Patin für neun Monate

Teil 1

Dieser Beitrag steht auch im Archiv zur Verfügung.

Am 18.12.2024 berichtete das Sprachrohr der Evangelikalen EAD (Evangelische Allianz in Deutschland) nämlich idea (Informationsdienst der evangelischen Allianz), über „Lebenshelferin für 9 Monate“. Der Artikel, der hinter einer Bezahlschranke war, begann folgendermaßen: „Unsicher, mutlos, ängstlich: Viele Frauen sind mit ihrer Schwangerschaft überfordert. Manche entscheidet sich für eine Abtreibung. Schaffe ich das alles. Auch Gabriela Khaled kennt die Zweifel. Doch sie ist nicht allein.“

Auch bekannt ist diese „Betreuung“ als Patin für 9 Monate hinter der die Abtreibungsgegner*innen der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. steckt.

ALfA gibt an rund 11.000 Mitglieder zu haben. Angeschlossen ist ALfA dem Bundesverband Lebensrecht (BVL), der einmal jährlich den Marsch für das Leben in Berlin und Köln organisiert.

Bundesvorsitzende von ALfA ist Cornelia Kaminski. Sie ist auch ehemaliges Vorstandsmitglied des BVL, 2019 war sie Teilnehmer der Auftaktverstaltung von One of Us.

One of Us ist Teil des antifeministischen und queerfeindlichen Netzwerks Agenda Europe, die die „natürliche Ordnung“ wieder herstellen wollen.

2022 hat Cornelia Kaminiski den Aufruf „Schluss mit der Falschberichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks!“ initiiert von der transfeindlichen Eva Engelken unterzeichnet.

Der Aufruf forderte: „Wir Wissenschaftler und Ärzte fordern den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf, biologische Tatsachen und wissenschaftliche Erkenntnisse wahrheitsgemäß darzustellen.

Wir fordern eine Abkehr von der ideologischen Betrachtungsweise zum Thema Transsexualität und eine faktenbasierte Darstellung biologischer Sachverhalte nach dem Stand von Forschung und Wissenschaft. (…)„. [1]

Cornelia Kaminski ist wie zu sehen war sehr gut vernetzt. Sie ist Oberstudienrätin an einem Gymnasium in Hünfeld, Autorin und Beraterin für einen Schulbuchverlag. (!)

Zum Vorstand von ALfA gehört auch Alexandra Maria Linder. Auch diese Abtreibungsgegnerin ist sehr gut vernetzt. Sie publizierte 2020 für das Neue Non Noblis des Tempelritterordens e.V. Ordo Militiae Crucis Templi. Aktuell ist sie Beisitzerin der Christdemokraten für das Leben (CDL).

Linder gehörte 2016 zum Kuratorium von ProLife Deutschland, war Referentin der Jahrestagung von den Ärzte für das Leben in Kooperation mit der Aktion Lebensrecht für Alle.

Sie wird auch als Bloggerin der AfD-nahen Freie Welt geführt und gehört zum Beirat von Ragg’s Domspatz, die sie als „zu den führenden Köpfen der Lebensrechtsbewegung“ zählt. [2] 2009 fungierte Linder als Interviewpartnerin für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit.

Mit diesem Interview machte sie Werbung für ihr Buch „Geschäft Abtr€ibung“.

Zu sehen ist das Buchcover.

Buchbeschreibung: Alt: Abtreibung ist nicht nur eine millionenfach erlebte menschliche Tragödie, sondern inzwischen auch ein Milliardengeschäft. Die Journalistin Alexandra Maria Linder berichtet in diesem Buch Fakten, die verschwiegen werden, und deckt die skandalösen Zusammenhänge zwischen der massenweisen Tötung von Kindern und den wirtschaftlichen Interessen von Abtreibungsärzten und Industrie auf: Ist Abtreibung schon längst ein lukrativer Erwerbszweig geworden? Wer verdient am Geschäft mit dem Tod? Was passiert mit den Babyleichen? Welche Rolle spielen Pharma- und Kosmetikindustrie? Welche Motive treiben die weltweite Pro-Abtreibungslobby wirklich an? Ist die Propagierung des Rechts auf Abtreibung eine neue Form von Kolonialismus gegenüber der Dritten Welt? Warum schweigt die Politik zu den skandalösen Vorgängen? Fragen, bei deren Beantwortung sich Abgründe auftun.

2014 erschien im Sinus-Verlag das „Buch“ „Abtreibung. Ein neues Menschenrecht?“. Herausgegeben von Büchner/Kaminski/Löhr. Für dieses Buch schrieb sie einen Beitrag.

Im selben Jahr veröffentlichte sie ebenfalls einen Artikel in der Junge Freiheit. In diesem „Artikel“ befasste sie sich mit der „Pille danach“, die sie ablehnt.

Genau wie Kaminski nahm auch sie 2019 an der Auftaktveranstaltung von One of Us teil. Als Schirmherr fungierte Rémi Brague.

Er hat bereits einen eigenen Eintrag in diesem Blog, weil er durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, weil er „Geschlechtergerechtigkeit und Gleichberechtigung“ als „Zwang zur Gleichschaltung“ bezeichnete und als islamfeindlich definiert werden kann.

Zurück zur „Patin für 9 Monate“, die eine eigene Webseite betreiben und Patinnenschulungen anbieten und nicht nur Spenden akquirieren, sondern auch Patinnen, also „Ehrenamtlich“ Tätige für „ungeborene Kinder und ihre Mütter“. [3]

Vermittelt werden die Schwangeren durch die vitaL Beraterinnen von ALfA, durch andere Frauen und andere Organisationen, darunter KALEB.

KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren) ist ein bundesweiter Verein mit zahlreichen Regionalvereinen. Die Bundesgeschäftsstelle von KALEB hat ihren Sitz in Chemnitz.

KALEB Chemnitz bietet z.B. auch Kurse zur „Natürlichen Empfängnisregelung“ (NER) an.

Bisher fanden sich Verbindungen von ALfA zu One of Us, Agenda Europe, Christdemokraten für das Leben, Bundesverband Lebensrecht … und kaleb.

Doch die Verbindungen führen über KALEB Chemnitz zu Teenstar, einer Organisation, die z.B. Homosexualität als „Schicksal“ bezeichnet und Masturbation als schädlich verurteilt.

Bereits 2018 hat das österreichische Bildungsministerium Teenstar verboten an Schulen zu unterrichten. Bezeichnet wurde Teenstar in diesem Artikel als „christlicher Sexualkundeverein“. [4]

In Deutschland bietet Teenstar weiterhin Schulungen und Workshops zur „Sexualpädagogik für junge Menschen an“.

2023 fand in Washington D.C. (USA) ein internationaler Kongress von kaleb statt. [5] Ob bei diesem Kongress Kontakte zur Heritage Foundation geknüpft oder diese verstärkt wurden, dazu konnten keine Informationen gefunden werden.

Ebensowenig ob führende Vertreter*innen von Evangelikalen oder Republikanern teilgenommen haben. Außer einem Foto konnte nichts weiter gefunden werden.

Zurück zur Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), die hinter der „Patin für 9 Monate“ steckt. Zu den Vorstandsmitgliedern gehört auch ein gewisser Prof. Dr. Holm Schneider, der gleichfalls sehr gut vernetzt ist.

Holm Schneider ist Mitglied im Forum deutscher Katholiken (FdK), fungierte bereits als Redner für die Fachtagung am Vortag vor dem Marsch für das Leben, 2019 gehörte er zum Herausgeberbeirat der Zeitschrift für Lebensrecht, die von der JVL (Juristen-Vereinigung Lebensrecht) herausgegeben wird.

Holm Schneider ist oder war Kinderarzt und Genforscher (Universität Erlangen-Nürnberg). Durch diesen beruflichen und wissenschaftlichen Hintergrund ist er ein Mann mit vermeintlicher Expertise und Autor von Publikationen.

Darunter „Was soll aus diesem Kind bloß werden?: 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom“.

Seine Publikation stellte der „Experte“ im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung der Christdemokraten für das Leben Berlin mit Kaleb im März 2014 vor.

5 Jahre später, also 2019, gründete der Professor die Holm-Schneider-Stiftung für vorgeburtliche Therapie. [6]

Zweck der Stiftung ist es, die medizinisch notwendige Behandlung eines noch ungeborenen Kindes auch im Falle nicht ausreichender Kostendeckung zu ermöglichen sowie durch Förderung therapeutisch ausgerichteter perinatalmedizinischer Forschung zur Verbesserung vorgeburtlicher Therapien und der Information darüber beizutragen. Die Stiftung dient damit der Gesundheitshilfe sowie der Förderung von Wissenschaft und Forschung und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung (AO). Sie handelt zugleich mildtätig nach § 53 AO, weil dem Behandlungswunsch der Schwangeren regelmäßig eine seelische Notlage zugrunde liegt und weil ein ungeborenes Kind grundsätzlich auf die Hilfe anderer angewiesen sowie im Falle einer Fehlbildung oder Krankheit besonders hilfsbedürftig ist.

[6]

Seine Vorstellungen von vorgeburtlicher Therapie schließen jedoch Pränataldiagnostik/Präimplantationsdiagnostik aus. Kirsten Achtelik berichtete im Februar 2017 für das Gunda Werner Institut über „Vorsicht „Lebensschützer““ darüber.

Wer den Namen Holm Schneider googelt wird mit zahlreichen Einträgen belohnt. Denn er setzt sich für Inklusion ein und hat zahlreiche Bücher über Menschen mit Handicap/Behinderungen verfasst. Außerdem erhielt er zahlreiche Auszeichnungen darunter den Gottron-Just-Wissenschaftspreis. [7]

Teil 2

Was sind christliche Werte?

