (…)“ 4

Und weiter:

„Auch in Deutschland verfolgen die Evangelikalen neben dem Hauptanliegen der Mission klare politische Ziele (vgl. Guske 2014: 12). So sieht die Lausanner Bewegung – nach der Evangelischen Allianz das wichtigste evangelikale Netzwerk im deutschsprachigen Raum – politische Betätigung und soziales Engagement als Verpflichtung für Christen an. Familien- und Sozialpolitik ist eines der wichtigsten politischen Anliegen (vgl. ebd.: 115).“

Das Menschenbild von Evangelikalen und christlichen Fundis ist binär. In ihrer Welt existieren nur Männer und Frauen, die nicht nur cisgeschlechtlich sondern auch heterosexuell zu sein haben. Frauen haben sich den Männern zu unterwerfen.

Ihr Ideal ist ein patriarchales und das soll sich auf keinen Fall ändern.

Beispiel: Wer wirklich zu einer christlichen Gemeinde des Gospel Forums gehören will, muss an Glaubenstreffen in kleiner Runde teilnehmen, Bibelkurse oder auch Eheseminare besuchen. Das ist ein MUSS.

Eine Aussteigerin berichtet in den Vorbereitungsgesprächen zur bevorstehenden Hochzeit habe der Pastor von ihr, der zukünftigen Ehefrau, verlangt, sie solle sich ihrem Ehemann unterordnen und das auch in sexueller Hinsicht. (Min. 5.24 youtube.com/watch?v=aJma5g).

D.h. sexuelle Kontakte zwischen einem christlichen Ehepaar basieren nicht zwangsläufig auf sexuellem Konsens.

Für den Arbeitskreis Gebet der EAD ist „Sexualität, eine Erfindung Gottes“ mit „himmlischer Dimension“ mit „Gott als Coach?!“.

„Gott als Coach?! Es ist offensichtlich, dass die technologischen Möglichkeiten und die gesellschaftlichen Entwicklungen heute eine große Herausforderung darstellen. Der Konditionierung auf eine Ich-bezogene, porno-geprägte Sexualität können sich auch Christen kaum entziehen. Die sexuellen Erfahrungen bewegen sich deshalb oft mehr im Sumpf als in „himmlischen Gefilden“. Umso mehr brauchen wir eine neue Entschiedenheit, unser Leben auch in diesem Bereich von Gott prägen zu lassen. Ihn dürfen wir als Coach in unsere Sexualität und auch in unserer Schlafzimmer einladen.“

[4]

Zum besseren Verständnis ein Zitat Gaby Wentland (Mission Freedom, Hauptvorstand der EAD): „Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist die erste große Sünde vor Gott. Alle, die vorehelichen Geschlechtsverkehr hatten, wurden gesteinigt nach Gottes Gesetz. Gräuelsünden, sagt der Herr. Und bei Homosexualität sagt er, es ist ihm widerlich. Es ist ihm widerlich![5]

Es gibt evangelikale/christliche Fundis (Gruppierungen/Einzelpersonen), die Verhütungsmittel ablehnen und stattdessen natürliche Empfängnisregelung (siehe INER, Institut für natürliche Empfängnisregelung) empfehlen.

Viele lehnen auch die Pille ab, so wie z.B. Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg, der 2018 bei Facebook eine Debatte ausgelöst hat, die vom damaligen Geschäftsführer der EAD Hartmut Steeb gelobt wurde. [6]

Es muss nicht besonders betont werden, dass Evangelikale und christliche Fundis stets auch Abtreibungsgegner*innen sind.

Die Europäische Evangelische Allianz veröffentlichte 2019 ein Papier zur „LGBT-Debatte“ und bekräftigte erneut „Nur Ehe zwischen Mann und Frau entspricht Gottes Schöpfungsordnung“.

Abgelehnt wurden, und das gilt immer noch, gleichgeschlechtliche Ehen, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften und dann ist da noch zu lesen Kinder müssten vor „dem Wunsch einer Geschlechtsumwandlung geschützt werden“. [7]

Ein Verbot von Konversionstherapie wurde von der EAD abgelehnt und wird mittlerweile umgangen. Es gibt sogar eine Handreichung für christliche Gemeinden, [8] so dass die „seelsorgerische Behandlung“ den Druck, der auf dem betroffenen Individuum lastet, zusätzlich erhöhen wird.

Es gibt auch evangelikale Gemeinden, die Scheidungen bei kirchlich verheirateten Eheleuten grundsätzlich ablehnen, so wie die Pastorin der International Christian Fellowship (ICF) oder „ICF Church“ Sibylle Beck. Für sie sind Scheidungen keine Option. [9]

ICF existiert mittlerweile weltweit; alleine in Deutschland mit 29 Standorten, darunter z.B. Passau, Mannheim, München und Wetzlar. [10]

Interessanterweise verfügt das ICF auch über Kontakte zu Dr. Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg. [11]

Zum Gebetshaus Augsburg gehört auch Inka Hammond, die gemeinsam mit Gaby Wentland am 16.10.2020 ein Statement über Donald Trump abgegeben hat, ein sehr wohlwollendes sogar.

Sie hat dies zwar wieder zurückgenommen und das Video gelöscht, [12] doch das Gefährliche an ihren Aussagen waren „vertraute Erzählungen der christlichen Rechten aus den USA (…), die hierzulande zwar langsam doch stetig in den evangelikalen Kurs eingespeist werden“. [13]

Und weiter: „Die Rede ist von der „Nationentheologie“, die im Umfeld evangelikaler Zionisten und der Gebetshausbewegung charismatischer Christen gepflegt wird.

Darin ist immer wieder die Rede davon, dass ein ganzes Land sich „unter die Herrschaft Gottes“ stellen soll, dass man „stellvertretend für ganz Deutschland“ um Vergebung und/oder Segen bitte. (…)

Vielmehr verdankt sich der charismatische Nationengedanke der Idee, man lebe in einer Endzeit, in der sich alle Völker – inklusive der Juden – bekehren müssten, um die Wiederkunft Christi einzuleiten. (…)Nachzulesen hier

Dieses wesentliche Merkmal nämlich die Missionierung inklusive aller Jüdinnen*Juden findet mensch auch bei TOS (Tübinger Offensive Stadtmission) und dem Marsch des Lebens gegründet und organisiert von Jobst und Charlotte Bittner.

Der Marsch des Lebens, bitte nicht verwechseln mit dem Marsch für das Leben der Anti-Choice-Bewegung, versteht sich als Bewegung und veranstaltet „gemeinsam mit Nachkommen deutscher Wehrmachts-, Polizei- und SS-Angehöriger“ (…) „Gedenk- und Versöhnungsmärsche an Orten des Holocaust in Europa und weltweit.[14]

In diesem Jahr finden in Deutschland zahlreiche Märsche rund um Jom haSchoa 2022 statt. Quelle: marschdeslebens.org/jomhaschoa/

In den beiden Screenshots sind sämtliche Termine in Deutschland angegeben. Sie können unter dem im Thread angegebenen Link nachgelesen werden.

