Hermann Lübbe

[1]

Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Lübbe, der vom „Sündenstolz der Deutschen“, die zu ihren Untaten stehen wie andere zu ihren sportlichen Leistungen, schreibt, [2] ist seit seiner Emeritierung 1991 Honorarprofessor für Philosophie und Politische Theorie an der Universität Zürich. Seit Mai 2004 ist er „Senior Fellow“ an der Universität Duisburg-Essen und seit 1974 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. [3]

Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter z.B. „Ich entschuldige mich: Das neue politische Bußritual“, 2001 erschienen im Siedler Verlag oder das neuaufgelegte Buch „Politischer Moralismus: Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“. In diesem beschäftigt er sich u.a. mit den totalitären Massenmord-Regime des 20. Jahrhunderts, dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus und setzt hier beide Systeme gleich.

Dadurch relativiert er nicht nur den Holocaust, sondern stellt auch dessen Singularität in Frage. Ihm geht es aber, wie er sagt, um die „Moraldebatte“, die er bei der Inquisition bzw. der Hexenverbrennung erkennt, in der Debatte über steigende Immobilienpreise und Wohnungsmieten, sowie bei Fridays for Future oder Greta Thunberg. [4]

Er ist der Mitautor im Buch von Norbert Lammert und Joachim Klose „Balanceakt für die Zukunft – Konservatismus als Haltung“ und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift für Politik. [5]

2007 wurde bekannt, das Lübbe ab 1944 Mitglied der NSDAP (Nr. 9 952 954) war. [6]  Allerdings leidet er was diesen Abschnitt seines Lebens betrifft unter einem Erinnerungsverlust, denn er kann sich nicht mehr daran erinnern, wie er Mitglied geworden ist. [7]

Über den Philosophen Hermann Lübbe, dem 1996 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde und der 2000 mit dem Ehrendoktorat der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität München geehrt worden ist, gäbe es sicherlich viel zu sagen. Wir empfehlen an dieser Stelle seinen Eintrag bei Wikipedia.

Allerdings hat es der Studienrat Dresden bereits 2017 auf den Punkt gebracht als er schrieb:

„Ein Großteil des begrifflichen Arsenals, mit dem die Neue Rechte heute operiert, entstammt dem intellektuell avancierten Konservatismus von Hans Freyer, Arnold Gehlen und Helmut Schelsky bis Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Hermann Lübbe und Panajotis Kondylis.“ [8]

und Hermann Lübbe damit zu den Stichwortgebern der „neuen“ Rechten zählten. Denn zwischen „neuen“ Rechter und „Konservativen“, also Protofaschist*innen, lässt sich kein klarer Trennstrich ziehen.

Lübbe gehörte zu den Gästen des Katholischen Forum Niedersachsen, wie z.B. auch Norbert Lammert und der verstorbene Abtreibungsgegner Robert Spaemann, Ulrich Schacht, der „Gotteskrieger“ Martin Mosebach, Alexander Kissler vom Cicero, der auch schon für das dem Opus Dei nahestehende Lindenthal-Institut eine Lesung gehalten hat, Gunnar Heinsohn (Autor für den islamfeindlichen und rassistischen Blog Achse des „Guten“, Udo di Fabio (Kuratoriumsmitglied der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung), Rémi Brague, … [9]

Vorläufiges Fazit: Müssten wir Hermann Lübbe einordnen, so wüssten wir nicht, ob er jetzt ein alter Nazi oder ein „neuer“ Rechter ist?

Für Ergänzungen vorgesehen …