Im Kontext betrachtet

Dieser Beitrag mit allen Grafiken und Screenshots steht im Archiv zur Verfügung

Ursprünglich sollte hier eine kritische und mehr oder weniger emotionslose Auseinandersetzung mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) erfolgen. Warum das nicht möglich war und die BpB im Kontext betrachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die diesjährige Frankfurter Buchmesse stellt eine Zäsur dar, ein Einschnitt. Erstmalig boykottierten schwarze Autorinnen die #fbm21 wegen der Teilnahme neofaschistischer/rechter Verlage, allen voran die Verlage Jungeuropa und Oikos.

Die schwarzen Frauen und Autorinnen taten dies nicht etwa schweigend, sondern lautstark.

Doch anders als im Jahr 2017 als die extrem rechte Buchhändlerin Susanne Dagen sich mit einem Aufruf, der Charta 2017, mit den extrem rechten und neofaschistischen Verlagen solidarisierte und mit der Charta den rechten Rand einsammelte, erfuhren die Neofaschisten in diesem Jahr Solidarität direkt aus der Mitte. Selbst die TAZ und die SZ stimmten mit ein. So wurden aus den bedrohenden Nazis die Bedrohten, die die es zu schützen gilt, angeblich um der Demokratie willen.

Aus den Bedrohten, den BIPoCs, den Opfern, den schwarzen Frauen, den Autorinnen wurden die Bedroherinnen.

Das nennt sich Täter-Opfer-Umkehr.

Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank solidarisierte sich ausdrücklich mit zwei namentlich genannten betroffenen Frauen und doch sang er mit im Chor derer, deren Stellungnahmen und Äußerungen zum Thema Meinungsfreiheit auch als entsolidarisierender Akt verstanden werden können. [nachzulesen hier]

Soviel dazu. Ich komme später noch einmal auf die Buchmesse darauf zurück.

Anderes Thema.

Die Pressefreiheit.

Immer wieder erneut wird sie gefährdet und in Frage gestellt z.B. von der Polizei und von CoroNazis oder den querdenkenden Faschist*innen, die seit der Corona-Pandemie Deutschlands Straßen unsicher machen und das nicht nur epidemiologisch, sondern auch ideologisch.

Ausführlich dokumentiert werden die Angriffe auf die Pressefreiheit u.a. vom Geschäftsführer der deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in verdi Berlin-Brandenburg. Die Fälle sind zahlreich und gehen stets einher mit Gewalt.

Im Oktober 2021 schrieb der Universitätsprofessor Prof. Dr. Peter Hoeres einen längeren Artikel für Die Neue Ordnung, einem Magazin das vom rechtskatholischen Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg e.V. (IfGW) herausgegeben wird.

Schon 2019 forderte die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik in einer öffentlichen Stellungnahme auf Publikationen in Die Neue Ordnung zukünftig zu verzichten, da diese in ein „populistisches und extrem rechtes Fahrwasser“ geführt worden sei.2 Jahre später schreibt also der Universitätsprofessor Hoeres für Die Neue Ordnung einen längeren Artikel in dem er die „linke Dominanz“ als Problem für die Pressefreiheit ausgemacht haben will.

Idea das Sprachrohr der evangelikalen Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) berichtete darüber. Nachzulesen hier

Allüberall wittert der rechte Professor, der sowohl für TUMULT, für Tichys Einblick publiziert(e), 2019 die Petition Stop Gendersprache Jetzt! unterzeichnete, mind. 2x Referent für die Bibliothek des Konservatismus, einem Think Tank „neuer“ Rechter, gewesen ist und seit dem 04.02.2021 dem rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit [.de] angehört, Linke. Gefährliche Linke.

Derselbe rechte und gut vernetzte Professor gehört zugleich aber auch dem wissenschaftlichen Beirat der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) an.

Die BpB, die im Fuß auf ihrer Webseite schreibt: „Demokratie stärken – Zivilgesellschaft fördern“, denn das sei ihr Auftrag, so die BpB.

Screenshot der die Angaben im Thread belegt. Zu sehen ist eine Seite mit dem Spruch „Demokratie stärken – Zivilgesellschaft fördern“.

[1]

Und weiter:

„Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. So steht es im Erlass des Bundesministeriums des Inneren.“ [2]

Nun fragt mensch sich wie das gehen soll, wenn zum wissenschaftlichen Beirat Personen gehören, die diesem Vorhaben entgegenstehen und die antidemokratisch sind. Denn Peter Hoeres ist kein Einzelfall.

Zwei weitere Professorinnen, präzise Prof. Dr. und Lehrstuhlinhaberinnen (Schirrmacher und Schröter), sind hier aufzuführen. [3] Sie gehören gleichfalls zum Netzwerk Wissenschaftsfreiheit.

Hier machen sie gemeinsame Sache mit Jörg Baberowski, mit Andreas Sönnichsen, einem Vertreter von Die Basis, mit Walter Krämer, der mit dem Hitler-Zitat im Schaukasten, den Klimawandelleugnern Dr. Hans-Joachim Dammschneider und Dr. Sebastian Lüning, … .

Mehr zum Netzwerk Wissenschaftsfreiheit hier

Christine Schirrmacher (Prof. Dr.), die stellvertr. Vorsitzende der BpB, gehört zum Hauptvorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) und ist damit den Evangelikalen zuzuordnen.

Für Interessierte steht im Blog eine kritische zehnteilige Reihe über die EAD zur Verfügung, die zeigt was die EAD ausmacht und das ist nichts Gutes.

2020 unterzeichnete Schirrmacher den Aufruf Stoppen wir den politischen Islam, [4] unterstützte im selben Jahr den rechten Apell für freie Debattenräume [5] und gehört zum Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit. [6]

Sie war in der Vergangenheit Referentin für das Lindenthal-Institut (Opus Dei) und ist Leiterin des Instituts für Islamfragen, einer Organisation der EAD.

Schirrmacher ist so gut vernetzt und in so vielen Gremien vertreten, darunter der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dass dies den Rahmen eines Threads sprengen würde.

Die nächste im Bunde ist Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin am Institut für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI).

Auch sie gehört zum rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit und sie unterzeichnete 2020 den Aufruf „Stoppen wir den politischen Islam“.

Schröter unterzeichnete 2021 die Petition „Europas Freiheit schützen – Politischen Islam stoppen!“. Im Jahr davor (2020) war sie Erstunterzeichnerin des Aufrufs „Bekämpft Geschlechter-Apartheid“.

Auch die EMMA rief dazu auf. [7] Auch die Petition „Den Kopf frei haben (gegen das Kinderkopftuch“) initiiert von den Terfs/Swerfs von Terre des Femmes (D) wurde von Schröter unterzeichnet.

Eine Petition, die sogar von der AfD Darmstadt weiterverbreitet und damit unterstützt wurde. [8]

Schröter gehört auch zu den Mitbegründer*innen der „neuen liberalen-konservativen Denkfabrik R21“. https://www.deutschlandfunk.de/berlin-neue-liberal-konservative-denkfabrik-r21-will.2849.de.html?drn:news_id=1318671

Die Professorin ist der Ansicht der „politische Islam sei im Kern demokratiefeindlich, weil er den Vorrang des religiösen Gesetzes vor dem weltlichen vertrete.“ [9]

Ausgeblendet wird dabei das „politische Christentum“, also die Personen und Organisationen, die Gott über die Verfassung stellen wollen und fordern „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, wie Ulrich Parzany von der Bekenntnisbewegung, die der EAD angeschlossen ist.

Oder die Personen und Organisationen, die 2015 die christlich fundamentale Salzburger Erklärung unterzeichnet haben, darunter der damalige Generalsekretär der EAD Hartmut Steeb, Ulrich Parzany, Thomas Schirrmacher (Ehemann von Christine Schirrmacher) … . [10]

Alle Unterzeichneten streben danach ihren christlich-fundamentalen Glauben allen aufzuzwingen und nehmen Einfluss auf politische Entscheidungen.

Zurück zu Susanne Schröter, die über Parteigrenzen hinweg beliebt bei der CDU und der FDP ist. Denn sie fungierte bisher als Referentin für die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung sowie darüberhinaus für einen der zahlreichen Hayek-Clubs, die zur Hayek-Gesellschaft gehören „dem Mistbeet der AfD“ oder dem „völkisch-nationalistischen Sumpf“.

An dieser Stelle lässt sich festhalten zum wissenschaftlichen Beirat der BpB gehören 25% Rechte, Evangelikale oder Personen, die antimuslimischen Rassismus produzieren und weiterverbreiten und das getarnt als vermeintlich wissenschaftlich.

Auch die Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing Prof. Dr. Ursula Münch ist in der Vergangenheit schon negativ aufgefallen.

Sie hielt im Wintersemester 2018/2019 für die Kölner Burschenschaft Germania, Mitglied in der Deutschen Burschenschaft (DB), einen Vortrag im Rahmen der Marienberger Gespräche. [11]

Dass es sich bei der Kölner Burschenschaft Germania, um eine extrem rechte und völkische Burschenschaft handelt, war im WS 2018/19 längst bekannt oder hätte bekannt sein müssen.

Münch hat also keine Berührungsängste vor extremen und völkischen Rechten.

Doch was hat das eigentlich alles mit der Buchmesse zu tun?

Die Antwort ist schnell formuliert. In diesem Jahr hat nicht nur die Frankfurter Buchmesse mehr als deutlich gemacht und das lautstark, dass auch Rechte, Neofaschisten und Antidemokraten überall vertreten sein sollen, vermeintlich aus demokratischen Gründen.

Es zeigt sich mal wieder, dass der Generalangriff auf die Demokratie, den Rechtsstaat und auf die Grundrechte von BIPoCs, von FLINTAs, von Jüdinnen*Juden, von Muslima*Muslime, von Rom*nja und Sinti*zesse, von behinderten Menschen … nicht nur von stramm rechts erfolgt, sondern dass es die Mitte, der Kern der Gesellschaft, ihre Institutionen und Vereine sind, die wohlwollend Antidemokrat*innen, Autoritäre, Rechte, extreme Rechte und Neofaschist*innen aufnehmen und schützen.

Es sind dieselben Menschen und Organisationen, die am 9.11. Nie Wieder heucheln und die gleichzeitig vorgeben gegen extreme Rechte, gegen Rassismus, gegen Sexismus vorgehen zu wollen, allerdings nur gemeinsam mit den Tätern. Falls überhaupt.

Einige Screenshots von Einzelpublikationen der BpB mit einem Kuratorium, dem auch AfD-Abgeordnete angehören und mit einem wissenschaftlichen Beirat von etwas mehr als 25% fragwürdig.

Im Screenshot ist das Cover von Wandzeitung „Sexismus begegnen“ zu sehen und der Wandzeitung „Muslimfeindlichkeit begegnen“.

Im Screenshot sind die Cover der Wandzeitungen „Homophobie begegnen“ und „Antisemitismus begegnen“ zu sehen.

Im Screenshot sind die Cover der Wandzeitungen „Rassismus begegnen“ und „Antiziganismus begegnen“ zu sehen.

[12]

Screenshot einer Publikation (Schriftenreihe Bd. 10741) zu sehen. Dabei geht es um die Publikation: „Machtkampf am Mittelmeer Neue Kriege um Gas, Einfluss und Migration“ Drohen in der Mittelmeerregion neue kriegerische Auseinandersetzungen? Zumindest lassen sich dort zahlreiche Interessenkonflikte und alte wie neue Spannungen ausmachen, wie Thomas Seibert beschreibt.“

[13]

Als Ergänzung die Stellungnahme der Frankfurter Buchmesse vom 23.10.2021 „Eine Bühne für die Vielfalt“ und „Keine Bühne für Rassismus“.

Screenshot enthält folgenden Text: „Eine Bühne für die Vielfalt Autor*innen, die Ihr Euch gegen Rassismus, für Meinungsfreiheit, Chancengleichheit und Diversität engagiert: Nutzt unsere Bühne! Wie die Verlage und die Besucher*innen möchten, dass Eure Stimmen gehört werden.“

[14]

Screenshot mit folgendem Text: „Keine Bühe für Rassismus Wir verurteilen Rassismus in jeder Form und distanzieren uns entschieden davon. Darum unterstützen wir seit Jahrzehnten Autor*innen, die für Diversität und Meinungsfreiheit eintreten. Diesen Menschen laden wir aktiv ein, an unseren mit Partner*innen kuratierten Veranstaltungen teilzunehmen. Und wir unterstützen Stiftungen, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzen.“

[15]

Denn das ist die Demokratie, die sie meinen und für die sie sich einsetzen.

Ein System, das BIPoCs, FLINTAs und weitere Bevölkerungsgruppen (Stichwort: Klassismus, Ableismus, Antisemitismus, Antiziganismus … ) ausgrenzt, Trauma, Leid, Gewalt verursacht und das in letzter Konsequenz für die Betroffenen den Tod bedeuten kann.

Pfui.

Renovatio-Institut

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Teil 1 über christliche Männerarbeit

Teil 2

Der Männerbund – Träger und Bewahrer des Gemeinwesens“, so lautet der Titel einer Schrift des Renovatio-Instituts, die im September 2021 erschienen ist.

Deckblatt der Publikation mit einem Foto von Rittern auf Pferden im Hintergrund stehen Frauen, die in Not zu sein scheinen. „Gralsritter - Darstellung in einem französischen Gralsroman des 14. Jhd.“ Darüber „Der Männerbund Träger und Bewahrer des Gemeinwesens“. Darunter: Renovatio-Impulse Nr. 3 – Stand: September 2021. Auf dem Bild mit den Rittern steht noch irgendwas in Althochdeutsch oder Latein. Keine Ahnung.

Laut christlichem Forum bzw. Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks, [1] wurde das Renovatio-Institut 2019 gegründet „um Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit aus christlicher Perspektive zu entwickeln“ und um die Seele Europas zu schützen.

Die rechtskatholische Tagespost schrieb über das „Institut“ einen längeren Artikel, der die Identitäre Bewegung (IB) mit Sicherheit hoch erfreut hat. [2]

Gloria.tv, eine katholischfundamentale Onlineplattform, betrachtet das „Institut“ bereits als „Ritter für Europa“. [3]

Hinter dem Renovatio-Institut für kulturelle Resilienz stecken u.a. der Politikwissenschaftler Simon Wunder und Christian Machek als Institutsleiter. [4]

Zum vierköpfigen wissenschaftlichen Beirat gehören der neofaschistische Historiker Prof. Dr. David Engels, der „neu“rechte Evangelikale Prof. Dr. Harald Seubert, der katholische Theologe Prof. Dr. Michael Fiedrowicz und der Poltikwissenschaftler Prof. Dr. Heinz Theisen, regelmäßiger Gastautor für den Cicero.