Bild

Jobst Bittner, Mitbegründer von TOS, besteht darauf, das Evangelium „ sei ein absoluter Anspruch auf das Leben jedes Menschen“ und er erwartet, dass es „einen Gebetskampf um die Zukunft Israels“ geben wird.

D.h. TOS träumt auch von der Bekehrung sämtlicher Jüdinnen*Juden. Dieser Aspekt kommt noch hinzu. Mehr dazu hier

Insofern können die im Thread aufgeführten Märsche mindestens als judenfeindlich bezeichnet werden. Sie sind also nicht das was sie vorgeben zu sein.
Aber TOS verbunden mit dem Marsch des Lebens missioniert nicht nur, führt nicht nur Dämonenaustreibungen durch oder praktiziert Konversionstherapie, sondern pflegt auch Kontakte zu US-amerikanischen evangelikalen Predigern. [15]

Hier ein Beispiel mit Steve Hill.

„Gehorsam, Dauereinsatz und hohe Spenden“

»Wenn du Vergebung brauchst, dann komm jetzt nach vorn!«, ruft der Prediger auf der Bühne. Links von ihm flackern künstliche Flammen in einem mannshohen siebenarmigen Leuchter. Hinter ihm stehen die Mitglieder der Gemeindeband. Sie schauen ernst, einige blicken auf den Boden. Der Prediger aus den USA, Steve Hill, geht von einer auf die andere Bühnenseite, das Mikrofon fest in seiner Hand. Mit geschlossenen Augen ruft er: »Knie Dich hier vorn hin, komm, komm!« Er sagt das auf Englisch, eine Frau übersetzt. Im Mai 2008 ist der evangelikale Prediger zu Gast in der Zelthalle der freien, charismatischen »TOS Gemeinde Tübingen« (TOS) zu sehen auf einem Mitschnitt der Gottesdienst-Übertragung im Internet. Mit den Fingern der rechten Hand winkt er die Gläubigen zu sich. Die ersten zwängen sich aus den Stuhlreihen und gehen nach vorn. Sie knien sich vor dem Prediger auf den Boden. »Kommt, beeilt Euch, schnell, lasst den Herrn ein wichtiges Werk in Euerm Leben tun.« Innerhalb weniger Minuten ist kaum mehr Platz auf dem Boden vor der Bühne. Mehr als dreißig überwiegend junge Gläubige knien, einige heben den rechten Arm Richtung Decke, andere legen ihren Kopf auf die Knie. Die Band spielt eine Pop-Ballade, eine Frau singt: »I give you my soul.« Steve Hill brüllt: »Beeil dich, du hast noch dreißig Sekunden, zeig Gott, wie ernst es dir ist!« Schließlich spricht die Gemeinde das Gebet des Predigers nach: »Lieber Herr Jesus, bitte vergib mir, wasch mich rein, sei mein Retter!« (…)

[16]

Den Kontakt in die USA sichert seit 2008 ein TOS Gebetsdienst in New York und auch bei den jeweiligen Konferenzen in D waren in der Vergangenheit Prediger aus den USA anwesend.

Darunter z.B. der Pastor der Lifestyle Christianity Church (Watauga, Texas) „Wohlstandsprediger und Glaubensheiler“ Todd White, [17] Dr. Michael Brown, der verstorbene Steve Hill, Gründer der Heartland Family Church im Stadtteil Las Colinas von Irving, Texas, Heidi Baker, bekannt für ihre Prophezeiungen. Sie soll angeblich reale übernatürliche Begegnungen mit Gott gehabt haben. [18]

Hier ein Auszug in deutscher Übersetzung aus Gospel News Network vom 27.09.2021. [19] Da eine Bildbeschreibung nicht möglich ist: gospelnewsnetwork.org/2021/09/27/new

Bild

Heidi Baker hat z.B. gemeinsam mit ihrem Mann Rolland seit 1990 mehr als „7.000 „Buschkirchen“, fünf Bibelschulen und vier Kinderernährungszentren“ in Mosambik gegründet. [20]

Es wird u.a. berichtet, sie habe zwei blinden Bettlern ihr Augenlicht zurückgegeben. In deutscher Übersetzung ein Auszug aus: www1.cbn.com/spirituallife/

Baker, eine zierliche, 46-jährige Blondine, sagte der Menge auf der Encounters Network-Konferenz in Cincinnati, dass diejenigen, die von Gott auf kraftvolle Weise benutzt werden wollen, lernen müssen, Macht abzugeben. Sie sagte: "Gott sagte mir einmal: 'Ich möchte, dass du an den tiefsten Ort kommst.'" Baker hätte sich leicht als christlicher Superstar positionieren können. Sie spricht mehrere Sprachen fließend und ist eine begabte Kommunikatorin mit fortgeschrittenen Bildungsabschlüssen. Sie hat auch erstaunliche Wunder während ihres 30-jährigen Dienstes gesehen, besonders in Mosambik, wo sie und ihr Ehemann Rolland seit 1990 mehr als 7.000 "Buschkirchen", fünf Bibelschulen und vier Kinderernährungszentren gegründet haben. Nur wenige Tage vor ihrer Ankunft in Cincinnati betete Baker für zwei blinde Bettler, die zu ihrem Zelttreffen in ihrer Basis in Pemba, Mosambik, wanderten. Beide Männer erhielten sofort ihr Augenlicht, nachdem Baker ihre Finger mit Speichel befeuchtet und ihre Auge

Heidi und Rolland Baker gründeten bereits 1980 Iris Global (früher Iris Ministres). [21] Alleine im Zeitraum vom 1.10.2018 -30.9.2019 wurden eigenen Angaben zufolge 34 neue Gemeinden gegründet, 50.000+ Menschen besuchten wöchentlich Iriskirchen und 175 Flüge mit dem Iris-Flugzeug.

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Narrativ „Öffentlichkeitsarbeit“, das den Begriff Missionierung ersetzt und wesentlich besser und ungefährlicher klingt. (siehe screenshot unten)

Screenshot von der Webseite von Iris Global. „Anbetung & Öffentlichkeitsarbeit: Neue Gemeinden gegründet: 34, Besuchen Sie wöchentlich Irsikrichen 50,000+, 175 Flüge mit dem Iris-Flugzeug“.

[22]

Iris Global verfügt u.a. auch über 8 Gesundheitszentren. Besonders aufschlussreich sind die Angaben, die unter „Heilung“ zu lesen sind. Da ist die Rede von „übernatürliche als auch natürliche Rezepte“, „Gott unser Heiler ist“.

