Was ist Worship?

Dieser Beitrag steht mit Fotos und Screenshots auch im Archiv zur Verfügung

Ein unvollständiger Thread, der nur an der Oberfläche kratzen kann, über das was worship umfasst und was damit gemeint ist.

Bei worship handelt es sich laut Jesus-Centrum um eine „besondere Form des Gebetes“, die durch „Lieder, Musik, Meditationen oder andere Formen von uns an Gott verschenkt werden“. [1]

Zu lesen ist u.a. folgendes: „Was ist Worship? Es ist eine besondere Form des Gebetes. Gott wird angebetet und verehrt. Es kann durch Lieder, Musik, Meditationen oder andere Formen von uns an Gott verschenkt werden. Worship heißt: wir machen Gott Komplimente. Ihm Danke sagen, ihn bestaunen, ihn feiern, in groß machen. Durch Anbetung erweisen wir Gott die Ehre und zeigen ihm unsere Liebe.“

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D.h. worship ist also mehr als nur Kirchen- oder Lobpreismusik oder Gospel, sondern umfasst auch christlichen Pop, Hip Hop, Rap, wie z.B. „„Die Botschaft“ (Prod by Sero) – ein Kollabotrack von 13 christlichen Rappern deutschlandweityoutube.com/watch?v=Vs5QNd, christlichen Rock, Metal …, aber auch z.B. christliches Yoga.

In diesem Jahr wird Sela – das Institut für christliches Yoga zum ersten Mal auf dem Katholikentag im Zeitraum vom 26. – 29.05.22 in Stuttgart anwesend sein.

Screenshot der die Angaben im Thread bestätigt.

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Träger des „Instituts“ für christliches Yoga ist die Stiftung Creative Kirche, die eine unselbständige Einrichtung des Ev. Kirchenkreises Hattingen-Witten mit eigener Leitung ist. [4]

Die Creative Kirche wird in diesem Jahr am Leitungskongress des Willow Creek teilnehmen, eine evangelikalen Organisation der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD). [5]

Es gibt also bereits jetzt schon eine Verbindung von einem ev. Kirchenkreis, die direkt ins evangelikale Spektrum führt und damit hat sich d Creative Kirche als unselbständige Einrichtung des Ev. Kirchenkreises Hattingen-Witten auch mit einer LGBTQ-feindlichen Organisation verbündet.

Abgesehen davon, dass sich die EAD vor gar nicht allzu langer Zeit in einem Statement gegen die Impfpflicht folgendermaßen geäußert hat:

„Wir wenden uns gegen die pauschale Diffamierung von Nichtgeimpften als „Pandemietreiber“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Querdenker“. Die Gründe, sich nicht impfen zu lassen, sind vielfältig und die Entscheidung für oder gegen die Impfung liegt in der Freiheit des Einzelnen. Nichtgeimpfte dürfen nicht pauschal vom öffentlichen und kirchlichen Leben ausgeschlossen werden.“

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Die Stiftung Creative Kirche selbst schreibt auf ihrer Webseite unter „Was uns antreibt“: „Menschen mit der besten Nachricht der Welt in Verbindung zu bringen“.

Darum ist es nur konsequent, dass die Stiftung Creative Kirche Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) ist. [7]

Und spätestens jetzt dürfte deutlich geworden sein, dass hinter der Anbetung, der Lobpreisung in öffentlicher Form, also im Rahmen von Konzerten oder/und Events, nichts anderes als Missionierung, Akquirierung oder gar Rekrutierung steckt.

Das gehört nämlich auch zum Wesenskern von Evangelikalen und katholischen Fundis.

Zur Creative Kirche gehört auch die Evangelische Popakademie Witten e.V., 2016 gegründet, [8] die sich selbst sowohl als „Institut für Weiterbildung, als auch als eine Hochschule für Kirchenmusik“ beschreibt

Hier kann der fromme Mensch und zukünftige*r Missionar*in zum Preis von 489/519 € einen Grundkurs Anbetungsanleitung besuchen, damit Gebetsveranstaltungen oder Gemeindetreffen eher wie ein Konzert anmuten. So eins zum Beispiel.

Zu sehen sind zwei Männer mit Gitarre hinter einem Mikrofon. Sie rocken voll ab. Spass bei Seite aber so sieht es aus.

[9]

Die genannten Formen der Lobpreisung und z.B. auch als Musical, Pop-Oratorium oder Chormusical (Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt) sind in Deutschland noch vergleichsweise jung. Sie beginnen sich allerdings zu etablieren und sie kommen an.

Wie das geht zeigt das Chormusical Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt, 2019 uraufgeführt [10] und veranstaltet von der Creative Kirche Witten.

Dieses Musical hat sowohl bundesweite Unterstützer*innen, als auch jede Menge Medien- und Kooperationspartner*innen. Angefangen von den Evangelikalen der EAD (ERF Sinnsender) neben der Friedhelm Loh Group.