Seit ich den Artikel („Carolin Kebekus: „Meine christlichen Werte sind was Schönes““) im evangelikalen Sprachrohr der EAD Christliches Medienmagazin Pro gelesen habe, gehen mir folgende Fragen nicht mehr aus dem Kopf:

Was bitteschön sind christliche Werte? Welche sind das konkret? Unterscheiden sich christliche Werte von Werten, die Atheist*innen vertreten, so wie ich eine bin? Sind diese Werte dann unchristlich oder atheistisch oder vielleicht sogar Gegen-Werte?

Wikipedia sagt dazu „Christliche Werte wird als Begriff von Wertvorstellungen angewendet, denen ein Bezug zum Christentum zugeschrieben werden.“ [1]

Mir persönlich gefällt der Wert „sich und anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen“. [2] Das ist jedoch ein sog. Kernwert des Islam.

Gleichheit und Brüderlichkeit bzw. Gleichheit und Geschwisterlichkeit gefällt mir auch. Doch Gleichheit und Brüderlichkeit gehört zu den Werten des Islam.

Und was ist mit diesen Werten: „Gutes zu tun, freundlich, hilfsbereit, geduldig und selbstlos zu sein und nicht schlecht über andere zu sprechen – ja nicht einmal schlecht über sie zu denken.“ Wer jetzt annimmt, es seien christliche Werte irrt.

Denn auch das ist ein Anspruch des Islam an die Muslime. [3]

Soziale Gerechtigkeit ist ein Anspruch, der mir sehr am Herzen liegt. Doch ist er ausschließlich christlich? Nein. Denn das Streben nach Gerechtigkeit ist Teil des Judentums. [4]

Bisher fand ich nur universelle Werte. Werte, die ich als Atheistin ebenfalls vertrete.

Zurück zu meiner Frage, was sind „christliche Werte?“ Der evangelikale Evangeliums Rundfunk (ERF Medien) bleibt bei der Beantwortung sehr vage. [5] Genannt werden Nächstenliebe, Vergebung und Barmherzigkeit.

Mit Bezug auf die Bibel werden von christlichen Fundis und Evangelikalen Homosexualität verdammt und queerfeindliche Äußerungen verbreitet. Ist das etwa christlich? Transfeindlichkeit – ist das etwa christlich?

Mit Bezug auf die Bibel werden von Evangelikalen die Ehe für Alle abgelehnt, genauso wie Schwangerschaftsabbrüche. In den USA wo Schwangerschaftsabbrüche nahezu unmöglich geworden sind, sterben Schwangere wegen Komplikationen und erfahren keine Hilfe.

In diesem Land existiert noch immer die Todesstrafe. Ist das etwa christlich?

Ein Beispiel: Das streng christliche Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg e.V., Herausgeberin von Die Neue Ordnung, widmet sich laut eigenen Aussagen „auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, wie es die katholische Soziallehre herausgebildet hat[6] allen möglichen Themen. Allerdings gehören zu den Autoren fast ausschließlich rechte christliche Fundis oder extreme Rechte. Hier erscheinen Texte mit Überschriften wie z.B. „Rassismus als moderne Kultur-Umkehrung – Oder: Wie „Toleranz“ eine neue Gottheit aus der Taufe hob[7] oder „Die neue Völkerwanderung – Pflichten und Grenzen der Solidarität“, ein Text, der in 2015 beginnt. [8]

Oder dieses besondere Schmankerl „Ohne Kampf gibt es kein Christentum“ (Benedikt XVI.)“ [9]

Got Questions Ministries will mit seiner Webseite „den Herrn Jesus Christus mit dem Anbieten von biblisch fundierten, anwendbaren und fristgerechten Antworten auf geistlich bezogene Fragen durch eine Internet-Präsenz verherrlichen.“ [10]

GOT stellt die Frage: „Was sagt die Bibel über illegale Einwanderung?“ und kommt zur Erkenntnis: „Wie ist die Lösung der Bibel in Bezug auf illegale Einwanderung? Einfach…lass es; befolge die Gesetze.“ [11]

Dr. Markus Zehnder (USA) schrieb für das Gemeindenetzwerk, eine Webseite des Gemeindehilfsbunds mit Sitz in Walsrode, über „Migration in biblischer Sicht“ und kam am Ende zu folgendem Ergebnis: „Ein vertiefter Blick auf biblische Texte, die sich auf das Thema Migration beziehen, zeigt, dass sich die aktuell von breiten Kreisen der westlichen Eliten propagierte ”Willkommenskultur” biblisch zum größten Teil nicht begründen lässt.“ [12]

Der ach so fromme christliche Stephan Holthaus hielt 2015 sogar „einen Aufnahmestopp unter Umständen mit der christlichen Ethik vereinbar.[13]

Noch ein Zitat: „Der freikirchliche Pastor Jakob Tscharntke hat im Zusammenhang mit Asylbewerbern von „einfallenden räuberischen Horden, die unser Land ausplündern“, gesprochen. Deren Versorgung habe die Bibel nicht gemeint, wenn sie von Nächstenliebe spricht.[14]

Meine Frage, was christliche Werte sein könnten, wurde nicht beantwortet, denn für mich ist das christliche Schweigen über das Unrecht und die Pushbacks z.B. im Mittelmeer unverantwortlich. Deshalb bleibe ich bei meinen Werten.

Solidarität und Mitgefühl mit Menschen, die Hilfe benötigen oder Schutz.

Project 2025 – Teil 2

Teil 1

Teil 2

Wenn Sie denken Project 2025 und The Heritage Foundation betreffen nicht Deutschland, dann irren Sie sich. Am 4.11.2024 erschien im Volksverpetzer das Rechercheergebnis zum „internationalen Nazi-Netzwerk um „Project 2025““.

Die Verfasser*innen der Recherche belegten u.a. Vernetzungen zum Netzwerk des Ehepaars von Storch und Infos zum Netzwerk ausgehend von CitizenGo. Vergessen wurde allerdings die Partnerschaft von Demo für Alle (DfA) und CitizenGo, die an allen Aktionen von Demo für Alle mitbeteiligt sind.

Erst am 9.11.2024 fand ein Symposium von Demo für Alle in Kooperation mit CitzenGo in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart statt. Es sollen fast 300 Personen teilgenommen haben.

Ein Netzwerk, das ausgehend von DfA das nach Tschechien führt (Aliance pro rudino), zu den Christdemokraten für das Leben (CDL Baden-Württemberg), nach Österreich (Familienforum Österreich), zu Frau2000plus e.V. (Birgit Kelle), … .

Unsere Freunde“ von DfA sind insgesamt 28 Organisationen. Darunter auch die Stiftung für Familienwerte, die ihrerseits wiederum auch sehr gut vernetzt sind.

Nachweislich war Nathanael Liminski bis mindestens 29.03.2020 stellvertretender Vorsitzender der Stiftung für Familienwerte, der auch Hedwig von Beverfoerde angehörte als Stiftungsvorstand.

Nach einer Neustrukturierung übernahm die Abtreibungsgegnerin und Verfechterin des sog. „Nordischen ModellsSylvia Pantel von der CDU die Geschäftsführung.

Das waren schon einige Organisationen und genannte Einzelpersonen, die im Geiste von Project2025 wirken und wüten. Denn sie alle kennen nur die endocisgeschlechtliche heteronormative Familie, bestehend aus Mann, Frau und Kindern.

Denn sie alle wettern und hetzen gegen Gender als z.B. „Gaga“ oder als „Mainstreaming“, gegen Pornographie, gegen Homosexuelle, die genau wie trans Personen gerne in einen Topf mit Pädophilen geworfen werden.

Aber der Geist der Heritage Foundation weht auch in der Mont Pelerin Society (MPS).

Zitat: „Ein Großteil der Mitglieder ist in Denkfabriken aktiv, bei denen es sich in Wirklichkeit vielfach schlicht um finanzstarke Lobby-Gruppen handelt. Eine davon ist die Heritage Foundation in Washington, die für niedrige Steuern kämpft, eine andere das von Charles G. Koch gegründete Cato Institute, das sich im Auftrag seiner Finanziers gegen jedwede Form von Klima-Politik einsetzt.“

Zur Mont Pelerin Society gehören u.a. auch das Atlas Netzwerk, das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung oder das John Stuart Mill Institut, das von Ulrike Ackermann gegründet wurde.

Ulrike Ackermann ist Mitstreiterin des rechten und rassistischen Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, dem auch Russell Berman angehört. Prof. Dr. R. Berman wird als Germanist der Stanford Universität angegeben.

Er wird aufgelistet (S. 26) unter „Contributers“ des 922 seitigen Buches zum Project2025: „Mandate for Leadership The Conservative Promise“.

Angegeben wird Berman als Angehöriger der Hoover Institution, eine Denkfabrik „für öffentliche Politik, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern will“ und die u.a. die „Ideen zur Förderung der Freiheit“ fördern möchten.

Schauen wir noch genauer hin, dann finden wir Agenda Europe, ein antifeministisches queerfeindliches „extremistisches christliches“ europäisches Netzwerk, das Homosexualität kriminalisieren möchte, Schwangerschaftsabbrüche und Scheidungen verbieten lassen wollen.

Dieses Netzwerk hat es sich zum Ziel gesetzt die „natürliche Ordnung“ wiederherzustellen. Darunter z.B. ein „Gesetz zum Verbot „schwuler“ Propaganda“, „Anti-Sodomie-Gesetze“ und ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen.

Verhütungsmittel sollen gleichfalls verboten werden und die Möglichkeit einer Sterilisation. Geplant ist außerdem: „23. Abschaffung der EU-Rechtsvorschriften zu Gleichbehandlung, insbesondere die Aufhebung von Artikeln 21 und 23 der Charta der Grundrechte.“

Nachzulesen hier

Machen „wir“ uns nichts vor. Mit Gruppierungen wie Agenda Europe, Demo für Alle, CitizenGo, Heritage Foundation sind keine, ich wiederhole KEINE, Kompromisse möglich. Deshalb müssen sie ernstgenommen und bekämpft werden. Denn sie streben nach Dominanz, wie auch Vertreter*innen von NAR.