Hier, beim Cicero, forderte Theisen u.a. einen neuen „kalten Krieg“ gegen den Islamismus. [5] Darüberhinaus publiziert Theisen auch für den islamfeindlichen und rassistischen Blog Achse des Guten (auch bekannt als achgut). [6]

Aber auch für die rechtskonservative NZZ schrieb der Politikwissenschaftler, [7] sowie für Tichys Einblick. Hier schrieb er über die Selbstauflösung des Westens, den nur ein „realistischer Konservatismus“ retten könne. [8]

Träger des „Instituts“ ist die St. Michael Gesellschaft mit Sitz in Augsburg. Informationen über den Träger stehen bisher nicht zur Verfügung, denn die St. Michael Gesellschaft betreibt keinen Blog oder eine Webseite.

Der heilige Michael, der Erzengel, der Teufelsbezwinger und Schutzpatron, der Streiter Gottes, der als Engel in Ritterrüstung und mit Helm, (Flammen-)Schwert oder Lanze und Schild Satan als Drachen durchbohrt, wurde der Namensgeber des Trägers. [9]

Abbildung des Erzengels Michael, der mit einem Spieß auf den am Boden liegenden Teufel einstechen will. Das Bild befindet sich im Louvre und dabei handelt es sich um Raffael: Der Erzengel Michael.

[10]

Soviel nur dazu.

Veröffentlicht wurde die Publikation „Der Männerbund – Träger und Bewahrer des Gemeinwesens“ am 19.09.2021.

Verantwortlich für die Publikation (Downloadquelle: archive.is/T4Sfu), die nur downgeloaded werden kann und die nicht weiterverbreitet oder in Abschnitten veröffentlicht werden darf, ohne vorher Rücksprache mit besagter Gesellschaft geführt zu haben, ist Simon Wunder.

Er schrieb schon für Tumult, das „bildungsbürgerliche Aushängeschild des deutschen Rechtsterrorismus“. [11]

In der Tumultausgabe Frühjahr 2019 schrieb Wunder über „Islamisierungsprozesse in Westeuropa[12] und befand sich damit in dementsprechender Gesellschaft.

Wer sonst noch an der Publikation des „Instituts“ beteiligt gewesen ist, bleibt unerwähnt, stattdessen gibt es diesen Hinweis auf S. 7.

An der Erstellung des Textes wirkten vorwiegend Männer mit, die neben geistes- und sozialwissenschaftlichen Qualifikationen über langjährige Erfahrungen als Mitglieder verschiedener männerbündischer Institutionen verfügen, etwa in den Streitkräften, in christlichen Laiengemeinschaften, in Studentenverbindungen oder in der bündischen Jugend. Zu den Mitwirkenden gehören darüber hinaus eine Kulturwissenschaftlerin und eine Politikwissenschaftlerin, die als Offizier der Bundeswehr über Erfahrungen in einem männerbündischen Umfeld verfügt. Diese Publikation wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Änderungen werden im Änderungsverzeichnis am Ende dieses Textes dokumentiert.

Über die Autoren und Mitwirkenden An der Erstellung des Textes wirkten vorwiegend Männer mit, die neben geistes- und sozialwissenschaftlichen Qualifikationen über langjährige Erfahrungen als Mitglieder verschiedener männerbündischer Institutionen verfügen, etwa in den Streitkräften, in christlichen Laiengemeinschaften, in Studentenverbindungen oder in der bündischen Jugend. Zu den Mitwirkenden gehören darüber hinaus eine Kulturwissenschaftlerin und eine Politikwissenschaftlerin, die als Offizier der Bundeswehr über Erfahrungen in einem männerbündischen Umfeld verfügt. Diese Publikation wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Änderungen werden im Änderungsverzeichnis am Ende dieses Textes dokumentiert.

Es dürfte allerdings klar sein, dass das Männerbild und die Ideologie, die dahintersteckt, eine neofaschistische und zugleich eine christlich fundamentale ist.

Erinnert der Name dieser Organisation an die Sammelschrift von David Engels „Renovatio Europae“, die im Mai 2019 im Manuscriptum Verlag erschienen ist.

In diesem Buch werden u.a. eine strenge Regulierung der Zuwanderung, eine Rückkehr zum Naturrecht und auch die Wiederbelebung der kulturellen Wurzeln „unserer“ Identität als Grundpfeiler eines hesperialistischen Europas gefordert. [13]

Mit Hesperialismus ist „ein patriotisches Bekenntnis eines vereinten Europas gemeint, das nicht auf universalistischen, sondern auf „konservativen“, also protofaschistischen, Werten aufgebaut ist. [14]

Und obwohl damit schon alles gesagt zu sein scheint, schadet es nichts sich die Schrift genauer anzuschauen und zwar im Hinblick darauf wie „argumentiert“ bzw. wie was formuliert wird und auch im Hinblick auf Gemeinsamkeiten mit anderen Organisationen, mit antifeministischen oder LGBTQI-feindlichen zum Beispiel.

Denn genau hier beim Renovatio-„Institut“ ist eine Schnittstelle von Neofaschismus und christlichem Fundamentalismus (inkl. Evangelikale) zu sehen, die zu einer brandgefährlichen Allianz geführt hat.

Teil 3

Doch zunächst ein bisschen was über die Veröffentlichung selbst.

Ganz allgemein umfasst die Publikation 96 Seiten und ist aufgeteilt in 10 Abschnitte. Darunter u.a. „3. Der Männerbund als Träger und Bewahrer des Gemeinwesens“, als „Teil patriarchaler Kultur“, „als Stifter der Kultur“, „als Träger des Gemeinwesens“, als „Schule dienender Eliten“, als „Verteidiger des Gemeinwesens“, als „Schutzgemeinschaft“ und als „Akteure der gesellschaftlichen und kulturellen Erneuerung“.

Zu lesen ist ein Teil der Gliederung. 1. Einführung, 2. Der Männerbund als Institution (Was ist ein Männerbund, Die Institution des Bundes, Der Männerbund in Geschichte und Gegenwart), 3. Der Männerbund als Träger und Bewahrer des Gemeinwesens (Der Männerbund als Teil patriarchaler Ordnung, Der Männerbund als Stifter der Kultur, Der Männerbund als Träger des Gemeinwesens, Der Männerbund als Schule dienender Eliten, Der Männerbund als Verteidiger des Gemeinwesens, Akteure der gesellschaftlichen und kulturellen Erneuerung, Der Männerbund als Schutzgemeinschaft).

Hier wird der Männerbund als „freiwilliger Zusammenschluß“ von Männern beschrieben, die „gemeinsam höheren Zielen wie dem Schutz des Gemeinwesens vor Bedrohungen oder der Bewahrung und Erneuerung seiner Kultur in Zeiten, in denen ihr Bestand herausgefordert wird, dienen wollen“. (Zu lesen auf S. 7)

Textauszug: „Die Autoren wollen durch die Erschließung und Bereitstellung dieser Ressourcen im Sinne angewandter Forschung Traditionsarbeit leisten, also unter schwierigen Bedingungen Geprüftes und Bewährtes, aber auch Scchwächen und Verwundbarkeiten dieser Institution identifizieren, um Impulse für ihre Erneuerung und Stärkung zu gewinnen. Schwerpunkt ist dabei die Betrachtung des Männerbunds in seiner Form als freiwilliger Zusammenschluss von Männern, die gemeinsam höheren Zielen wie dem Schutz des Gemeinwesens vor Bedrohungen oder der Bewahrung und Erneuerung seiner Kultur in Zeiten, in denen ihr Bestand herausgefordert wird, dienen wollen.“

Und natürlich wurde sich hier auch mit Ernst Jüngers Roman Auf den Marmorklippen befasst und mit Der Waldspaziergang. Denn was wäre eine neofaschistische Organisation ohne Jünger, den intellektuellen Wegbereiter des Nationalsozialismus. [15]

Text: Auch Ernst Jünger sah im Männerbund den Träger des Widerstands gegen totalitäre Herrschaft. Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch nihilistische und materialistische Ideologien müsse man sich mit der „Möglichkeit eines neuen Ordens“ auseinandersetzen, der diesen Ideologien primär auf geistiger Ebene kämpferisch entgegentritt.

Männerbünde, so die Autor*innen, falls es überhaupt *innen gegeben hat, beruhen auf der „Anerkennung der Tatsache natürlicher Unterschiede zwischen Mann und Frau“, die damit „im Widerspruch zu egalitären Ideologien“ stehen, „die in der Wahrnehmung solcher Unterschiede einen Ausdruck der Absicht zur Unterdrückung anderer oder gar von „Hass“ sehen.“ (Seite 81, Abschnitt 9. Feindbild Männerbund)

Textauszug: „9. Feindbild Männerbund Die Institution des Männerbundes ist, so wie andere kulturtragende Institutionen wie Familie, Nation und Kirche, in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt zum Ziel von Angriffen durch utopische Ideologien geworden, die auf der Negation der abendländischen Tradition beruhen und nach ihrer Auflösung streben. Diese Ideologien stehen in einem radikalen Gegensatz zu konservativem Denken, das Verantwortung für den dauerhaften Bestand eines Gemeinwesens übernimmt und die Institutionen schützt und stärkt, auf denen es beruht. Männerbündische Institutionen beruhen auf der Anerkennung der Tatsache natürlicher Unterschiede zwischen Mann und Frau. Sie stehen damit im Widerspruch zu egalitären Ideologien, die in der Wahrnehmung solcher Unterschiede einen Ausdruck der Absicht zur Unterdrückung anderer oder gar von „Hass“ sehen.“

Die Beispiele für „Männerbundfeindliche Ideologien“, umfassen das freudianische Denken, die 68er, der Neomarxismus und Postmodernismus, Gender Studies, marxistische Faschismustheorien … .

Dabei sind sich die Autor*innen, falls es überhaupt *innen gegeben hat, einig, dass sich der entsprechende Aktivismus zunehmend radikalisiert habe und „prägt im Zuge des Eindringens seiner Anhänger in staatliche Institutionen in immer größerem Maße auch das staatliche Handeln in westlichen Gesellschaften“. (S. 82)

Andere Gruppierungen wie z.B. Demo für Alle verwenden in diesem Kontext das Narrativ „Gender Mainstreaming“, „Gender Ideolgie“ oder „Gender Wahnsinn“ wieder andere sprechen von einem ausgeprägten Linksrutsch, der mittlerweile auch Behörden und den Bundestag erreicht haben. Tja nun.

Das Feindbild „Männerbund“ soll sogar in die Kirche eingedrungen sein, dabei sollen laut Text Männerbünde auch den Interessen von Frauen dienen. (S. 82)

Textauszug: „Eindringen des Feindbilds in die Kirche Das Feindbild Männerbund hat im Zuge des Vordringens radikaler Ideologien in den Staat und in andere Institutionen mittlerweile auch die katholische Kirche erreicht. Arbeitsdokumente des „synodalen Weges“ der katholischen Kirche in Deutschland forderten 2021 einen Abschied „vom patriarchal geprägten System mit seinen männerbündischen Strukturen“ in der Kirche.636Die Bewegung „Maria 2.0“ kämpft nach eigenen Angaben gegen das „System klerikaler Männerbünde“ in der Kirche637, und auch Bischöfe fordern ein „Aufbrechen“ von Männerbünden Männerbünde dienen auch den Interessen von Frauen“

Was allerdings den tatsächlichen Zahlen und Gegebenheiten entgegensteht. Denn jeden Tag versucht ein Mann seine (Ex-)Partnerin zu töten und jeden dritten Tag findet in Deutschland ein vollendeter Femizid statt, sprich: wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet oder ermordet.

Und als ob das noch nicht genug ist, behaupten die Verfasser(*innen) eine „patriarchale Ordnung bzw. Schutz und Versorgung durch den Mann“ entspreche weiblichen Präferenzen.

Textauszug: „Patriarchale Ordnung und weibliche Präferenzen Eine patriarchale Ordnung bzw. Schutz und Versorgung durch den Mann entsprechen weiblichen Präferenzen und wurden zeit- und kulturübergreifend hinweg von Frauen eingefordert. Die Historikerin Ute Frevert beobachtete, dass Frauen sich durch die Geschichte hindurch immer zu „einem männlichen Heldentum, das physische Kraft, Tapferkeit, Risikobereitschaft und Siegesgewißheit“ auszeichnete, hingezogen gefühlt hätten. Kriegserfahrene Männer hätten, „vor allem wenn sie militärische Erfolge errungen hatten“, auf Frauen stets sehr attraktiv gewirkt.649 Auch wenn es Ausnahmen gab und gibt, so scheinen körperlich schwache, risikoscheue Pazifisten zu keinem Zeitpunkt vergleichbar interessant für Frauen gewesen zu sein. Entgegen der Annahme feministischer Ideologie verschwinden unter den Bedingungen gesellschaftlicher Freiheit weder die patriarchale Ordnung noch traditionelle Geschlechterrollen. Individuelle Freiheit bei der Berufswahl ist

So habe die Historikerin Ute Frevert beobachtet, dass Frauen sich durch die Geschichte hindurch immer zu „einem männlichen Heldentum, das physische Kraft, Tapferkeit, Risikobereitschaft und Siegesgewißheit“ auszeichnete, hingezogen gefühlt.“ (S. 84)

Symbolisch wurde hier ein Bild von Jack Donovan, US-amerikanischer Maskulist der Alt Right-Bewegung, ausgewählt.

Er ist Autor der Bücher: „Der Weg der Männer“, „Nur Barbaren können sich verteidigen“ und „Ein ganzerer Mann“ veröffentlicht im neofaschistischen Antaios Verlag. [16]

Ein Foto von Jack Donovan mit nacktem muskulösem Oberkörper. Zu sehen sind seine zahlreiche Tätowierungen. Darunter HONOR. In seiner rechten Hand hält er eine goldene Stichwaffe.

