Binkert in Wetzlar

Am 27.01.2026 hält Hermann Binkert im Kreissitzungssaal Wetzlar einen Vortrag zum Thema: „Meinungsforschung in der Demokratie“. Die Einladung ist versehen mit dem Logo Lahn-Dill-Kreis, dem Logo der GWAB, dem Logo der Stadt Wetzlar, ….

In dem Referat wird Hermann Binkert aufzeigen, „wie politische Prozesse, öffentliche Debatten und Entscheidungsfindungen durch Umfragen beeinflusst werden.“

Wie schnell doch die Menschen, die Bürger*ìnnen darunter auch die Demokrat*innen, vergessen.

Bereits vor 10 Jahren berichtete marktforschung.de über „Meinungsforschung von rechts außen?[1] Schon 2016 wurde über Binkerts Kontakte zur AfD berichtet. Spiegel-Recherchen hatten ergeben, dass Binkert als INSA-Geschäftsführer „beratend für die AfD tätig war“. [2]

2019 veröffentlichte Die Zeit einen mehrseitigen Artikel über Hermann Binkert als „Meinungsforscher im postfaktischen Umfeld“. [3]

Aber es kommt noch „besser“. Im November 2017 lud der Deutschland-Kurier zu einer Veranstaltung an der nicht nur Erika Steinbach, David Bendels, Nikolaus Fest und Maximilian Krah sondern auch Hermann Binkert teilnahmen.

Im Januar 2018 organisierte INSA einen Jahresempfang und mit dabei David Bendels. Etwa zwei Wochen später referierte Binkert über „Meinungsforschung in postfaktischer Zeit“, wie die JF auf ihrer Facebook-Seite schreibt.

Geschäftlich ist er dem Blatt ebenfalls verbunden, ein ehemaliger Insa-Mitarbeiter sagt, er habe eine Leserbefragung bearbeiten müssen, die Insa im Auftrag der Jungen Freiheit durchgeführt habe.

Bereits drei Mal gab Binkert seine Ansichten bei NIUS zum Besten. [4]
NIUS wird „als rechtspopulistisches und rechtskonservatives Portal im Stil von Fox News eingeordnet“, so Wikipedia.

Zitat: „Nius wird vorgeworfen, sich nicht der Selbstregulierung des Presserats zu unterwerfen Falschmeldungen zu veröffentlichen und Zweifel an Schwere und Folgen der Erderwärmung zu säen. Die Seite wird gelegentlich als „Krawallportal“ bezeichnet.“ [5]

2023 sprach Hermann Binkert auf dem evangelikalen Kongress christlicher Führungskräfte (KcF). Das Sprachrohr der Evangelischen Allianz Deutschland, nämlich idea, widmete ihm einen ganzen Artikel mit der Überschrift: „Meinungsforscher: Christen, werdet Meinungsbildner![6]

Uns kommt es so vor als sei es gestern gewesen, am 10.01.2026 berichtete die TAZ über das bevorstehende Superwahljahr 2026 „glühen bei den Umfrageinstituten die Drähte heiß in den berechnenden Maschinen und Köpfen.“ [7]


Und wieder stoßen wir auf Binkert. Hier als Zitat:
Drähte nach ganz oben Insa-Chef Hermann Binkert hat ausgezeichnete Kontakte zur rechtsextremen Partei und liegt auch stets vorn, wenn es gilt, namentlich erwähnt zu werden. Er hat die AfD schon bei 69 Prozent gesehen und ist jederzeit bereit, noch eine Schippe draufzulegen. Er prophezeit: Es wird ein knappes Rennen; Weidel ist noch lange nicht Kanzlerin. Und möchte die törichten Kollegen vor jeder Form von Siegesgewissheit warnen. Insa, grinst er, habe den ultimativen Joker, „den Draht nach ganz oben“„.

Wir mussten nicht lange suchen, um auf Hermann Binkerts Publikation „Wie Deutschland tickt“ erschienen im Fontis-Verlag zu stoßen.

Diese Publikation wird auch im aktuellen Prospekt des extrem rechten Antaios Verlag aufgeführt. [8]

Felix Menzel’s Recherche D hat Binkert gar ins Lexikon aufgenommen. Felix Menzel, Gründer, Herausgeber und Chefredakteur der „Blaue Narzisse“, ist aktuell Pressesprecher der AfD-Fraktion im Sächschischen Landtag. [9]

Doch das sollte nicht weiter wundern, denn bereits 2017 bezeichnete Belltower News Hermann Binkert als dem Höcke-Flügel nahestehend. [10]

Gewarnt wurde vor den Zahlen von INSA als „AfD-nahe[s] Umfrageinstitut“.

Im letzten Jahr hat Binkert auf der Mitgliederversammlung des Trägervereins der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ für Familie und Lebensschutz geworben und eine geistig-moralische Wende gefordert.

Zitat: „Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch; das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott.“

Wie die rechtskatholische Zeitung Die Tagespost berichtete, sind Binkert und Alexandra Maria Lindner (Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht) [11] Mitglieder im Trägerverein von idea. [12]

Hermann Binkert selbst katholisch ist gut vernetzt und das auch mit der KiNC-Landschaft, also mit Gruppierungen, Gemeinden und Einzelpersonen die einen christlichen Gottesstaat anstreben. (siehe Maria Hinsenkamp)

Doch Binkerts Vernetzungen reichen sehr viel weiter nämlich bis zum Deutsch-Ungarischen Institut für Europäische Zusammenarbeit am Mathias Corvinus Collegium in Kooperation mit dem Nézőpont-Institut. Hier hatte Binkert an einer Veranstaltung als Redner teilgenommen. [13]

Nachfolgender Screenshot dient als Beweis.

Hier sprach als Referent in 2025 auch Ulrich Vosgerau [14] vom rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit. Ulrich Vosgerau ist bzw. war Teilnehmer der „Deportationskonferenz“ in Potsdam.

Binkert bewegt sich also auch in einem sehr rechten Netzwerk und hier kommt er auch so gut an, wie das Interview der Woche mit Binkert mit der Junge Freiheit beweist. [15]

Wir fragen uns in diesem Zusammenhang, warum u.a. die Stadt Wetzlar eine Veranstaltung mit Binkert nicht nur befürwortet, sondern geradezu fördert?

Wir fragen uns, wurden diese Fakten, die jederzeit überprüfbar sind, vergessen oder werden sie ganz einfach ignoriert?

Und wir fragen uns weiter, wieso Organisationen gegen Rechts für eine solche Veranstaltung werben und wir fragen uns was dieser Einsatz gegen Rechts wert ist?

Nachträgliche Ergänzung von fundiwatch

Binkert war auch auf der Vorabendveranstaltung zum letzten Marsch fürs Leben in München im Haus der Bayerischen Wirtschaft- geneinsam mit der als Hategroup eingeordneten Anwaltslobbyorganisation Alliance Defending Freedom (ADF), vor deren zunehmenden Einfluss das EPF schon lange warnt…

Christliche Events – Teil 5

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Grob geschätzt wurden in den bisherigen Teilen mind. 21 christliche Events erwähnt oder vorgestellt. Bedeutsam ist dabei, diese größeren und großen Events sind Veranstaltungen, die der KiNC-Landschaft zugeordnet werden können.

Der Begriff KiNC umfasst Gruppierungen und Freikirchen, die einen christlichen Gottesstaat anstreben. Dabei ist jede Veranstaltung mit Rednerinnen und Auftritten das Ergebnis von Netzwerken und für jedes Netzwerk gilt: es ist mehr als die Summe seiner Mitglieder/Mitstreiterinnen.

Und hier in ihren Echokammern bestätigen sie sich gegenseitig. Hier erfahren sie auch keinen Widerspruch, sondern ausschließlich Zustimmung oder/und Erweckung samt Euphorie.

Abgesehen davon kann damit auch Geld verdient werden. Das beweisen die „christlichen“ Rapper O’Bros, die mittlerweile einen eigenen Shop betreiben.

Hier verkaufen sie nicht nur ihre Musik, sondern auch T-Shirts und Sweater wie diese zum Beispiel. [63]

KiNC-Events sind auch ein Geschäftsmodell. Das zeigt das SPRING Festival der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD) im Zeitraum 6.-11. April 2026 in Willingen mit einem üppigen Programm.

Tageskarten kosten zwischen 85 und 105 Euro inkl. einem Mittagessen. [64] Doch die Teilnehmer*innen müssen auch irgendwo schlafen, wenn sie am gesamten Festival teilnehmen wollen.

Frühbucher*innen können in einer Ferienwohnung oder einem Gästehaus wohnen, aber auch in einem Hotel oder Komfort-Hotel. Zusätzlich besteht die Möglichkeit in einem Single-Hotel einzuchecken, in einem Konferenz-Hotel, einem Alleinerziehenden-Hotel oder sich mit einem Wohnmobil-Stellplatz zufrieden geben.