No Pasaran !!!

Anmerkungen zum Project 2025

Warum es so wichtig ist das Project 2025, veröffentlicht von The Heritage Foundation, auch in Deutschland zur Kenntnis zu nehmen, erfahren Sie jetzt.

Zum Project 2025 gab es schon zahlreiche Berichterstattungen, darunter u.a.

Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein Zitat des Chefs von Heritage Foundation, Kevin Roberts. „Wir sind dabei, die zweite Amerikanische Revolution zu erleben, die unblutig bleiben wird, wenn die Linke dies zulässt„. (In deutscher Übersetzung)

Und dies sagte er im Juli gegenüber „War Room“, einem Podcast, der von Steve Bannon betrieben wird. [1]

Diese Äußerung beinhaltet die Androhung von blutiger Gewalt gegen alle, die dem gesellschaftlichen Umbau widersprechen oder dagegen demonstrieren und diese Äußerung erfolgte auf einer extrem rechten Plattform.

Doch tatsächlich umfasst das Project 2025 wesentlich mehr Umbau und Veränderungen als Mehr Macht für Trump, Massenabschiebungen, weitere Einschränkungen beim Thema Abtreibung und weniger Klimaschutz.

Das Buch zum Project 2025 umfasst 922 Seiten auf denen sehr ausführlich beschrieben wird, was geplant ist.

Die Heirat ist, so Project 2025, Baustein einer jeden gesunden Gesellschaft.

Im Project 2025 ist alles geregelt, nicht nur die Sicherung der Grenzen, der massenhaften Abschiebung von illegal im Land lebenden Menschen, sondern auch der Bau einer Mauer, die Bürokratie, sondern auch die Unterdrückung von Antirassismus, Gender- und Klimaaktivismus. Ebenso steht alles was Wohlfahrt bedeutet zur Diskussion.

Pornografie sollte verboten werden“, so O-Ton in deutscher Übersetzung und am Arbeitsplatz für Mütter soll für die Förderung von Pro Life-Unterkünften geworben werden.

Project 2025 ist nicht nur ein bürokratischer Umbau, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Umbau, der das Zusammenleben von weißen endo-cisgeschlechtlichen heterosexuellen Menschen, die als Mann und Frau die Ehe eingehen, regelt.

Denn Amerika soll ein Staat sein, der ausschließlich aus Amerikaner*innen besteht.

Eine neue Generation wird benötigt, so sieht es Project 2025 vor.

Das Ministerium für Religionsfreiheit wurde deshalb auch an Patriotismus gekoppelt. . O-Ton: „Bei der Ankündigung der neuen Abteilung sagte Walters, sie werde „die Untersuchung von Verstößen gegen die Religionsfreiheit Einzelner oder patriotische Bekundungen beaufsichtigen“. [2]

Zitat: „Dieses Streben nach dem Guten Leben findet man vor allem in der Familie – Heirat, Kinder, Thanksgiving-Dinner und dergleichen.“

Doch Thanksgiving ist als Fest eine Illusion. Denn Native Americans galten nie als US-Amerikaner*innen. Bis 1924 zählten indigene Menschen nicht einmal als Bürger*innen der Vereinigten Staaten. [3]

Laut Jensen war das ursprüngliche Thanksgiving kein romantisches Friedensmahl. Vielmehr wurde das Fest 1637 von Massachusetts-Bay-Governor John Winthrop ins Leben gerufen, um sich bei Gott für den Sieg über die 700 wehrlosen Pequot-Indianer zu bedanken, die von den weißen Pilgervätern massakriert worden waren.[4]

Der Umgang mit Indigenen war stets kolonialistisch und christlich missionarisch geprägt und war gekennzeichnet vom „Wunsch der weißen Siedler nach Land und der folglichen Unterwerfung“ der Indigenen. [5]

Deshalb ist Thanksgiving für Indigene kein Fest, sondern ein Tag der Trauer und der Beginn eines langsamen und qualvollen Genozids.

Dass das neue Ministerium für Religionsfreiheit an Patriotismus gekoppelt ist, ergibt daher (menschenverachtenden) Sinn und knüpft genau dort an.

So hat das neue Ministerium für Religionsfreiheit und Patriotismus eine Anordnung getroffen, die vorsieht, dass Schulen die Bibel in den Unterrichtsplan für Schüler*innen der 5. bis 12. Klasse aufnehmen müssen.

Mehrere Schulbezirke haben bereits angekündigt, dieser Vorschrift nicht Folge leisten zu wollen.

Project 2025: „Religiöse Hingabe und Spiritualität sind die größten Quellen des Glücks auf der ganzen Welt.“ Und gleichzeitig: „Wertschätzen Sie die Militärfamilie“.

Was die Heritage Foundation, die das Project 2025 mit Unterstützer*innen als pdf herausgegeben hat, nicht wertschätzt sind z.B. Regenbogenfamilien oder auch trans Menschen, die als „Transgender-Extremisten“ bezeichnet werden.

CN: Transfeindlichkeit
Noch ein Zitat: „Bürokraten im Justizministerium zwingen die Schulbezirke, den Sport von Mädchen und die Rechte der Eltern untergraben, um Transgender-Extremisten zufrieden zu stellen.

Oder auch: „The next HHS secretary should immediately put an end to the department’s foray into woke transgender activism.“ In deutscher Übersetzung: transgender-Aktivismus soll ein Ende bereitet werden.

Außerdem sollen Vorschriften aufgehoben werden, die die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität, des Transgender-Status, der Geschlechtsmerkmale usw. verbieten.

Zum Einstieg wurde mitgeteilt, dass Kinder unter der toxischen Normalisierung von Transgender, Dragqueens und Pornografien in den Schulbibliotheken litten, so Kevin D. Roberts im Vorwort, in dem er versprach: Die Familie als Mittelpunkt des amerikanischen Lebens wiederherzustellen, um die Kinder zu schützen.

Den Verwaltungsstaat zu zerstören und dem amerikanischen Volk die Selbstverwaltung zurück zu geben.

Die Souveränität, die Grenzen und den Wohlstand „unseres Landes“ gegen globale Bedrohungen zu verteidigen.

Sichern Sie unser gottgegebenes individuelles Recht auf ein freies Leben – was unsere Verfassung als „Segen der Freiheit“ bezeichnet.

Doch das individuelle Recht auf ein freies Leben gilt nicht für alle, wie zu lesen war.

Teil 2

Symposium von DfA in 2024

Am 9.11.2024 (BEACHTET DAS DATUM!!!) veranstaltet Demo für Alle, das Sammelbecken von christlichen Fundis, Evangelikalen, Konservativen, Rechten und extremen Rechten, ein Symposium im Raum Stuttgart.

Das Symposium trägt den Titel: „Kinder im Visier von Porno, Trans & Co.“ und wird als „spannend“ [1] bezeichnet. Doch tatsächlich ist es eine Veranstaltung, die nicht nur transfeindlich sein wird, sondern auch queerfeindlich, sexualfeindlich und hetzerisch.

Diese Veranstaltung dient nicht, ich wiederhole NICHT, den Interessen von Kindern, sondern zeigt vielmehr in welcher kruden Gedankenwelt diese Organisation und ihre Mitstreiter*innen leben. Abgesehen von ihrer rechten Agenda.

An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass dieses Symposium mit der Kooperationspartner*in CitizenGo erfolgt. CitizenGo gehört zum Netzwerk von Project 2025, wie erst vor wenigen Tagen ausführlich im Volksverpetzer dargestellt wurde.

Zurück zum Symposium, das sexualisierte Gewalt („sexueller Missbrauch“) in einen Topf mit sexualpädagogischer Aufklärung („Sexualpädagogik der Vielfalt“ auf dem Lehrplan), Pornographie und das Smartphone, das Selbstbestimmungsgesetzt und einem angeblichen „Trans-Hype“ wirft.

Nachzulesen unter „Anmeldung[2]

Dass die Fälle von sexualisierter Gewalt, ausgeübt an Kindern und Jugendlichen, zunehmen, ist schlichtweg falsch. Es hat sie schon immer gegeben, stattgefunden unter dem Dach der katholischen und evangelischen Kirche, ebenso unter den Dächern von Freikirchen oder in der cis-geschlechtlichen heteronormativen Vorzeigefamilie.

Dass die Zahlen steigen, liegt daran, dass immer mehr Betroffene das Schweigen brechen und die Täter anzeigen was einen Anstieg der Zahlen in den Statistiken zur Folge hat.

Auch ist von einer zunehmenden Sexualisierung der Gesellschaft die Rede, als gezielte Indoktrination von WHO, EU & Co. [3] Das alles kann auf der Webseite von Demo für Alle nachgelesen werden. Deshalb soll an dieser Stelle auf die Referent*innen näher eingegangen werden.

Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter.

Foto von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter

Der christliche Fundi ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der kreationistischen Vereinigung Studiengemeinschaft Wort und Wissen. Er gehörte 2020 zu den Erstunterzeichner*innen des rechten Appells für freie Debattenräume.

In seiner Eigenschaft als Professor der Philosophie in Liechtenstein unterstützte er die „Prinzipien Sexualpädagogik“, die nur Sexualität zwischen cisgeschlechtlichen heterosexuellen Menschen akzeptiert und zutiefst queerfeindlich war.

Auch unterstützte er die antifeministische Frankfurter Erklärung, die sich gegen Gleichstellungspolitik ausgesprochen hat. Von Wachter tauchte aber auch als Interviewpartner bei AUF1 auf [4] und ebenso bei Kontrafunk, [5] wo sich Rechte und christliche Fundis die Hand reichen.