Und weiter: „Iris hat Tausende von Menschen auf wundersame Weise geheilt, wobei taube Ohren geöffnet wurden, blinde Augen sahen, Malaria verschwand und vieles mehr“. [23]

Im Screenshot ist ein Banner von Iris zu sehen mit folgendem Text: „Heilung Unsere Herangehensweise an Krankheit und Gesundheit ermöglicht es uns, sowohl übernatürliche als auch natürliche Rezepte zu verwenden. Wenn einer kranken Person auf der Suche oder durch eines unerer 8 Gesundheitszentren begegnet wird, beten wir immer für sie, da wir wissen das Gott unser Heiler ist und Seine Wunder die Menschen auf ihn hinweisen. Iris hat Tausende von Menschen auf wundersame Weise geheilt, wobei auch taube Ohren geöffnet wurden, blinde Augen sahen, Malaria verschwand und vieles mehr.“

Auch das TOS Zentrum Schwäbische Alb bietet Heilungsgottesdienste an. [24]
Facebook-Post vom 28. Juni 2021: „Jesus heilt heute! In unserem Heilungsgeottesdienst mit Sabine Walz am 26. Juni 2021 sind Wunder geschehen: Während des Gottesdienstes wurde, ohne dass für sie gebetet wurde, eine Frau an den Knien geheilt, die davor geschmerzt hatten. Eine andere Frau hatte Schmerzen an einem Knöchel, nach dem Gebet für Heilung waren die Schmerzen verschwunden. Komm und erlebe die Kraft Gottes in den Gottesdiensten des TOS Zentrums Schwäbische Alb.“

Ebenso z.B. die Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche e.V. mit Sitz in Maihingen. [25] Sie bietet 2x jährlich einen Heilungsgottesdienst in Erfurt an. [26]

Heilungsgottesdienste werden darüberhinaus u.a. auch angeboten von der Freie ChristengemeindeThe Way of Holiness“ mit Sitz in Bietigheim-Bissingen. [27] Auch sie haben ein Netzwerk gegründet inkl. Ehe-Seminar und Jüngerschaftsschule. [28]

Dieser Thread wollte im Schnelldurchlauf noch einmal deutlich machen, warum Evangelikale und christliche Fundis so gefährlich sind. Denn sie wollen Einfluss nehmen, anderen ihren Glauben und Willen aufzwingen, Macht ausüben und mittlerweile gelingt ihnen das auch.

Das zeigt sich deutlich z.B. in den USA oder in Polen.

Und es zeigt sich, dass die ersten, die davon auf besonders heftige Weise betroffen sind, FLINTA, queere Menschen, ungewollt Schwangere und wie zu erkennen war auch Jüdinnen*Juden sind.

Und es zeigt sich, dass die Ignoranz, das Desinteresse, das Verharmlosen dieser Gruppierungen, ihrer Organisationen und ihrer teilweise internationalen Netzwerke, die bis in die Mitte™ reichen, zum Erstarken dieser Gruppierungen und ihrer Ideologie geführt hat und dies in Deutschland mit Verspätung geschehen wird, sollte sich nichts ändern.

Deshalb

Alerta!

Fundis zum Teufel jagen!

Henry Krause und Tumult

Dieser Thread beginnt in der sächsischen Staatskanzlei, also dem Regierungssitz des Ministerpräsidenten mit 260 Mitarbeiter*innen, die so Eigenangaben zufolge „die politischen Grundlagen für ein weltoffenes und innovatives Sachsen“ erarbeiten. [1]

Hier arbeitet und wirkt Henry Krause, [2] der in der sächsischen Staatskanzlei für den Bereich Projektförderung zuständig ist [3] und wie aus nachfolgendem Screenshot hervorgeht als Kontaktperson für den Bereich „Revolution und Demokratie“ fungiert. [4]

Screenshot belegt die Angaben im Thread.

[5]

Wobei seine Zuständigkeit für „Demokratie“ mehr als fragwürdig ist. Doch dazu später mehr.

Die Staatskanzlei selbst, die durch öffentliche Mittel, der Steuerzahler*innengeld, finanziert wird, „unterstützt den Regierungschef auf folgenden Gebieten“:

Im Screenshot sind alle Aufgaben und Zuständigkeiten aufgeführt. Verkehr mit dem Landtag gehört dazu, Strategisches Personalmanagement, grundsätzliche Fragen der Staatsverwaltung … und sehr viel mehr. Diese Aufgaben und Zuständigkeiten finden hier leider keinen Platz.

[6]

Abgebildet ist ein Organigramm der sächsischen Staatskanzlei mit Michael Kretschmer als Ministerpräsident.

[7]

Seit 2020 ist Henry Krause auch Vorsitzender im Trägerverein (Erkenntnis durch Erinnerung e.V.) der Gedenkstätte Bautzner Strasse Dresden, [8] [9] der gleichfalls aus Steuermitteln finanziert wird.

Nun ist Henry Krause kein Unbekannter. Über seinen Twitter-Account, der mittlerweile nicht mehr existiert, veröffentlichte er 2015 im Reichsbürgerjargon die Frage „Wer ist bitte „BRD“?

Screenshot von einem Post von Henry Krause: „Wer ist bitte „BRD“?“

und bezeichnete 2019 die Aufnahme von geflüchteten Menschen als „großangelegte Umsiedlungen aus anderen Kontinenten nach Deutschland!“ Damit schlitterte er haarscharf am „großen Austausch“ entlang.

Screenshot von einem Tweet von Henry Krause: „Großangelegte Umsiedlungen aus anderen Kontinenten nach Deutschland!“

Um hier nur zwei Beispiele aufzuführen.

Wichtig ist noch anzumerken, dass Henry Krause vor seiner Tätigkeit in der Staatskanzlei als Referatsleiter in der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung durch seine Nähe zu und sein Verständnis für Pegida aufgefallen ist.

Screenshot einer Veranstaltungsankündigung mit Vera Lengsfeld und Henry Krause, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung aus dem Jahr 2013.

Henry Krause gehört u.a. auch zum Autor*innenkreis der Zweimonatsschrift Die Neue Ordnung, die vom rechtskatholischen Verein Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg e.V. herausgegeben wird.

2019 forderte die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik in einer öffentlichen Stellungnahme auf Publikationen in „Die Neue Ordnung“ zukünftig zu verzichten, da diese in ein „populistisches und extrem rechtes Fahrwasser“ geführt worden sei.

Das alles kann hier nachgelesen werden.

Doch das stört Henry Krause, den Mitarbeiter der Staatskanzlei Sachsen, nicht. Er publizierte munter weiter für Die Neue Ordnung. U.a. in der Februar-Ausgabe 2020.

Hier schrieb er unter der Überschrift „Das Politische kehrt zurück“ über die Rückkehr des Politischen, die „einen verbalen und asymmetrischen Bürgerkriegentfesselt habe. [10]

Doch bei Kontakten oder Verbindungen zu Die Neue Ordnung belässt es der Mitarbeiter der sächsischen Staatskanzlei nicht.