Dabei variieren die Preise für Erwachsene zwischen 380,00 (ohne Unterkunft) und 790,00 Euro (Normalpreis Single-Hotel). Nachzulesen hier

Allerdings sind die * und ** interessant. Denn bei Belegung mit nur einem Erwachsenen wird ein Aufschlag berechnet. Bei Ferienwohnungen wird immer mindestens der Preis von zwei Erwachsenen berechnet.

Ein solches Festival geht also ins Geld und die Teilnahme ist zugleich auch Ausdruck von finanzieller Priviligiertheit.

Doch schauen „wir“ uns das Netzwerk, das hinter dem Festival steht, genauer an. 25 Künstlerinnen und Rednerinnen werden das Programm „bereichern“.

Zu nennen wäre Sebastian Rochlitzer, der als Bauchredner gemeinsam mit dem sockenfressenden Ungeheuer Ulfie auf deutschen Bühnen unterwegs ist, laut evangelisch..de, die ihn zusätzlich als Entertainer und Evangelisten beschreiben. [65]

Er arbeitet für die Evangelikale Stiftung GmbH. [66]

Sie ist vernetzt mit Easynutrition GmbH Meiningen (Foodstuff Produktion & Processing) [67] und WERTEC GmbH (Werkstatt-Technik Vertriebs GmbH). [68]

Gegründet wurde die Evangelikale Stiftung GmbH von Lutz Scheufler.

Eine weitere Rednerin ist Verena Hammes. Sie ist Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und Mitglied im Konvent der Evangelischen Allianz.

Ebenfalls dabei ist Bastian Decker, Pastor im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). „Er schult Christen darin, glaubwürdig und authentisch ihren Glauben in natürlichen Gesprächen zu teilen“, [69] sprich zu Missionieren.

Interessant ist die Personalie Fadi Krikor. Angekündigt wird er folgendermaßen: „Fadi Krikor ist Unternehmer und Gründer mehrerer Werke. Er leitet ein nationales ökumenisches Netzwerk und wirkt in internationalen Leitungsnetzwerken.“ [70]

Gemeinsam mit seiner Frau Nicole erwarb er ein ehemaliges Kloster und gründete „Father’s House for All Nations“. [71] Darüber hinaus gilt er als Initiator von„Deutschland Betet Gemeinsam“, war Redner auf der christlich-fundamentalen UNUM24-Konferenz, die er auch mitorganisiert hat.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf diesen Eintrag: https://fundiwatch.org/csd-muenchen-trifft-auf-christlich-fundamentalistische-veranstaltung-von-miteinander-fuer-europa/
Hier wird auf Fadi Krikor und Gerhard Kehl, die Initiatoren der UNUM24 näher eingegangen.

Krikor hat es geschafft, in das gemeinsame Gebet für Deutschland die sog. „charismatische Nationentheologie“ nach Deutschland zu tragen.
Was es damit auf sich hat, hat Philipp Greifenstein ausführlich im Eulemagazin dargestellt

Hier ein Zitat von Krikor: „Gott habe „persönlich und durch mehrere prophetische Worte“ zu ihm gesprochen. Krikors Mission besteht darin, „die Völker“ in der Endzeit zu sammeln. Es gäbe dafür eine „Dringlichkeit im spirituellen Reich“, Gott selbst habe „Alarm geläutet, seine Armee und Wächter zu sammeln“. […][72]

Er ist also Vertreter einer christlichen Endzeit-Theorie oder auch Eschatologie. [73]

Zu den Künstler*innen des Springfestivals gehört u.a. auch Leuchtwerk, ein christliches Bandkollektiv aus der Rhein-Main-Region. 2023 entstand im Rahmen eines Auftritts in Kassel dieses Foto. [74]

Evangelikalismus oder christlicher Fundamentalismus kommt mittlerweile hip, farbenfroh, tättowiert oder gepierct daher und sich diesem anzuschließen kostet Geld, wie am Beispiel des Spring-Festivals zu sehen war.

Auch die Future Conference 2026 (27.03.- 28.03.2026), organisiert von Awakening Europe e.V. vertreten durch Ben Fitzgerald, [75] kostet. Wer an der zweitägigen Veranstaltung teilnehmen möchte, muss 140,00 für den Eintritt [76] bezahlen und benötigt noch eine Unterkunft und Verpflegung.

Dafür erhalten die Teilnehmenden die geballte Ladung christlichen Fundamentalismus um die Ohren. Denn zu den Rednern, Frauen sind nicht vorgesehen, gehören der Fußballspieler John Bostock von Ballers in God, Kris Vallotton von der Bethel Church in Redding und Ben Fitzgerald von der Awakening Church.

Fundiwatch beschäftigte sich bereits intensiv mit den Verbindungen von Ballers in God und der Bethel Church.

Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Bethel Church Redding eine neucharismatische Megachurch in Redding, Kalifornien ist und mit Kris Vallotton ist einer der Mitbegründer und Leiter der Bethel Church Redner auf der Future Conference.

Die Bethel Church gilt als extrem charismatisch, die New Age Lehren verbreitet und nach Dominionismus oder Dominanz strebt, also NAR.

Bill Johnson, einer der führenden Pastoren und Mitbegründer der Bethel Church, fordert u.a. in seinen Publikationen „eine Abkehr von der alten, bibelgeprägten Sicht der Gläubigen: „Es ist Zeit für eine Revolution in unserer Vision““. [77]

Er ist der Ansicht es brauche einen „aggressiven Glauben“. „Johnson redet von einem „Evangelium der Macht“ (gospel of power – 163); „Ich bin hier als ein militärischer Vertreter des Himmels. Die Kirche ist im Angriff“ (155).“ [78]

Das zeigt sich bis hin nach Deutschland, wo die Bewegung Awakening Europe unter Ben Fitzgerald mit Bethel verbunden ist. 2024 wurde er als einer der Hauptreferenten bei der charismatischen UNUM24-Konferenz in München eingeladen.“ [79]

Laut Das Wort der Wahrheit hat Bill Johnson ein „weltweit tätiges apostolisches Netzwerk aufgebaut (Bethel Leaders Network; Global Legacy), durch das der Einfluß von Bethel und seinen Lehren weithin ausgebreitet wird“.

Wenn von einem weltweit tätigen apostolischen Netzwerk die Rede ist, dann ist damit NAR (Neue Apostolische Reformation) gemeint, vor der die Huffpost am 04.06.2024 vor der „größten Bedrohung für die amerikanische Demokratie, von der Sie noch nie gehört haben“ warnte. [80]

Diese Warnung müssen „wir“ ernst nehmen, denn diese Bedrohung hat sich weltweit ausgebreitet. Mehr zu NAR

Wir beenden Teil 5 mit Überlegungen zur Toleranz

Christliche Events 2026 – Teil 4

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4 der Reihe „christliche Events in 2026“ beginnt mit einer Veranstaltung der Alive Church e.V. in Karlsruhe.

Die Alive Church gehört laut Eigenangaben zum Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP), der zum Netzwerk der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD) gehört und mit der EAD intensiv verbunden ist. [49]

Damit ist die Alive Church Teil der KiNC-Landschaft, die das Königreich Gottes auf Erden errichten will.

Darüber hinaus arbeitet die Alive Church mit der Evangelischen Allianz Karlsruhe, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Karlsruhe (ACK), dem Forum Evangelischer Freikirchen in Karlsruhe (FEFK) und dem Forum christlicher Leiter Karlsruhe (FCLK) zusammen.“

Außerdem ist die Alive Church aktives Mitglied im Hillsong Network.2023 berichtete u.a. Correctiv über die evangelikale Pfingst- und Megakirche Hillsong. [50] Es ging u.a. um mangelnde finanzielle Transparenz und Machmissbrauch.

Sex vor der Ehe oder homosexuelle Beziehungen würden nicht offen, aber subtil problematisiert und ein traditionelles Familienbild werde propagiert.

Hillsong setze stark auf charismatische Führungspersönlichkeiten, ohne wirksame Gegenmechanismen, so Michael Herbst Prof. für praktische Theologie in einem Interview mit dem Sonntagsblatt.

Der Professor stellte außerdem eine starke Fixierung auf die eigenen Gemeinden fest, so zähle bei Hillsong nur das Engagement in der eigenen Gemeinde, nicht jedoch z.B. ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim.

Hauptpastor der Hillsong Germany Freimut Haverkamp wirbt mit den Worten „Ich will dir Mut machen, dass du Teil wirst von der Armee Gottes (…)“ .

Was das Reich Gottes ist, „das mit Spenden gepflegt werden soll, interpretiert Pastor Haverkamp offenbar sehr frei.

Hillsong Germany hat mittlerweile auch lokale Initiativen in Konstanz, Düsseldorf, München …. [51] Eine Hillsong Konferenz Europa wird vom 21. bis 23. Oktober 2026 in Deutschland stattfinden. [52]

Zurück zur Alive Church Trägerin der Durlacher Tafel in Karlsruhe [53] und Unterstützerin von The Justice Project. Am 28.02.2026 findet Alive Worship 10 Jahre Jubiläumsfeier & Live Album Recording in der MHP Arena in Ludwigsburg statt.