2016 tauchte er als Autor in der AfD-nahen Freie Welt auf, um mit einen Artikel mit dem Titel „Die Öffnung der Grenzen ist unmoralisch“ seine „Botschaft“ unter’s Volk zu bringen. [6]

Die nächste Referentin Tabea Freitag

Foto von Tabea Freitag

war bereits 2021 angekündigte Referentin für das Online-Symposium von Demo für Alle. Angekündigt wurde sie als Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, die sich „bereits seit vielen Jahren mit sexueller Traumatisierung und Medien- bzw. Pornografiesucht. In ihrem Vortrag beleuchtet sie die psychischen Folgen schamverletzender Sexualerziehung und Pornografie für Kinder.“ [7]

2022 war sie Referentin beim evangelikalen Kongress gegen Menschenhandel. [8]

Für ihr Buch „Fit for Love“ – Praxisbuch zur Prävention von Internet-Pornografie-Konsum. Eine bindungsorientierte Sexualpädagogik“ (ausgezeichnet mit dem Gesundheitspreis 2013 der Barmer GEK) schrieb Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter das Vorwort.

Pastötter war in der Vergangenheit schon mehrfach Referent für Demo für Alle. Das Buch für das er das Vorwort schrieb kann einer „autoritären Sexualpädagogik“ zugeordnet werden und es finden sich Indizien für eine inhaltliche Nähe zu (rechts-)konservativen christlichen Kreisen, so Ferdinand Backöfer.

In seiner Auseinandersetzung mit dem Buch kommt er zu dem Schluss, dass es sich um ein „Dezidiertes Gegenmodell zur „Sexualpädagogik der Vielfalt““ handelt.

Ein weiterer Referent ist Univ. Prof. Dr. Dr. Johannes Huber.

Foto von Johannes Huber

Er war 2021 Erstunterzeichner*in des Aufrufs Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden, initiiert vom Verein Deutsche Sprache. Außerdem gehört er zum Referent*innenkreis des RPP-Instituts (Institut für Religiosität und Psychiatrie), [9] das ohne Übertreibung dem rechten und christlichen Fundamentalismus zugeordnet werden kann.

Huber gehört auch zum Autor*innenkreis von CATO, einem Magazin sog. „neuer“ Rechter.

Angekündigt wurde als Referentin eine gewisse Sophie Griebel.

Foto von Sophie Griebel

Sophie Griebel gab Hedwig von Beverfoerde ein Interview mit dem Titel „Wie der Trans-Kult fast ihr Leben zerstörte![10] Sie wird also aus einer persönlichen Perspektive transfeindliche Narrative bedienen. Zusätzliche Infos zur Person und ihrem Umfeld konnten nicht ermittelt werden.

Fortsetzung Folgt!!!!

Frankfurter Buchmesse 2024

Vom 16. bis 20.10. findet in diesem Jahr die jährliche Buchmesse in Frankfurt statt. Auch in diesem Jahr werden einige extrem rechte/rechte und/oder antisemitische Verlage teilnehmen.

Zusätzlich noch anthroposophische Verlage, Verlage/Organisationen von christlichen Fundis/Evangelikalen und ebenso der Verlag der Scientology Church.

Als Aussteller*innen werden vertreten sein:

=> der antisemitische Ahriman Verlag (Halle 3.1/C55)
=> die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit (Halle 3.1/J157)
=> der Verlag Die Silberschnur GmbH und VAL Silberschnur GmbH.

Im Silberschnur Verlag sind vier Publikationen von Wladimir Megre erschienen und zwar vier Bände „Anastasia“. [1] Die antisemitische völkische Anastasia-Bewegung basiert auf diesen Bänden und wird vom Verfassungsschutz als „rechtsextremer Verdachtsfall“ eingestuft. In Österreich wird sie vom Staatsschutz beobachtet. [2]

Ebenfalls präsent ist die

=> DVCK (Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur e.V.).

Die DVCK ist eine Organisation christlicher Fundis und Abtreibungsgegner*innen.

6 Verlage sind Rudolf Steiner und der Anthroposophie zuzuordnen

=> Info 3-Verlag
=> Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der freien Waldorfschulen e.V.
=> Rudolf Steiner Verlag
=> Rudolf Steiner Ausgaben e.K.
=> Verlag Urachhaus
=> Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH).

=> Beim Verlag New Era Publications International ApS handelt es sich um den Verlag der Scientology „Church“.

Von christlichen Fundis/Evangelikalen sind vertreten:

=> Brunnen Verlag GmbH Internationale Lizensen
=> Claudius Verlag im Evangelischen Presseverband für Bayern e. V.
=> Deutsche Bibelgesellschaft
=> Evangelische Verlagsanstalt GmbH
=> SCM Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH
=> Vereinigung Evangelischer Buchhändler u. Verleger e.V.

sowie das Sprachrohr der Evangelikalen der Evangelischen Allianz in Deutschland, kurz EAD, der

=> Informationsdienst der evangelischen Allianz (idea).
=> Auch der Gabal Verlag (Halle 3.0/B19) wird präsent sein.

Dieser Verlag tritt regelmäßig auf dem Evangelikalen Kongress christlicher Führungskräfte (KcF) auf.

=> Auch dabei sein wird der Westend Verlag.

Zu den Vortragsredner*innen für den Verlag gehören u.a. die Putinversteherin Gabriele Krone-Schmalz oder Dr. Erich Vad, der in der Vergangenheit als Referent für das IfS aufgefallen ist oder als Autor für die Sezession in Erscheinung trat.

Zu den Autor*innen des Westend Verlags gehören u.a. die transfeindliche Judith Sevinç Basad, die Querfrontlerin Daniela Dahn, Ulrike Guérot, Sahra Wagenknecht und Rainer Mausfeld. Um hier nur einige Namen von Autor*innen zu nennen. [3]

Unter „Demnächst bei Westend“ macht der Verlag Werbung für die Publikation „Die Corona Verschwörung – Wie die Bevölkerung über die Covid-19-Impfung getäuscht wurde“ oder „Wer stört, muss weg! – Die Entfernung kritischer Professoren aus Universitäten“.

Zum Sortiment des Westend Verlags gehören die Bücher von Kai AmbosApartheid in Palästina?“ oder Daniele GanserEuropa im Erdölrausch“ oder die Schrift „Umgekehrter Totalitarismus – Faktische Machtverhältnisse und ihre zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Demokratie“ oder auch „Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“.

Aber nicht nur in nicht genuin rechten Verlagen wird rechtes Gedankengut veröffentlicht. So z.B. im im Quadriga Verlag im Januar 2024 die neuesten Ergüsse von Peter Hahne „Ist das Euer Ernst?“.

Buchcover Peter Hahne "IST DAS EUER ERNST?! Aufstand gegen Idiotie und Ideologie" Quadriga Verlag (Spiegel Bestseller Platz 1)

In diesem Pamphlet wettert der fromme Mann gegen geschlechtergerechte Sprache und ärgert sich u.a. darüber dass „„Corona“ unaufgeklärt sei.“

Zur Münchner Verlagsgruppe (Halle 3.0/A33) gehört auch der FinanzBuch Verlag. Erschienen sind im Verlag u.a. „Merkel – Eine kritische Bilanz“, Hrsg. von Philip Plickert mit Beiträgen von Thilo Sarrazin, Roland Tichy, Norbert Bolz … .

Buchcover "MERKEL EINE KRITISCHE BILANZ" Mit Beiträgen von Thilo Sarrazin, Necla Kelek, Cora Stephan, Norbert Bolz, Roland Tichy und anderen. FBV, Spiegel Bestseller.

Ein Spiegel-Bestseller übrigens.
Erschienen sind im Verlag auch „Gender GAGA“ von Birgit Kelle, „Weltsystem Crash“ von Max Otte oder auch dieses „zauberhafte“ Buch von Joachim Nikolaus Steinhöfel.

Buchcover: "Die Digitale Bevormundung" Wie Facebook X (Twitter) und Google uns vorschreiben wollen, was wir denken, schreiben und sagen dürfen" von Joachim Nikolaus Steinhöfel, FBV, Mit einem Vorwort von Henryk M. Broder, Spiegel Bestseller Platz 1.

Auch Rainer Zitelmann, Mitinitiator des revanchistischen „Appell 8. Mai 1945 – gegen das Vergessen“ wird über den Verlag vertrieben. Die Initiatoren des Appells können laut dem Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter als „neue“ Rechte bezeichnet werden. [4]

Buchcover: Rainer Zitelmann "Die Gesellschaft und ihre Reichen - Vorurteile über eine beneidete Minderheit" FBV

Auch der Siedler-Verlag, der zur Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH gehört, wird auf der Buchmesse präsent sein (Halle 3.0/D21).

Der Siedler-Verlag wurde, was häufig vergessen wird, von Wolf Jobst Siedler gegründet. Für seine rechte Publizistik wurde W.J. Siedler 2007 mit dem Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis „gewürdigt“. Die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit berichtete ausführlich darüber. [5]

2020 schrieb der Siedler-Verlag folgendes: „Der Siedler Verlag folgt bis heute in vieler Hinsicht den programmatischen Überlegungen, die Wolf Jobst Siedler in den 1980 er Jahren bei der Gründung seines Verlages bewegten“. [6]

Und damit wäre über den Siedler-Verlag und seine Wurzeln alles gesagt.

Im LMV (Langen Müller Verlag) Verlag (Halle 3.0/D46) erschien am 27.08.2024 die neueste rassistische Schrift von Thilo Sarrazin, in der er gegen den Sozialstaat und die Migrations- und Flüchtlingspolitik wettert und das auf 328 Seiten.