Seine Verbindungen oder Kontakte reichen wesentlich weiter, nämlich zu TUMULT dem „bildungsbürgerlichen Aushängeschild des deutschen Rechtsterrorismus“. [11]

In der aktuellen Frühjahrsausgabe 2022 schreibt Krause über „Der Maßnahmenstaat und seine Freunde.“ [12]

Und diesen Text oder besser formuliert diesen rechten Dreck sollte mensch sich einmal genauer anschauen. Denn hier schreibt ein Mitarbeiter der sächsischen Staatskanzlei über Deutschland den „Maßnahmenstaat“ u.a. folgendes:

Zitat:

„Ob ungeregelte Massenzuwanderung, Energiewende, Dekarbonisierung der Wirtschaft und des Verkehrs, Eurorettung und nun ein kleinteiliges Gesundheitsregime – all das sind experimentelle Versuchsanordnungen, die tief in das Leben der Bürger eingreifen und schrittweise ein Land schaffen, in dem man nicht mehr gerne leben möchte.“

Im Vergleich zu 1989/1990 schreibt der Mitarbeiter der sächsischen Staatskanzlei Henry Krause „deutet heute einiges auf eine diabolische Verhängnisstruktur hin, die Freiheit nimmt und aus der es kein Entrinnen gibt“.

Wer seinen „Text“ oder sein ekliges Gewäsch ganz genau liest, stellt fest, dass der Mitarbeiter der sächsischen Staatskanzlei Henry Krause davon überzeugt ist, dass es „zensierende Berufe“ gibt.

Zitat:

„Es ist genau der Staat entstanden, gegen den die Verfassungsväter und -mütter die ihm vorgelagerten Grundrechte in der Verfassung verankert haben. Das Corona-Regime hat die Menschen von Subjekten einer auf Beteiligung setzenden Demokratie zu Objekten von Fürsorge, Bevormundung und Restriktionen gemacht und damit die Würde des Menschen nicht nur angetastet, sondern verletzt.“

Zitat:

„Empört über den Unverstand ihrer Kritiker, deren Versuche, das Geschehen zu verstehen, sie als »Verschwörungstheorien« bezeichnen.“

Zitat:

„Angst ist zum wichtigsten Instrument der Politik geworden. Angst rechtfertigt den autoritären Maßnahmenstaat. Angst kann auch den Glauben an die Legitimität des staatlichen Handelns stärken. Wer sich dieser Angst entzieht, wird zum Gefährder erklärt.“

 

Das Narrativ der Zensur und des Corona-Regimes, also die Sprache von Querdenker*innen, also CoroNazis, ist hier häufiger anzutreffen.

Zitat:

„Hinzu kommt die laufende Ausweitung der Zensur in den sozialen Medien bzw. Plattformen. Wie leistungsfähig dieses System geworden ist, zeigt sich daran, dass selbst extreme Auswüchse des Corona-Regimes in Deutschland nur schwachen Widerspruch erregen.“

Zitat:

„(…) das öffentliche Sprechen ist erstickt unter Konformität und vorauseilendem Gehorsam.“

 

Und was die Corona-Infektionszahlen und die an und mit Corona-Verstorbenen betrifft, so hat Henry Krause, der Mitarbeiter in der sächsischen Staatskanzlei, auch darauf Antworten und die lauten so:

Zitat:

„Die Wände des Tunnels bestehen aus mehr oder weniger fragwürdigen Zahlen, die das durch die Maßnahmen verursachte Leid unsichtbar machen.“

Zitat:

„Deshalb gleichen die im 14-Tage-Rhythmus in den Ländern verabschiedeten Corona-Verordnungen Strafvollzugsgesetzen. Es entsteht ein Panoptikum – ein ideales und perfektes Gefängnis, wie es Foucault beschrieben hat –, in dem selbst »Lockerungen« der »Erreichung des Vollzugsziels« dienen.“

All das und noch viel mehr kann hier nachgelesen werden.

An dieser Stelle scheint es sinnvoll nicht nur darauf zu schauen was Henry Krause publiziert, sondern auch auf den Kontext und zwar auf das Umfeld von Tumult zu schauen.

Denn Schatzmeister des Fördervereins Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT ist Benjamin Jahn Zschocke.

Zitat:

„Er verfügt über eine langjährige extrem rechte politische Vita. Als Mitbegründer der Blauen Narzisse [5] verfasste er als Autor auch Beiträge für das das extrem rechte Magazin (zuletzt 2016) und ebenso für die Sezession (zuletzt 2015). Er ist oder war aktiv für die Pennälerverbindung Theodor Körner. [6] 2008 war Zschocke noch Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner im Stadtrat von Chemnitz. Zeitweise war er Sprecher für Pro Chemnitz. [7]“

2019 berichtete der Rechte Rand unter „Erfurt: Kampfsport für Kinder“ über Benjamin Jahn Zschocke, den extrem rechten Kampfsportler.

Neben Benjamin Jahn Zschocke, der auch für tumult publiziert, schreibt auch der Schriftsteller, Verleger und Publizist Baal Müller, ein prominenter Vertreter der „neuen“ Rechten, der auch für die Junge Freiheit und die Sezession geschrieben hat, der die rassistische Erklärung 2018, initiiert von der extrem rechten Publizistin Vera Lengsfeld, unterzeichnet hat, der als Referent für die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn fungiert hat und übrigens auch andere extrem rechte Burschenschaften,… .

2019 arbeitete Baal Müller, der mittlerweile so aussieht

Foto von Baal Müller mit Hexagramm auf der Stirn und einem ganz langen Bart.

[13]

und Lesungen beim Orphschen Kreis durchführt, für die AfD-Fraktion im bayerischen Landtag. Es dürfte auch keine*n überraschen, dass Baal Müller mehrfach Redner bei Pegida-Veranstaltungen war. [14]

Für Tumult publiziert auch Martin Semlitsch unter seinem Pseudonym Lichtmesz von der Sezession und dem Umfeld von Götz Kubitschek, dessen Institut für Staatspolitik seit Oktober 2021 vom VS als gesichert „rechtsextrem“ gilt. [15]

Für Tumult schreiben auch der Evangelikale Harald Seubert, der extrem rechten Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus, Tilman Nagel, Uwe Tellkamp, Till Kinzel, Felix Menzel oder auch Sebastian Hennig, der durch seine Publikation über und mit Björn Höcke (Landulf Ladig) Aufmerksamkeit erregt hat.

Screenshot vom Cover „Nie zweimal in denselben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig“.

[16]

Für tumult publiziert auch Gotthard Königsberger, der Frauen in der Frühjahrsausgabe 2022 als „das schwache Geschlecht“ bezeichnet und zusätzlich noch einen überaus widerlichen verabscheuungswürdigen misogynen Artikel von insgesamt fünf Seiten (2-spaltig) für Tumult lieferte.