[54]

Wer sich auskennt oder genau hinschaut wird mindestens zwei Special Guests aus der KiNC-Landschaft entdecken. Gemeint sind die christlichen Rapper O’Bros und Henok Worku (VIVE Church Frankfurt/Main).

Auf der Seite der Alive Church werden „next dates“ veröffentlicht. 12 davon betreffen 2026. Darunter das „Allianz Wochenende und Gebetswochenende“ der EAD. Die Worship Night findet im ICF Karlsruhe statt und die Gottesdienste im Missionswerk Karlsruhe. [55]

Veranstaltungen der Alive Church mit dem Titel „Pray“ finden im Zeitraum 12.-16.01., 06.-09.07., 12.-16.10.2026 in Ludwigshafen statt. [56]

In der Festhalle Durlach findet am 25.01.2026 Vision Sunday statt. Zusätzlich gibt es mehrere Tauftermine in 2026. [57]

Weiter geht es im März 2026 mit der nächsten ECHO Night in der Festhalle Durlach. Dabei handelt es sich um ein Event, das Jugendliche und junge Erwachsene in Baden-Württemberg und Umgebung zusammenbringt, „um Gottesdienst zu feiern und Gott zu begegnen – mit Worship, Ministry, heftiger Message und Gemeinschaft.“ [58]

Im Mai folgt dann die Churchcon 2026, die 2 ganze Tage andauert mit Worship und Rednern. Als Redner sind aufgeführt: Graziano Gangi (Alive Church Karlsruhe),

Henok Worku (Vive Church Frankfurt), Benjamin Sawadsky (Hoop Kirche Bremen), Christian Knorr (Credo Kirche Wuppertal), Timo Langer, Alive Worship und Alive Music. [59]

Im Zeitraum 14. bis 15. Mai 2026 findet die Sisterhood Conference statt für die die Alive Church Werbung macht, bei der es sich allerdings um eine Veranstaltung von Hillsong handelt. [60]

Tickets für Frauen ab 18 Jahren kosten 95 Euro, für Mädchen unter 18 belaufen sich die Kosten auf 35,00 Euro. Was die Mädchen und Frauen im Rahmen der Konferenz erwartet, konnte bisher nicht ermittelt werden.

Ach ja, die Celebrate Life Church e.V. mit Sitz in Stuttgart [61] lädt zur Ladies Conference ein. Dif findet am 16. und 17.10.2026 im Neckarforum in Esslingen statt. Bei dieser Gelegenheit soll auch das 40jährige Jubiläum der christlichen Frauenzeitschrift Lydia gefeiert werden.

Die Zeitschrift offenbart ein rückständiges Frauenbild und auch sie bietet zahlreiche Veranstaltungen an, darunter z.B. „biografisches Schreiben“, „lebendig schreiben lernen“ und u.a. auch den Lydia-Frauentag am 26.09.2026 „hoffnungs.voll“ in der Evangeliumshalle in Marburg. [62]

Und wer sich noch mehr Veranstaltungen wünscht, wartet einfach auf Teil 5 der Reihe über „christliche Events“ 2026.

Teil 5


Christliche Events 2026 – Teil 3

Teil 1

Teil 2

Teil 3 über christliche/evangelikale Events in 2026 beginnt mit der ICF-Konferenz 2026.

Die ICF (International Christian Fellowship) Church hat mittlerweile eine Vielzahl von Standorten in Deutschland (34 Standorte), sowie Albanien, Brasilien, Isreal, Italien, Kambodscha, Kroatien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien, Ukraine. [24]

Ziel von ICF als Kirche ist es „unsere Leidenschaft, dass Menschen Jesus Christus ähnlicher werden, furchtlos leben und ihr Umfeld positiv verändern.“ [25]

CF gliedert sich in ICF College, ICF Worship, ICF Network und ICF Radio. Unter Leadership werden Leo & Susanne Bigger aufgeführt, Tobias & Frauke Teichen, die Ehepaare Burkhalter, Schulter, Beck, Sieber und Joel Spirgi.

„Wir“ erinnern „uns“ 2024 sprach Tobias Teichen auf dem Leitungskongress Willow-Creek über Jüngerschaft.

Tobias Teichen (ICF München) ist Pastor, Prediger und Buchautor laut seiner Webseite. [26] Er hat auch einen eigenen Podcast, der den Titel „Leadership Podcast“ trägt.

ICF beschreibt sich als „eine überkonfessionelle Freikirche auf biblischer Grundlage, die aus dem Traum entstanden ist, Kirche für die Menschen wieder dynamisch, lebensnah und zeitgemäss zu gestalten.Wir feiern gemeinsam den Glauben an Gott, integrieren ihn im Alltag und leben freundschaftliche Beziehungen“, [27] mit einem erweiterten Netzwerk von eigenständigen Partnerkirchen. [28]

Die Partnerkirchen allerdings werden nicht benannt.
Dem bundesweiten Netzwerk der EAD ist ICF nicht angeschlossen. Regional existieren allerdings Vernetzungen mit der evangelikalen Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD).

So gehören nachweislich mind. 8 ICF Kirchengemeinden zum regionalen Netzwerk der Evangelischen Allianz. Zu nennen sind die Städte Wetzlar, Augsburg, Darmstadt, Karlsruhe, München, Lörrach, Heilbronn und Reutlingen. [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36]

Es gibt auch ICF Churches, die sich auf die Glaubensgrundlage der EAD/DEA beziehen, wie z.B. ICF Berlin. [37]

Damit ist der Beweis erbracht, dass es sich bei der ICF Kirche um eine evangelikale Kirche handelt, die der KiNC-Landschaft durch die Vernetzung mit der EAD nahesteht.

Zu den Rednerinnen und Teilnehmerinnen der Konferenz 2026 gehört auch Bethel Music, „eine christliche Lobpreisbewegung und ein Künstlerkollektiv aus Redding, Kalifornien, das aus der dortigen Bethel Church hervorgegangen ist und weltweit bekannte Anbetungslieder schreibt und produziert, um die Gegenwart Gottes zu suchen und Ausdrucksformen der Anbetung zu schaffen (…)“. [38]

Die Bethel Church (USA) gehört der Pfingstbewegung an. Aktuell ist Bill Johnson leitender Pastor der Kirche, die von Kritiker*innen als extremcharismatische Kirche mit esoterischen Lehren und Praktiken beschrieben wird. [39]

Bill Johnson war erst im Juni 2024 Teilnehmer der Münchner Fundi-Konferenz UNUM24. Deshalb ist über ihn bekannt, dass er in der Vergangenheit u.a. für die „Heilung“ Homosexueller warb [40] und Homosexualität als „Verstoß gegen Gottes Plan[41] hält.

Bill Johnson und damit auch die Bethel Church stehen der „Neuen Apostolischen Reformation“ (NAR) nahe. [42] Damit ist eine christliche Vorherrschaft gemeint, die jeden Lebensbereich umfassen soll und die auch als christlicher Dominionismus definiert werden kann.

Wort der Wahrheit“ bezeichnet diesen „Glauben“ als in „Wahrheit widergöttlich und antichristlich“. Nachzulesen hier

Neben der Bethel-Bewegung wird an der ICF Worship an der Konferenz ebenso teilnehmen, der Gründer und Senior-Leader von Kingdomcity (Malysia) Mark Varughese und z.B. auch Peter Wenz vom Gospel Forum Stuttgart. [43]

Das Gospel Forum Stuttgart ist eine evangelikale Freikirche, die zur charismatischen Bewegung gehört. Von der TAZ wurde das Forum als „Glaubensfabrik“ bezeichnet, die Homosexualität verbietet und Comics für Teufelszeug hält.

Für das Gospel Forum Stuttgart darf einzig allein Peter Wenz sprechen, der sich als von Gott gesetzter Pastor versteht. Das weiß er seit einer Begegnung mit Gott, der gesagt habe: „Peter, wenn ich dich als Pastor gesetzt habe, kann dich niemand absetzen.“ [44]

Im Dezember 2012 wurde Wenz in den Vorstand der Evangelischen Allianz Deutschland oder Deutsche Evangelische Allianz berufen. [45]

Sieben Jahre später, 2019, berichtete Kontext: Wochenzeitung über „Krach im Gospel-Forum“, denn dort gehe es sehr „unchristlich“ zu. „Dreh- und Angelpunkt ist deren Chef Peter Wenz, der nach Ansicht einiger Gemeindemitglieder allzu selbstherrlich agiert“. Sich selbst würde er als „der Gesalbte des Herrn“ bezeichnen. [46]

Zu diesem Zeitpunkt hatten schätzungsweise 1.800 Mitglieder*innen das Gospel-Forum wegen Peter Wenz‘ Führungsstil verlassen. [47]

2017 waren bereits kritische Artikel über das Gospel-Forum erschienen. Aussteiger*innen berichteten von einer „fundamentalistischen Gesinnung“. [48]

Diese „fundamentalistische Gesinnung“ wird darum auch auf der ICF Conference anzutreffen sein. Aber ebenso auch Vertreter*innen von NAR und KiNC. Was genau genommen identisch ist.