Mittlerweile sind sieben, SIEBEN, 7, weitere Bücher von Sarrazin im LVM Verlag erschienen, der sich von dem Rassismus und der Hetze, die Sarrazin verbreitet, nicht angewidert fühlt, sondern diesem noch eine Plattform gewährt. [7]

Auch Markus Krall durfte hier schon seinen Schund veröffentlichen.

Markus Krall "Die Stunde Null - Ein neues Wirtschaftswunder ist möglich" LMV

Auch Ansgar Graw wird beim LVM Verlag als Autor angegeben. Ansgar Graw fungierte u.a. als Autor für die Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft, bekannt auch als SWG. Bevor er für die Welt schrieb, publizierte er in MUT, die als sog. Nationalrevolutionäres Sprachrohr bezeichnet werden kann und die im Asendorf Verlag veröffentlicht wurde.

Interessant ist die Stellungnahme des Verlags: „Meinungsfreiheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt sind die unverzichtbaren Grundlagen einer verlegerischen Arbeit ohne Berührungsängste. Extremistische und totalitäre Thesen lehnt der Verlag ausnahmslos ab.[8]

 

Marsch für das Leben 2024

Dieser Beitrag steht auch im Archiv zur Verfügung

Im September 2024 findet der jährliche „Marsch für das Leben“ (MdfL), organisiert vom Bundesverband Lebensrecht (BVL), statt und zwar in Berlin und in Köln, zeitgleich am 21.09.2024. Wir schauen genauer hin!

Anlässlich des MdfL finden auch Gottesdienste statt, darunter ein Requiem für die Ungeborenen.

Screenshot belegt die Angaben im Long-Skeet.

[1]

Mittlerweile gab es einen Wechsel im Vorstand des BVL. Hartmut Steeb (Evangelische Allianz in Deutschland …) gehört nicht mehr dazu. Ebenso wenig Cornelia Kaminiski und Mechthild Löhr. [2]

Der Abtreibungsgegner Paul Cullen vom rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit und Vorsitzender der Ärzte für das Leben (ÄfdL) ist mittlerweile stellvertretender Vorsitzender des BVL. Susanne Wenzel, Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), ist auch neu dabei.

Zusätzlich noch Albrecht Weissbach, Geschäftsführer des Vereins kaleb (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig bewahren), der Gründer von sundaysforlife Andreas Düren, sowie Dr. Georg Dietlein, der ehrenamtlich den Vorstand der Juristen-Vereinigung-Lebensrecht (JVL) vertritt, eine Organisation mit den sog. „furchtbaren Juristen“ und die Stiftungsmanagerin Elisa Ahrens, die bei der Stiftung Ja zum Leben die Geschäftsleitung und das Projektmanagement übernimmt. [3]

Wir sehen also hier schon wie gut vernetzt der BVL ist. Zu den Mitgliedern des BVL gehören mittlerweile weitere Organisationen.

Neu hinzugekommen ist die Ärztevereinigung St. Lukas e.V., das Institut für Ethik & Werte mit Sitz in Gießen. Besagtes „Institut“ gehört zur evangelikalen Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD).

Zum Team dieses „Instituts“ gehört Prof. Dr. Christoph Raedel in seiner Eigenschaft als Direktor. [4] Er wollte als Gutachter für den Prozess gegen den homosexuellen hetzenden Olaf Latzel fungieren, wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Die evangelische Zeitung bezeichnete ihn als „umstritten“. [5]

Denn Raedel bezeichnete „Homosexualität als Sünde“. [6] Auch Mitglieder/ Mitstreiter*innen des wissenschaftlichen Beirats des „Instituts“ sind z.B. in der Vergangenheit durch Homosexuellenfeindlichkeit aufgefallen. Darunter Prof. Dr. Edith Düsing.

Das autonome Lesben- und Schwulenreferat der Uni Köln bezeichnete sie 2009 als „Homoheiler-Unterstützerin“. [7] 2020 war Düsing Mitglied des Beirats der kreationistischen „Studiengemeinschaft Wort und Wissen“. Nur soviel dazu!

Neue Mitglieder im Bundesverband Lebensrecht (BVL) sind KALEB und Lebensrecht Sachsen e.V.. Diese Organisation organisiert den jährlichen Schweigemarsch für das Leben in Anaberg-Buchholz.

Sundaysforlife e.V. mit Sitz in Greven ist auch neu dazugekommen. Dieser Verein betrachtet Schwangerschaftsabbrüche als „größte Menschenrechtsverletzung unserer Zeit“. [8]

Dass 161 Millionen Kinder unter fünf Jahren als Folge von Mangelernährung und Hunger unterentwickelt sind, interessiert sie nicht die Bohne.

Dass alle 10 SEKUNDEN ein Kind an den Folgen von Hunger stirbt, interessiert sie nicht die Bohne. [9]

Dass, so Terre des Hommes, rund 27 Millionen Kinder aufgrund von bewaffneten Kämpfen nicht zur Schule gehen können, [10] geht ihnen an ihrem ignoranten und/oder christlich-fundamentalen Barsch vorbei.

Dass 420 Millionen Kinder in einem Kriegs- oder Konfliktgebiet leben, [11] wird nicht einmal thematisiert.

In ihren Herkunftsländern droht Flüchtlingskindern Krieg, Gewalt, politische Verfolgung, die Rekrutierung als Soldat, Zwangsheirat oder Zwangsprostitution; auch davon kein Wort.

Denn ihr Einsatz für das Leben endet zum Zeitpunkt der Geburt und hier bei der BVL geht mensch immer noch davon aus, dass nur Frauen Kinder gebären können. Mal abgesehen davon, dass eine misogyne Grundhaltung hinter dem Gebärzwang steckt, so kann mensch bei der BVL auch LGBTIQ-feindlichkeit entdecken.

Die gesetzliche Regelung in den USA, wo in manchen Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche fast unmöglich sind, werden als „lebensbejahendere Gesetze als vorher, (…)[12] bezeichnet.

In ihrer Stellungnahme zur Sendung „Glaube, Macht, Ideologie: Das gefährliche Netz der Abtreibungsgegner“ schreibt die BVL die „Lebensrechtsbewegung ist mit Rechtspopulisten und rechtsextremen in keiner Weise vereint“. [13]

Ist sie aber doch!!!! Im Blogeintrag von 2020 schrieb B. Kramer: „Bei fast allen Vorstandsmitgliedern lassen sich Verbindungen zu „neuen“ Rechten feststellen.“ [14]

2019 gehörten zu den ideellen Unterstützer*innen des Marsch für das Leben die die Zivile Koalition des Sven und Beatrix von Storch (AfD) und die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF) in Berlin.

Sie ist die Trägerin der „neu“rechten Bibliothek des Konservatismus, einem Think Tank, der von Caspar von Schrenck-Notzing im Jahr 2000 gegründet wurde. [15] Er ist auch bekanntgeworden als Herausgeber der Criticon.

Cover der 100. Ausgabe Criticon

[16]

Mittlerweile stellt der BVL keine Auflistung der „idellen Unterstützern“ ein. Doch unvergessen ist das Interview mit Beatrix von Storch, die 2019 am Marsch für das Leben teilgenommen und kath.net ein Interview gegeben hat.

Dieselbe Frau schwafelte von einer „Kultur des Lebens“, die sich 2016 für den Schießbefehl auf geflüchtete Menschen an der Grenze und auf deren Kinder ausgesprochen hat. [17]

Später ruderte die Afdlerin zurück und teilte mit nicht auf Kinder schießen lassen zu wollen, doch auf deren Mütter und auf geflüchtete Frauen. [18]

Das Schweigen von Abtreibungsgegner*innen, die sich gerne in der Rolle der „Lebensrechtler*innen“ oder als „Menschenrechtler*innen“ sehen, war laut, SEHR LAUT.

Sie werben für sich mit dem Slogan „Stark sein. Schwache schützen.“ und veröffentlichen dazu das Bild eines Mädchens, das ein Down-Syndrom haben könnte.

„Stark sein. Schwache schützen“ BVL (Bundesverband Lebensrecht). Dazu das Foto eines Mädchens, das vermutlich das Down-Syndrom hat.

So informiert die Lebenshilfe über den Grundbetrag ab 1. August 2024 von 133 Euro monatlich. Kommt noch Arbeitsförderungsgeld hinzu in Höhe von 52 Euro, erhält ein behinderter Mensch in einer Werkstatt 185 Euro monatlich für die geleistete Arbeit.

An einer anderen Stelle wird ein Durchschnittgehalt von 222 Euro monatlich angegeben. Das ist jedoch KEIN Mindestlohn und die dort Arbeitenden gelten nicht als Arbeitnehmer*innen.

Mehr Kritik

Noch mehr Kritik

RND dazu

Von Abtreibungsgegner*innen hört mensch zu diesem Thema allerdings kein Wort.

Zurück zum Marsch für der Leben und der diesjährigen sog. „Fachtagung“ mit Kardinal Woelki als Redner, der Woelki, gegen den 2023 die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Meineid ausgeweitet wurden [19] und mit dabei auch die rechte Abtreibungsgegnerin Birgit Kelle.

Sie gehört seit 2010 zum Autor*innenkreis der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit, wurde 2013 mit dem Gerhard-Löwenthal-Preis für rechte Publizistik geehrt, fungierte 2013 als Interviewpartnerin für das neofaschistische Magazin Sezession und gilt als Mitautorin des Buches „Renovatio Europae: Plädoyer für einen hesperialistischen Neubau Europas“ erschienen im Manuscriptum Verlag. Der Herausgeber ist der neofaschistische Historiker David Engels vom rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit.