Zitat:

„Und Männer haben nun einmal die größeren Gehirne“.

Zitat:

„Dies alles erklärt, weshalb nahezu alle höherentwickelten Säugetiere in von männlichen Individuen dominierten Sozialverbänden zusammenleben.“

Zitat:

„Zielführend ist also die Frage, woher die Angst der modernen Frau rührt, dem Mann unterlegen zu sein. Denn jahrhundertelang war es vor allem das weibliche Geschlecht, das von den Leistungen der Männer profitierte.“

Zitat:

„Männerhasserinnen übersehen allerdings, dass ihre Haltung sich als Bumerang erweisen könnte. Die Annahme der Unersetzbarkeit der Frau für die Fortpflanzung beruht lediglich auf einem Organ für die Schwangerschaft, die bei höheren Säugetieren die langwierige Entwicklung ermöglicht.“

Zitat:

„Wahrscheinlich steht uns ein offener Geschlechterkrieg bevor, in dem Männer künstliche Gebärmütter und Sexroboter zur Serienreife bringen. Dann würden junge Frauen lernen müssen, mit optimierten Sexrobotern zu konkurrieren, die ihr Aussehen und ihr Verhalten auf Knopfdruck verändern (wahlweise ohne zu meckern).“

Das alles kann hier nachgelesen werden.

Da der Thread schon weit fortgeschritten ist, komme ich zu meiner persönlichen Erkenntnis.

In einer besseren Gesellschaft, einer ohne Rassismus, Faschismus, Sexismus, Misogynie, Transmisogynie …, wäre der Mitarbeiter der sächsischen Staatskanzlei Henry Krause, der sich in einem solchem Umfeld bewegt, längst ohne Bezüge entlassen und mit der Mistgabel aus dem Ort verjagt worden.

Foto von „American Gothic“, 1930, Öl auf Holzfaserplatte. Zu sehen ist ein trostlos blickendes Ehepaar, puritanisch gekleidet. Der Mann hält eine Mistgabel in der Hand und schaut mit strenger Miene den Betrachter direkt an, während die ebenfalls ernste Frau an Betrachter und Mann vorbei blickt.

[17]

P.S. Es ist so viel Material über Henry Krause’s Kontakte und Vernetzungen vorhanden, dass diese ein ganzes Buch füllen würden, deshalb kratzte dieser Thread nur an der Oberfläche. Da geht noch mehr.

ALERTA!!!

Anmerkungen über Misereor

Ein Tranzparenztweet über das bischöfliche Hilfswerk Misereor mit weiteren Anmerkungen.

Denn, wie ich neulich in einem längeren Thread aufzeigen konnte, gehört Misereor zu den Partner*innen des Filmfests „Frauenwelten“ organisiert von den Terfs von Terre des Femmes (Deutschland) und die Vorstandsfrau Inge Bell sah darin u.a. eine „üble Diffamierungskampsgne gegen @.TDFeV und @.MISEREOR“.

Tweet von Inge Bell. So ist es. Das ist eine üble Diffamierungskampagne gegen TDFeV und MISEREOR

Als Fakten angegeben waren im Thread, nachzulesen hier

dass Misereor, das bischöfliche Hilfswerk mit Sitz in Aachen, die „Ausbreitung der apostolischen Arbeit des Opus Dei in Lateinamerika, Afrika und Asien bei Projekten unterstützten“.

Im Thread selbst schrieb ich, die beiden Hilfswerke seien in der Absicht gegründet worden Opus Dei zu unterstützen.

Screenshot mit folgendem Text: Auf Grund des reichhaltigen Quellenmaterials bin ich besonders den persönlichen Beziehungen zu den Kölner Erzbischöfen Josef Kardinal Frings (+1978) und Joseph Kardinal Höffner (+1987) sowie zum Aachener Bischof Johannes Pohlschneider (+1981) und dem ersten Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach (+1991), nachgegangen. In der Zeit unmittelbar vor und während des II. Vatikanischen Konzils vermittelte der selige Alvaro del Portillo (+1994) diese Kontakte. Er war damals Generalsekretär des Opus Dei und selbst Mitarbeiter des Konzils – von der ersten Stunde an. Dazu kam, dass die gegen Ende der 1950er Jahre gegründeten Hilfswerke „Misereor“ und „Adveniat“ die Ausbreitung der apostolischen Arbeit des Opus Dei in Lateinamerika, Afrika und Asien bei Projekten unterstützten. Auch deshalb hatten etwa die Bischöfe Pohlschneider und Hengsbach ein Interesse, den Gründer des Opus Dei persönlich kennenzulernen.

[1]

Diese Unstimmigkeit oder unsaubere Interpretation wäre damit also richtig gestellt. Der Eintrag im Blog wurde dementsprechend abgeändert.

Als weitere Quelle wurde die Webseite escrivaworks, die nach dem Gründer Josefmaria Escriva benannt wurde, angegeben. Über Misereor im Kontext der Opus Dei Universität von Navarra (Spanien) war folgendes zu lesen:

So erhielt die Universität eine bedeutende offizielle Spende der Vereinigten Staaten für die Ausrüstung der Technischen Hochschule mit wissenschaftlichen Instrumenten, einen Beitrag des deutschen Hilfswerks Misereor für die neuen Gebäude, (…)“. [2]

In deutscher Übersetzung: Entnommen aus: „Gespräche > Die Universität im Dienste der zeitgenössischen Gesellschaft > Nummer 83“Eine Seite mit viel Text. Andere Einnahmequellen (für die School of Industrial Engineering) sind die Corporations in Guipuzcoa und insbesondere die Provincial Bank of Guipuzcoa. Von Anfang an hat die Hilfe spanischer und ausländischer Stiftungen, sowohl öffentlicher als auch privater, eine wichtige Rolle gespielt. Zum Beispiel ein großer offizieller Zuschuss aus den Vereinigten Staaten für wissenschaftliche Ausrüstung für die School of Industrial Engineering; der Beitrag der Deutschen Stiftung Misereor zu den Neubauten; die Hilfe der Huarte Foundation für die Krebsforschung; Zuschüsse der Gulbenkian-Stiftung usw. Dann gibt es die Hilfe, für die wir, wenn es möglich wäre, noch dankbarer sind: die der Tausenden von Menschen in Spanien und im Ausland, aus allen sozialen Schichten, die so weit wie möglich zusammenarbeiten, um die Universität zu erhalten, obwohl viele von ihnen sehr begrenzte finanzielle Mittel haben. Schließlich darf man die Unternehmen nicht vergessen, deren Interesse

Eine weitere Quelle war die taz, die über den Gründer von Misereor, den Erzbischof von Köln Josef Frings taz.de/Der-Mann-der-d berichtete. Frings war mit dem Opus Dei Gründer dem „heiligen“ Josefmaria befreundet.