Denn ob christlicher Fundamentalismus, KiNC oder NAR, sie alle streben nach Dominanz, nach Missionierung und nach politischer Macht.

Und so modern oder hip ihr Erscheinungsbild auch ist, in Wahrheit ist deren gesamtes Leben und deren Alltag durchdrungen von den Inhalten eines mehr als 2.000 Jahre alten Buches und genau das wollen sie auch anderen aufzwingen.

In Teil 4 geht es um Veranstaltungen von Alive Worship, einem Projekt der Alive Church e.V. in Karlsruhe.

Teil 4

Teil 5

Erinnern

Es reicht nicht aus, nur am 9.11. eines Jahres zu erinnern, an den Holocaust, an die Nazis, die Millionen ermordeter Menschen, darunter 6 Millionen ermordeter Jüdinnen*Juden, ca. 3,3 Mio. sowjetische Kriegsgefangene, zwischen 250.000 und 300.000 Menschen mit Behinderungen, die in Heimen und Pflegeeinrichtungen untergebracht waren, mehr 310.000 Serbische Zivilisten, die von Ustaša-Behörden des Unabhängigen Staates Kroatien getötet wurden, mindestens 250.000 (möglicherweise bis zu 500.000) Roma, Sinti, Jenische. Menschen, die mit dem Z-Wort abgewertet wurden …. . Nachzulesen hier

Zwischen 5.000 und 15.000 homosexuelle Männer wurden in der NS-Zeit in Konzentrationslagern inhaftiert. Etwa 100.000 homosexuelle Männer wurden wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Paragraf 175 während der NS-Zeit von der Polizei verhaftet. Nachzulesen hier

Oder hier zum anhören

Es reicht nicht aus nur daran zu erinnern. Denn das Unfassbare geschah vor aller Augen am hellichten Tag.

Wir erinnern an den Gießener Schriftsteller Georg Edward (https://vanunews.noblogs.org/2025/10/28/stadtfuehrung-teil-2/): „Die Leute auf der Strasse schienen in der Mehrzahl mit dieser Brutalität einverstanden zu sein, nur wenige zeigten Überraschung oder Abscheu auf ihren Gesichtern.(…)“.

Wer eine Tageszeitung lesen konnte, konnte Anzeigen wie diese lesen. „Hier kauft der Nationalsozialist beim Parteigenossen“ (erschienen am 28.7.1933 in der Oberhessischen Tageszeitung)


oder diese mit der Überschrift „Deutsche Waren – vom deutschen Kaufmann“ (erschienen am 1.12.1933 in der Oberhessischen Tageszeitung“.

Es reicht nicht aus nur zu Erinnern. Es reicht einfach nicht aus. Denn wer Erinnert MUSS auch aufmerksam sein, dass so etwas nicht noch einmal geschehen kann. Muss aufmerksam im HIER und JETZT sein.

Wir schauen auf den unanständig-rechten Wetzlar-Kurier, der herausgegeben wird vom extrem rechten Ex-MdB Hans-Jürgen Irmer (CDU). Denn in diesem kostenlosen Schmutzblatt veröffentlichen viel zu viele regionale Unternehmen ihre Anzeigen.

Wir schauen auf die aktuelle zwanzigseitige Ausgabe vom November 2025 mit 52 Werbeanzeigen regionaler Unternehmen und Organisationen, darunter auch Anzeigen, die überdimensional groß sind.

Anders als damals in der Oberhessischen Tageszeitung werden die Anzeigen für die Unternehmen nicht auf einer Seite zusammengefasst, sondern gleichmäßig über die gesamte Ausgabe verteilt und das sieht dann so aus:

Das „Stadtbild“ wird zum „Migrationsproblem“ und eine vermeintliche „Linke Medien-Blase brodelt“ und links daneben Anzeigen auf S. 2 von: Wasser- und Heizungstechnik Arnold, Café-Bistro am Kornmarkt, Holz und Aluminium von Bepler, Gebäudesicherheit und Kommunikation OCS, Gewerbe-Immobilien-Zentrum Mittelhessen, ABE Elektrotechnik GmbH und Papier Ludwig.

Auf Seite 3 geht es dann weiter mit folgender Schlagzeile „Laut Bundeskriminalamt: Syrer, Afghanen, Marokkaner zehnmal so kriminell wie Deutsche“ eingerahmt von einer Werbeanzeige für Rentenberatung Wallbruch, Werbung für den Weihnachtsmarkt am Domplatz, der Schreinerei Karl-Heinz Hedrich in Asslar, Geier Starkstromtechnik GmbH, Clößner Maschinenbau und NC Technik.

Unter dem Artikel „Hessen macht der Stasi Konkurenz Meldestelle „HessenGegenHetze“ gehört abgeschafft“ von Hans-Jürgen Irmer, der seine Erkenntnisse von Nius, Ulf Poschardt und J.D. Vance gewonnen hat, inserriert das Sprachrohr der EAD, nämlich idea.


Und mit dem passenden Barcode kann die christliche Gefolgschaft idea testen und sich einen exklusiven Rabatt sichern. [1]

Auf S. 18 kann sich die Leser*innenschaft „informieren“ über unkontrollierte Kindergeldzahlungen, die ins Ausland fließen sollen, erfährt, dass 3,6 Millionen Steuermittel in „Forschungsunfug“ fließen sollen und kann „erkennen“ wie antisemitisch linke NGO-Netzwerke seien, während die Brauhaus Obermühle, Hessens kleinste Spezialitätenbrauerei, für ihre Getränke wirbt.

Das sieht dann so aus: [2]

[2]

Das waren nur einige ausgewählte Beispielen von seeeehr vielen in nur einer Ausgabe!

Wenn „wir“ uns heute an das unausprechliche Leid erinnern, das die Nazis verursacht haben, dann bietet sich der Vergleich OT im Jahre 1933 und der Wetzlar Kurier in 2025 durchaus an, denn auch hier geschieht Diffamierung, Rassismus, Ausgrenzung und Niedertracht in aller Öffentlichkeit und Geschäftsleute oder Organisationen, wie idea, der Kopp Verlag und und und, unterstützen den Wetzlar-Kurier und die menschenverachtenden Ansichten von Hans-Jürgen Irmer.

Wer sich oder andere erinnert ohne im Hier und Jetzt Verantwortung zu übernehmen und das Maul aufzumachen wenn es notwendig ist, ist auch nicht besser als Friedrich Merz, der bei der Einweihung einer Müncher Synagoge bittere Tränen weinte vor lauter Ergriffenheit, sich der Kippa entledigte, um dann über den eingewanderten Antisemitismus zu sprechen und natürlich auch über das Stadtbild mit den vielen Migrant*innen. [3]

#NieWieder darf keine Floskel sein!!! #GegenJedenAntisemitismus #GegenRassismus

Die Arche

Ein Beitrag über das christliche Hilfswerk „Die Arche“ mit mittlerweile insgesamt 38 Standorten, darunter z.B. auch in Polen (Warschau) und Tansania (Bagamoyo). [1]

Gegründet wurde „Die Arche“ von Bernd Siggelkow im Jahr 1995. Das christliche Hilfswerk gibt an sich besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen einzusetzen. [2]
Bitte beachten Sie den Fisch im Logo.

Der Fisch ist eines der ältesten Symbole im Christentum. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass das christliche Hilfswerk „Die Arche“ eine evangelikale Hilfsorganisation ist. Doch vielleicht ist sie es ja doch.

Auch in den Angeboten steht nichts Evangelikales.

[3]

Auch unter den aufgelisteten Zielen, die sich Die Arche gesetzt hat, ist nichts zu finden und der Kreis prominenter Unterstützer*innen ist groß. Günther Jauch gehört dazu sowie Lukas Podolsky oder die Schauspielerin Susan Sideropoulus. Sie alle haben haben „Die Arche“ bisher mit Geld unterstützt oder „mit eigenen Händen“. [4]

Hier unten im Bild sind die Fußballspieler Maik Franz (links im Bild), in der Mitte Bernd Siggelkow und Sami Allagui (rechts im Bild) zu sehen. [5] Sie haben das Hilfswerk mit einem „Online-Klickturnier“ unterstützt. [6]

Also gut, dann noch mal von vorne.
Bernd Siggelkow ist ausgebildeter Theologe und war für eine Weile Jugendpastor. Zum Glauben fand er als 15-jähriger über die Hamburger Heilsarmee. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er Theologie an einem Theologischen Seminar der Heilsarmee. [7]

Die Heilsarmee ist Mitglied der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) [8] und sie gehört zum Netzwerk der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD). Sie gehört zu den intensiv verbundenen Werken.