[17]

Die Verfasser (*innen) fügen hinzu: „Auch in modernen westlichen Gesellschaften werden Männer, die nicht willens oder dazu in der Lage sind, eine Rolle als Beschützer und Versorger der Familie einzunehmen, von den meisten Frauen, darunter auch den Anhängerinnen feministischer Ideologie, als Partner abgelehnt und von den meisten Männern verachtet.“ (S. 84)

Wo es an traditionellen Männerbünden mangele, steige die Wahrscheinlichkeit „deformierter männlicher Identitätsbildung“, die mit Frauenverachtung und Frauenfeindlichkeit verbunden“ sein könne. (S. 66)

In nicht-traditionellen männerbundartigen Strukturen entstünden so Pick Up Artists (PUA) oder Incels, die „vielfach unter den Folgen gescheiterter männlicher Identitätsbildung vor allem aus dem Motiv sexueller Frustration heraus“ leiden würden. (S. 66)

Textauszug: „Frauenfeindlichkeit Wo es an traditionellen Männerbünden mangelt, steigt die Wahrscheinlichkeit deformierter männlicher Identitätsbildung, was mit Frauenverachtung oder Frauenfeindlichkeit verbunden sein kann. In westlichen Gesellschaften äußert sich dies auch darin, dass viele Männer ihrer Verantwortung als Väter nicht gerecht werden wollen und der Anteil der alleinerziehenden Mütter deshalb steigt, oder dass Männer Machtpositionen dazu ausnutzen, um von ihnen abhängige Frauen sexuell unter Druck zu setzen. Einige nicht-traditionelle männerbundartige Strukturen definieren ihre Identität durch die demonstrative Abwertung von Frauen bzw. durch Frauenfeindlichkeit. Dieses Phänomen ist in einigen Bewegungen junger Männer in westlichen Gesellschaften verstärkt zu beobachten, etwa bei den „Incels“ sowie bei der „Seduction Community“ bzw. der „Pickup Community“. Deren Mitglieder leiden vielfach unter den Folgen gescheiterter männlicher Identitätsbildung und handeln vor allem aus

Und jetzt wird es heftig homosexuellenfeindlich, denn „auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene zerstört homosexueller Aktivismus zudem den Gedanken der auf Liebe beruhenden Gemeinschaft von Männern.“

Ganze Abschnitte sind hier der Homosexualität gewidmet, die aus unterschiedlichen und feindlichen Motiven abgelehnt und abgewertet wird.
Textauszug: Korrumpierung von Männerbünden durch homosexuelle Aktivitäten Es gibt viele Beispiele für Männerbünde, die durch homosexuelle Aktivitäten ihrer Mitglieder korrumpiert wurden, darunter auch Teile des Priestertums der katholischen Kirche. Auch in den preußischen Kadettenanstalten war Homosexualität laut dem Militärhistoriker Sönke Neitzel ein „durchaus schwerwiegendes Problem“. Er vermutet, dass sie dort als Ersatz für die mangelnde Zuwendung praktiziert wurde.551 Dem Soziologen Wolfgang Lipp zufolge zerstöre kollektiv praktizierte Homosexualität einen Männerbund von innen, weil sie die für die Konstitution des Männerbundes zentrale Askese untergrabe. Der Männerbund sei konstituiert als „Bund von Männern, die Gegengeschlechtlichkeit […] selbstopfernd bändigten, zurücknahmen und sich als ‚Brüder‘ erkannten“.552 In einigen Fällen, etwa in der katholischen Kirche, haben Homosexuelle in Männerbünden zudem korrupte Strukturen gebildet, deren Mitglieder andere nachzogen, sobald sie
Der allerletzte Abschnitt der Publikation ist Oswald Spengler und Graf von Krockow gewidmet. (S. 86)

Es geht dabei um diesen Abschnitt: Die Notwendigkeit der Existenz von schützenden und bewahrenden Männerbünden ist nicht zuletzt auch eine Lehre aus der deutschen Geschichte. Oswald Spengler mahnte 1933 vor dem Hintergrund des Abstiegs Europas und in Erwartung der katastrophalen Folgen der Herrschaft des Nationalsozialismus sowie angesichts der Bedrohung durch den Kommunismus, dass der Kontinent „große Kräfte, seelisch wie militärisch, in der Hand sehr großer Männer aufbringen“ werden müsse, wenn er „den ersten gewaltigen Sturm überstehen“ wolle, der sich bereits abzeichne.659 Graf von Krockow wies darauf hin, dass die Zusammenschlüsse von Männern, die für eine traditionelle abendländische Weltanschauung eintraten und die in ihrem Wesen christlich, soldatisch und aristokratisch geprägt waren, während der Herrschaft des Nationalsozialismus über die Lebenshaltungen und Wertvorstellungen verfügt hätten, die sie zu Trägern des Widerstandes gegen die Diktatur und später der kulturellen Erne

Teil 4

Oswald Spengler, auf den sich in der Publikation des Renovatio-Instituts positiv bezogen wird, gilt als Wegbereiter des Nationalsozialismus, er wird zur „nationalistischen, antidemokratischen „konservative Revolution“ gerechnet„. [18]

Auf dem Bild ist das Gesicht von Oswald Spengler zu sehen. Text zum Bild: Der Kultur- und Geschichtsphilosoph Oswald Spengler in einer zeitgenössischen Aufnahme. Er wurde am 29. Mai 1880 in Blankenburg geboren und ist am 8. Mai 1936 in München gestorben. Text: Mit dem Szenario des untergehenden Abendlandes hat Oswald Spengler ein Deutungs-Motiv in die Welt gesetzt, das seither immer wieder aufgegriffen wurde – aktuell von der Neuen Rechten.

[19]

Oswald Spengler führt zu einer Vernetzung des Renovatio-Instituts mit TOSS (The Oswald Spengler Society), der Max Otte von der WerteUnion, David Engels und auch z.B. Alexander Demandt angehören.

Der Historiker Alexander Demandt hatte in der Vergangenheit mehrere Fernsehauftritte, darunter in der Dokumentationsreihe von ZDF History. [20] Der Historiker Demandt forderte 2016 ein härteres Vorgehen gegen geflüchtete Menschen. [21]

World Socialist Web Site schrieb: „Unter dem Deckmantel der Wissenschaft ziehen immer mehr Akademiker und Intellektuelle durch die Medienlandschaft, um primitives, rechtes Gedankengut salonfähig zu machen.“ [22]

Nachfolgende Grafik veranschaulicht die Verbindungen der Mitglieder des Renovatio-Instituts zu Universitäten, Hochschulen, … der Erzdiözese Wien und zum Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen.

Ausgehend vom Renovatio-Institut und den den 6 Mitgliedern entstehen Verbindungen zur Universität Trier, Brüssel, Bethlehem, der Katholische Hochschule NRW, der Hochschule Heiligenkreuz, der FTH Giessen, der Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel, dem Institut Zachodny Posen (Polen), der Erzdiözese Wien und über eine Publikation entsteht eine Verbindung zum Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen.

So haben sich David Engels, Heinz Theisen und Harald Seubert (Vorstandsmitglied der Martin-Heidegger-Gesellschaft) [23] dem rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit [.de] angeschlossen, das sind 75% der wissenschaftlichen Beiratsmitglieder.

Das Renovatio-Institut mag zwar erst seit zwei Jahren und „nur“ aus insgesamt 6 Personen bestehen, dennoch zeigt sich deutlich, wie gut es vernetzt ist und dass sich der gesamte wissenschaftliche Beirat aus Männern und Lehrstuhlinhabern zusammensetzt.

Für diese ist es schon aufgrund ihres Status ein Leichtes das Bild des starken, des kämpferischen, des beschützenden cis-het-Mannes samt entsprechender Ideologie nach Außen zu tragen.

Es ist ein toxisches Bild von Männlichkeit und männlichem Verhalten, gepaart mit einer neofaschistischen Ideologie und christlichem Fundamentalismus.

D.h. die Professoren, die als Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats einer neofaschistischen und zugleich christlich fundamentalen Organisation angehören, unterrichten, forschen und lehren und präg(t)en so ganze Generationen.

Wer jedoch annimmt, es sei Wissenschaftler(*innen) grundsätzlich möglich streng wissenschaftlich zu forschen und zu lehren und das abgekoppelt von der eigenen Gesinnung, wie z.B. Misogynie oder LGBTQI-feindlichkeit, christlichem Fundamentalismus oder einer neofaschistischen Ideologie, irtt.

Schon seit Jahrhunderten bis heute noch, prägt das Bild von männlich und weiblich die Archäologie. Waren einem Skelett als Grabbeigaben Schmuckstücke hinzugefügt, gingen Archäolog*innen automatisch davon aus, dass es sich bei dem Skelett nur um das einer Frau handeln könne.

Bei Waffenfunden wurde das Skelett als männlich definiert. Doch mittlerweile stellt sich heraus, dass derartige Aussagen zurückgenommen werden müssen und nicht haltbar sind, weil Rollenklischees und Vorurteile in die Forschungs- und Ausgrabungsergebnisse eingegangen sind.

https://www.deutschlandfunk.de/rassendenken-teil-1-ueber-die-rassistischen-wurzeln-von.740.de.html?dram:article_id=436585

Der Gedanke, dass es sich auch um Gräber von nonbinären Menschen handeln könnte, hat bisher keinen offiziellen Eingang in die Archäologie gefunden.

Wissenschaft muss darum stets im Kontext betrachtet werden und genauso die jeweiligen Wissenschaftler(*innen).

In diesem Fall sind es Wissenschaftler, die einer neofaschistischen und zugleich christlich-fundamentalen Organisation angehören.

Wissenschaftler, die forschen und lehren. Wissenschaftler die mit akademischen Graden geschmückt sind, rechte/neofaschistische/christlich-fundamentale Männer, die ihre Ideologie wissenschaftlich verpacken und so unter das „Volk“ bringen können.

Und wie bekannt sein dürfte, führen konstante Debatten inkl. Publikationen, zum Beispiel misogyne/LGBTQI-feindliche/rassistische/ableistische/antisemitische …, zu Ausgrenzung, zu Abwertung und früher oder später zu Gewalt.

Es spielt also keinen Unterschied ob die menschenverachtende Botschaft sprachlich eloquent, wissenschaftlich oder plump und derb daherkommt. Die Konsequenzen sind für die Betroffenen stets fatal.

Und jetzt ist vorläufig, aber nur vorläufig, über das Renovatio-Institut und ihre misogyne, LGBTQI-feindliche und neofaschistische Publikation alles gesagt.

Doch bevor dieser Beitrag endet, folgt eine Grafik, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebet, jedoch veranschaulicht, warum auch kleine rechte/neofaschistische/evangelikale/christlich-fundamentale Organisationen, Vereine oder „Institute“ ernstgenommen und bekämpft werden müssen.

Was auch für rechte und christlich-fundamentale Propagandist*innen gilt. Alerta!

In dieser Grafik gehen die Verbindungen vom Renovatio-Institut bzw. den Mitgliedern noch viel weiter. Alle Beteiligten haben Veröffentlichungen, darunter Bücher verfasst. Zu sehen sind Verbindungen zur NZZ, zur Achse des Guten zum rechten und rassistischen Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, zur Friedrich Ebert Stiftung, zur Werte Union, MUT (Asendorf Verlag), zu TOSS und z.B. zur Martin-Heidegger-Gesellschaft. Die Grafik ist fast zu unübersichtlich um die Verbindungen zur verfolgen. Dabei ist diese Grafik nicht einmal vollständig.

Ergänzung:

Rechtes Christentum Das „Renovatio-Institut“ will das Patriarchat zurück

 

Christliche Männerarbeit

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Wenn der cisgeschlechtliche Mann, nachfolgend nur noch als cis Mann bezeichnet,

Ein cis Mann ist eine Person, dem bei der Geburt das männlich Geschlecht zugewiesen wurde und der sich als Mann identifiziert.

unter dem Patriarchat leidet, die damit einhergehende Misogynie, Sexismus und Gewalt auf der das Patriarchat aufgebaut ist, bereits so sehr verinnerlicht hat, dann wird er die Kämpfe von FLINTA nicht unterstützen, sondern diesen entgegenarbeiten, um deren Ziele zu vereiteln.

Er wird nicht einmal Misogynie oder Sexismus bei sich erkennen können oder dies wollen. Für seinen Unmut und sein Unbehagen wird er entweder andere verantwortlich machen, also Frauen, FLINTA oder Gender im Allgemeinen und/oder er wird damit beginnen sich selbst zu optimieren und zu stärken, damit er sich im Patriarchat besser zurechtfindet, um so dem Bild vom starken Mann zu entsprechen.

Dabei helfen Männerbünde.
Symbolisch 2 Screenshots.

Screenshot vom Cover des Buches „Männerbund“ von Karlheinz Weissmann erschienen in der Edition Antaios.

[1]

Screenshot zum Thema Männerbund. Entnommen aus Croix de Sang Manifest veröffentlicht vom extrem rechten Arktos Media Ltd.

[2]

Wenn der cis Mann ein bibeltreuer Christ oder ein christlicher Fundi ist, dann helfen ihm das System und seine Religion, d.h. Kirchengemeinden und christliche Organisationen/Vereine, ihn wieder aufzurichten.

Von christlichen Organisationen, Kirchengemeinden oder von Fundis gibt es bereits ein breites Angebot für Männer, wie z.B. Tipi-Übernachtungen, Stockkampf, Bergtouren, Männerwochenenden, Motorsägekurse, Grillwochenenden, Männeraktionstage mit Bogenschießen und Geländewagenparcours.

Und das Angebot ist längst nicht erschöpft. Es gibt auch Männergottesdienste.

Also nicht die Gottesdienste wie z.B. die der geschlossenen Gruppen der Brüdergemeinden, von denen Frauen und Kinder sowieso ausgeschlossen sind, sondern Gottesdienste ausschließlich für Männer.

In diesem Thread möchte ich deshalb auf „christliche Männerarbeit“ und was dahintersteckt aufmerksam machen.

Bushcraft/Men at Work – christliche Männerarbeit von der Freie Missionsgemeinde „das Kraftwerk e.V.“ mit Sitz in Iserlohn [3] bietet u.a. „Männer im Wald“ an. Neben Angeboten für Familien, Kindern und Jugendlichen.

Christliche Männerarbeit bedeutet für diesen „gemeinnützigen“ Verein: „Männer stärken und wiederherstellen.“

Das Ganze ist natürlich streng bibeltreu und basiert u.a. auf Sprüche 27,17:

„So wie Eisen Eisen schärft, so schärft ein Mann den anderen“. [4]

Am 25.09.2021 fand unter dem Motto „Souls on fire – Männer, die brennen“ der Krelinger Männertag statt. [5]

Der Pastor des Christus Zentrums Arche in Elmshorn griff das Thema in seiner Rede/Predigt beim Männertag auf.

Wir“, sagte der Pastor und meinte damit nur die cis Männer, „brauchen eine innere Flamme, die durch das Leben und auch über die Grenzen des Todes trägt.“ [6]

Ein Foto der Veranstaltung. In der Mitte brennt ein großes Feuer. Einige Meter daneben steht ein Mann mit einem Mikrophon und rundherum sitzen die teilnehmenden Männer.

Auch das Christliche Männertraining e.V. (CMT) beruft sich auf Sprüche 27,17 und sieht seinen Auftrag im Bilden von Männern und diesen zu helfen auf biblischer Grundlage und durch das Wirken des heiligen Geistes, geistliche Väter zu sein, die geistliche Kinder hervorbringen. [7]

Zu den „Werkzeugen“ des CMT, das nachweislich 2019 am evangelikalen Kongress christlicher Führungskräfte (KcF) teilgenommen hat, gehört z.B. ein Jahrestraining, der Building Brothers Prozess (USA: Helping Churches Build Men Into Spiritual Fathers)

Screenshot von Building Brothers Helping Churches build men into spiritual fathers. Dabei handelt es sich um die Selbstdarstellung mit sehr viel Text, der hier keinen Platz findet. Im angeschlossenen Block wird die Quelle unter [6] in Kürze zu finden sein.

[8]

und auch der Themenkomplex vom Jungen zum Mann. Darunter z.B. „Was macht ein Vater der keinen Sohn hat, dafür aber eine Tochter?[9]

Das CMT ist übrigens Partner der US-amerikanischen Building Brothers zu deren Ansatz es gehört, wahrzunehmen, dass die Kirche ein weiblicher Ort ist und damit eine unsichere Umgebung für den Umgang mit persönlichen und spirituellen Problemen. (Deutsche Übersetzung). [10]

Deshalb will Building Brothers die Kirche als „sichere, männliche Umgebung für Männer“ schaffen, „an dem sie nach Hause kommen können“. (Deutsche Übersetzung). [11]

Fast möchte mensch meinen auf einer jener Webseiten von Maskulisten zu sein.