Wie sah es von Seiten des heiligen Josefmaria aus? Welcher deutsche Bischof stand in seiner Gunst weit oben? Schellenberger: Das ist schwierig zu sagen. Escrivá pflegte Freundschaft mit vielen verschiedenen Menschen. Er schätzte Kardinal Frings als eine herausragende Gestalt des II. Vatikanischen Konzils. Escrivá besuchte ihn bei einem Aufenthalt in Rom, weil der Kardinal selbst wegen seines schlechten Gesundheitszustandes einer Einladung zum Mittagessen in den Zentralsitz des Opus Dei nicht folgen konnte. Seitdem verging kein Namenstag, an dem Escrivá dem Kardinal nicht gratulierte und umgekehrt genauso. Kardinal Frings hatte das Opus Dei schon 1946 bei einem eineinhalbstündigen Gespräch auf Latein mit Alvaro del Portillo kennengelernt und daraufhin ein Empfehlungsschreiben für die päpstliche Approbation des Opus Dei verfasst.1952 lernte er ein Studentenheim des Opus Dei in Barcelona kennen und wünschte, dass es so etwas auch bald in Deutschland gäbe.

[3]

Außerdem gehörte der 1997 verstorbene Stephan Puhl, dem Opus Dei an und er war gleichzeitig beim bischöflichen Hilfswerk Misereor für Grundsatzfragen, Lateinamerika und Asien zuständig. [4]

Es gibt noch mind. 1 weitere Quelle über die Unterstützung des Opus Dei durch die Hilfswerke Misereor (1958 gegründet) und Adveniat (1961 gegründet). [5]

Die Kritik am Thread, abgesehen von Inge, zielte allerdings darauf ab, dass diese Fakten der Vergangenheit angehören und Misereor einen Wandel vollzogen habe.

Doch ist das so und geht das so einfach? Denn immerhin steht MISEREOR unter der Leitung der Deutschen Bischofskonferenz. [6]

Werfen „wir“ einen Blick auf die Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz zu denen der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gehört.

Voderholzer ist als Abtreibungsgegner bekannt und für seine Grußbotschaft für den Marsch für das Leben (z.B. 2016) sowie auch als Unterzeichner der christlich fundamentalen Salzburger Erklärung (2015).

2013 hat Voderholzer der Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften eine Absage erteilt.

Text: „Homosexualität und Donum Vitae: Doch auch bei kontroversen Themen drückt sich der Bischof nicht um eine Antwort herum. Etwa als es um die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften geht. Dieser erteilt Voderholzer – wenig verwunderlich – eine deutliche Absage, macht aber gleichzeitig deutlich, dass es ihm „nicht um moralische, sondern fundamentale schöpfungstheologische Fragen“ gehe, „die Zukunft des Landes“. „Die Einhaltung des Generationenvertrages“ erfordere eine Privilegierung der Ehe von Mann und Frau „als Keimzelle der Familie“. Auch zur Schwangerenberatung Donum Vitae äußert sich Voderholzer. Die Menschen, die sich dort engagieren, hätten wohl gute Absichten und seien wohl gute Katholiken. Sich am „System der straffreien Abtreibung“ zu beteiligen aber „würde uns unglaubwürdig machen“. Deshalb handle es sich bei Donum Vitae auch um eine katholische Organisation.“

[7]

Kirche + Leben schrieb im Dezember 2020 über Voderholzer unter der Überschrift „biblisch bezeugte Schöpfungstatsache Bischof Voderholzer: Priester kann nur ein Mann sein“. Voderholzer vertritt die Ansicht, dass ein Mensch entweder als Mann oder als Frau existiere. [8]

Auch wenn es in diesem Thread nicht explizit um die Terfs von TdF (D) geht, ist hier eine deutliche Übereinstimmung im Hinblick auf Transmisogynie zu erkennen. Das sei hier hier nur am Rande erwähnt.

Außerdem gelten Voderholzer über den es noch sehr viel mehr zu sagen gäbe, und der Passauer Bischof Stefan Oster, der auch der Vollversammlung angehört, zur „konservativen Speerspitze“. [9]

Auch Stefan Oster hat in der Vergangenheit Grußbotschaften für den Marsch für das Leben verfasst. Der Infoticker Passau schrieb dazu 2019:

„Auch Stefan Oster, seit 2014 Bischof von Passau und einer der jüngsten Bischöfe Deutschlands, lässt sich dem Rechtskatholizismus zuordnen. Er vertritt offen antifeministische bis frauenfeindliche sowie homophobe Positionen. Zudem fällt Stefan Oster durch Gleichsetzung von „Links“ und „Rechts“ und damit einhergehender Verharmlosung rechter Gruppen auf.“ [10]

Ebenfalls zur Vollversammlung gehört der Bischof von Eichstätt Dr. Gregor Maria Hanke OSB, der zu den Botschafter*innen der europäischen Bürgerinitiative Einer Von Uns gehörte.

Dieses wiederum war und ist als One Of Us Teil eines europaweiten antifeministischen und LGBTQI-feindlichen Netzwerks Agenda für Europa.

Und mittendrin wie sollte es auch anders sein ist CitizenGo bei dessen Gründung ein Mitglied des Opus Dei eine unrühmliche Rolle gespielt hat.

Es geht in diesem Thread nicht darum Misereor unter allen Umständen dem Opus Dei eine Nähe zu unterstellen oder etwas an den Haaren herbeizuziehen.

Allerdings stellen sich mir Fragen, wenn ich lese, dass Erzbischof Woelki, der ebenfalls zur Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz gehört, an der Opus Dei-Universität in Rom (Santa Croce) promoviert hat und seine beide Betreuer Prof. Antonio Miralles und Prof. Klaus Limburg, Priester des Opus Dei sind. [11]

Der Weihbischof von Freiburg ist Dr. Peter Birkhofer von der Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz und gleichzeitig in der bischöflichen Unterkommission für Entwicklungsfragen (MISEREOR) vertreten.

Hier, also in Freiburg, finden in der katholischen Kirche im außerordentlichen Ritus (Missa Tridentina) in St. Josef Gottesdienste des Opus Dei statt. Wie der Pfarrbrief kath-freiburg-mitte.de belegt. [12]

Erzbischof von Freiburg ist im Übrigen Stephan Burger, der gleichzeitig der Vorsitzende der bischöflichen Unterkommission für Entwicklungsfragen (MISEREOR) ist.

Hier, also bei MISEREOR, wird er als „MISEREOR-Bischof“ vorgestellt, der die „Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien und die damit verbundenen Geldmittel“ verantwortet. [13]

Nun, es ist nicht meine Absicht unter allen Umständen Kontakte oder Verbindungen zum Opus Dei herzustellen oder gar zu unterstellen.