Durch diese intensive Verbundenheit „drücken [sie] damit in erster Linie eine immaterielle innere/geistliche Verbundenheit und Nähe aus.[9]

Intensiv verbundene Werke (inkl. Organisationen, Vereine, freie Kirchengemeinden) berufen sich auf die Glaubensbasis der EAD.

Zu den Kooperationspartner*innen der Heilsarmee gehört wiederum die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) – ist identisch mit der EAD – die Lausanner Bewegung Koalition für Evangelisation, sowie u.a. das Forum Wiedenest oder die Deutsche Bibelgesellschaft. [10]

D.h. Bernd Siggelkow fand über eine evangelikale Organisation zum lieben Herrn Jesus, also zum Glauben, und auch Die Arche gehört zum evangelikalen Netzwerk der EAD. Sie ist mit der EAD verbunden. [11] Überprüfbar ist das hier: archive.is/EuoxK.

Jesus.de bezeichnet den Bambi-Preisträger 2024 als „stillen Helden“. [12] Doch so still ist er nicht. Come.on berichtete 2014 über Siggelkow mit dem Titel: „Siggelkow fordert Christen auf, Gesicht zu zeigen.“ [13]

Aufgefallen ist Bernd Siggelkow durch seine Äußerungen gegen Bürgergeld-Empfängerinnen als „Schm*rotzer, der 20 Stellen ablehnt“. [14]

Im Juni 2025 warnte er vor einem Krieg im eigenen Land. Zitiert wird er mit den Worten: „Da werden auch keine Messerverbotszonen ausreichen“.

Und weiter: „Jedoch sollte die Gesellschaft aufpassen, dass im eigenen Land kein Krieg ausbricht, „wenn unterschiedliche Kulturen aufeinanderstoßen, die sich nicht mehr verstehen“, sagt er. Was genau er damit meint, spezifiziert Siggelkow nicht weiter.“ [15]

Im Februar 2025 drängte er zu einem Kurswechsel in der Migrationspolitik mit den Worten „Uns steht das Wasser bis zum Hals“. Während die Grünen eine Erleichterung des Familiennachzugs von Geflüchtete forderten, warnte Siggelkow explizit davor. [16]

Zitiert wird er von Die Welt im Oktober 2025 mit den Worten: „Haben ganz viele Gruppen, die über Schleuser gekommen sind, die den Sozialstaat auslutschen“. [17]

Und weiter: „Arche“-Gründer Bernd Siggelkow warnt vor Spannungen durch die mangelnde Integration vieler Migranten in Deutschland. Dass viele junge Menschen Messer bei sich tragen, sieht der 61-Jährige als Konsequenz von Sprachproblemen und einer zunehmenden Perspektivlosigkeit.“ [18]

Anmerkung: Seltsam, wir kennen keine Jugendliche mit Messer.

Um mehr für Kinder und Jugendliche zu erreichen will Siggelkow bei der nächsten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus für die CDU Marzahn-Mitte kandidieren. Die nächste Wahl ist im September 2026. [19]

Es ist davon auszugehen, dass es ihm nicht mehr ausreicht „Jedes Kind aus dem Blickwinkel Gottes [zu] sehen.“ [20] Jetzt möchte er Einfluss auf die Politik nehmen.

In einem Bericht im christlichen Medienmagazin PRO, ein Sprachrohr der EAD, wird Siggelkow deutlich.

[21]

Aber auch in 2023 wurde er deutlich: „Arche-Gründer: „Mit Geld, Gebeten und Worten um unsere Kinder kämpfen[22] Zitat: „„Gerade wir Christen müssen jetzt aufstehen und mit Geld, Gebeten und Worten um unsere Kinder kämpfen“, erklärt Siggelkow auf PRO-Anfrage, und weiter: „Wir brauchen starke Kinder, um unsere Zukunft zu meistern.“

Der Humanistische Pressedienst (hpd) beschäftigte sich im Januar 2025 kritisch mit Bernd Siggelkow: „Wenn eine sich medial als „Hilfswerk“ für Kinder aus einkommensschwachen Elternhäusern inszenierende Organisation wie „Die Arche“ zum Angriff auf das Bürgergeld bläst, stellen sich einige Fragen.“ [23]

Als eine der wenigen Orgas wurde hier darauf hingewiesen, dass Siggelkow in der Vergangenheit als Interviewpartner für NIUS und die Junge Freiheit fungierte.

Zitat: „Die Junge Freiheit, ein Theorieorgan der Neuen Rechten lud ebenfalls zum Gespräch und entlockte Siggelkow in einem Interview zudem zahlreiche Stichworte für die „Remigration“.“ [24]

Doch lesen Sie selbt! archive.is/r8nR7 Hier wird erstmals erwähnt, dass Die Arche in Berlin eine evangelikale Bekenntnisschule gegründet hat. In diesem Artikel werden Die Arche als „primär evangelikale Missionseinrichtungen, Punkt“ bezeichnet.

[25]

Dieser Erkenntnis können wir uns nur anschließen. #EvangelikaleSindGefährlich

Was ist evangelikal?

In diesem Beitrag geht es um die Fragen „Was ist Evangelikal?“ und „gibt es das auch in Links?

Zunächst einmal gibt es innerhalb des Christentums drei Kirchen: die römisch-katholische, die evangelische und die orthodoxe Kirche, sowie zahlreiche Freikirchen wie z.B. Baptisten, Pfingstkirchen, Mennoniten, Adventisten … .

Eine der bekanntesten Evangelikalen Organisationen ist die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit einem riesengroßen Netzwerk von ca. 500 Organisationen, Vereinen und Kirchengemeinden.

Mittlerweile stellen Evangelikale eine der einflussreichsten Strömungen innerhalb des globalen Christentums dar. [1]

Da eine allgemeingültige Definition so kurzfristig nicht zur Verfügung stand, konzentrieren „wir“ uns auf die theologischen Grundüberzeugungen.

An erster Stelle steht die Bibel als höchste Autorität in Glaubens- und Lebensfragen. Das liest sich dann z.B. so: „Die Bibel ist der allein verbindliche Maßstab des Glaubens; alles andere ist nur an ihr zu messen.“ [2]

In der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) steht dazu: „Die Bibel, bestehend aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments, ist Offenbarung des dreieinen Gottes. Sie ist von Gottes Geist eingegeben, zuverlässig und höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung.“ [3]

Außerdem wird die Bibel wortgetreu ausgelegt und verstanden. Die Nashville-Erklärung, die 2017 von einer Reihe von evangelikalen Leitern in Amerika veröffentlicht wurde, verdeutlicht die Konsequenzen dieser bibeltreuen Lesart. Nachzulesen hier

Einige ausgewählte Beispiele sollen dies verdeutlichen:

Artikel 1: „(…)Wir lehnen ab, dass Gott d Ehe geschaffen habe als eine homosexuelle, polygame oder polyamore Beziehung. Wir lehnen ebenso ab, dass die Ehe ein rein menschlicher Vertrag sei, statt eines Bundes, die vor Gott geschlossen wird.

Artikel 5: „(…)Wir lehnen ab, dass das Auftreten körperlicher Anomalien oder psychischer Gegebenheiten die von Gott beabsichtigte Verbindung zwischen biologischem Geschlecht und Selbstverständnis als Mann und Frau zunichtemachen sollen.“

Artikel 7: „(…)Wir lehnen ab, dass die Annahme eines homosexuellen oder transgender Selbstverständnis mit Gottes heiligen Absichten in Schöpfung und Erlösung übereinstimmen kann.“

Artikel 8: „(…)Wir lehnen ab, dass sexuelle Anziehung für das gleiche Geschlecht ein Teil der guten ursprünglichen Schöpfung Gottes sein soll oder dass das eine Person von der Hoffnung des Evangeliums trennen muss.[4]

Eine offizielle Stellungnahme der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) zur Nashville-Erklärung (mit dem Zusatz: Ein Bündnis für das biblische Verständnis von Sexualtität) gibt es bis heute nicht. Berthold Schwarz von der FTH Giessen, die zum Netzwerk der Evangelischen Allianz Giessen gehört, begrüßte sie.

Ein weiteres Merkmal ist die Evangelisation, also die Weitergabe des Evangeliums und die Missionierung neuer Gläubiger als wichtiger Bestandteil. [5]

Als die EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) 2018 ihr Positionspapier „Für die Begegnung mit Muslimen“ veröffentlichte, sorgte dieses für Streit.

Dabei ging es um diesen Satz: „Der Dialog mit Muslimen ziele auf das gegenseitige Kennenlernen, nicht aber auf eine Konversion zur jeweils anderen Religion.“ [6]

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) verzichtet jedoch nicht auf Mission. [7]

Auch dies ist ein Unterschied zur evangelischen Kirche und evangelischen Kirchengemeinden.

Ein weiterer Unterschied zu evangelischen Kirchengemeinden ist die Tatsache, dass Menschen, die keine Lust mehr auf eine Mitarbeit in der Gemeinde haben, nicht unter Druck gesetzt werden.