Und damit endet dieser Beitrag

Traumatisierung und Flucht

Ende 2023 waren weltweit insgesamt rund 118 Millionen Menschen auf der Flucht. [1] Die Fluchtursachen sind: Krieg und Gewalt, politische Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen, Hunger, Klima und Umwelt. [2]

Mehr als 70 Prozent der Asylsuchenden in Deutschland kommen aus Kriegs- und Krisengebieten, laut Angaben des BAMF. [3]

47 Millionen aller Geflüchteten sind Kinder. [4]

Während also immer mehr Menschen flüchten MÜSSEN, denn kein Mensch flüchtet freiwillig, erstarken hierzulande die Stimmen, die die Menschen, die endlich in Deutschland angekommen sind, wegschicken, abschieben oder deportieren wollen. Notfalls mit Gewalt.

Und es sind nicht nur die Stimmen von Neofaschist*innen aus den Reihen der AfD, der Identitären Bewegung, sondern auch aus anderen Parteien.

Auch aus Parteien, die nicht genuin rechts sind. Debattiert werden auch die Leistungen für Asylbewerber*innen zu kürzen und das Asylrecht noch weiter einzuschränken und damit faktisch abzuschaffen.

Die Bezahlkarte ist nur ein Baustein von vielen Maßnahmen, die geflüchtete Menschen, die Schutz benötigen, abschrecken sollen. Dabei sind „Vertreibung, Verfolgung, Folter und Vergewaltigung traumatische Erlebnisse, die tiefe Spuren hinterlassen.“ [5]

Amnesty International konstatiert: „Traumatisierte Geflüchtete werden in Deutschland kaum psychotherapeutisch behandelt, eine umfassende Reform der Versorgung ist nötig.“ [6] und Pro Asyl berichtete im Juli 2023 unter der Überschrift: „Mehr Traumata bei Geflüchteten, weniger Geld für psychosoziale Hilfsstrukturen“. [7]

Und weiter: „Die Zahlen im psychosozialen Versorgungsbericht 2023 der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) zeigen, dass 87 Prozent der geflüchteten Menschen in Deutschland traumatische Ereignisse erlebt haben und etwa 30 Prozent unter Trauma-Folgestörungen leiden. Zudem haben Geflüchtete oft weitere Risikofaktoren, psychisch zu erkranken: Zum Beispiel Mangel an sozialer Unterstützung, prekäre Wohnverhältnisse, Verlust von Ressourcen, massive Unsicherheit.[8]

Das alles ist nichts Neues. Bereits 2018 ergab eine AOK-Studie, dass Drei von Vier Kriegsflüchtlingen traumatisiert sind und jede*r Fünfte gefoltert wurde. [9]

Bei mehr als der Hälfte der Kinder und Jugendliche mit Fluchtbiografie liegen psychologische Belastungssymptome vor und 40 % der Kinder sind durch die Gewalterfahrungen u. a. in der Schule, aber auch in zwischenmenschlichen Interaktionen deutlich eingeschränkt (Gavranidou et al., 2008).“ [10]

Ja, richtig gelesen. Diese notleidenden Menschen werden zusätzlich zu ihren Traumata, zu ihrer psychischen Instabilität abgeschreckt und gegängelt und als ob das noch nicht genug ist, träumen Teile der Gesellschaft von der Deportation, die sie euphemistisch „Remigration“ nennen.

Mitglieder der AfD wünschen sich „Quarantäne“, also Lager, für psychisch erkrankte geflüchtete Menschen und Gauck fordert eine eine strenge Einwanderungspolitik, denn diese sei verantwortlich für den Erfolg der AfD. [11]

Und in der Zwischenzeit will der FDP-Generalsekretär das Bürgergeld für neue ukrainische Flüchtlinge stoppen. [12]

Statt psychische Stabilität erlangen zu können, Hilfsangebote zu erhalten und in aller Ruhe hier ankommen zu können, werden die neuen Mitbürger*innen und auch deren Kinder,  die gleichfalls von Traumata betroffen sein können, zum Spielball von Rassismus und Gesellschaft, die immer weiter nach rechts kippt.

Den neuen Mitbürger*innen drohen allerdings weitere Gefahren, die ihre Erholung und Genesung verhindern können. So betreiben die Freunde der Erziehungskunst Rudolf SteinerNotfallpädagogik“, die sich an „psycho-traumatisierte Kinder und Jugendliche in Kriegs- und Katastrophengebieten“ wendet. [13]

Das Institut christlich orientierte Traumabegleitung, gefördert vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), [14] verbindet „die Erkenntnisse der modernen Traumatherapie mit den Ressourcen des christlichen Glaubens“.

So dass hier die Gefahr besteht, dass traumatisierte geflüchtete Menschen, mit Anthroposophie oder/und christlichem Fundamentalismus konfrontiert werden und hier unter Druck geraten oder die „falsche“ Hilfe erlangen.

Wenn also rassistische Lehrkräfte, wie z.B. Ingrid FreimuthLehrer über dem Limit – Warum die Integration scheitert“, in ihrem Buch behauptet die Integration von geflüchteten Kindern sei gescheitert, dann ignoriert sie – absichtlich oder unabsichtlich-, dass eine Voraussetzung zur Eingliederung in das Schulsystem und die Gesellschaft eine gesunde bzw. stabile Psyche ist.

Denn ein Traumata einhergehend mit Schlafstörungen, Ängsten, wiederkehrende Flash-Backs und oder auch Depressionen … verhindern ein Ankommen in dieser Gesellschaft und gewisse Anpassungsleistungen.

Erschwerend kommt hinzu Schüler*innen mit Migrations- oder Fluchthintergrund werden im deutschen Bildungssystem benachteiligt und prägen den Bildungserfolg oder -mißerfolg. [15]

2018 schrieb der Focus: „Die strukturelle Integration ist gescheitert. Auf allen Gebieten der Integration weisen Muslime leider Defizite auf“ und veröffentlichte einen Artikel von Hamed Abdel-Samad, Autor des Buches „Integration. Ein Protokoll des Scheiterns“.

„Die strukturelle Integration ist gescheitert Auf allen Gebieten der Integration weisen Muslime leider Defizite auf. Die strukturelle Integration ist gescheitert. 43 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland haben Migrationshintergrund. Fast 53 Prozent aller Sozialhilfeempfänger ebenso. Ähnlich ist die situation in Frankreich, Belgien, Dänemark und Schweden.“

[16]

Abdel-Samad gab bereits 2016 der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit ein Interview, war 2017 Referent für die Junge Alternative NRW, der Nachwuchsorganisation der AfD und war zwei Jahre später, also 2019, Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung mit Thilo Sarrazin in Dresden und gehörte 2020 zu den Erstunterzeichner*innen des rechten Appells für freie Debattenräume.

In diesem Kontext müssen seine antimuslimischen und islamfeindlichen Äußerungen betrachtet werden. Doch er gibt Wasser auf die Mühlen von extremen Rechten, Rechten und Rassist*innen.

Und wieder einmal wird übersehen und/ignoriert in welchem Zustand geflüchtete Menschen Europa/Deutschland überhaupt erreichen. So wird die „Perspektive geflüchteter Frauen nicht beachtet“.

Und weiter: „Die Perspektive flüchtender Frauen und Mädchen und ihre besondere Gefährdungssituation vor, während und nach der Flucht finden kaum Eingang in die Debatten. Nur selten sind ernsthafte Anstrengungen bemerkbar, ihre Lage verbessern zu wollen.“ [17]

[18]

[19]

Im Februar 2024 berichtete medico mondiale: „46 Prozent der Frauen und Mädchen, die auf der Flucht sind, erleben sexualisierte Gewalt, so eine Studie der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2022.“ [20]

Bereits 2016 erschien in der TAZ ein Artikel mit der Forderung „Oft haben Frauen auf der Flucht Gewalt und sexuelle Übergriffe erfahren. Sie brauchen geschützte Räume – gerade in Notunterkünften.“ [21]

Wer also nur mit dem rassistischen Finger auf Geflüchtete zeigt, die sich hier schlecht bis gar nicht zurechtfinden, auffällig werden oder Straftaten begehen (Pfui!)

Foto von der Schlagzeile von Bild: „Die Asyl-Akte des Solingen-Mörders“.

sollte sich A) bewusst machen, dass in diesem rassistischen Fall von einer Person auf eine gesamte Bevölkerungsgruppe geschlossen wird,

sollte sich B) bewusst machen, dass eine solche Botschaft, wie die in der Bild, verantwortlich ist für weitere Angriffe auf geflüchtete Menschen und

sollte sich C) schämen, denn die Menschlichkeit gebietet, abgesehen von Attentäter*innen des IS, der Hamas, der Taliban, also terroristischen Gruppieren, dass Deutschland geflüchteten Menschen nicht nur einen Schlafplatz schuldet und Geld, sondern darüber hinaus auch eine psychologische Betreuung.

Denn wer es bis nach Europa geschafft hat, die Pushbacks von Frontex überlebt hat oder ein sinkendes Schlauchboot, hat lebensbedrohliche Erfahrungen gemacht und vermutlich ein Trauma erlitten.

Wer das nicht berücksichtigt, ist entweder rassistisch oder menschlich einfach nur schäbig. Punkt.

Jana Higholder

Dieser Beitrag steht auch im Archiv zur Verfügung

In diesem Beitrag geht es um die Christfluencerin Jana Highholder. Na ja, eigentlich heißt sie mit bürgerlichem Namen Jana Hochhalter.

Eine riesengroße Plakatwerbung von oder für bibel.TV. Zu sehen ist das Gesicht von Jana Hochhalter. Zitat: "Ich bete, weil das Gespräch mit Gott kein Monolog ist."

[1]

Hartmut El Kurdi befasste sich bereits mit ihr in einem Artikel in der TAZ . Doch hier erfuhr die interessierte Leser*in eigentlich nur, dass sie als Ärztin praktiziert und in ihrer Privatpraxis in einem Wellnesshotel „ästhetische Medizin“ anbietet.

Also Botox, Hyaluron oder z.B. die „Fett-Weg-Spritze“, aber ebenso auch Infusionstherapie u.a. zur Leistungssteigerung. [2] Ich vermute streng bibelkonform.