Es vereinen sich aber auch das Bistum Essen mit Kontakten zum Opus Dei, [11] [12] mit der Stadt Bad Salzuflen, mit der Stadt Ludwigsburg, der Sparkasse Siegen, der EKD, Baptisten, … mit LOTTO Ba-Wü, mit der Südwest-Presse, mit der Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Beratung CuraCon [13] um hier nur einige Beispiele aufzuführen.

Sie worshippen jetzt mit Martin Luther King. [14]

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Projektpartner*innen gibt es übrigens auch und auch hier sind evangelische, katholische Kirche und Evangelikale vereint, gemeinsam mit Oberbürgermeistern, Landräten und einer „Prinzessin“, nämlich Maria „Prinzessin“ zur Lippe,

die 2020 gemeinsam mit ihrem Ehemann von Armin Laschet mit dem Verdienstorden geehrt wurde. [15] Das soll nur am Rande erwähnt werden, denn A. Laschets rechte Hand war zu dieser Zeit Nathanael Liminski, ein bekennender Fundi.

Screenshot von der Verleihung des Verdienstordens. Zu sehen sind Armin Laschet und Maria und Stephan zur Lippe und jede Menge Fahnen und Publikum.

Auch in diesem Jahr wird es laut Veranstaltungskalender viele Aufführungen vom Chormusical Martin Luther King geben. Tickets gibt es für Bayreuth, Thun (CH, Expo), Wetzlar, St. Gallen, Göppingen [16] und in 2023 gibt es weitere Termine.

D.h. viele Menschen werden ein christliches Musical ansehen und nicht wissen oder erahnen, dass sie durch die Hintertüre missioniert werden sollen. Denn das treibt die Creative Kirche an, wie bereits zu Anfang durch ein Zitat deutlich gemacht werden konnte.

Wenn dann noch die Begeisterung dazukommt, die Stiftung Creative Kirche oder das Musical setze „bundesweit neue Maßstäbe für christliche Musik-Events[17] wird es m.M.n. bedenklich.

Screenshot von der Webseite von ERF mit einem riesigen Foto mit der Ankündigung: Das Chormusical Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt.

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Denn dann interessiert es im Zuge der Begeisterung keine*n mehr wer hier unter diesem Dach mit welcher Absicht zusammengefunden hat und es fällt auch nicht auf, dass Organisationen, wie ERF, die mit dem Chormusical Martin Luther King werben,

gleichzeitig z.B. der rechten Antifeministin Birgit Kelle mehrfach eine Plattform gegeben haben oder auch Hedwig von Beverfoerde von Demo für Alle mit ihren Verbindungen zu One Of Us und Agenda für Europa.

Um hier nur 2 Beispiele zu nennen.Beim Spirit-Kongress 2023 sieht es auch nicht besser aus.

Screenshot von Spirit 2023 „Was versteht man unter Lobpreis und Anbetung Worship ist nicht nur ein beliebter Musikstil. Worship, Gott anbeten und loben, in Gedanken, Worten und Liedern, ist ein wichtiger Ausdruck unseres christlichen Glaubens und ist schon seit den ersten Christen fester Bestandteil von Gottesdiensten. Auf dem Festivalkongreß fragen wir: Warum ist Worship viel mehr als „Gott feier“? Wie macht Anbetung unser Leben wertvoll? Was können wir voneinander und von Menschen in der Bibel lernen? Musikalisch gesehen werden im Worship unterschiedliche populäre Musikstile verwendet. Rock, Pop, Folk und Singer-Songwriter. Was diese Lieder verbindet ist ihr Inhalt, nämlich Lobpreis (Wir erweisen Gott die Ehre und loben ihn für seine Taten, Praise) und Anbetung (Wir verehren Gottes Wesen, wer er ist, Worship).“

[19]

Denn auch in diesem Trägerkreis kommen Evangelikale, Organisationen der evangelischen und der katholischen Kirche zusammen. Sie worshippen also auch.

Screenshot vom Trägerkreis. Gekennzeichnet sind VCJ-Westbund <= Netzwerk EAD und Geistliche Gemeinde Erneuerung Westfalen (GGE Westfalen) <= Netzwerk EAD. Der Rest kann hier: https://www.spirit-kongress.de/informationen/das-projekt/ Nachgelesen werden.

[20] Anmerkung: Im Screenshot wurde 2x <= Netzwerk EAD hinzugefügt. Ansonsten entspricht alles dem Original.

Bei den Partner*innen der Veranstaltung setzt sich das Elend fort.

Hier verbinden sich die EKD, mit dem Bistum Essen, der Christoffel-Blindenmission (Teil des Netzwerks der EAD), dem Regionalverband Ruhr, der Evangelischen PopAkademie, der Martin Luther Stiftung Ruhr, der Evangelischen Kirche von Westfalen, den Versicherern im Raum der Kirchen und der evangelikalen Stiftung Christliche Medien (SCM) (gehört zum Netzwerk der EAD).