Sie können einfach fernbleiben. Aussteiger*innen gibt es in der evangelischen Kirche keine, im Gegensatz zu evangelikalen Gruppen, die bisweilen sektenartige Züge annehmen.

Hier einige Beispiele:

https://taz.de/Ausstieg-bei-den-Evangelikalen/!5786685/

https://www.watson.ch/schweiz/religion/976729588-ein-aussteiger-erzaehlt-warum-es-so-schwierig-ist-aus-der-freikirche-auszutreten

https://www.zeit.de/campus/2017-08/freikirche-glaube-aussteiger-jugend-baptisten

https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/in-einer-freikirche-aufgewachsen-wenn-der-glaube-angst-macht-92199279.html

Bekehrungserlebnisse spielen ebenfalls bei Evangelikalen eine große Rolle und ebenso Worship. Auch damit unterscheiden sich evangelikale freikirchliche Gemeinden von der evangelischen Kirchengemeinde.

Ein weiterer Unterschied zur evangelischen Kirchengemeinde ist die Vehemenz die Evangelikale in ihrem Verhalten an den Tag legen. Druck und Manipulation gehören dazu.

So berichtet die Aussteigerin Daniela aus der Freikirche ICF von „geistlichem Mißbrauch, toxischen Strukturen, Manipulation, aber auch über psychologische Dynamiken, die Menschen in solche Systeme hineinzieht (…).“ [8]

Hier ist das Beispiel eines Aussteigers aus einer Pfingstgemeinde,der vollgepumpt mit dem Grausen vor der ewigen Verdammnis“ wurde und wie die näheren Umstände waren

Das waren jetzt einige Unterschiede zur evangelischen Kirche, die ihre Gemeindemitglieder nicht mit Angst, Druck, Manipulation, Worship, Bekehrungserlebnissen, massiven Missionierungsabsichten konfrontiert.

Wie finde ich den Beweis, dass eine Organisation, Kirche oder Gemeinde evangelikal ist?

Auf der Webseite der Evangelikalen Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) werden die „Werke“ (also Organisationen und Kirchengemeinden) aufgeführt, die a) direkt zur EAD gehören, die b) intensiv verbunden sind und c) verbunden sind.

Hier kann mensch nachschauen und sich informieren. Eine weitere Informationsmöglichkeit sind die Evangelischen Allianzen in den jeweiligen Städten. Beispiel: Die Evangelische Allianz Marburg führt alle regionalen Kirchen und Gruppierungen auf, die zur Evangelischen Allianz Marburg gehören.

Aufzuführen sind in diesem Fall z.B. die Royal Rangers Marburg, die Anskar Kirche, die Christchurch Marburg ( Methodisten), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Marburg … . http://www.evangelische-allianz-marburg.de/gemeinden/ und http://www.evangelische-allianz-marburg.de/werke/

Die TelefonSeelsorge Marburg gehört dazu und ist damit evangelikal. Ebenfalls angeschlossen ist das Blaue Kreuz Marburg – Suchtkrankenhilfe.

Wer sich also der EAD anschließt ob intensiv verbunden oder „nur“ verbunden, ist damit Evangelikal und mehr noch. Diese Organisationen gehören zur KiNC-Landschaft (KiNC = Kingdom-minded Network Christianity), also „eine transformierte Welt durch die sukzessive Ausbreitung des Reiches Gottes“.
[9 = Maria Hinsenkamp „Visionen eines neuen Christentums – Neuere Entwicklungen pfingstlich-charismatischer Netzwerke, Transcript Verlag, S. 50]

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf das nachfolgend abgebildete Buch von Maria Hinsenkamp, die diese Entwicklungen mehr als ausführlich dargestellt hat.

Nun zur Frage, ob es Evangelikale auch in Links gibt? Es gibt tatsächlich Aussagen über „linke evangelikale Gruppen“, die sich für soziale Themen einsetzen. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und die Bewältigung von Flucht und Armut mit Bezug auf die Bibel.

Allerdings können wir diese Aussage nicht bestätigen. Die EAD als größte evangelikale Gruppierung oder Organisation kümmert sich um diese Themen überhaupt nicht.

Da Links-sein stets auch emanzipatorisch ist und sein muss, erfüllt die EAD und alle Gruppierungen, Organisationen, Gebetshäuser und Vereine, die sich der EAD angeschlossen haben, diese Voraussetzung nicht.

Es mag wohl eine „Religiöse Linke“ geben, aber Evangelikalismus und Links-sein schließen einander aus. Denn die EAD und alle Organisationen …, die sich der EAD angeschlossen haben, und das Netzwerk ist riesengroß, sind durchaus auch autoritär, da sie die Bibel wortwörtlich auslegen und zur obersten Autorität erklärt haben. Sie gehören außerdem zur KiNC-Landschaft gehören.

Wer in dieser Landschaft zu finden ist, will einen christlichen Gottesstaat errichten, dem nur Männer und Frauen angehören und in der alle cisgeschlechtlich und heterosexuell zu sein haben.

Alle, die nicht diesem Bild entsprechen, werden dann seelsorgerisch behandelt oder/und unter Druck gesetzt und manipuliert oder kriminalisiert. Denn nur so kann ein christlicher Gottesstaat funktionieren. Ein christlicher Gottesstaat, dem sich alle unterzuordnen haben, egal ob Agnostiker*in oder Atheist*in oder einer anderen Religion zugehörig. Egal ob mensch will oder nicht.

Da dies weder eine wissenschaftliche noch theologische Abhandlung ist, beenden wir unsere Überlegungen mit dem Hashtag #EvangelikaleSindGefährlich.

Einige Überlegungen zum Hashtag #FürEineWeltOhneReligion

Dieser Beitrag steht auch im Archiv zur Verfügung.

Was ist damit gemeint?
Will ich etwa Religionen verbieten? Nein.
Will ich den Bau von Moscheen, Kirchen, Synagogen, Tempeln … verbieten? Nein.

Was will ich denn dann?
Eine andere Gesellschaft.
Eine Gesellschaft, die Religion überwunden hat.

Die Frage ob das überhaupt möglich ist, stellt sich in diesem Zusammenhang. Denn es ist doch so, dass alle Kulturen eine Religion entwickelt haben. [1]

Theolog*innen, Philosoph*innen, Soziolog*innen haben sich schon damit befasst, auch mit der Funktion von Religion und sie erkannten darin einen evolutionären Vorteil. Auch die Naturwissenschaften haben das Feld entdeckt.

„Der Soziobiologe Edward O. Wilson hielt die „Anlage für religiösen Glauben“ deshalb auch für einen wahrscheinlich „unauslöschliche[n] Teil der menschlichen Natur“.“ [2]

Der Evolutionstheologe Thomas Junker vertritt allerdings die Ansicht, dass Religion eine Art Kunst ist, „was ähnliches wie die Kunst, die aber erst in dem Augenblick entsteht, in dem wir Staatenbildung haben. (…)“ [3]

Wenn ich dem Evolutionstheologen zustimme, dann ergibt die anarchistische Forderung nach „Kein Gott, kein Staat[4] mehr als Sinn, sie liegt buchstäblich auf der Hand und ebenso auch anarchistische Zivilisationskritik.

Für Interessierte gibt es die gesammelten Schriften aus dem Buch „Schwarze Saat“ hier: https://feralfire.noblogs.org/post/2022/01/25/gesammelte-schriften-von-elany-samuel-aus-schwarze-saat/. Auch Zivilisationskritik aus einer schwarzen Perspektive!!!

Doch zunächst möchte ich Antworten auf die Frage „Welche Funktion hat Religion für den Menschen?“ zusammentragen.

= Religion beeinflusst Wertvorstellungen,
= sie erfüllt ökonomische, politische und psychologische Bedürfnisse,
= sie hilft Angst und Krisen zu bestehen,
= erfüllt aber auch gemeinschaftsbildende Funktionen.

In diesem Zusammenhang möchte ich an die christlichen Pfadfinder*innen erinnern, an den CVJM oder die Royal Rangers, die in mind. einer Region vom Jugendbüro der Stadt und der regionalen evangelischen Kirchengemeinde gezielt unterstützt werden.

Die Royal Rangers Deutschland werben z.B. mit diesem Bild. [5]
Zu sehen ist, ich zitiere, “eine gemeinschaftsbildende Funktion“ oder Situation.

Zu sehen sind 5 männliche Jugendliche in Pfadfinderkleidung, die mittels Kompass und einer Landkarte, die Gegend erkunden oder das Ziel suchen. Sie stehen dicht beeinander und lösen gerade offensichtlich gemeinsam eine Schwierigkeit oder die Suche.