Denn das CMT verlinkt zur Webseite von Michael Stahl, einem ehemaligen Personenschützer, dem „Außenseiter, Bodyguard, Herzenskämpfer“, der die christlich orientierte Schule für Selbstverteidigung PROTACTICS® gegründet hat. [12]

Screenshot von der Startseite von Michael Stahl: Willkommen bei PROTACTICS®. Zu sehen ist Michael Stahl als schwarz-weiß-Aufnahme.

[13]

Hier beim CMT, das sich als Netzwerk versteht, wird aber auch zu Dr. Arne Elsen verlinkt, der bekannt geworden ist als sog. „Homo-Heiler“ und durch seine Heilungs-Gottesdienste, auch bei Krebs.
Mehr dazu hier:
bkramer.noblogs.org/arne-elsen-wis von 1) bis 21).

Bekannt aus Presse und Medien ist der Buchautor und Männercoach Dirk Schröder, der den christlichen Glauben für sich entdeckt hat und diesen teilnehmenden Männern näher bringen möchte.

Zum Beispiel auf einem Segeltörn in Griechenland oder Sardinien. Jesus.de schrieb über Dirk Schröder, dieser habe durch ein Männercamp zurück zu seiner Leidenschaft zu Gott gefunden und veröffentlichte ein Interview mit dem christlichen Coach. [14]

Wer sich einen Überblick über christliche Angebote für Männer, also cis Männer, verschaffen will, wird bei MOVO das Männer-Magazin und der Webseite, d. von der SCM Verlagsgruppe (Stiftung Christliche Medien) betrieben wird, fündig.

Screenshot vom Cover von MOVO. Zu lesen sind folgende Ankündigungen: Mysterious Ways: Zu Fuß über die Alpen. Wie ein historischer Roman entsteht: Bestsellerautor Titus Müller. Als Bausoldat in Prora: „Drei Worte genügen: Nie wieder Rügen!“ und Wenn das Leben falten wirft: Charakterschule. Zu sehen ist das Gesicht eines älteren Mannes mit weißen Haaren und Bart und er hat Falten. Von der Kleidung ist eine Stück Latzhose zu sehen, sowie ein Hemd und darunter ein T-Shirt.

[15]

Auszug: „Das sagen Menschen über Movo: Zitat: „Ich liebe die vielen Originale unter Gottes Firmament – und deren einzigartige Geschichten! Und das ist MOVO. Das Magazin bringt ehrlich, angekratzt und pointiert den Männeralltag zur Sprache und vermittelt hoffnungsvolle Botschaften“. Darunter ist das Bild zu sehen von Frank Heinrich, Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB).

[16]

Da dürfte für jeden leidenden cis Mann was dabei sein.

Darunter Männercamps, Arbeitseinsätze mit Männern in Rumänien, Trainingskonferenzen und natürlich auch Coaches, darunter „Kraftprotz“ oder Training für Körper und Geist, Trecking, Expeditionen, Survivaltrainings. [17]

Die Angebote sind sehr umfangreich und die Themen im Männer-Magazin MOVO scheinen es auch zu sein, doch sie transportieren das Toxische des Maskulismus, des Antifeminismus, der EAD und christlichen Fundis im Allgemeinen.

Denn für MOVO schreibt u.a. auch Uwe Heimowski, [18] der bis zur BTW 2021 Mitarbeiter des evangelikalen MdB der CDU Frank Heinrich gewesen ist.

Heimowski gehört der den Evangelikalen der Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) und Gemeinsam gegen Menschenhandel an. Er schrieb in movo.net/2019/06/07/meh über Geschlechtergerechtigkeit und das in der Sprache von Terfs

Terf: Trans-Exclusionary Radical Feminism
(Trans-ausschließender radikaler Feminismus)

(übrigens Heimowski möchte auch Sex-Arbeit verbieten und damit hat er mit Swerfs viele Gemeinsamkeiten.)

Swerf: Sex Work Exclusionary Radical Feminism
(Sexarbeit ausschließender radikaler Feminismus)

Ich fasse an dieser Stelle zusammen: christliche Männerarbeit erhält das System, das Patriarchat und die geschlechtsspezifischen Rollen und Funktionen, die für Männer und Frauen vorgesehen sind. Hier gibt es nur 2 Geschlechter.

Sie ist also LGBTQI-feindlich und damit toxisch für alle FLINTA.

Christliche Männerarbeit und das was dahintersteckt hat viele Schnittmengen zum Maskulismus, zum Antifeminismus, zu Terfs, zu Swerfs aber auch zu extremen Rechten.

Im 2. Teil werde ich auf die Verbindung von christlichem Fundamentalismus und Neofaschismus genauer eingehen und zeigen was dahinter steckt.

Denn Evangelikale und extreme Rechte sind für FLINTAs besonders gefährlich.

Teil 2

Frankfurter Buchmesse 2021

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Teil 1

Ein Wutthread und ein Thread über die Frankfurter Buchmesse 2021, die vom 20. bis 24. Oktober 2021 stattfinden wird.

Um herauszufinden welche rechten/faschistischen/evangelikalen … Verlage/Organisationen in diesem Jahr an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen werden, reicht ein Blick ins Ausstellerverzeichnis.

In Halle 3.1./G1 ist der Stand der neofaschistischen-Verlage Jungeuropa und Oikos (Die Kehre) vorgesehen.

Und weil die Platzierung so günstig ist, nämlich „keine Sackgasse, sondern mittendrin!“ und „keine räumliche Isolation“ kann sich der Neofaschist Philip Stein freuen, weil „wir direkt neben den großen Bühnen des ZDF“ stehen.

So kann er guter Dinge zu Veranstaltungen einladen. [1]

Screenshot vom Blog des Jungeuropa Verlags und zwar folgender Auszug: „Keine Sackgasse, sondern mittendrin! Unsere Platzierung in Halle 3.1 (Stand G!) ist „glücklich“ – denn wir stellen direkt neben den großen Bühnen des ZDF aus. Diesmal also (unterstrichen) keine Sackgasse, keine düsteren Ecken, keine (räumliche) Isolation (unterstrichen beendet). Stattdessen sind wir dieses Jahr mittendrin. Daher meine eindringliche Bitte an Sie: Kommen Sie vorbei, leisten Sie uns Gesellschaft und genießen Sie, so weit als möglich, die Atmosphäre der Messen. Wir freuen uns jedenfalls über jeden Leser und Besucher! Ihr Philip Stein.“

Mittendrin und gut platziert wird also ein Verlag anzutreffen sein mit dementsprechend einschlägig bekannten Autor*innen/Nazis, wie z.B. Richard Spencer, Benedikt Kaiser (Kader der mittlerweile verbotenen Nationalen Sozialisten Chemnitz und rechter Ultra bei „NS Boys“ des Chemnitzer FC.), Alain de Benoist (Vertreter der Novelle Droite), Mária Schmidt vom Haus des Terrors (Ungarn) und Dominique Venner.

Im Mai dieses Jahres gedachte der III. Weg unter Gedenktag mal wieder Dominique Venner, [2] den Rechtsterroristen, der 2013 Suizid verübte und der u.a. Mitglied der extrem rechten Terrororganisation de l’armée secrète (OAS) gewesen ist. [3]
Das muss mensch sich einmal vorstellen, mitten auf der Buchmesse, mittendrin, können neofaschistische Verlage für ihre Publikationen werben, sich mit ihresgleichen austauschen und vernetzen und gleichzeitig Propaganda betreiben.
Mitten auf der Buchmesse, unter den Augen von vielen Menschen.

Textauszug: Auf der Frankfurter Buchmesse, am Samstag, wird Zierke um 15:00 Uhr aus seinem neuen Roman lesen. Und zwar bei uns am Stand. Um 16:45 Uhr folgt dann eine Lesung aus EuropaPowerbrutal, ebenfalls durch den Autor selbst. Natürlich wird auch signiert, geredet, getrunken – hoffentlich mit Ihnen, liebe Leser! Wer außerdem einen Blick auf den Umschlag des neuen Benoist (Gegen den Liberalismus. Die Gesellschaft ist kein Markt) erhaschen will, ist bei uns richtig – an jedem Messetag. Jonas Schick wird sein Programm, das Programm der Kehre, eigenständig bekanntgeben. Nur so viel: Es wird auch hier verdammt spannend

[4]

Seit 1990 wurden mindestens 213 Menschen Todesopfer durch extrem rechte/rassistische Gewalt. [5] Offiziell anerkannt sind nur 85. [6]

Wieviele Menschen, BIPoC, FLINTA, Rom*nja/Sinti*zze, Aktivist*innen, Linke … verletzt, traumatisiert, bedroht, angegriffen wurden, ist unbekannt.

Die Grünen im Landtag Bayern berichteten im Oktober 2020 von einem Anstieg extrem rechter Straf- und Gewalttaten um 15 Prozent im Jahr 2019 und gaben an, dass in Bayern jeden Tag „fünf rechtsextreme Straf- und Gewalttaten“ begangen werden. [7]

Das heißt 35 in einer Woche. 140 in einem Monat. Pro Jahr ergibt das eine Summe von 1.755 Fällen bzw. 1.755 extreme rechte Straf- und Gewalttaten mit einer dementsprechenden Anzahl von Opfern, in nur einem Bundesland, nämlich Bayern.

Zurück zum Verlag, der von Philip Stein betrieben wird und der wahrlich kein Unbekannter ist. Er war Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft (DB) und z.B. Leiter von Ein Prozent.

Auf der Buchmesse kann Philip Stein mit seinem Verlag, es ist übrigens seine erste Teilnahme an der Buchmesse, die er feiert und zwar mit folgenden Worten:

„Was der erste eigene Messestand für unsere beiden jungen Verlage bedeutet, das muss ich hier vermutlich nicht weiter ausführen. In aller Kürze: einen großen Schritt!“

u.a. eine Publikation vorstellen, die von einem Aktivisten der Initiative Ein Prozent einem Mitglied einer extrem rechten völkischen Burschenschaft und einem Fraktionsmitarbeiter der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, John Hoewer, [8] verfasst worden ist.

Sein Buch trägt den Titel: „EuropaPowerbrutal“. Der Rechte Volker Zierke verglich das Buch mit In Stahlgewittern von Ernst Jünger.

Ein Buch das übrigens im Verlag Klett-Cotta erschienen ist und das hier als „Das grundlegende Buch zur „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet wird.

Screenshot von der Buchbeschreibung von Ernst Jünger „In Stahlgewittern“ beim Klett-Cotta Verlag. Hier kann mensch die Überschrift lesen, die im Thread zitiert wird.

[9]

Mit Jonas Schick, der den Oikos Verlag (Die Kehre) vertritt, wird ein Nazi auf der Buchmesse sein, der im Sommer 2017 aus der Jungen Alternative (JA) austrat, sich in der Identitären Bewegung (IB) austobte, einer Bewegung, die im Verfassungsschutzbericht unter „Rechtsextremismus“ aufgeführt wird, und der Anfang 2018 Büroleiter für den MdB der AfD Frank Magnitz war.

AfD Watch Bremen beschrieb Schick als einen Netzwerker und Akteur der „neuen“ Rechten, bei dem bis heute „eine enge Verflechtung mit Höcke und dessen Netzwerk zu beobachten“ ist. [10]

Die Rechte befindet sich im Höhenflug und es wird weder die Buchmesse noch die Mitte ™ oder die Zivilgesellschaft sein, die sie stoppt. Denn die macht weiter wie bisher und setzt dabei auf Ignoranz.

Nach mittlerweile 4 ausführlichen Dokumentationen über die Leipziger und die Frankfurter Buchmessen, die im Blog zu finden sind, stellen wir fest:

Nie waren wir angeekelter, nie angewiderter, nie wütender im Angesicht von so viel Ignoranz.

Teil 2

Der Frankfurter Buchmesse GmbH, eine Tochtergesellschaft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, dürfte in diesem Jahr ein Stein vom Herzen gefallen sein bei der Erkenntnis, dass der Antaios Verlag nicht an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen wird.

Das „neu“rechte „Enfant terrible“ der Buchmesse, Götz Kubitschek, der in der Vergangenheit den Börsenverein regelrecht vorgeführt hat, und dessen Institut für Staatspolitik vom VS Sachsen-Anhalt als „rechtsextrem“ eingestuft wird, [11] wird dieses Jahr die Organisatoren nicht foppen können.

Weder als Loci-Verlag noch als Mit-Austeller und die Buchmesse erhält keine negative Presse, gerade auch im Hinblick auf die Ereignisse 2017, [12] die zur Charta 2017 führten, einer Solidaritätspetition initiiert von der extrem rechten Buchhändlerin Susanne Dagen vom Dresdner Buchhaus Loschwitz.

Unterstützt wurde diese Petition von Compact und von Ein Prozent und von 7.820 Personen unterzeichnet. Nachzulesen hier

Seitdem gab es eine öffentliche und kritische Aufmerksamkeit, die mittlerweile entschwunden zu sein scheint.

Dabei wird in diesem Jahr erstmals die Buchhaus Edition Loschwitz und damit Susanne Dagen auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein und zwar in Halle 3.1./C64 als Gast am Stand der Unabhängigen Verlage.

Screenshot von der Ankündigung „Wir sind auf der Frankfurter Buchmesse vom 20. – 24. Oktober 2021 am Stand der Unabhängigen Verlage 3.1 C64 zu Gast. Wir freuen uns über Ihren Besuch und spontane und geplante Begegnungen mit unseren Autoren!“

[13]

Susanne Dagen verfügt mittlerweile über enge Kontakte zu Ellen Kositza, denn die Beiden betrieben gemeinsam das Projekt „Mit Rechten Lesen“.

Ellen Kositza wiederum beteiligt sich am Kanal Schnellroda, der zum IfS und zur Sezession gehört mit 12.600 Abonennt*innen. [14]

Banner des kanal schnellroda.

[15]

Die extrem rechte Buchhändlerin Susanne Dagen ist darüberhinaus noch sehr gut vernetzt.

Sie war u.a. Mitglied des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, trat dann aus, ist bei den Freien Wählern Dresden als Stadträtin aktiv und hat währenddessen das „Kulturhaus Loschwitz“ fast schon zu einem Think Tank ausgebaut. Fast.

In Zusammenarbeit mit dem Hayek-Verein Dresden fand z.B. am 4.10.21 eine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und Uwe Tellkamp statt. [16]

Screenshot der die Angaben im Thread belegt.

Zum Vorstand des Hayek-Vereins Dresden gehört der ehemalige Brigadegeneral Reinhard Günzel, der bereits als Referent für das Institut für Staatspolitik (IfS) aufgefallen ist, [17] sowie als Interviewpartner für die Sezession. [18]

Günzel gehörte zum KSK und schon 2003 berichtete die FR über „Die Offiziere und die Neue Rechte“ und damit auch über ihn. [19]

Günzel gehört darüberhinaus zum Kreis der Referent*innen der extrem rechten Münchner Burschenschaft Danubia, [20] die im Übrigen regelmäßig im bayerischen Verfassungsschutzbericht aufgeführt wird.