Auf ihrer Webseite beschreibt sie sich selbst als „einflussreichste christliche Stimme im deutschsprachigen Raum“, bekannt aus ARD, SZ, SWR, ERF, Welt. [3]

Ihre Arbeit als Ärztin beschreibt sie so: „In jungen Jahren selbst an Krebs erkrankt, ist sie heute Ärztin und forscht und promoviert über die Fragestellung, ob und inwiefern Spiritualität eine Ressource zur Krankheitsbewältigung bei krebskranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist.“ [4]

Hier links im Bild unten ist sie mit einer anderen christlichen Influencerin zu sehen. Zwei junge schöne weiße Frauen, die vom lieben Herrn Jesus geradezu beseelt sind und natürlich weiße Kleidung tragen.

Also optisch sehr ansprechend in Szene gesetzt.

Ein Foto vom Podcast Jana & Jasmin "in Zeiten wie diesen". Beide haben vor sich einen Becher mit vermutlich Kaffee, jede hat ein Mikrofon. Sie tragen weiße Kleidung und ihre Zähne sind schwanenweiß.

[5]

Aber weg von den Äußerlichkeiten und hin zu den Inhalten, die sie vertritt und mit wem sie sich vernetzt hat.

Louis Berger berichtete am 13.07.2024 von einer Tagung der „Alliance Responsible Citizenship“ (ARC) im Schloss Maxlrain. Neben Jordan Petersen, der empfiehlt Donald Trump zu wählen und der jede Person, die trans Personen eine Geschlechtsangleichung ermöglichen will, im Gefängnis sehen will, [6] sollen auch „Stars der Verschwörungszene“ teilgenomen, ebenso auch Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg) und Jana Hochhalter.

Der Verfasser Berger kommentierte dies folgendermaßen: „Der Schulterschluss zwischen Charismatismus und Rechtsaußen war nie deutlicher.“ Dazu gab es dieses Foto.

Auf dem Foto sind lächelnd Johannes Hartl und Jana Highholder/Hochhalter zu sehen.

[7]

Zum Beirat der ARC gehören übrigens die gut vernetzt Gudrun Kugler, Jordan Petersen, Michael Johnson (Sprecher des US- Repräsentantenhauses und republikanisches Mitglied des Kongresses), Michael Lee (ebenfalls Republikaner und US-Senator), um hier nur einige Namen zu nennen.

Einfluss, Macht und Geld sind unter dem Dach der ARC zusammengekommen und natürlich auch Reichweite für Forderungen wie z.B. „Die Redefreiheit an Universitäten zurückfordern“, die „Botschaft eines Pfingstpastors an die westlichen Staats- und Regierungschefs“, die „Jungenkrise“ und natürlich auch christlich-fundamental geprägte Themen, denn hier wähnt sich mensch in einer „Gesellschaft, die von einer Cancel Culture dominiert wird, die sich als Wunsch nach Gerechtigkeit tarnt.“ [8]

Hier dürfte sich Frau Hochhalter mit ihren „konservativen“ Ansichten sehr wohl fühlen, nachdem die zweijährige Zusammenarbeit mit der EKD an genau diesen gescheitert ist. [9]

Der Humanistische Pressedienst schrieb über die Frau, die in ihrer Corona-Infektion eine „Glaubensprüfung“ sah, die der Meinung ist, dass Schöpfung und Evolution einander nicht ausschließen (Stichwort: intelligent design) und im Fall einer Ehe sich von einem starken sich führen lassen wolle, so wie Jesus seine Gemeinde geführt habe: „Gäbe es einen Gott, so hätte er seiner Verkünderin doch vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr Grips mitgegeben.“ [10]

Es sind Äußerungen wie diese, die die Christfluencerin verharmlosen und das ist ein Fehler, denn Jana Highholder oder Hochhalter kommt gut an.

Denn auch sie betreibt Werbung, allerdings für Gott und gegen Sex vor der Ehe, gegen Pornos [11] und wie könnte es anders sein auch gegen Sexarbeit, selbstbestimmte, versteht sich, auf Youtube, Instagram und Facebook.

Sie bewirbt aber auch ganz bibeltreu antifeministische Thesen. Wegen ihrer „biblizistischen und evangelikalen Positionen“ wurde sie in der Vergangenheit als „trojanische Influencerin“ bezeichnet, die weit weg vom „evangelischen Mainstream“ sei. [12]

Für Hochhalter war es darum nur logisch die Schirmherrschaft für den Kongress Leben.Würde in 2021 zu übernehmen. Hier kamen evangelikale, charismatische Gruppierungen und organisierte Abtreibungsgegner*innen zusammen, um über Leihmütter, Schwangerschaftsabbrüche und Sterbehilfe zu diskutieren.

Screenshot als Beleg

Zu den Teilnehmer*innen und Redner*innen gehörten u.a. Birgit Kelle, Sylvia Pantel, der Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe Robert Antretter, Christoph Raedel von der FTH Giessen, bekannt geworden durch seine homosexuellenfeindliche Text und von der Staatsanwaltschaft abgelehnten „theologischer Gutachter“ im Prozess gegen Olaf Latzel. [13]

Neben Paul Cullen referierten u.a. auch Dieter Eggert, Vorsitzender der Interessenvertretung ungeborener Menschen e.V.

An Pfingsten 2024 nahm Jana Hochhalter als Rednerin an einer mehrtägigen Veranstaltung in Regensburg teil. Als Rednerin waren auch Sophia Kuby und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer anwesend. [14]

Ihr Auftritt bei den christlichen Hochschultagen in Tübingen wurde kritisiert, wegen ihrer „Nähe zu rechten Positionen“. [15]

Das Statement der Evangelischen Studierendengemeinde und Katholischen Hochschulgemeinde Tübingen zu den sog. Hochschultagen“ kann hier nachgelesen werden.

CNA Deutsch führte aufgrund der Kritik ein Interview mit einem Vertreter der christlichen Rechten von ADF-International.

In diesem Interview war die Rede von „absolutistischen Fanatismus, der sich so oft gegen Christen richtet“, Kritiker*innen wurden zu „Cancel Culture Mobs“.

Der Interviewer, ein junger Mann, der sich privat in einer katholischen Jugendbewegung und in einer Pro-Life-Aktion befasst, fragte:

Welche Konsequenzen müssen Christen aus dem Fall Jana Highholder an der Uni Tübingen ziehen?“ und tat gerade so, als stünden die Löwen vor der Tür, um die Christenverfolgung zu vollenden. [16]

Zurück zu Frau Hochhalter, die auch am ersten Jahresempfang von idea (Informationsdienst der evangelischen Allianz in Deutschland), Sprachrohr der evangelikalen EAD, in 2024 teilgenommen hat.

In diesem Umfeld kommen ihre antifeministischen Ansichten sehr gut an. Ihre Ansichten Abtreibung sei prinzipiell egoistisch, die Frau habe sich dem Mann unterzuordnen, d Mann sei das Oberhaupt d Familie, der vermutlich auch das größte Stück Fleisch oder die größte Portion einer Mahlzeit erhält.

Ach und sie glaubt an Wunderheilungen. „„Dennoch erleben wir heute noch Heilungen, die wir nicht erklären können und die auf wundersame Art und Weise passieren“, so Highholder.“ [17]

Gemeinsam mit ihrem Chef Dr. med. Georg Steinfuhrth gibt es einige Videos über die Vereinbarkeit von Medizin und Glaube oder über Wunder in der Medizin. Ansonsten hat sie zu jedem Thema was zu sagen, darunter auch über „Alternative Medizin und unchristliche Popsongs“ oder ein gemeinsames Video mit Leo Bigger (ICF Zürich) und z.B. auch einen Talk zwischen Jana und Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg auf der MEHR2020, einer Konferenz, organisiert von J. Hartl.

Johannes Hartl gehörte in diesem Jahr auch zu den Referent*innen der christlichen Fundi-Konferenz UNUM24, während Jana Highholder Teilnehmerin war. Da es für sie nur eine Antwort auf komplexe Fragen wahr ist, muss sie sich auf der Konferenz sehr wohl gefühlt haben.

Denn bei der Konferenz, der EINS-SEIN-Konferenz, waren sehr viele Vertreter*innen der „Neue Apostolische Reformation“, kurz NAR

Vertreter*innen von NAR streben die Dominanz in allen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen an. Kurz und knapp Vertreter*innen von NAR streben einen Gottesstaat an!

#EvangelikaleSindGefährlich #FundisZurHölleJagen

Stichwort: Christianophobie

Die Christliche Rechte in Deutschland, Europa und in den USA ist ein Sammelbecken von Rechten, Evangelikalen, Pfingstgemeinden, charismatischen, konservativen christlichen Fundamentalist*innen und orthodoxen Christ*innen.

Die christliche Rechte behauptet in Europa und in Deutschland stünde die Religionsfreiheit von Christ*innen auf dem Spiel. Immer häufiger würden Christ*innen angefeindet, ins Abseits gestellt und sie dürften nicht mehr die Wahrheit verkünden. [1]

Das neue Gesetz, das Gehsteigbelästigung von ungewollt Schwangeren vor Praxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, zur Ordnungswidrigkeit erklärt, wurde dementsprechend eingeordnet und kommentiert.

Cornelia Kaminiski, Bundesvorsitzende von ALfA (Aktion Lebensrecht für Alle), sah darin eine Stigmatisierung und Kriminalisierung von Christen. [2]

Sie beschwerte sich, die Regierung sei „großzügiger bei Antisemitismus, Demonstrationen für ein Kalifat und im Umgang mit Klimaaktivisten. Die Ampelkoalition setze alles daran sie, also Christ*innen, zum Schweigen zu bringen. [3]

„Anders geht man mit Christen um: Sie werden durch die Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes stigmatisiert und kriminalisiert.“ Wer so vorgehe, offenbare jedoch nicht nur ein mangelndes Demokratieverständnis. Er zeige auch, worum es wirklich gehe: „Um den Entzug der Grundrechte für diejenigen, die nicht die Meinung der Regierenden vertreten. Wäre diese Meinung so grundfalsch, müsste man sie nicht bekämpfen. Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht. Das weiß auch die Ampelkoalition – und setzt daher alles daran, sie zum Schweigen zu bringen.“

Im November 2022 berichtete die Initiative Christenschutz, hinter der die Zivile Allianz e.V. und damit Sven von Storch steckt, [4] von einem „wachsenden Christenhaß: Anschläge auf Kirchen mehren sich rasant“. [5]

Die Aufklärungsquote sei erschreckend gering proportional zum Interesse von Staat und Behörden am Thema Christenverfolgung. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Welle der Gewalt ihr Ziel wechselt: von Kirchen zu Menschen.“ Ist dort zu lesen.

Der Text triefte von Rassismus und Hetze. Das Thema „Christenfeindlichkeit“ in Kombination mit antimuslischem Rassismus findet mensch in von Storch’s Blog überall.

Im März 2021 veröffentlichte die „Initiative“ von Sven von Storch ein Interview mit Pater Francesco Giordano. Das Interview trug die Überschrift: „Pater Francesco Giordano im Interview: „Gläubige müssen für ihre Freiheit kämpfen“. [6]

Im darauffolgenden Monat wurde „Diskriminierung gegen Christen stoppen“ veröffentlicht. [7]

Diskriminierung gegen Christen stoppen An die Bundesregierung In allen Bereichen des öffentlichen Lebens werden Christen und christliche Wertauffassungen diskriminiert und aus dem Diskurs gedrängt: in der Kunst und Kultur, in der Bildung, im Beruf, selbst in der Politik. Ich fordere Sie auf, der Benachteiligung christlicher Bürger entschieden entgegenzutreten. Das freie Bekenntnis des christlichen Glaubens muss möglich sein, ohne Stigmatisierung oder Angriffe befürchten zu müssen. Ich bitte Sie, sich öffentlich in aller Klarheit von der diskriminierenden Behandlung der Christen in Deutschland zu distanzieren.

2018 schrieb Radio Horeb über „Christenhass in Deutschland“. [8] Im selben Jahr veröffentlichte auch Domradio einen Artikel über „Gezielte Übergriffe auf Christen in Deutschland“. Für den CDU-Politiker Heribert Hirte sei dies ein erschreckendes Bild. [9]

Heribert Hirte ist in der Vergangenheit schon aufgefallen, weil er z.B. für das Bildungszentrum Feldmark, eine Einrichtung, die dem Opus Dei nahesteht, einen Vortrag gehalten hat. Das war 2014 und zu dieser Zeit beschäftigte ihn die Situation der Christen im nahen Osten. [10]

Anna Diouf schrieb in Tichys Einblick im Dezember 2023 über „Christianophobie“. [11]

Dabei ist das Narrativ der vermeintlichen „Christianophobie“ nicht neu. Bereits 2008 veröffentlichte die Webseite des Hans Albert Institut einen Artikel über „Ein Gespenst geht um – Christianophobie“. [12]

Kritik an christlichem Fundamentalismus, z. B. die kritische Berichterstattung an dem Fundi-Kongress UNUM24 – „Eins Sein Konferenz“ in München wurde sehr schnell im Kontext mit Anfeindungen gegen Christ*innen gebracht. Darüber habe ich bereits berichtet.

Zwei Screenshots als Beweis, entnommen von idea.

„Großbritannien: Über die Hälfe der Christen erlebt Anfeindungen“ und „Universitäten: Bekenntnis im rauen Wind“. Ein Screenshot von idea.

Natalie Meinert schrieb für das Eulemagazin einen Artikel über die christliche Rechte. „Die behauptet, in Europa wäre die Religionsfreiheit von Christ*innen in Gefahr. In Polen wird an der „Wissenschaft“ hinter dieser These gearbeitet – mit Auswirkungen auch auf Deutschland.“ [13]

Wie gesagt das Narrativ einer vermeintlichen „Christianophobie“, Erzählungen von Anfeindungen gegen und Diskriminierungen von Christ*innen sind nicht neu. Nur jetzt dringt diese Erzählung vermehrt in die Öffentlichkeit und nicht nur in Deutschland.

Verantwortlich dafür sind Netzwerke und Organisationen wie z.B. Agenda Europe, Demo für Alle, CitizenGo … und Europa für Christus. 2006 gegründet von dem Ehepaar Martin und Gudrun Kugler.

Gudrun Kugler (ÖVP), sehr gut vernetzt, warnte bereits 2016 im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor „Intoleranz gegen Christen in Europa und deren Diskriminierung“. Dazu gehörte auch „Beschneidung von Erziehungsrecht der Eltern“.

Das von ihr gegründete „Observatory on intolerance and discrimination against christians in europe“, kurz OIDAC, sammelt akribisch Fälle. Darunter auch die sog. „Pufferzonen“ in UK in der Nähe von Praxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, die Weigerung des obersten Gerichtshof Italiens der evangelischen Kirche Breccia di Roma eine Steuerbefreiung zu gewähren, Farbattacken gegen Gebäude von Abtreibungsgegner*innen und Fälle von Vandalismus, europaweit.

Doch was steckt hinter den Erzählungen von vermeintlichem Christenhass und –verfolgung, von Anfeindungen gegen Christ*innen? Denn wer genau hinschaut, kann so ziemlich in jeder Stadt die christlichen Sektenmitstreiter*innen der Zeugen Jehovas mit ihrem Wachturm in Einkaufsstraßen herumlungern sehen.

Auch gerne anzutreffen in Einkaufszonen sind Christ*innen, die einen Bibelkurs anbieten und Passant*innen ansprechen. Aber ebenso auch Gruppen von christlichen Abtreibungsgegner*innen vor Praxen und Kliniken und keine dieser Personen hat bisher eine auf’s Maul bekommen oder wurde bedroht.

Derartige Fälle sind nicht bekannt.

Ihre Meinung dürfen sie auch kundtun und ihre Vereine und Organisationen sind größtenteils als gemeinnützig anerkannt, wie z.B. der Bundesverband Lebensrecht, der vom Finanzamt für Körperschaften als gemeinnützig anerkannt wurde. [14] Und fast überall mischen sie sich ein.

Das Hans Albert Institut schrieb dazu folgendes:

Das Gespenst der Christianophobie Konservative Angriffe auf die europäische Gesellschaft ließen sich aber wegen des Widerstandes freigeistiger Kreise nicht mehr so einfach verwirklichen. Gewütet wurde und wird daher auf der Internetseite gegen z. B. den verweigerten Gotteshinweis in der europäischen Verfassung, die Ablehnung der Kandidatur Buttiglionis, die auch die Religionsprivilegien betreffenden europäischen Antidiskriminierungsgesetze, die Erleichterung der Embryonenforschung etc. Ein neues Kampfmittel musste her! Anfang 2008 wurde deshalb innerhalb der Initiative „Europa für Christus!" die Aktion "Christianophobie in Europa" zunächst in englischer Sprache gestartet.

Die Erzählung von den Anfeindungen und der Diskriminierung von Christ*innen sind als ein Kampfmittel und als „konservativer“ Angriff zu verstehen. Ein Angriff auf eine offene, multikuturelle, diverse Gesellschaft und auf die Laizität.

Es geht um Dominanz und um die Ausbreitung eines „Theokonservatismus“ vielleicht auch um eine „Theokratie“ oder eines theokratischen Faschismus und damit um rückständige Geschlechterrollen, einhergehend mit der Stärkung des Patriarchats bei gleichzeitiger Queerfeindlichkeit. Schwangerschaftsabbrüche werden mehrheitlich abgelehnt und teilweise auch Empfängnisverhütung, ebenso die Evolutionstheorie.

Es geht aber auch um die Erhaltung von Europa/USA als christliches Land und um Angst vor dem Bedeutungsverlust. Es geht deshalb auch um Ängste und um Abwehrmechanismen, die in den USA zu einem Kulturkampf geführt haben.

Es geht aber auch um eine anti-demokratische Grundhaltung, um LGBTIQ+-feindlichkeit und um Misogynie und um die Vorstellung ein Land wie am Beispiel der USA und dem Project 2025 „»aus dem Griff der radikalen Linken zu befreien«“, den Schaden, den sie angeblich »angerichtet« haben »rückgängig« zu machen und die »richtigen Menschen an die Macht zu bringen«, um »ein besseres Amerika für alle Amerikaner« zu schaffen.“ [15]

Vier Hauptziele werden im Manifest genannt: „»die Wiederherstellung der Familie als Mittelpunkt des amerikanischen Lebens, der Abbau des Verwaltungsstaates, die Verteidigung der Souveränität und der Grenzen der Nation sowie die Sicherung der gottgegebenen individuellen Rechte auf ein Leben in Freiheit«“. [16]

Diese Hauptziele lassen sich in leicht abgewandelter Form auch bei Organisationen in Deutschland erkennen über die in diesem Blog häufiger berichtet wurde.

Das Attentat auf Donald Trump könnte die Situation allerdings verschärfen im Hinblick auf das Narrativ „Christenhass“ oder „Anfeindungen gegen Christen“. CNA berichtete nämlich am 15.07.2024 über „Bei Trump-Attentat getöteter christlicher Vater war „der Beste von uns“ über den Getöteten, der jeden Sonntag in die Kirche gegangen sei und der als Held gestorben sei. Er sei ein „Mann Gottes gewesen, der Jesus sehr liebte und sich auch um unsere Kirche und unsere Mitglieder wie um eine Familie kümmerte“. [17]