Dabei sind die Royal Rangers ein internationaler Jugendverband pfingstkirchlicher Prägung, die wegen der Anbindung an die Pfingstkirche zu den „christlichen Fundamentalist*innen“ gezählt werden können, die Sex vor der Ehe ablehnen und Homosexualität. [6]

Die sich vom heiligen Geist ergriffen fühlen und denen das Sprachrohr der EAD, das christliche Medienmagazin Pro, bereits 2014 einen Artikel gewidmet hatte mit der Überschrift: „Oda Lambrecht: Auch Pfingstler sind problematisch“. [7]

Weitere Funktionen von Religion sind:
= Ein verzweifelter oder einsamer Mensch kann glauben, dass wenigstens Gott he/she/they liebt und
= eine Person, die sonst entrechtet ist, kann daran glauben vor Gott gleich zu sein mit allen anderen Menschen.

= Auch die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod, von Himmel und Hölle, kann individuell hilfreich sein und schwere Verluste oder schweres Leid, auch gesellschaftlich zugefügtes Leid, erträglich machen.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Entstehung afroamerikanischer Musik, die eng mit der Geschichte der Sklaverei und dem atlantischen Dreieckshandel, seit dem 16 Jahrhundert, verknüpft ist. [8]

Der Song „Go down Moses“ auch bekannt als „When Israel was in Egypt’s Land“ oder „Let My People Go“ wurde von Sklav*innen in Virginia gesungen, um nur ein Beispiel zu nennen. [9]

Allerdings können die umfassenden Eigenschaften von Religion auch zur Bildung religiöser Ideologien führen. [10] Das wird deutlich bei der Auseinandersetzung mit Evangelikalen und christlichen Fundis, die ihre Wertvorstellungen anderen aufzwingen wollen und nach politischem Einfluss gieren.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an das Buch von Annika Brockschmidt „Amerikas Gotteskrieger“.
In Deutschland gibt es durchaus vergleichbare Strukturen und Verbindungen, die in die USA führen.

Deutschland ist also diesbezüglich nicht sicher!

In den Anfängen der Menschheit mag das übernatürliche Wesen Gott/Gött*in einen Sinn gehabt haben. Wie sehr müssen sich die damaligen Menschen z.B. vor Umweltereignissen und –katastrophen gefürchtet haben, vor sintflutartigem Regen, vor Sonnen- und Mondfinsternissen, vor Dürren und Hungersnöten.

So erfanden sie Mythen, die ihnen eine Erklärung anboten für das was sie sahen und erlebten und konnten sogar neue Handlungsspielräume durch z.B. Opfergaben und rituelle Handlungen erschließen.

Auch für die Schöpfung der Welt gibt es weltweit überall Geschichten. Der kurdische Schöpfungsmythos: „Im Stadium Enzel erschuf Xweda aus sich selbst bzw. aus seinem Licht heraus eine weiße Perle (kurd. Dur), in welcher sich Sein leuchtender Thron (kurd. Textê nûrî) befand.“ [11]

Die Indigenen der Haida erzählten sich, wie das Licht entstanden ist.

Die Schöpfungsgeschichte der Aborigines macht die Regenbogenschlange Ungud für die Erschaffung von Land und Urzeitwesen verantwortlich und als die Erde noch ein öder, leerer Klumpen war, begann die Traumzeit. 

„Nach dem Schöpfungsmythos der im Nordosten Kanadas und in Grönland lebenden Inuit stürzte die Erde vor langer Zeit vom Himmel. Aus der Erde kamen später die ersten Menschenkinder.“

Doch der Mensch entdeckte die Naturwissenschaften, die Gesetze der Physik, der Chemie, der Biologie … und fand Antworten auf die gestellten Fragen. Mythen wurden überflüssig und hielten sich doch.

Evangelikale Christ*innen – und das nicht nur in den USA – sind fest davon überzeugt, dass die biblische Schöpfungsgeschichte wortwörtlich zu verstehen ist. Obwohl mit Hilfe der Wissenschaft nachgewiesen werden kann, dass die Erde älter ist als 6.000 Jahre, halten Teile von evangelikalen Christ*innen daran fest.

CreationWiki, das seit 2004 existiert und sich die Förderung einer Schöpfungswissenschaft zur Aufgabe macht, betrachtet sich als „bitter nötige Alternative“ zur „zunehmend antichristlichen Wikipedia“.“

Kreationismus ist allerdings nicht nur in der christlichen Religion vertreten, sondern weltweit und überall. Evangelische Bekenntnisschulen in Deutschland z.B. gingen auf Distanz zur Evolutionstheorie, die wissenschaftlich bewiesen worden ist. [12]

Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen (VEBs) bekannte sich bereits 2012 zum Kreationismus und unterrichtet seit dem neue Generationen von „Gläubigen“. Diese Schulen werden zum Teil mit öffentlichen Geldern, also der Steuerzahler*innen Geld, finanziert.

So erhält der Staat Kreationismus und Bibeltreue am Leben. Warum tut er das?

Weil Religion und Glauben systemimmanent sind. Ich erinnere nur an die christliche Armenspeisung, statt Armut abzuschaffen und die von Armut betroffenen Menschen bei einer Revolte oder gar einer Revolution zu unterstützen.

Ich erinnere an die sozialen christlichen/evangelikalen Einrichtungen wie z.B. Die Arche. Sie kaschiert und vielleicht hilft sie manchen auch ein bisschen, kämpft aber nicht gegen die Ursachen, wie z.B. mangelnde Inklusion, Nachteile durch finanzielle Armut für Kinder und Jugendliche, ungerechte Bildungsvoraussetzungen und und und.

Sie kaschiert und bleibt an der Oberfläche, während sie selbstbewusst davon berichtet den betroffenen Kindern/Jugendlichen, die die Einrichtung nutzen (müssen), den lieben Gott, den lieben Herrn Jesus näher bringen zu wollen.

Sie kaschiert und nebenbei wird noch ein bisschen missioniert.

Meine Vorstellungen sind wesentlich radikaler. Sie gehen unter die Oberfläche und träumen von einer Gesellschaft ohne Armut mit gerechten Bildungsvoraussetzungen und ohne Rassismus, Sexismus, Kapitalismus … und Religion, die nicht verboten wird, aber Privatsache bleibt. Falls überhaupt wer diese dann noch nötig hat.

Und wenn diese Gesellschaft ohne Religion bei der Gelegenheit auch noch den Staat verliert, weil er sich so abschafft – ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an Thomas Junker – ist es mir nur Recht.

Zu sehen ist ein fünfzackiger Stern mit einem großen weißen A. Dahinter ein Kreis und weißer Aufschrift auf rotem Streifen: Kein Gott Kein Staat Kein Herr Kein Sklave.

Das waren einige Überlegungen zum Hashtag #FürEineWeltOhneReligion

Leipziger Buchmesse 2023

Letzte Bearbeitung am 26.04.2023 um 14.50 Uhr !!!

Auf die Frage: „Werden in diesem Jahr auch neofaschistische/extrem rechte/christlich fundamentale/evangelikale oder LGBTIQ-feindliche Verlage/Orgas an der Buchmesse teilnehmen und wenn ja, welche? Danke für die Antwort vorab.“ antwortete die Leipziger Buchmesse wie folgt:

„Grundlegend teilen wir Verlage nicht nach rechts oder links, religiöser oder sexueller Ausrichtung ein. Jeder Verlag, der die Teilnahmebedingungen erfüllt und nicht gegen das Grundgesetz verstößt, kann sich zur Leipziger Buchmesse anmelden."

Grundlegend teilen wir Verlage nicht nach rechts oder links, religiöser oder sexueller Ausrichtung ein. Jeder Verlag, der die Teilnahmebedingungen erfüllt und nicht gegen das Grundgesetz verstößt, kann sich zur Leipziger Buchmesse anmelden.

Zusätzlich verwies die Leipziger Buchmesse auf das Aussteller*innenverzeichnis (gegendert wurde nicht). Das war’s.

Das Aktionsbündnis Verlage gegen Rechts, ein Zusammenschluss von 80 Verlagen und 200 Einzelpersonen und Initiativen“, das seit 2016 existiert, wird die gestellte Frage auch nicht beantworten können.

Teilnehmen werden in diesem Jahr folgende rechte Verlage bzw. Netzwerke:

1. Der antisemitische und rechte Ahriman-Verlag GmbH (Halle 2 Stand E305), der Mitglied im Börsenverein des deutschen Buchhandels ist oder gewesen ist. Fritz Erik Hoevels wird auf der Buchmesse am 30.04. im Forum Sachbuch (Halle 2 C600) einen Vortrag halten.

2. Deutsche Sprachwelt Verein für Sprachpflege e.V. (Halle 2 Stand A204), hinter der ein kleines Netzwerk steckt.

3. Edition BuchHaus Loschwitz GbR (Halle 2 Stand E312). Hinter dieser Edition BuchHaus Loschwitz steckt Susanne Dagen und das KulturHaus Loschwitz.

4. IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH (Halle 4 Stand A201). Der IFB Verlag arbeitet seit seiner Gründung 1997 eng mit dem Verein Deutsche Sprache zusammen. [1] Sowohl der VDS als auch der Schweizer Sprachkreis Deutsch in Bern sind Gesellschafter des Verlags. [2]

5. Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen (Halle 2 Stand A202). Ein weiteres Netzwerk, das viel zu häufig den Radar unterläuft, mit Thomas Paulwitz von der Deutsche Sprachwelt Verein für Sprachpflege e.V.