D.h. das Buchhaus Loschwitz ist enger verbunden mit der „neuen“ Rechten und mit neofaschistischen Organisationen als gemeinhin angenommen wird,

Foto vom KulturHaus Loschwitz

[21]

das zeigt die Gästeliste des Kulturhaus Loschwitz und die Kontakte von Susanne Dagen im Rahmen von „Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten Lesen“ mit Ellen Kositza.

Gleichzeitig kann die Edition Loschwitz bzw. das Buchhaus Loschwitz bzw. Susanne Dagen am Stand der IG unabhängige Verlage (IGuV) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. sich präsentieren.

Sie kann sich also sowohl ganz rechtsaußen frei bewegen und gleichzeitig mit der Mitte™ paktieren. 2018 war sie nachweislich Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels war. Was nachfolgender Screenshot beweist.

Screenshot vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit dem BuchHaus Loschwitz Susanne Dagen + Michael Bormann OHG als Vollmitglied.

Der im Screenshot zu lesende Link steht mittlerweile nicht mehr zur Verfügung. Denn der Börsenverein hat seine Webseite umgestellt.

Allerdings ist dem Börsenverein des deutschen Buchhandels der politische Background von Susanne Dagen sehr wohl bekannt. Das beweist ein Artikel vom 19.04.2021, der im Fachmagazin der Buchbranche veröffentlicht wurde. [22]

Statt Bildbeschreibung ein Link zum Lesen

Screenshot des genannten Artikels

Screenshot des genannten Artikels

[22]

Und was machen eigentlich „Verlage gegen Rechts“?
Gibt es die noch?
Immerhin stammt der letzte Eintrag im Blog vom 3.3.2020, während bereits jetzt schon 3 extrem rechte Verlage ihre Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse
 als Aussteller*innen auszumachen sind.

Die Fortsetzung folgt und sie wird zeigen, es kommen weitere hinzu.

Wie schon gesagt: Die Rechte befindet sich im Höhenflug und es wird weder die Buchmesse noch die Mitte ™ oder die Zivilgesellschaft sein, die sie stoppt. Denn die macht weiter wie bisher und setzt auf Ignoranz oder kooperiert.

 

Die Werte von christlichen Fundis

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Teil 1

Anmerkung: Für diesen Thread wurden u.a. die Ausstellerverzeichnisse des evangelikalen Kongress christlicher Führungskräfte (KcF) von 2013, 2015, 2017 und 2019 gesichtet und ausgewertet. Sie haben zu diesem Thread geführt.

Es gehört zum Wesensmerkmal christlicher Fundis, darunter auch Evangelikalen, salopp formuliert zu missionieren bis die Schwarte kracht. Erklärtes Ziel der Initiative Pontifex, hervorgegangen aus der Generation Benedikt, die von Nathanael Liminski mitbegründet wurde, ist „die Durchdringung aller Lebensbereiche und Lebenssituationen mit dem Evangelium.“ [1]

Die dafür notwendigen Strukturen sind bereits vorhanden und das in Form von Vernetzungen, Medien, Organisationen, darunter Stiftungen und Vereinen, Publikationen, Verlage, Schulen, Kliniken, Beratungsstellen und Events. Das alles in Hülle und Fülle, kaum noch zu durchschauen.

Einen Überblick vermitteln z.B. die Ausstellerverzeichnisse der letzten Jahre des Kongress christlicher Führungskräfte (KcF), einem Zweckbetrieb von idea, der mehrere Zwecke erfüllt.

Einerseits macht der KcF es möglich Gewinne zu erzielen und den Profit zu maximieren, er vernetzt und führt „christliche“ Organisationen und Unternehmen zusammen und wird zugleich durch die Veranstaltungen, die Seminare und Workshops zur Plattform, die die Weiterverbreitung ihrer Botschaften möglich macht.

Es gibt mittlerweile kaum eine/n Branche/Lebensbereich und kaum ein Thema, d. nicht von christlichen Fundis/Evangelikalen vertreten wird. In diesem Thread stehen allerdings Wirtschaft, Unternehmen und Interessenvertretungen von Berufsgruppen im Mittelpunkt.

So gibt es z.B. die Vereinigung christlicher Friseure in Deutschland n. e. V., Christ & Friseur mit der gleichnamigen Publikation, [2] die Christliche Bäcker- und Konditoren Vereinigung Deutschlands (CBKV), die aus dem CVJM entstand, [3] Christ & Jurist, das den christlichen Glauben und die juristische Arbeit miteinander verbinden will, [4] das Netzwerk christlicher Juristen Christ & Recht, [5] die Christen in der Automobilindustrie (CAI), ein Netzwerk aus Christen bei Daimler, Audi, Opel, BMW und VW, [6] Christen im Beruf, Christen in der Wirtschaft, Christen im Gesundheitswesen, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Mediziner, die zum Netzwerk von Christen in Schule, Hochschule und Beruf – SMD gehört, [7] die christliche Polizeivereinigung, die christliche Feuerwehrvereinigung, die Vereinigung evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS), die Internationale Vereinigung Christlicher Geschäftsleute, die Athleten für Christus, [8] Medien, Verlage … und natürlich auch „christliche“ Unternehmen.

Das Unternehmen Deichmann ist der grösste Schuhhändler Europas“, so steht es im aktuellen KcF-Magazin über einem Interview mit Heinrich Otto Deichmann, der Kuratoriumsmitglied von Pro Christ, Vorsitzender von Wort und Tat, Gründer der Deichmann-Stiftung ist, der 2020 das evangelikale Spektakel „Deutschland Betet Gemeinsam“ unterstützt hat und zu den reichsten Deutschen gehört. Vom Bloomberg Billionaires Index wird er auf Platz 279 der reichsten Menschen der Welt geführt. [9]

Das Interview mit Deichmann trägt den Titel: „Werte in Verantwortung leben“. Doch welche Werte das sein sollen bleibt vage. (nachzulesen hier)

Unter der Rubrik Advertorial #Werteleben wird im KcF-Magazin empfohlen „Geld jetzt in Sicherheit bringen“. Auf der letzten Seite dieses KcF-Magazins findet d. Leser*in eine großformatige Werbung für das Buch von Paul Colemanzensiert – Wie europäische „Hassrede“-Gesetze die Meinungsfreiheit bedrohen“.

Screenshot von der letzten Seite des KcF-Magazins mit der Werbung für das im Text genannte Buch.

Spätestens jetzt dürfte klar sein, welche „Werte“ der KcF verbreitet und vertritt. Denn sonst würde nicht genau für dieses Buch auf der letzten Seite des KcF-Magazins geworben. Ein Buch geschrieben von einem Fundi, der wie ein Rechter jammert und wehklagt.

Abschrift der Buchbeschreibung von https://www.fontis-verlag.com/product/zensiert-paul-coleman/ Was ist das Recht auf Meinungsfreiheit noch wert – wenn es jederzeit durch «Hassrede»-Gesetze eingeschränkt werden kann? Paul Coleman hat eine alarmierende Sammlung europäischer «Hassrede»-Gesetze zusammengetragen. Die mehr als 50 realen Rechtsfälle zeigen: Die Grenzen des Sagbaren werden enger. Wer freiheraus spricht, steht schnell mit einem Bein auf der Anklagebank. Und da sitzen sie dann gemeinsam: die Politikerin, die aus der Bibel zitiert hat, der Journalist, der das Thema deutlich ausdrückt, der Priester, der die Wahrheit seines Glaubens nicht widerrufen will, oder auch der Polizist, der twittert, was er über Gendergerechtigkeit denkt. Denn eines haben alle diese Gesetze gemeinsam, gegen die die Angeklagten verstoßen haben: Eine klare Definition angeblicher «Hassrede» gibt es nicht. Doch wenn nicht mehr klare Tatsachen, sondern verletzte Gefühle vermeintlicher Opfer zählen, verschwimme

Wobei zwischen Protofaschist*innen, also Konservativen, Rechten und Fundis kaum Unterschiede zu erkennen sind. Das kann mensch schon beim Fontis Verlag, der gleichfalls in der Vergangenheit Aussteller*in des KcF gewesen ist, wahrnehmen. 

Doch welche Werte sind das, die nicht nur vom KcF, sondern auch von Heinrich Otto Deichmann, Friedhelm Loh, Sebastian Loh, Wolfgang Grupp (Trigema) permanent beschworen werden?

Werte, die auch von anderen Unternehmen wie z.B. von Otto Quast (Hoch- und Tiefbau), der Hausmanufaktur RENSCH, der Kunststoff KG Nehl &Co., Plansecur, Hewi G. Winker oder Ochs GmbH vertreten werden.

Es sind die „Werte“ oder Unwerte der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), die alle Organisationen/Unternehmen verbreiten oder finanzkräftig unterstützen und zwar als Sponsor/Partner/Ausstellerin des KcF. [10] [11]

Im Blog gibt es eine 10teilige Reihe, die sich kritisch mit der EAD auseinandersetzt 

Auf einen Aspekt war diese Reihe nicht eingegangen, nämlich auf die kapitalistischen/wirtschaftlichen Interessen, die der Glaubensbasis der EAD und christlichem Fundamentalismus mitnichten im Wege stehen und was das für die Angestellten bedeuten kann.

Zunächst einmal steht die EAD für einen autoritären Menschen in einer Hierarchie, der die einzelne Person sich zu unterwerfen hat. Diese Hierarchie ist patriachal geprägt, misogyn, LGBTQI-feindlich und neigt zum Kreationismus, ist also im Ansatz mindestens wissenschafts“kritisch“.

Nachträgliche Ergänzung eines*r Leser*in als Zitat: „Man denke hier insbesondere an das Erste der 14 Merkmale des Faschismus.“, die Anlass zum Nachdenken gibt.

Bild

Aussteiger*innen berichten vom unaufhörlichen Druck, der auf dem einzelnen Menschen lastet und wie das die Kindheit und das Leben insgesamt beeinflusst hat.

Menschen, die schon einmal Kontakte zu Evangelikalen/christlichen Fundis hatten, wissen wie die Mitglieder*innen der Kirchengemeinden sich unaufhörlich gegenseitig kontrollieren oder auch bespitzeln.

Der Chef einer Brüdergemeinde, so wurde mir zugetragen, kontrollierte sogar die Taschen seiner Mitarbeiter*innen. Das kann so weit gehen, dass der Chef eines Unternehmens die Mitarbeiter*innen zum Spenden verpflichtet.

Die „Werte“ des KcF bedeuten darum für die Mitarbeiter*innen in diesen Unternehmen noch mehr Druck als ohnehin schon auf den einzelnen Menschen, die ihre Arbeit gegen Entgeld zur Verfügung stellen, lastet.

Noch mehr Druck, noch mehr Kontrolle und gegebenenfalls auch Gruppenzwang. Der Leiter der Firma Hailo Sebastian Loh hat in seiner Firma eine „Tradition“ eingeführt, die vorsieht, dass alle Mitarbeiter*innen am Ende eines Jahres für ein konkretes Projekt spenden bzw. zu spenden haben.

Er selbst verdoppelt dann die Spende, [12] kann dann eine stattliche Summe steuerlich absetzen und sich dafür feiern lassen.

Idea (Informationsdienst der evangelischen Allianz) berichtete am 03.09.21 vom Spendenrekord der Friedhelm Loh Group.

Für die Opfer der Flutkatastrophe NRW und Rheinland-Pfalz seien 930.000 Euro gespendet worden.

Das sei die höchste Spendensumme in der Geschichte des Unternehmens, heißt es in einer Mitteilung. Der Inhaber und Vorstandsvorsitzende Friedhelm Loh habe den von den Mitarbeitern zusammengelegten Betrag auf die Endsumme verdreifacht.“ [13]

Friedhelm Loh, der zahlreiche Stiftungen gegründet hat, darunter die Stiftung Christliche Medien (SCM-Verlagsgruppe), die Stiftung für christliche Wertebildung, PROVITA-Stiftung, Mitglied im Kuratorium von ProChrist ist …, [14] und der 2020 das evangelikale Spektakel „Deutschland Betet Gemeinsam“ unterstützt hat, konnte also eine große Summe steuerlich absetzen und sich dann von idea mit einem Artikel dafür feiern lassen, weil der bibeltreue Christ vermeintlich so viel Gutes tut.

Dabei kann er es sich leisten. Auf der Forbes-Liste The World’s Billionaires 2018 wird das Vermögen von Friedhelm Loh, dem Mann mit der markant roten Brille, mit ca. 3,6 Milliarden US-Dollar angegeben. [15]

Zu sehen ist ein Bild von Friedhelm Loh, der in die Kamera grinst/lächelt und eine rote Brille trägt.

[16]

Deshalb wurde „zum dreizehnten Mal in Folge (…) das Familienunternehmen 2021 als Top Employer Deutschland ausgezeichnet“, so ist es auf der Webseite der Friedhelm-Loh-Group zu lesen. [17]

Ob die Mitarbeiter*innen der Friedhelm Loh Group mit ihren wesentlich kleineren Einkommen eine Spendenbescheinigung erhielten, ob sie ihre Spende absetzen konnten und wie freiwillig sie gespendet haben ist unbekannt.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass seit dem 1.1.2021 Spenden erst ab einem Betrag von 300 Euro von der Steuer abgesetzt werden können, [18] d.h. kleinere Einzelspenden reduzieren das eigene Einkommen.

Zumal sich das durchschnittliche Gehalt einer Sachbearbeiter*in im Vertriebsinnendienst bei der Firma Rittal, die zur Friedhelm-Loh-Group gehört, auf 40.000 Euro Brutto pro Jahr beläuft. [19]

Screenshot, der den Mittelwert des Gehalts einer*s Sachbearbeiter*in Vertriebsinnendienst. Das Gehalt liegt zwischen 29.700 und 52.300 Euro und so ergibt sich der Mittelwert.

Ein*e Lagerist*in verdient bei Rittal durchschnittlich 30.300 Euro Brutto jährlich, [20] d.h. monatlich 2.525 Euro Brutto.

Screenshot, der den Mittelwert des Gehalts einer*s Lagerist*in Vertriebsinnendienst. Das Gehalt liegt zwischen 19.600 und 36.100 Euro und so ergibt sich der Mittelwert.

Für d. kaufmännische*n Angestellte*n, d. für Rittal ist, beläuft sich das Brutto-Jahresgehalt auf durchschnittlich 33.500 Euro Brutto. [21]

Screenshot, der den Mittelwert des Gehalts einer*s kaufmännischen Angestellte*r. Das Gehalt liegt zwischen 30.700 und 36.200 Euro und so ergibt sich der Mittelwert.

Ein*e Lagerist*in aus Herborn mit 2 Kindern, d. Kirchensteuer entrichtet mit Lohnsteuerklasse 3, verdient also durchschnittlich 1.961,29 Euro monatlich netto. [22]

Reich wird d. Lagerist*in durch die Arbeit also nicht und wer sich die Durchschnittgehälter bei Rittal angeschaut hat, konnte feststellen, dass Rittal, die zur Friedhelm-Loh-Group gehört, nicht durch hohe Löhne auffällt und auch das Arbeitsklima nicht besonders gut sein soll. Denn Friedhelm Loh soll am liebsten im „Gottmodus“ agieren. Das berichtete das Manager-Magazin 2014 unter der Überschrift: „Deutschlands härteste Arbeitgeber“. [23]

Screenshot von folgendem Text: „Gerade wenn ein Nachfolger aufgebaut werden müsste, schlagen derlei Scharmützel ins Tragische um. Etwa bei der mittelhessischen Friedhelm Loh Group, die unter anderem Schaltschränke herstellt. Inhaber Loh, Lehre als Starkstromelektriker, BWL-Studium auf dem zweiten Bildungsweg (ohne Abschluss) und streng religiös, hat sein Büro mit Bibelsprüchen durchdekoriert - und agiert auch sonst am liebsten im Gottmodus. Er weiß alles besser, mischt sich überall ein; wenn Headhunter ihm Topleute besorgen sollen, scheint ihm keiner gut genug, er lehnt Kandidaten reihenweise ab. Anfang 2011 fand dann doch einer die Gnade des Herrn: Karl Christoph Caselitz wechselte von Nokia Siemens Networks als Vertriebschef zur wichtigsten Loh-Tochter Rittal. Gleichzeitig wurde er Lohs Stellvertreter - im Bewerbungsgespräch soll der Eindruck entstanden sein, er werde dem Alten einst nachfolgen. Doch Loh macht die Räume eng, und Caselitz ist zunehmend frustriert.“

Teil 2

Halten „wir“ fest, dass es unmöglich ist durch Lohnarbeit einen derartigen Reichtum wie Friedhelm Loh anzuhäufen, der so viel Geld besitzt, dass er 2018, das Stiftungskapital, der von ihm gegründeten gemeinnützigen Stiftung Rittal Foundation mit Sitz in Herborn, auf stolze 20 Mio. Euro aufstocken konnte. [24]

In diesem Jahr, also 2021, wurde das Stiftungskapital verdoppelt. Damit verfügt die Rittal Foundation jetzt über 40 Mio. Euro, [25] dank Friedhelm Loh.

Einen derartigen Reichtum anzuhäufen funktioniert aber nur über’s Erben, sich Aneignen/Bereichern und über’s Ausbeuten. Manchmal auch in Kombination.

„Wir“ können also Friedhelm Loh, ohne ihm Unrecht zu tun oder „falsch Zeugnis“ gegen ihn abzulegen (8.Gebot), [26] als einen Evangelikalen Bonzen betrachten und das ist er ganz bibelkonform/bibeltreu.

Die Berliner Genossenschaft FBG eG – Firmen fördern nach biblischen Grundsätzen sieht darin „Gottes Auftrag an Unternehmer“, „(…) die Ressourcen der Erde zu entwickeln, zu nutzen und den Wert von dem zu steigern, was Gott ihm anvertraut hat.“ [27]

Im Kontext liest sich das so:

„Gottes Auftrag an Unternehmer

Der Mensch wurde von Gott mit der Fähigkeit und Verantwortung geschaffen, die Ressourcen der Erde zu entwickeln, zu nutzen und den Wert von dem zu steigern, was Gott ihm anvertraut hat. Es ist die Aufgabe von Christen in der Wirtschaft, Produkte herzustellen und Dienstleistungen zu bieten, die Gott verherrlichen und seinen Menschen dienen.

Biblische Grundlage:

„Und Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die ganze Erde… Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan…“ 1. Mose 1“
https://fbg-eg.de/firmen-foerdern/aspekte-der-foerderung/

Deshalb hilft die Genossenschaft „Unternehmern, Gottes Auftrag in der Wirtschaft zu verwirklichen[28] und empfiehlt

„Kauf beim Bruder – Christen dienen Christen“: „Da christlich geführte Unternehmen in der Regel für das Reich Gottes spenden, unterstützen Kunden dieser Unternehmer indirekt den Bau von Gottes Reich“, [29]

ist auf der Webseite zu lesen.

Unter den Rubriken: Dienstleistung, Handel/Einzelhandel, Beratung, Handwerk und Technik, Arbeitssuchend und zertifizierte FBG-Beiräte kann mensch sich einen Überblick über weitere „christliche Unternehmen“ verschaffen. [30]

Normen Rentrop, der zum Vorstand von idea (Informationsdienst der evangelischen Allianz) gehört, [31] FBG-Genosse ist und vor dem und vor dessen Investor-Verlag das Verbraucherschutz.forum 2017 wegen seiner dubiosen Renditeversprechen gewarnt hat, [32] und dessen Verlag 2012 im Rahmen einer internationalen Großrazzia wegen Kursmanipulationen durchsucht worden war, [33] findet es gut, dass es eine solche Initiative wie die FBG gibt.

Screenshot der die Angaben im Thread bestätigt.

Für Rentrops Blog schrieb ein gewisser Dr. Jörg Knoblauch einen Text mit der Überschrift „Darf ein Christ erfolgreich sein?“ Zu seinem Erfolgsverständnis, im biblischen Sinne versteht sich, gehört auch ein profitabler Betrieb.

Knoblauch schrieb dazu: „Gott ist an Ihrem Erfolg interessiert, vorausgesetzt, Ihre Definition von Erfolg ist in seinem Sinn.“ [34] Wobei in diesem Text die Wörter Erfolg, erfolgreich, Erfolgsstrategien … 37 mal zu finden sind.

Ja, in Matth. 6,19-21 sagt der christliche Jesus: “Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen“.

Doch wer Erfolg wie Knoblauch als beständiges Arbeiten an sich selbst und Ziele zu verwirklichen definiert, dürfte keine Probleme damit haben, sich zu bereichern und andere auszubeuten.

Außerdem gibt es zahlreiche Bibelverse, die Knoblauch und auch Friedhelm Loh recht geben. Hier eine kleine Auswahl. [35]

„Die fleißige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, muss Frondienst leisten.“ Kolloser 3:17

Hastig errafftes Gut zerrinnt; wer aber ruhig sammelt, bekommt immer mehr. Sprüche 13:11

Seht euch vor, dass ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt. 2 Johannes 1:8

Denn wenn Gott einem Menschen Reichtum und Güter gibt und lässt ihn davon essen und trinken und sein Teil nehmen und fröhlich sein bei seinem Mühen, so ist das eine Gottesgabe. Prediger 5:18

Die Sklaven ermahne, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen, nichts veruntreuen, sondern sich stets als gut und treu erweisen, damit sie in allem die Lehre Gottes, unseres Heilands, schmücken. Titus 2:9-10

Damit ein Betrieb nicht nur profitabel ist, sondern auch christlich geführt wird, richtet sich die AcF, die Akademie für christliche Führungskräfte, vor allem an „Führungskräfte, die in ihrem Umfeld, sei es im Profit oder im Non-Profit-Bereich, christus-orientiert führen wollen“. [36]

Hier können Interessierte einen Studiengang absolvieren, der dem Anbieter, dem AcF, die Säckel füllt [37] und der aus den Studierenden christliche Führungskräfte macht.

Kosten für das Masterstudium bei Unisa Studiengebühr Research Proposal: 1.600 € jährlich (Stand 2021) Studiengebühr Master Dissertation: 2.850 € jährlich (Stand 2021)

Solche wie z.B. Norman Rentrop, Thomas Middelhoff, der ehemalige Arcandor-Chef, solche wie z.B. Friedhelm Loh, der 2011 die gemeinnützige Stiftung Rittal Foundation gegründet hat. Eine Stiftung, die seit 2012 regelmäßig spendet.

Mal den Lahn-Dill-Kliniken, dem blauen Kreuz, der IHK Lahn-Dill (Dillenberg), mal der Kinderkrebshilfe (Gießen) oder dem Stadttheater Gießen, dem CVJM an verschiedenen Standorten, dem Mathematikum (Gießen), der Universität Siegen, der Stadt Herborn, der Stadt Dillenburg, der Allianzmission e.V. …

Nachzulesen hier

Wer sich die Gesamtübersicht der Förderprojekte der Rittal Foundation anschaut, kann feststellen, dass es Vereine/Organisationen/Projekte gibt, die regelmäßig gefördert werden, also Spenden erhalten, und manche nur ein einziges Mal.

Wer sich die Gesamtübersicht der Förderprojekte anschaut, kann feststellen, dass auch evangelikale Vereine/Organisationen/Projekte bezuschusst werden, z.B. die Allianz Mission, die Freie evangelische Gemeinde Dillenburg-Frohnhausen, Jumpers Jugend mit Perspektive e.V., Freie christliche Schulen Siegen, die Mitglied im kreationistischen Verband evangelischer Bekenntnisschule (VEBS) ist … .

In diesem Jahr, also 2021, spendete Loh bzw. seine Stiftung 25.000 Euro an „Menschen für Kinder“ und 25.000 an „Tour der Hoffnung“. [38]

Auf was ich hinauswill ist folgendes:

Ein Evangelikaler Bonze, der eine evangelikale Struktur mitgeschaffen hat, spendet für diese Struktur, um diese zu erhalten und zu stärken.

Ein Evangelikaler Bonze spendet für soziale Projekte, die sich über jede Summe freuen, weil dadurch das Projekt weiterbestehen kann.

Das Projekt bzw. die Mitarbeiter*innen sind dankbar, freuen sich und können so in eine Abhängigkeit geraten, denn es besteht kein Anspruch auf regelmäßige Förderung. Dadurch kann der Evangelikale Bonze Einfluss nehmen.

Der Evangelikale Bonze, der soziale Projekte finanziell und mit seinem Namen unterstützt und fördert, erhält dadurch den Status Quo und sichert so menschliche und kapitalistische Herrschaft, die auf Gott und die Bibel beruft!

Das ist Systemimmanent und verhindert eine bessere Gesellschaft, eine Gesellschaft ohne Herrschaft, eine Gesellschaft ohne Kapitalismus, eine Gesellschaft, die so beschaffen ist, dass gleiche Voraussetzungen und Teilhabe für ALLE bestehen und in der soziale Projekte in dieser Form nicht mehr nötig sind.

Der Evangelikale Bonze, der kein Einzelfall ist, kann sich gesellschaftlicher Anerkennung erfreuen, obwohl er doch daran beteiligt gewesen ist, eine Gesellschaft zu schaffen in der Ausbeutung funktioniert und Projekte notwendig sind, die auf Spenden angewiesen sind.

Der Evangelikale Bonze kann dann z.B. als „Macher und Visionär“ die Ehrendoktorwürde einer Universität annehmen.
2016 wurde Friedhelm Loh die Ehrendoktorwürde der TU Chemnitz verliehen. [39]

Screenshot von einem Foto von Friedhelm Loh bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der TU Chemnitz. Artikel ist vom 21.03.2016. Er bestätigt die Angaben im Thread.

[39]

Derselbe Evangelikale Bonze erhielt 2017 die Ehrenprofessur, verliehen vom Land Hessen.

Es muss ein denkwürdiger Tag für ihn und für andere Evangelikale gewesen sein. Denn an dem festlichen Ereignis nahm auch Stephan Holthaus teil, Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen.

Holthaus gehörte zu den Botschafter*innen von Einer Von Uns, die wiederum zum Netzwerk des europaweiten antifeministischen und LGBTQI-feindlichen Netzwerks Agenda für Europa gehörte.

Ein Netzwerk, das Schwangerschaftsabbrüche, die Antibabypille und Scheidungen verbieten lassen will und sich das Ziel gesetzt hat, Homosexualität und damit auch Bisexualität zu kriminalisieren.

Die Laudatio hielt an jenem Tag Prof. Hans-Jörg Bullinger, Mitglied des Beirats der Friedhelm Loh Stiftung und ehemaliger Präsident der Fraunhofer Gesellschaft.

Boris Rhein, hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, war gleichfalls anwesend und so entstand jenes denkwürdige Foto, das deutlich macht wie sehr alles mit allem verwoben ist.

Gruppenbild mit Friedhelm Loh und den im Thread genannten Personen.

[40]

Und obwohl es noch vieles zu sagen gäbe, möchte ich diesen 2Teiler so beenden, wie er begann.

Es gehört zum Wesensmerkmal christlicher Fundis, darunter auch Evangelikalen, salopp formuliert zu missionieren bis die Schwarte kracht. Erklärtes Ziel der Initiative Pontifex, hervorgegangen aus der Generation Benedikt, die von Nathanael Liminski mitbegründet wurde, ist „die Durchdringung aller Lebensbereiche und Lebenssituationen mit dem Evangelium.“ [41]

Die dafür notwendigen Strukturen sind bereits vorhanden und das in Form von Vernetzungen, Medien, Organisationen, darunter Stiftungen und Vereinen, Publikationen, Verlage, Schulen, Kliniken, Beratungsstellen und Events. Das alles in Hülle und Fülle, kaum noch zu durchschauen.

Christliche Hilfe – was steckt dahinter?

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Eine Stiftung zu gründen und Spenden zu sammeln, um weltweit Armut zu bekämpfen und menschenwürdige Lebensbedingungen zu fördern, hört sich gut an. Sehr gut sogar. Allerdings hat die Stiftung Pro Vita einen Pferdefuß.

Auf dem Foto ist das Label von pro vita zu sehen. Pro dann eine Grünpflanze mit Wurzel. Darunter steht Stiftung zur Bekämpfung weltweiter Armut und zur Förderung menschenwürdiger Lebensbedingungen

[1]

Wäre ich gemein, würde ich behaupten, es sind zwei Hufe. Denn bei dieser Stiftung handelt es sich um eine evangelikale Stiftung, die mit der Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) verbunden ist und zwar als Kategorie II, auf „der Basis und in Zusammenarbeit“ mit der EAD.

Am 19.05.2017 wurde die Stiftung, die einem evangelikalen Netzwerk angeschlossen ist, als gemeinnützig anerkannt. [2]

Eine Kinderstiftung zu gründen, die mittlerweile an 27 Standorten, in 13 Städten und Regionen vertreten ist mit Freizeitangeboten, kostenlosen Mahlzeiten, Feriencamps und u.a. Angeboten inkl. Beratung für Eltern, hört sich gut an. Sehr gut sogar.

Auszug von Die Arche mit folgendem Text: Als Arche engagieren wir uns besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Begonnen hat unsere Arbeit 1995 in Berlin auf Initiative von Pastor Bernd Siggelkow. Mittlerweile sind wir an 27 Standorten in ganz Deutschland aktiv und erreichen über 4.500 Kinder und Jugendliche mit unseren kostenlosen Angeboten. Weitere Ableger gibt es zudem in der Schweiz und in Polen.

Auszug von die Arche: „Wir engagieren uns dafür, dass sich die Lebensbedingungen benachteiligter Kinder und Familien hierzulande verbessern. Wir unterstützen Kinder und Jugendliche dabei ihre Potenziale zu entdecken, fördern ihre Talente und machen sie stark für ein selbständiges Leben. Informieren Sie sich hier über die Ziele und Angebote der Arche sowie Fakten zur Transparenz unserer Arbeit und über Möglichkeiten, wie auch Sie mithelfen können.“ Oben rechts im Bild farbenfroh der Schriftzug Die Arche und darunter der Fisch als Kennzeichnung.

Allerdings hat die Kinderstiftung christliches Kinder- und Jugendwerk Die Arche einen Haken. Sie gehört nämlich auch zum Netzwerk der EAD bzw. ist mit dieser verbunden als Kategorie II.

Ist also auch etwas Evangelikales und wird mit öffentlichen Geldern subventioniert. 2019 erhielt die Arche staatliche Zuschüsse in der Höhe von 718.012,53 €. [3]

Screenshot Mittelherkunft 2019. Er belegt die Angaben im Thread.

[4]

Screenshot Mittelherkunft 2019. Er belegt die Angaben im Thread.

[4]

Die Deutsche Bank z.B. spendete 2021 150.000, [5] die Commerzbank-Stiftung fördert Feriencamps der Arche mit 5.000 Euro, [6] das Institut für Berufliche Bildung Ag spendete 70.000 Euro in diesem Jahr, [7] die Barclay-Card erhöhte in diesem Jahr ihr Engagement auf 387.000 Euro, [8] um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Einen Suchthilfeverband zu gründen, um „Suchtkranken und Angehörigen zeitgemäß und kompetent zu helfen und einer Suchtentwicklung vorzubeugen[9] ist eine sehr gute Idee.

Weniger gut jedoch ist die Tatsache, dass das Blaue Kreuz e.V. (BKD) nicht nur ein christlicher Suchthilfeverband ist, sondern auch mit den Evangelikalen der EAD verbunden ist.

„Wir tun alles dafür, dass Menschen suchtfrei und in geheilten Beziehungen mit sich, ihren Mitmenschen und Gott leben können“

ist auf der Webseite zu lesen. [10]

Das Blaue Kreuz e.V. ist eingebunden in das Netzwerk International Blue Cross, Blu:Prevent, Versuchung sucht Grenzen, Stiftung Deutsche Kindersuchthilfe und Serrahner Diakoniewerk gemeinnützige GmbH. [11]

Eine Zufluchtsstätte für muslimische Frauen, also ein Frauenhaus für Muslima, muss nicht zwangsläufig etwas Negatives sein, auch wenn die Förderung und der Ausbau autonomer Frauenhäuser sinnvoller wären, Präventionsprogramme und die

Abschaffung des Patriarchats.

Trotzdem muss eine derartige Zufluchtsstätte nicht zwangsläufig etwas Negatives sein. Doch im Fall von Perlenschatz e.V. im mittelhessischen Solms steckt eine evangelikale Organisation dahinter, die einflussreiche und namhafte Botschafter*innen hat.

Screenshot vom Banner/Header von Perlenschatz Zuflucht für muslimische Frauen.

[12]

Darunter z.B. den MdB der CDU Frank Heinrich, der zum Hauptvorstand der EAD gehört, ebenfalls mit dabei Christine Schirrmacher (EAD), Thomas Schirrmacher (EAD), Jürgen Werth (EAD), Yassir Eric (EAD), der MdB der CDU Michael Brand und der SPD-Bürgermeister der Stadt Solms. [13]

Ausgerechnet Botschafter*innen der EAD unterstützen das Projekt. Botschafter*innen eines evangelikalen Netzwerks von dem bisher nur misogyne, LGBTQI-feindliche Töne zu hören waren und auch antimuslimischer Rassismus.

Das passt nicht zusammen.

Der Verein Perlenschatz hat also genau wie die anderen „christlichen Hilfsorganisationen“ einen nicht zu unterschätzenden Pferdefuß.

Die Arbeit von humedica konzentriert sich auf die Schwerpunkte Not- und Katastrophenhilfe, langfristige Entwicklungshilfe in Form von Familienhilfe und Rehabilitationsprogrammen sowie auf Versorgungshilfe in Ländern und Regionen, wo sich Betroffene nicht selbst helfen können. (…)“,

ist auf der Webseite zu lesen. [14]

Respekt dürfte so manch eine*r denken.
Doch halt, so einfach ist das nicht!
Denn Humedica gehört zum Netzwerk der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD). Ist also auch etwas Evangelikales oder Bibeltreues.

Hinter Humedica wiederum stehen zahlreiche Partner*innen, institutionelle und private Förderer und Partner*innen.

Die institutionellen Förderer sind das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Von ihnen erhält Humedica auch finanzielle Mittel und das bedeutet, dass der Steuerzahler*innengeld, also öffentliche Gelder, einer Organisation zu Gute kommt, die sich der EAD angeschlossen hat und zur Kategorie II gehört, die einer „christliche Allianz“ angeschlossen ist, die für Misogynie, für LGBTQI-feindlichkeit steht und die auch antimuslimischen Rassismus verbreitet und damit schürt.

Zu den „privaten“ Unterstützer*innen gehört u.a. der Bayerische Rundfunk (BR), Jacobs Douwe Egberts DE GmbH, die Deutsche Postcode Lotterie, Condor Flugdienst GmbH, Alete, die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, Rapunzel … .

Nachzulesen hier

2019 erhielt Humedica Geldspenden in Höhe von 5.437.897,83 EUR, zuzüglich Nachlässen, Mitgliederbeiträgen, Bußgeldern und Sachspenden kam eine Summe von 11.218.623,88 EUR zusammen.

Die öffentliche Hand zahlte zusätzlich 2.879.503,25 EUR. Insgesamt kamen 2019 15.215.326,51 EUR zusammen.

Screenshot vom Jahresbericht 2019 mit der Aufteilung der Einnahmen.

[15]

„Um die Diversität der Geldmittel weiter zu steigern, wurden im Geschäftsjahr Anstrengungen im Stiftungs-, Kampagnen- und Großspenderfundraising unternommen.“

[16]

Und so essentiell Not- und Katastrophenhilfe auch sein mag, sind bei dieser Organisation Zweifel angebracht. Denn
a) gehört sie zum Netzwerk der EAD und
b) bindet sie in den Jahresbericht christliche Zitate ein.

Wie nachfolgend zu sehen ist. Die Bilder samt den Zitaten wurden dem Jahresbericht 2019 entnommen.

Panoramansicht eines verfallenen Gebäudes darunter das Zitat „Vertrauen heisst an Gott zu glauben mitten im allem „Warum“. Nancy Parker Brummett

Panoramaansicht von spielenden lachenden schwarzen Kindern, deren Haut voller Staub ist dazu der Bibel Psalm 127,3 „Kinder sind ein Geschenk des Herrn, sie sind ein Lohn aus seiner Hand.“

Dies war nur eine kleine Auswahl an Beispielen. Beispiele, die Fragen aufwerfen.

2016 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung (SZ) einen Artikel mit der Überschrift: „Wie evangelikale Christen Flüchtlinge bekehren wollen“.

In diesem kritischen Artikel ging es u.a. um den „FlüchtlingsmissionarJürgen Grau, der zum örtlichen Arbeitskreis Migration und Integration der Evangelischen Allianz gehört und um dessen Kampf oder um sein „Ringen um die Flüchtlingsseelen“. [17]

Die Organisationen, die in diesem Thread vorgestellt wurden, ringen auch um die Seelen von Menschen. Z.B. um die von Menschen in Not, schwarzen Menschen, Menschen im Inland und im Ausland … .

D.h. die helfende Hand, die ihnen gereicht wird, hat Hintergedanken und verfolgt die Absicht d. Hilfesuchenden, d. Menschen in Not, das Kind, die Jugendliche zu missionieren.

Und hier stellt sich mir die Frage, ob das nicht schon „religiöser Machtmißbrauch“ ist.

Dazu hat die EAD sogar einen Arbeitskreis gegründet, der Hilfe bei „religiösem Machtmißbrauch“ anbietet und auch eine ganz eigene Definition parat:

„Religiöser Machtmissbrauch liegt dann vor, wenn Menschen zu etwas gedrängt werden, was sie von sich aus nicht tun würden und die drängende Person davon einen Vorteil hat. (…)“

[18]

Screenshot von der Definition „Religiöser Machtmißbrauch“ und das Cover des Buches aus dem diese stammt.

[19]

Natürlich ist die Definition sehr eng gefasst und das Buch dem diese Definition entnommen wurde, erschien im Brunnen-Verlag, der ebenfalls der EAD angeschlossen ist. [20] Soviel dazu.

Ob die Hilfen von den genannten Organisationen noch was mit „christlicher Nächstenliebe“ zu tun haben oder es nur um Missionierung geht, die den beteiligten „christlichen“ Helfer*innen ein wohliges Gefühl vermittelt, so dass diese den permanenten Druck ihrem Gott zu gefallen aushalten können, und diese dadurch einen Vorteil gewinnen, möglicherweise auch finanziell durch die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden, sei dahingestellt.

Doch die Missionierten, die Notleidenden geraten so in eine Abhängigkeit, weil sie die Hilfe, die Unterstützung benötigen, vielleicht weil es sonst keine gibt, und verhalten sich anders als sie es sonst tun würden.

Es wäre also mindestens eine Manipulation, die dem „christlichen“ Gedanken der Missionierung und der Hilfe inne ruht.

Doch weil der Thread schon so weit fortgeschritten ist, möchte ich darauf verweisen, dass diese Gesellschaft, die Wirtschaft, der Staat viel Geld ausgeben, um den Status Quo zu erhalten und um evangelikale Strukturen zu stärken.

Strukturen, die sich mit Rechten verbinden. Strukturen, die früher oder später einer Gesellschaft schweren Schaden zufügen, weil die Ideologie, der Glaube, der dahintersteckt autoritär, misogyn und u.a. auch LGBTQI-feindlich ist.

Für Interessierte empfehle ich diese 10teilige Reihe, die sich kritisch mit der EAD auseinandersetzt

Gedanken zum Thema Religionsfreiheit

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Teil 1

Einige Gedanken und Überlegungen zum Thema „Religionsfreiheit“.

Auf dem Foto ist der Teil von einem roten T-Shirt zu sehen, das die Aufschrift trägt „Jesus Christ This is my blood“. Die Kombination aus dem grellen rot und dem Weiß der Schrift erinnert an Coca Cola. Zusätzlich ist an einem dunklen Band ein größeres Holzkreuz zu sehen. Ein Halsschmuck vermutlich.

[1]

Art. 4 des Grundgesetzes (GG) besagt

„(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“  [2]

D.h. „Niemand darf gezwungen werden, an eine bestimmte Religion zu glauben. Das gilt auch für die eigenen Kinder. Ab 14 Jahren darf jeder selbst entscheiden, was er oder sie glauben möchte. Egal, was die Eltern dazu sagen.“ [3]

Soviel zu den gesetzlichen Bestimmungen.
Doch wie sieht es in der Realität aus?

Wenn ich mich ganz links bei mir zuhause ins Fenster stelle und den Oberkörper zwischen 2 und 5 Gad max. nach vorne beuge, dann kann ich auf den Eingangsbereich eines Zentrums von Evangelisch Reformierten Baptisten schauen.

Sie sehen es als „heilige Pflicht der Gemeinde, das Unrecht im Staat zu benennen, die Sünden der Regierenden bloßzustellen und sie zur Umkehr von ihren bösen Werken aufzurufen“.

So Punkt 1 des Thesenpapiers „Jesus im Mittelpunkt behalten – trotz Corona“.

Punkt 2 des Thesenpapiers besagt folgendes: „Bestimmte staatlich verordnete Corona-Auflagen für die Gemeinden verstoßen gegen Gottes Gebote und verletzen die Gewissen vieler Christen, indem der Staat in unzulässiger Weise in den Herrschaftsbereich Christi über die Gemeinde eingreift.“

Statt Bildbeschreibung eine Verlinkung zum lesen: archive.is/ftmC4

Bild

[4]

Außerdem ist zu lesen „Alle Christen sind daher aufgerufen, Gott mehr zu gehorchen als Menschen …“.

Wenn ich also aus dem Fenster blicke, kann ich auf den Eingangsbereich jener Gemeinde schauen und sehe auch die vielen Kinder, die jeden Sonntag 2x mal zu den gottesdienstähnlichen Treffen mitgebracht werden.

Vor Corona kamen sie wesentlich häufiger.

Ich sehe Babys in Wippen, in Kinderwägen, kleine Kinder und auch d. eine*n oder andere*n Jugendliche.

Keines dieser Babys, der kleinen Kinder oder der Jugendlichen wird jemals gefragt werden, ob sie diese oder eine andere Religion haben wollen, vielleicht sogar gar keine.

Mit einer Selbstverständlichkeit haben und werden die Eltern ihre Kinder im „christlichen Geist“ erziehen, sie zu ihren Gebets- und Bibelstunden mitnehmen und ihnen ihre „Werte“ vermitteln, also das was sie dafür halten.

Bei christlichen Fundis und Evangelikalen bedeutet das, die Kleinen werden von frühester Kindheit an z.B. Misogynie erlernen, LGBTQI-feindlichkeit, sie werden lernen, dass Homosexualität sündhaft ist, Sex vor der Ehe unerwünscht und Masturbation etwas ganz Schlimmes ist, um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Sie werden autoritär erzogen und wenn sie auf Unstimmigkeiten in der Bibel hinweisen und fragen, ob das so sein kann, dann werden sie darauf verwiesen, dass sich hier Gottes Wunder zeigen.

So werden sie aufwachsen. Wenn sie sich aufbegehren, werden sie noch mehr Druck erfahren, als den den sie in ihrem bisherigen Leben bereits kennengelernt haben. Nachzulesen ist das in den Berichten von Aussteiger*innen.

Wenn sie sich lösen wollen von ihrer bisherigen Religion, hat das einen hohen Preis. Denn wenn sie endgültig brechen bzw. aussteigen, dann verlieren sie alles, ihre Eltern, ihre Geschwister, Verwandte, Freund*innen, kurzum das gesamte bisherige soziale Umfeld.

Also alles was sie bisher kannten und ihnen Zugehörigkeit und möglicherweise auch Geborgenheit vermittelt hat.

Religionsfreiheit hat für diese Betroffenen einen hohen Preis. Auch das ist nachzulesen in den Berichten von Aussteiger*innen.

Deshalb schaffen nur wenige den endgültigen Ausstieg sprich Bruch.

Für Interessierte stehen hier ergänzende Informationen zur Verfügung.
Dieser Teil war den Opfern und Aussteiger*innen gewidmet.

Außerdem gibt es diese 10teilige Reihe, die sich kritisch mit der Evangelische Allianz Deutschland (EAD) befasst.

Teil 2

In diesem Teil beschäftigt mich die Frage: Wo endet Religionsfreiheit oder wo sollte sie enden? Allerdings beschäftigt mich die Frage nicht aus juristischer Sicht, sondern aus der Sicht einer FLINTA und Antifaschist*in.

Ausgewählte Beispiele sollen das Dilemma verdeutlichen. Antworten hat dieser Beitrag, der nur zum Nachdenken anregen will, allerdings nicht zu bieten.