Screenshot mit folgendem Text: Auf Grund des reichhaltigen Quellenmaterials bin ich besonders den persönlichen Beziehungen zu den Kölner Erzbischöfen Josef Kardinal Frings (+1978) und Joseph Kardinal Höffner (+1987) sowie zum Aachener Bischof Johannes Pohlschneider (+1981) und dem ersten Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach (+1991), nachgegangen. In der Zeit unmittelbar vor und während des II. Vatikanischen Konzils vermittelte der selige Alvaro del Portillo (+1994) diese Kontakte. Er war damals Generalsekretär des Opus Dei und selbst Mitarbeiter des Konzils – von der ersten Stunde an. Dazu kam, dass die gegen Ende der 1950er Jahre gegründeten Hilfswerke „Misereor“ und „Adveniat“ die Ausbreitung der apostolischen Arbeit des Opus Dei in Lateinamerika, Afrika und Asien bei Projekten unterstützten. Auch deshalb hatten etwa die Bischöfe Pohlschneider und Hengsbach ein Interesse, den Gründer des Opus Dei persönlich kennenzulernen.

Aber ich mache mir so meine Gedanken über die bischöfliche Organisation mit Stephan Burger als „MISEREOR-Bischof“, der sich gegen Frauen im katholischen Priesteramt ausgesprochen hat, und

Screenshot von SWR Aktuell: Stand 9.7.2021, 16:57 Uhr. „Dinner-Date mit Stephan Burger: Freiburger Erzbischof: „Priesterinnen – damit tue ich mich schwer“. Darüber ist auch ein Foto von Burger zu sehen.

gleichzeitig das TdF(D)-Filmfest „Frauenwelten“ unterstützt. Das führt bei mir zu vielen Fragen.

Doch egal wie tief oder nicht tief die Verbindungen von MISEREOR zum Opus Dei sein mögen, möglicherweise über Umwege, so ändert es nichts an meiner Kritik an TdF (D) und an meinen Zweifeln an MISEREOR und den „Frauenwelten“.

Und schließlich werde ich doch noch Fragen stellen und Kritik anbringen dürfen, auch wenn Inge das nicht gefällt. Denn die Grundlagen für MISEREOR legte der Erzbischof von Köln Josef Frings, https://www.spiegel.de/geschichte/ns-verbrecher-die-barmherzige-hilfe-der-kirchen-a-1233489.html

Frings wurde später Kardinal, an dessen Seite einst ein junger bayrischer Theologe namens Joseph Ratzinger gestanden hatte. [13]

Das war’s.

Schnittstelle Opus Dei und Terre des Femmes (D)

Wenn Sie eine Schnittstelle von Opus Dei und Terre des Femmes (TdF) (D), also eine Schnittstelle zwischen christlichem Fundamentalismus und vermeintlichem Feminismus, kennenlernen wollen, lesen Sie diesen Thread.

Seit 2001 veranstalten die Terfs von TdF (D) das jährliche Filmfest „Frauenwelten“. [1] So auch in diesem Jahr in der Zeit vom 26.10. bis 02.11.2022.

TERF steht für englisch Trans-Exclusionary Radical Feminism („Trans-ausschließender radikaler Feminismus“) und wird für radikale Feministinnen verwendet, die transgeschlechtliche Personen, insbesondere trans Frauen, invalidieren, diskriminieren und Transidentität als solche infrage stellen oder ihre Existenz leugnen. Letzteres wird auch Transmisogynie genannt. (entnommen als Abschrift aus Wikipedia)

Finanziell gefördert und damit subventioniert wird es in 2022 durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Die Realisierung des Projekts wurde aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht“. [2]

Screenshot bestätigt die Angaben im Thread.

Selbstverständlich hat das Filmfest auch Partner*innen. Im Original sind es allerdings nur PartnerInnen mit einem Binnen-I, denn „wir“ sind ja hier schließlich bei Terfs, auch wenn SIEGESSÄULE – We are queer Berlin zu den Partner*innen gehören.

Sie dienen den Terfs von TdF vermutlich lediglich als Feigenblatt oder können/wollen nicht erkennen und nicht sehen. Das sind sie übrigens, die Partner*innen, zum lesen hier entlang

Bild

Bild

[3]

zu denen auch das bischöfliche Hilfswerk Misereor mit Sitz in Aachen gehört. Schon 2017 bedankte sich TdF (D) für die finanzielle Unterstützung u.a. bei Misereor, der Kreissparkasse Tübingen, bei Amnesty International …
zum lesen hier entlang

Screenshot zeigt Unterstützer*innen, Kooperationen und finanzielle Unterstützung der Frauenwelten 2017. Es sind leider zu viele, um diese alle aufzuführen. Link zum selberlesen ist im Thread eingebunden.

Screenshot zeigt Unterstützer*innen, Kooperationen und finanzielle Unterstützung der Frauenwelten 2017. Es sind leider zu viele, um diese alle aufzuführen. Link zum selberlesen ist im Thread eingebunden.

[4]

D.h. die Unterstützung oder die Verpartnerung mit Misereor ist kein Einzelfall und auch kein Versehen.

Dabei hat das Hilfswerk „Misereor“, die „Ausbreitung der apostolischen Arbeit des Opus Dei in Lateinamerika, Afrika und Asien bei Projekten“ unterstützt. [5]

Screenshot mit folgendem Text: Auf Grund des reichhaltigen Quellenmaterials bin ich besonders den persönlichen Beziehungen zu den Kölner Erzbischöfen Josef Kardinal Frings (+1978) und Joseph Kardinal Höffner (+1987) sowie zum Aachener Bischof Johannes Pohlschneider (+1981) und dem ersten Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach (+1991), nachgegangen. In der Zeit unmittelbar vor und während des II. Vatikanischen Konzils vermittelte der selige Alvaro del Portillo (+1994) diese Kontakte. Er war damals Generalsekretär des Opus Dei und selbst Mitarbeiter des Konzils – von der ersten Stunde an. Dazu kam, dass die gegen Ende der 1950er Jahre gegründeten Hilfswerke „Misereor“ und „Adveniat“ die Ausbreitung der apostolischen Arbeit des Opus Dei in Lateinamerika, Afrika und Asien bei Projekten unterstützten. Auch deshalb hatten etwa die Bischöfe Pohlschneider und Hengsbach ein Interesse, den Gründer des Opus Dei persönlich kennenzulernen.

Auf der Webseite escrivaworks, die nach dem Gründer Josemaria Escriva benannt wurde, ist über Misereor im Kontext der Opus Dei Universität von Navarra (Spanien) folgendes zu lesen:

So erhielt die Universität eine bedeutende offizielle Spende der Vereinigten Staaten für die Ausrüstung der Technischen Hochschule mit wissenschaftlichen Instrumenten, einen Beitrag des deutschen Hilfswerks Misereor für die neuen Gebäude, (…)“. [6]

In deutscher Übersetzung: Entnommen aus: „Gespräche > Die Universität im Dienste der zeitgenössischen Gesellschaft > Nummer 83“

Eine Seite mit viel Text. Andere Einnahmequellen (für die School of Industrial Engineering) sind die Corporations in Guipuzcoa und insbesondere die Provincial Bank of Guipuzcoa. Von Anfang an hat die Hilfe spanischer und ausländischer Stiftungen, sowohl öffentlicher als auch privater, eine wichtige Rolle gespielt. Zum Beispiel ein großer offizieller Zuschuss aus den Vereinigten Staaten für wissenschaftliche Ausrüstung für die School of Industrial Engineering; der Beitrag der Deutschen Stiftung Misereor zu den Neubauten; die Hilfe der Huarte Foundation für die Krebsforschung; Zuschüsse der Gulbenkian-Stiftung usw. Dann gibt es die Hilfe, für die wir, wenn es möglich wäre, noch dankbarer sind: die der Tausenden von Menschen in Spanien und im Ausland, aus allen sozialen Schichten, die so weit wie möglich zusammenarbeiten, um die Universität zu erhalten, obwohl viele von ihnen sehr begrenzte finanzielle Mittel haben. Schließlich darf man die Unternehmen nicht vergessen, deren Interesse

Den Anstoß zur Gründung von Misereor gab der Erzbischof von Köln Josef Frings „Der Mann, der das „fringsen“ erfand und alten Nazis half.“ taz.de/Der-Mann-der-dund der mit dem Opus Dei Gründer befreundet war.

Wie sah es von Seiten des heiligen Josefmaria aus? Welcher deutsche Bischof stand in seiner Gunst weit oben? Schellenberger: Das ist schwierig zu sagen. Escrivá pflegte Freundschaft mit vielen verschiedenen Menschen. Er schätzte Kardinal Frings als eine herausragende Gestalt des II. Vatikanischen Konzils. Escrivá besuchte ihn bei einem Aufenthalt in Rom, weil der Kardinal selbst wegen seines schlechten Gesundheitszustandes einer Einladung zum Mittagessen in den Zentralsitz des Opus Dei nicht folgen konnte. Seitdem verging kein Namenstag, an dem Escrivá dem Kardinal nicht gratulierte und umgekehrt genauso. Kardinal Frings hatte das Opus Dei schon 1946 bei einem eineinhalbstündigen Gespräch auf Latein mit Alvaro del Portillo kennengelernt und daraufhin ein Empfehlungsschreiben für die päpstliche Approbation des Opus Dei verfasst.1952 lernte er ein Studentenheim des Opus Dei in Barcelona kennen und wünschte, dass es so etwas auch bald in Deutschland gäbe.

[7]

Ein letzter Fakt: Der 1997 verstorbene Stephan Puhl, der dem Opus Dei angehörte, war gleichzeitig beim bischöflichen Hilfswerk Misereor für Grundsatzfragen, Lateinamerika und Asien zuständig. [8]

D.h. „wir“ haben es hier also mit einer mindestens Opus Dei-nahen Organisation zu tun, die vorgibt „Feminismus“ oder das Anliegen von“ Feminist*innen“ oder „Frauenrechtler*innen“ unterstützen zu wollen. Doch das entspricht NICHT dem Wesen des Opus Dei.

12/2021 zeigten 42 Frauen aus Lateinamerika die Personalprälatur Opus Dei bei der vatikanischen Glaubenskongregation wegen Machtmissbrauch und Ausbeutung an. Mehr dazu hier

Ebenfalls 2021: Wikileaks enthüllte wie über eine „ultrakatholische Formation in Spanien das internationale rechte, radikal anti-feministische Netzwerk „CitizenGO“ aufgebaut wurde“ und auch hier spielt ein Mitglied des Opus Dei eine unrühmliche Rolle.
Mehr dazu hier

Und nun zu Terre des Femmes (D), die genauso unehrlich und bigott wie Opus Dei sind.

Bereits 2014 berichteten die netzfrauen über einen frei erfundenen Fall von Genitalverstümmelung und wie TdF (D) so die Spender*innen getäuscht hat.

Zitat: „Terre des Femmes hat bisher kein einziges Mädchen vor der Verstümmelung geschützt! (…)Es hängt nun allein von der Gunst der Spender ab, ob und wie lange Terre des Femmes weiterhin durch Täuschung und falsche Aussagen Unterstützung für seine frag- und kritikwürdige Politik erhält.[9]

Anmerkung: Da die Quelle Netzfrauen fragwürdig zu sein scheint, soll an dieser Stelle auf den Spiegel verwiesen werden, der 2014 ebenfalls über die Täuschung von TdF (D) berichtete. [Quelle]

Immer wieder gibt es berechtigte Kritik an TdF (D) wegen ihrer Transfeindlichkeit, wie z.B. beim Tagesspiegel.

Doch die Kritik an TdF (D), die mit Evangelikalen sehr viel mehr gemeinsam haben, darf hier nicht enden.

Denn auch was die Einstellung zur Konversionstherapie betrifft, antimuslimischen Rassismus/Islamfeindlichkeit und ihren Anschluss nach rechts und rechtsaußen, den sie zulassen, ermöglichen und/oder suchen,Tweet von Sibel Schick: „Mit wem polistische Organisationen kooperieren, zeigt, für welche Politik sie stehen. Mit ihrer Reproduktion von Transfeindlichkeit und Rassismus, un ihrer Kooperation mit rechten Akteur:innen, lässte Terre des Femmes die Tür nach Rechtsaußen offen.“

[10]

nachzulesen hier

lassen sich Schnittmengen mit Evangelikalen und christlichen Fundis feststellen. Nachzulesen hier beginnend mit Teil 1

Und die Moral von dieser Geschichte ist folgende: Wird’s vom Opus Dei oder eine ihr nahestehenden Organisationen unterstützt, kann‘s kein Feminismus und auch nichts Ehrenhaftes sein.

Das gilt übrigens auch andersrum. Denn wer sich vom Opus Dei oder eine ihre nahestehenden Organisationen unterstützen lässt, ist nicht feministisch und nicht Ehrenhaft, so wie Tdf (D)

über die es hier Infos gibt.

Zum Abschluss noch die Kirsche auf der Sahne. Zum Thema wer wie zusammenfindet. Denn das ist keine andere Geschichte und passt hier sehr gut hin.

This is JK Rowling, centrist darling, sending „big love“ to a far-right admitted homophobe („Allergic to non-biblical rainbows.“)

JKR schickt via Twitter big love to you xxx zu einer Frau, die zu Citizen Go gehört. Das beweisen die Screenshots.

Caroline Farrow ist sogar Campaign Director U.K. & Ireland von CitizenGo

[11]