6. Der pegidahafte Verein Deutsche Sprache (Halle 4 Stand A201) mit Walter Krämer, der Professor mit dem Hitler-Zitat im Schaukasten, als erstem Vorsitzenden und Vorstandsfrau Sabine Mertens, die die Hamburger „Volksinitiative „Schluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung“ ins Leben gerufen hat. [3]

7. Der Weltbuch Verlag GmbH (Halle 5 Stand C401/D400), der mehr ist als ein Verlag, sondern ein Netzwerk.

Aus dem Spektrum der Anthroposophie/Rudolf Steiner/Waldorfschulen nehmen teil:

1. Futurum Verlag (Halle 5 C401/D400)

2. Info3-Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG (Halle 5 E401)

3. Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der freien Waldorfschulen e.V.
(Halle 5 E401)

4. Rudolf Steiner Verlag AG (Halle 5 E401)

5.Verlag Urachhaus/Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH (Halle 3 A101)

6. Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. (Halle 5 E403)

Aus dem Spektrum organisierter Abtreibungsgegner*innen nehmen teil:

Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur e.V. (DVCK) (Halle 2 Stand K103)

Esoterische Verlage

1. Ansata Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

2. Ariston Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

3. Arkana Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

4. Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG Halle 2 H203

5. Goldmann Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

6. Königsfurt-Urania Verlag GmbH Halle 2 H202

7. Integral Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

8. Lotos Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

9. Kailash Verlag Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

Christliche oder evangelikale Verlage

1. Adeo Verlag in der SCM Verlagsgruppe Halle 2 K102

2. Brunnen Verlag Halle 2 K102

3. Christliche Literatur-Verbreitung e.V. (CLV) (steht der Brüderbewegung nahe) Halle 2 K100

4. Daniel-Verlag (steht der Brüderbewegung nahe) Halle 2 K100

5. Deutsche Bibelgesellschaft Halle 2 K102

6. Kawohl Verlag GmbH & Co. KG Halle 2 K102

7. Missionshilfe Verlag Verlag der Deutschen Evangelischen Missionshilfe (DEMH)  Halle 2 K102

Sonstiges

1. Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Halle 4 B303

2. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) Halle 2 B504

3. MDR Kultur Mitteldeutscher Rundfunk Halle 2 K400/H401

4. Verlag Die Silberschnur GmbH Halle 4 E203

5. Siedler Verlag Penguin Randomhouse Verlagsgruppe GmbH Halle 2 F201/G200

6. Herder Verlag GmbH Halle 2 A303

7. KLETT-Cotta J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH Halle 4 C103

8. Verlag Neuer Weg Mediengruppe NEUER WEG GmbH Halle 5 E306
(Hausverlag der MLPD)

Stern im Norden

Es ist bekannt, dass das christliche Kinderhilfswerk Die Arche eine evangelikale Einrichtung ist. Sie hat sich nämlich den Evangelikalen der EAD (Evangelische Allianz in Deutschland) angeschlossen. Sie gehört also zum Netzwerk der Allianz.

Aber das ist nicht die einzige Organisation, die evangelikal ist. Heinz-Horst Deichmann, genau der mit dem Schuhimperium, ein bekennender Christ und Mitglied einer freikirchlichen Brüdergemeinde, der Kuratoriumsmitglied der evangelikalen Organisation ProChrist gewesen ist, [1] gründete 1977 die Stiftung wortundtat. Diese wird wiederum von der Deichmann-Stiftung unterstützt.

Wort & Tat, Allgemeine Missionsgesellschaft e.V., gehört zum Netzwerk der EAD bzw. hat sich mit der Evangelischen Allianz verbunden, wie nachfolgender Screenshot belegt. [2]

Im Screenshot ist zu sehen, dass Wort & Tat, Allgemeine Missionsgesellschaft e.V. zu den Werke der EAD gehört.

Zu den Projekten gehören die Zusammenarbeit mit AMG India (Indien), die Zusammenarbeit mit dem Partner Hellinic Ministries (Griechenland), die Arbeit mit dem Partner KIUMA in Tansania, die Unterstützung der Diakoniestation des Partners Gloria in Moldau und ein Projekt in Deutschland.

2009 startete Wort & Tat ihre Arbeit in der Dortmunder Nordstadt mit dem Partner Stern im Norden. [3] Stern im Norden bezeichnet sich als Zentrum für Kinder, Jugend und Familie. In ihrer Satzung sind sie allerdings sehr ehrlich, denn sie wollen „Kindern, Jugendlichen und Familien in Dortmund • einen Ort der Sicherheit und Geborgenheit schaffen • ermöglichen, Jesus Christus kennen zu lernen …“.

So steht es geschrieben unter „Gottes Liebe (er-)leben“.

GOTTES LIEBE (ER-) LEBEN In unserer Satzung haben wir unsere wesentlichen Ziele niedergelegt: „Wir wollen Kindern, Jugendlichen und Familien in Dortmund • einen Ort der Sicherheit und Geborgenheit schaffen • ermöglichen, Jesus Christus kennen zu lernen • Bildung, praktische Hilfe und Förderung bieten • dabei helfen, ihre Beziehungen zu stärken • die Chance geben, ihre Begabungen und Fähigkeiten zu entdecken.“ Diese grundsätzlichen Ziele werden im sozialpädagogischen Konzept im Einzelnen vertieft. Aus ihnen leiten sich die Werte ab, die das Zusammenleben und –wirken aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und damit unser Profil/Leitbild bestimmen. Wir Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Stern im Norden sind bereit, diese Ziele und Werte gegenüber den Kindern, Jugendlichen und Familien, denen wir mit unserem Tun dienen, im Blick zu behalten.

Laut Wikipedia ist die Dortmunder Nordstadt ein „multikultureller Schmelztiegel“ mit einer hohen Bevölkerungsdichte. [4] Der Anteil ausländischer Mitbürger*innen oder Menschen mit Migrationshintergrund beläuft sich auf 55,4% im Vergleich zum Dortmunder Durchschnitt mit 19,7% in 2021. Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei 19,3% während der Dortmunder Durchschnitt 9,8% betrug. [5] Soviel zum Hintergrund.

Es gibt aber nicht nur ein Leitbild in der Satzung, sondern darüber hinaus noch einen Link zu ihrer interreligiösen Einbindung und die hat das Institut für Religionsfreiheit (IIRF) der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) übersetzt. Überarbeitet wurde das Ganze vom Sprachendienst des ÖRK (Ökumenischer Rat der Kirchen). [6]

Diese Präambel, wie sie es nennen, ist klar und deutlich. Denn die Mission gehört „zutiefst zum Wesen der Kirche.“ „Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu allen Menschen.“

Die Mitarbeiter*innen, gegendert wird hier nur in männlich/weiblich und zwar Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, haben das Ziel „… mit dem was wir tun und sind, Gott zu ehren und ihn zu verherrlichen.“ [7]

Das Ganze geschieht im „sozialen Brennpunkt der Dortmunder Nordstadt“ mit einem hohen Migrationsanteil, darunter Jüdinnen*Juden, Muslime*Muslima.

Ein Screenshot von wortundtat mit einem Foto von Kids beim Tischtennisspiel. Daneben steht Deutschland Hilfe im sozialen Brennpunkt der Dortmunder Nordstadt Projektstart: 2009, Bildung für ca. 150 Kinder und Jugendliche, Diakonische Hilfen für ca. 250 Empfänger wöchentlich.

So wie Evangelikale oder christliche Fundis stets auf das Recht auf Religionsfreiheit pochen und das weltweit, sollte jeder Mensch und vor allen Dingen jedes Kind und jede*r Jugendliche das Recht auf eine religionslose Kindheit und Jugend haben. Das schließt auch das Recht ein, davon verschont zu bleiben, also nicht missioniert zu werden, nicht konfrontiert zu werden mit dem christlichen Glauben bzw. Religion im Allgemeinen.

„Wir“ dürfen nämlich nicht vergessen, dass Evangelikale und christliche Fundis stets darauf beharren, dass der Staat sich nicht in die Eltern-Kind-Beziehung einzumischen hat, deshalb werden Kinderrechte im Grundgesetz abgelehnt.

Die Evangelische Allianz hat sich dazu im September 2020 in einer Pressemitteilung dagegen ausgesprochen und dazu geschrieben das vorrangige Erziehungsrecht der Eltern werde dadurch ausgehöhlt und weiter: „Es gilt weiterhin, dass Eltern in der Grundtendenz besser als der Staat wissen, was für ihr Kind gut ist.[8]

In diesem Zusammenhang ist es höchst interessant feststellen zu können, wie stark sich der „Stern im Norden“ genau hier einmischt. Wort & Tat schreibt dazu unter „Weihnachten im Stern des Nordens“: