Am 27.01.2026 hält Hermann Binkert im Kreissitzungssaal Wetzlar einen Vortrag zum Thema: „Meinungsforschung in der Demokratie“. Die Einladung ist versehen mit dem Logo Lahn-Dill-Kreis, dem Logo der GWAB, dem Logo der Stadt Wetzlar, ….

In dem Referat wird Hermann Binkert aufzeigen, „wie politische Prozesse, öffentliche Debatten und Entscheidungsfindungen durch Umfragen beeinflusst werden.“
Wie schnell doch die Menschen, die Bürger*ìnnen darunter auch die Demokrat*innen, vergessen.
Bereits vor 10 Jahren berichtete marktforschung.de über „Meinungsforschung von rechts außen?“ [1] Schon 2016 wurde über Binkerts Kontakte zur AfD berichtet. Spiegel-Recherchen hatten ergeben, dass Binkert als INSA-Geschäftsführer „beratend für die AfD tätig war“. [2]
2019 veröffentlichte Die Zeit einen mehrseitigen Artikel über Hermann Binkert als „Meinungsforscher im postfaktischen Umfeld“. [3]
Aber es kommt noch „besser“. Im November 2017 lud der Deutschland-Kurier zu einer Veranstaltung an der nicht nur Erika Steinbach, David Bendels, Nikolaus Fest und Maximilian Krah sondern auch Hermann Binkert teilnahmen.
Im Januar 2018 organisierte INSA einen Jahresempfang und mit dabei David Bendels. Etwa zwei Wochen später referierte Binkert über „Meinungsforschung in postfaktischer Zeit“, wie die JF auf ihrer Facebook-Seite schreibt.
Geschäftlich ist er dem Blatt ebenfalls verbunden, ein ehemaliger Insa-Mitarbeiter sagt, er habe eine Leserbefragung bearbeiten müssen, die Insa im Auftrag der Jungen Freiheit durchgeführt habe.
Bereits drei Mal gab Binkert seine Ansichten bei NIUS zum Besten. [4]
NIUS wird „als rechtspopulistisches und rechtskonservatives Portal im Stil von Fox News eingeordnet“, so Wikipedia.
Zitat: „Nius wird vorgeworfen, sich nicht der Selbstregulierung des Presserats zu unterwerfen Falschmeldungen zu veröffentlichen und Zweifel an Schwere und Folgen der Erderwärmung zu säen. Die Seite wird gelegentlich als „Krawallportal“ bezeichnet.“ [5]
2023 sprach Hermann Binkert auf dem evangelikalen Kongress christlicher Führungskräfte (KcF). Das Sprachrohr der Evangelischen Allianz Deutschland, nämlich idea, widmete ihm einen ganzen Artikel mit der Überschrift: „Meinungsforscher: Christen, werdet Meinungsbildner!“ [6]
Uns kommt es so vor als sei es gestern gewesen, am 10.01.2026 berichtete die TAZ über das bevorstehende Superwahljahr 2026 „glühen bei den Umfrageinstituten die Drähte heiß in den berechnenden Maschinen und Köpfen.“ [7]
Und wieder stoßen wir auf Binkert. Hier als Zitat:
„Drähte nach ganz oben Insa-Chef Hermann Binkert hat ausgezeichnete Kontakte zur rechtsextremen Partei und liegt auch stets vorn, wenn es gilt, namentlich erwähnt zu werden. Er hat die AfD schon bei 69 Prozent gesehen und ist jederzeit bereit, noch eine Schippe draufzulegen. Er prophezeit: Es wird ein knappes Rennen; Weidel ist noch lange nicht Kanzlerin. Und möchte die törichten Kollegen vor jeder Form von Siegesgewissheit warnen. Insa, grinst er, habe den ultimativen Joker, „den Draht nach ganz oben“„.

Wir mussten nicht lange suchen, um auf Hermann Binkerts Publikation „Wie Deutschland tickt“ erschienen im Fontis-Verlag zu stoßen.
Diese Publikation wird auch im aktuellen Prospekt des extrem rechten Antaios Verlag aufgeführt. [8]
Felix Menzel’s Recherche D hat Binkert gar ins Lexikon aufgenommen. Felix Menzel, Gründer, Herausgeber und Chefredakteur der „Blaue Narzisse“, ist aktuell Pressesprecher der AfD-Fraktion im Sächschischen Landtag. [9]
Doch das sollte nicht weiter wundern, denn bereits 2017 bezeichnete Belltower News Hermann Binkert als dem Höcke-Flügel nahestehend. [10]
Gewarnt wurde vor den Zahlen von INSA als „AfD-nahe[s] Umfrageinstitut“.
Im letzten Jahr hat Binkert auf der Mitgliederversammlung des Trägervereins der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ für Familie und Lebensschutz geworben und eine geistig-moralische Wende gefordert.
Zitat: „Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch; das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott.“
Wie die rechtskatholische Zeitung Die Tagespost berichtete, sind Binkert und Alexandra Maria Lindner (Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht) [11] Mitglieder im Trägerverein von idea. [12]
Hermann Binkert selbst katholisch ist gut vernetzt und das auch mit der KiNC-Landschaft, also mit Gruppierungen, Gemeinden und Einzelpersonen die einen christlichen Gottesstaat anstreben. (siehe Maria Hinsenkamp)
Doch Binkerts Vernetzungen reichen sehr viel weiter nämlich bis zum Deutsch-Ungarischen Institut für Europäische Zusammenarbeit am Mathias Corvinus Collegium in Kooperation mit dem Nézőpont-Institut. Hier hatte Binkert an einer Veranstaltung als Redner teilgenommen. [13]
Nachfolgender Screenshot dient als Beweis.

Hier sprach als Referent in 2025 auch Ulrich Vosgerau [14] vom rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit. Ulrich Vosgerau ist bzw. war Teilnehmer der „Deportationskonferenz“ in Potsdam.

Binkert bewegt sich also auch in einem sehr rechten Netzwerk und hier kommt er auch so gut an, wie das Interview der Woche mit Binkert mit der Junge Freiheit beweist. [15]

Wir fragen uns in diesem Zusammenhang, warum u.a. die Stadt Wetzlar eine Veranstaltung mit Binkert nicht nur befürwortet, sondern geradezu fördert?
Wir fragen uns, wurden diese Fakten, die jederzeit überprüfbar sind, vergessen oder werden sie ganz einfach ignoriert?
Und wir fragen uns weiter, wieso Organisationen gegen Rechts für eine solche Veranstaltung werben und wir fragen uns was dieser Einsatz gegen Rechts wert ist?
Nachträgliche Ergänzung von fundiwatch
Binkert war auch auf der Vorabendveranstaltung zum letzten Marsch fürs Leben in München im Haus der Bayerischen Wirtschaft- geneinsam mit der als Hategroup eingeordneten Anwaltslobbyorganisation Alliance Defending Freedom (ADF), vor deren zunehmenden Einfluss das EPF schon lange warnt…