Peter Hoeres

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Prof. Dr. Peter Hoeres ist Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte der Universität Würzburg

2014: Referent für die Bibliothek des Konservatismus (BdK), einem Think Tank „neuer“ Rechter

2017: Publikation für die FAZ (1)

2017: Publikation für TUMULT

2018: Mitautor des Buches von Norbert Lammert und Joachim Klose „Balanceakt für die Zukunft – Konservatismus als Haltung

2019: Unterzeichner der Petition Stop Gendersprache jetzt!

2019: Festredner bei der Verleihung des „Deutscher Schulbuchpreis“, bei dem es sich nicht um eine offizielle Auszeichnung handelt, sondern die Honorierung des Vereins Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft e.V. Kuratorium Deutscher Schulbuchpreis für Antifeminismus, Kreationismus, Abtreibungsgegner*innen oder auch eine rechtsgerichtete Publikation.

Anmerkung: Das verdeutlichen die „Preisträger“ der vergangenen Jahre, darunter der Antifeminist Tomas Kubelik (2018), Andreas Laun, die älteste noch lebende und aktive rechte Abtreibungsgegnerin Christa Meves (2001 mit ihrer Schrift, die im Resch-Verlag erschienen ist), Ulrich Weyel, Robert Spaemann und Walter Schweidler (2006) oder eine kreationistische Schrift aus dem evangelikalen Brunnen-Verlag. (2)

Preisträger 2019 war im Übrigen Klaus-Rüdiger Mai. Laudator der Preisübergabe, die mit 5000 Preisgeld verbunden ist, war der extrem rechte Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) Josef Kraus. Ebenfalls anwesend bei diesem festlichen Ereignis war Joachim Klose. (3)
Also ins gesamt 4 Personen, die am Buch von Lammert und Klose „Balanceakt für die Zukunft – Konservatismus als Haltung“ beteiligt gewesen sind.

Oktober 2019: Das Buch „Zeitung für Deutschland: Die Geschichte der FAZ“ verfasst von Peter Hoeres erscheint in zweiter Auflage. Für dieses Buch durfte Hoeres als erster Wissenschaftler die Archive der FAZ einsehen und kommt zu dem Schluss: „Spricht man vom Stil der FAZ, so assoziiert man umgehend das seriöse Äußere, Fraktur und lange Texte, das gehobene Deutsch und die abgewogene Argumentation.“ (4)

Anlässlich seines Buches erschien am 04.01.2020 ein Interview mit Hoeres in der Mainpost. (5)

Wer dieses Interview gelesen hat, stellt sehr schnell fest, dass die FAZsehr gut abgeschnitten hat bzw. sehr gut wegkommt und das ungeachtet der Tatsache, dass hier z.B. am 7.4.1995 auf S. 3 eine Anzeige erschien, die sich mit dem 8. Mai 1945 dem „Tag der Befreiuung“ aus „neu“rechter Sicht befasste. Sie bestand aus diesen 128 Worten.

„Im Grunde genommen bleibt dieser 8. Mai 1945 die tragischste und fragwürdigste Paradoxie für jeden von uns. Warum denn? Weil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind.‘ Die Paradoxie des 8. Mai, die der erste Bundespräsident unserer Republik, Theodor Heuss, so treffend charakterisierte, tritt zunehmend in den Hintergrund. Einseitig wird der 8. Mai von Medien und Politikern als ‚Befreiung‘ charakterisiert. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, dass dieser Tag nicht nur das Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft bedeutete, sondern auch den Beginn von Vertreibungsterror und neuer Unterdrückung im Osten und den Beginn der Teilung unseres Landes. Ein Geschichtsbild, das diese Wahrheiten verschweigt, verdrängt oder relativiert, kann nicht Grundlage für das Selbstverständnis einer selbstbewussten Nation sein, die wir Deutschen in der europäischen Völkerfamilie werden müssen, um vergleichbare Katastrophen künftig auszuschließen.“ (6)

Geschaltet worden war diese Anzeige oder die „neu“rechte Geschichtsklitterung von Heimo Schwilk, Ulrich Schacht, Rainer Zitelmann und Klaus Rainer Röhl, allesamt Vertreter der „neuen“ Rechten.

Aber das hat Peter Hoeres offensichtlich, wie so vieles andere auch, ganz einfach ignoriert. Für die Einladung des Neofaschistischen Alexander Gauland (AfD) zur FAZ Geburtstagsparty hat er ganz einfache Erklärung: Gauland gehört zur FAZ-Geschichte. (7)

So einfach ist das für Hoeres. Gauland für den der Holocaust nur ein Vogelschiss in der Geschichte bedeutet, (8) Gauland, der die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz entsorgen möchte (9) oder der als Bundestagsabgeordneter im Deutschen Bundestag den Hitler-Gruß zeigte, (10) gehört zur FAZ-Geschichte. Und das war’s.

Abgesehen davon, dass das sehr viel über die FAZ aussagt, sagt es mindestens genauso viel über Peter Hoeres und sein Geschichtsverständnis aus, der sich als Mitautor für das Buch „Balanceakt für Zukunft – Konservatismus als Haltung“ von Norbert Lammert und Joachim Klose als Herausgeber nahtlos in den Reigen der „konservativen“, also protofaschistischen,, der„neuen“ und extrem rechten Mitautor*innen einreiht.

Nachträgliche Ergänzungen:

Ergänzung von 02.03.2020:

Angekündigter Referent für einen Vortrag mit Diskussion am 11.03.2020 in der Bibliothek des Konservatismus (BdK) (11)