Screenshot vom Spirit 2023. Zu sehen sind Veranstalter und Partner*innen. Alle aufgeführten, wurden bereits im Thread genannt.

[21]

Zur SCM gehört übrigens die SCM Verlagsgruppe, die auch kreationistische Publikationen im Sortiment hat.

Soviel zum Background der SCM.

Jedes Mal also wenn sich Einzelpersonen/ Organisationen, ganz unabhängig ob es christliche Personen/Gruppierungen oder Unternehmen sind, mit Evangelikalen und/oder christlichen Fundis verbinden, werden diese von den Beteiligten als weniger gefährlich im Hinblick auf LGBTQI-feindlichkeit, Misogynie oder für die Gesellschaft im Ganzen und damit auch für die Demokratie wahrgenommen.

Gleichzeitig werden durch die gemeinsamen Aktivitäten, die sicherlich auch unter finanziellem Gesichtspunkt profitabel sind, Standpunkte von Evangelikalen und christlichen Fundis gestärkt und es besteht die Gefahr, dass diese Schritt für Schritt übernommen werden.

Denn die Mitte dieser Gesellschaft kennt keine „Brandmauer“ oder eine rote Linie. Sie erkennt nicht mal was Falsch läuft oder wo die Heuchelei beheimatet ist. Sie wird nicht erkennen wann sie driftet, noch mehr, noch mehr, noch mehr.

Denn wer mit Evangelikalen zusammenarbeitet und das geht ja nur wenn Gemeinsamkeiten oder Schnittstellen vorhanden sind, kann dieses Driften und den Support, der durch sie entsteht, nicht erkennen können.

Und so mutet es schon ein wenig seltsam an, dass die Creative Kirche Witten, die Verbindungen zu Evangelikalen pflegt (Willow Creek), die Aktion „Gesicht zeigen gegen Rassismus“ initiiert hat.

Screenshot vom 22.06.2020 „Gesicht zeigen gegen Rassismus“. Nachgelesen werden kann das hier: https://www.kirchliche-dienste.de/Aktuelles/aktuelles_2020/juni_2020/2020-06-22-gesicht-zeigen-gegen-rassismus-king-musical

[22]

Damit können sie nämlich wunderbar Werbung für ihr Musical machen und gleichzeitig auf den Zug „Gesicht zeigen“ bzw. Anti-Rassismus aufspringen,
Anmerkung: Hier im Screenshot sind Beispiele von vielen.

Screenshot ist ein Auszug aus einem Suchergebnis von „Gesicht zeigen gegen Rassismus“

während sie gleichzeitig gemeinsame Sache mit Organisationen der EAD machen, deren führende Mitglieder/Mitstreiter*innen Verbindungen pflegten zu Einer Von Uns/One of US, der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit, der Bibliothek des Konservatismus, einem „neu“rechten Think Tank … .

Das ist alles bekannt und kann mit Quellen bewiesen werden und mehr noch.

Unvergessen Gaby Wentland (Mission Freedom, Gemeinsam gegen Menschenhandel, EAD), [23]
(Anmerkung: die Vereinsgründerin von Mission Freedom heilt auch mit Lichtduschen)

„Die Vereinsgründerin ist überzeugt, dass der „mächtige Friede Gottes“ Verletzungen aus sexuellem Missbrauch heilen kann. In der Zeitschrift „Charisma – come holy spirit“ empfiehlt sie im Januar 2021 „Lichtduschen“ mit „Jesu Licht“, das habe thailändischen Prostituierten geholfen.“

Über Gaby Wentland steht hier folgendes: „Die Vereinsgründerin ist überzeugt, dass der „mächtige Friede Gottes“ Verletzungen aus sexuellem Missbrauch heilen kann. In der Zeitschrift „Charisma – come holy spirit“ empfiehlt sie im Januar 2012 „Lichtduschen“ mit „Jesu Licht“, das habe thailändische Prostituierten geholfen.“

[24]

die gemeinsam mit Inka Hammond (Gebetshaus Augsburg) in einer Videobotschaft Trump als „Werkzeug Gottes, als Retter der Christenheit und seines Landes“ preisten. Nachzulesen hier

D.h. wer sich mit worship befasst, muss sich mit mehr als nur mit Lobpreismusik oder Erweckungsfanfaren auseinandersetzen, sondern auch mit deren Verbindungen und aufzeigen wohin diese führen.

Muss sich aber auch mit Referent*innen auseinandersetzen, (Worship Veranstaltung im September 2022 im evangelikalen christlichen Gästehaus Schönblick.)

Screenshot vom Programm der Veranstaltungen im Zeitraum 8. September bis 11. September 2022.

[25]

wie z.B. Friedegard Warkentin und Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein.

Denn auch sie worshippen im Rahmen einer 4-tägigen Veranstaltung im evangelikalen Gästehaus Schönblick.

Deshalb müssten auch diese Verbindungen und deren Tätigkeiten geoutet werden. Doch weil der Thread schon so weit fortgeschritten ist, muss er jetzt hier enden.