Unter dem Link: wetzlar-kurier.de/766-arbeitskre berichtete der stramm rechte Hardliner und MdB der CDU Hans-Jürgen Irmer im Wetzlar-Kurier, dessen Herausgeber er ist, von seiner Auszeichnung vom Arbeitskreis christlicher Publizisten e.V. International (ACP).

Irmer erhielt als Anerkennung „für sein klares Bekenntnis zu christlichen und konservativen Werten“ als Herausgeber des Wetzlar-Kuriers eine von Heinz Matthias und dem Kuratoriumsmitglied Philip Kiril „Prinz von Preußen“ unterschriebene Urkunde.

Philip Kiril, Nachfahre von irgendeinem Kaiser, ist mittlerweile Hauptpastor der freikirchlichen Pfingstgemeinde in Kreuzberg, [5] also ein christlicher Fundi aus den Reihen der Evangelikalen, dem 2019 eine „rechtsnationalistische Ideologie“ vorgeworfen wurde. [6]

Text: Kritiker werfen Redner rechtsnationalistische Ideologie vor Die Gastrede des Prinzen bezeichnen die Unterzeichner als skandalös. Er habe für „seine christlich-fundamentalistische sowie rechtsnationalistische Ideologie“ geworben. Demnach – so die Besucher des Konzerts, zu denen sich die Verfasser des Briefes zählen – habe der Redner zum Ausdruck gebracht, dass der Antisemitismus in der Gesellschaft von Muslimen herrühre und die Gesellschaft sich einen starken Mann, eine starke Figur wünsche, an der sie sich orientieren könne. „Schließlich wandte er sich gegen die Kritiker des ,Marsches für das Leben, gegen Abtreibung und Euthanasie’, sprach von ,unserem’ Marsch und gab sich als Befürworter und Teilnehmer dieser Märsche zu erkennen.“

Thorsten Moll, Pastor einer Pfingstgemeinde, [7] schrieb über den Musikgottesdienst WOW (Wernigeröde Open Worship Service) 2017 in der Ankündigung einer Veranstaltung

Für den Open Worshipservice konnte mit Seiner königlichen Hoheit Prinz Philip Kiril von Preußen, der Ur-Ur-Enkel des letzten Deutsches Kaisers Wilhelm II. gewonnen werden.“ [8]

Die Veranstaltung selbst erfolgte in Zusammenarbeit einiger Kirchen, Gemeinden, Gebetsinitiativen und dem „Glaubenszentrum Bad Gandersheim“.

Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass es innerhalb der Pfingstgemeinde, Gemeinden gibt wie z.B. die „Lebensquelle“, die an die Existenz von Dämonen glauben und davon überzeugt sind, dass homosexuelle Menschen von einem Dämon besessen sind. [9]

Besagte „Ehrenurkunde“ war also unterzeichnet worden von einem rechten Evangelikalen und dem Gründer des ACP Heinz Matthias.

Der ACP wiederum nimmt für sich in Anspruch „eine internationale Vereinigung von Personen“ zu sein, „deren Ziel eine angemessene Publizierung von biblischen Denk- und Handlungsweisen in den modernen Massenmedien ist. Der ACP widersteht bewußt dem Trend, der die biblische Botschaft politisiert oder in der Substanz verwässert.“ [10]

Stolz verkündet der ACP auf seiner Webseite, seine Mitarbeiter hätten in ihrer Freizeit bewirkt, dass seit Sommer 1971 in ARD und ZDF 170 christlich orientierte Fernsehfilme ausgestrahlt worden seien und z.B. auch 53 Presseseminare zum Thema „Wie bringt man das Evangelium in die Medien“ stattgefunden hätten. 1200 Personen hätten daran teilgenommen. Gastgeber waren ZDF und ARD.

Es ist schon schlimm genug, dass Menschen mitunter ohne es zu bemerken, christlich missioniert bzw. indoktriniert werden. So ganz nebenbei, allerdings verbreitet der Arbeitskreis christlicher Publizisten (ACP) International auch rechte Botschaften.

Auf der Webseite des ACP wird zu einem Vortrag des rechten Verschwörungsideologen, die „Elite der Verschwörungsszene[11] Daniele Ganser verlinkt, der in 2018 einen Vortrag zum Thema „Medienkompetenz“ gehalten hat. [12] Das Video ist aktuell nicht mehr verfügbar.

Text: Medienkompetenz - Vortrag v. Dr. Daniele Ganser Fakt ist: Nicht alles, was in den neuen Medien veröffentlicht wird, entspricht der Wahrheit. Fakt ist aber auch: Vieles, was uns in Massenmedien seit Jahren als Wahrheit verkauft wurde ist reine Propaganda und dreist gelogen. Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser rät in seinem Vortrag "Können wir den Medien vertrauen?" vom 3. März 2018 in Basel,beim Medienkonsum wachsam zu sein und stets die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten. Was wird auf der Ebene der Gedanken und Gefühle ausgelöst, wenn ich dieses lese oder jenes sehe? Daniele Ganser präsentiert im Vortrag konkret 11 Mediengeschichten und fordert jedesmal das Publikum dazu auf, den Blick nach innen zu richten, um zu erkennen, was die Geschichten für eine Wirkung haben.

[14]

Daniele Ganser wird hier vorgestellt als Schweizer Historiker und Friedensforscher. Kein Wort was es mit Ganser auf sich hat (Interviewpartner Blaue Narzisse, Referent für die Anti-Zensur-Konferenz …) und wie sein Geschwätz einzuordnen ist.

Gemeinsam mit den „Christen im Beruf“ gibt der ACP in Zusammenarbeit eine Zeitschrift heraus.

Bei den „Christen im Beruf“ handelt es sich um einen gemeinnützig anerkannten Verein, der von der Religionsfreiheit profitiert und den „Zusammenschluss an das volle Evangelium glaubenden Christen, insbesondere der im Geschäfts- und Berufsleben stehenden“ bezweckt. [13]

Unter dem Label „Informationen aus der Welt der Christenheit“ erfahre ich als Leserin der Ausg. Mai – Juli 2020 (39.Jg.), dass der christliche Glaube Ursula von der Leyen eine tiefe Sicherheit gibt

Deckblatt oder Cover der ACP-Publikation. Zu sehen ist in Großformat Ursula von der Leyen.

[14]

und kann Texte u.a. aus der Junge Freiheit lesen oder Artikel von Hans-Jürgen Irmer, der antimuslimischen Rassismus bestärkt und der nun gar nichts mit Religion zu tun hat.

Screenshot der die Angaben im Thread belegt. Hier wird der MdB Irmer als praktizierender Katholik bezeichnet.

[14]

Ich erfahre beim lesen warum Walpurgisfeiern nicht harmlos sind, dass Donald Trump als 1. Präsident am Marsch für das Leben teilgenommen hat und werde konfrontiert mit einem Brandanschlag auf das Fahrzeug eines Neofaschisten der AfD und was Dieter Stein von der Junge Freiheit davon hält und „Wie die vielen Nazi-Rufe die NS-Verbrechen verharmlosen

Screenshot vom erwähnten Artikel. Die Verlinkung wird unter [7] im Blog angegeben. Er ist zu umfangreich, um den Text hier einzustellen. Er umfasst etwa eine DinA-4 Seite und besteht aus drei Spalten inkl. 1 Foto und der Zwischenüberschrift „Dann sollten die Kirchen konsequenterweise die Kirchensteuern an die AfD-Wähler zurücküberweisen“. Zu lesen in einem Kasten, der dunkelgrün gefärbt ist und mit weißer Schrift, während der Text auf weißem Hintergrund mit schwarzer Schrift zu lesen ist. So fällt die vermeintliche „Erkenntnis“ von Helmut Matthies stärker auf.

[14]

Der Artikel bezieht sich auf Helmut Matthies, Ex-Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland, Vorsitzender von idea und Rassist durch und durch.

Hat Matthies doch 2018 die rassistische Erklärung 2018 von Vera Lengsfeld unterzeichnet und leistet, wenn es nötig ist, seinen Beitrag um gegenderte Sprache verhindern zu wollen und er ist mit der Junge Freiheit seit fast schon Jahrzehnten eng verbunden ist.

Es ist also ein Artikel über einen rechten Christen oder einen christlichen Rechten, der christliche Aspekte und rechte Ideologie miteinander vermengt.

Genau wie der Artikel mit der Überschrift „Ein Paradebeispiel linker Macht der Medien“.

Screenshot der die Angaben im Thread bestätigt

[14]

Hier berichtet der ACP von vorliegenden Daten von bundesweit bekannten 12 Personen, „die ganz überwiegend eine christlich-konservative Position einnehmen und mehrheitlich der Katholischen Kirche angehörten. Alle traten zurück, alle wurden rehabilitiert, aber niemand konnte in sein Amt wieder eintreten.“

So ganz nebenbei wird der Antisemitismus von Martin Hohmann geleugnet und fast möchte mensch meinen dieser rechte und antisemitische Neofaschist sei das Opfer einer Verschwörung gewesen. Direkt unten drunter ein Zitat aus der Bibel.

Auf der letzten Seite (22) erfahre ich als Leserin dann auch noch, dass die Ankunft des Messias kurz bevorsteht.

Ein Blick ins Impressum offenbart das Kuratoriumsmitglied Wolfgang Furch, der schon lange nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten ist.

Screenshot vom Impressum. Aufgeführt sind Mitglieder des Kuratoriums, die Ehrenmitglieder, der Vorstand, der Herausgeber, der Druck und wer dafür verantwortlich i.S.d.P. ist und der Preis des Jahresabos von 10 Euro.

[14]

Bekannt geworden ist der ehemalige Gynäkologe aus Bad Nauheim als Abtreibungsgegner, als Autor für das evangelikale Gemeindenetzwerk und als Unterzeichner eines Appells der Junge Freiheit anlässlich der Entlassung von Götz Kubitschek (2001) aus der Bundeswehr.

Im selben Jahr, also 2001, wurde Furch mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Herausgeber des Gemeindenetzwerks ist der Pastor Joachim Cochlovius, der 2009 die LGBTQI-feindliche Marburger Erklärung erstunterzeichnet hat. Zu dieser Zeit war er Vorsitzender des Gemeindehilfsbundes, der zum Netzwerk der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) gehört. [15]

Ein Blick in die Autor*innenliste des Gemeindenetzwerks offenbart eine üble Mixtur aus Abtreibungsgegner*innen, christlichen Fundis, Jürgen Liminski und andere vom Opus Dei, der extrem rechte Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus, Gero Cochlovius, der zu den Homoheilern gezählt werden kann, und z.B. auch die kreationistische Organisation Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V.

Hier veröffentlicht auch Hartmut Steeb, der ehemalige Generalsekretär der EAD, sein Geschwurbel zum Thema Corona. Am 21. Juli 2021 erschien die 64. Corona-Information von Hartmut Steeb, [16] der u.a. auf Boris Reitschuster, auf Rubikon, auf die Achse des Guten … verweist.

In all den ausgewählten Beispielen bezogen sich Personen/Organisationen/Medien auf die christliche Religion und können frei und ohne staatliche Beeinflussung ihren Glauben ausüben. Sie genießen Religionsfreiheit.

In all den ausgewählten Beispielen vermengten sich allerdings „christliche“ bzw. evangelikale und fundamentale Intentionen mit rechten Inhalten und politischen Absichten und dementsprechendem Aktivismus, der in beiden Fällen (christlich/rechts) missionarisch ist und nachhaltig jeder demokratischen Gesellschaft schadet und allen emanzipatorischen Bewegungen, weil sie misogyn und LGBTQI-feindlich ist.

Spätestens hier entsteht nachhaltiger Schaden. Denn „konstante homo- und transfeindliche Debatten hinterlassen Spuren und fördern Gewalt und Ausgrenzung“. [17]

Anmerkung: Das gilt übrigens auch für Rassismus, Misogynie, Antisemitismus und Antiziganismus, Ableismus … . Auch hier fördern die konstanten Debatten Gewalt und Ausgrenzung.

Wie gesagt, Antworten konnte dieser Thread nicht liefern, doch aber die Erkenntnis #EvangelikaleSindGefährlich

Alexandra Maria Linder

Dieser Beitrag steht mit allen Grafiken und Screenshots im Archiv zur Verfügung

Am 18.09.2021 findet der jährliche Fundi „Marsch für das Leben“, organisiert vom Bundesverband Lebensrecht (BVL,) in Berlin statt.

Bild vom Marsch für das Leben 2020. Zu sehen sind die Demonstrant*innen mit Mundschutz und Holzkreuzen. Mit dabei Beatrix von Storch, die ein Holzkreuz trägt und deren Maske unter der Nase hängt.

[1]

Noch ein Foto vom Marsch für das Leben. Direkt hinter einem Banner ist auch Beatrix von storch zu sehen, die rechts neben Martin Lohmann steht. In der ersten Reihe.

[2]

Ich habe dies zum Anlass genommen mich ein bisschen intensiver mit der Vorsitzenden des BVL Alexandra Maria Linder zu befassen, die unten im Bild mit hellblauer Jacke zu sehen ist.

Noch ein Foto vom Marsch für das Leben. Zu sehen sind Demonstrant*innen in farblich passenden T-Shirts mit dem Aufdruck „It’s a child not a choice“. Deutlich erkennbar ist Alexandra Maria Linder.

[3]

Für die nachfolgende Grafik wurden einige ihrer Verbindungen zusammengetragen. Aktuell ist Linder Beisitzerin bei die Christdemokraten für das Leben (CDL), Gründerin von VitaL, ist im Beirat von Ragg’s Domspatz und gelegentlich Autorin für rechtskatholische Die Tagespost, publizierte für die Junge Freiheit, für kath.news und das Vatikan Magazin, hielt in der Bibliothek des Konservatismus einen Vortrag, ebenso für den Kongress Freude am Glauben, organisiert von den Fundis des Forums deutscher Katholiken und war viele Jahre Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle.

Aus den im Thread erwähnten Verbindungen wurde eine Grafik erstellt, um die Informationen auch optisch zu zeigen. In der Mitte steht der Name Alexandra Maria Linder und von dort führen Pfeile zu den Organisationen an denen sie sich beteiligt.

Die roten Pfeile in der Grafik sollen verdeutlichen, dass von diesen Organisationen oder Medien weitere Kontakte und Verbindungen ausgehen. Das Netzwerk hier also nicht endet.

Linder selbst lehnt den internationalen Frauentag und Sexarbeit ab. In beiden Fällen bezieht sie sich ausdrücklich auf Alice Schwarzer, [4] was weniger etwas über Linder aussagt, dafür sehr viel mehr über Alice Schwarzer und die Emma.

Linder ist Autorin von 2 Büchern, darunter die Publikation „Geschäft Abtreibung“, erschienen 2009. Die Buchbeschreibung handelt von skandalösen Zusammenhängen und verschwiegenen Fakten, die die Journalistin Alexandra Maria Linder aufdecke.

Denn Abtreibungen seien nicht „nur eine millionenfach erlebte menschliche Tragödie, sondern inzwischen auch ein Milliardengeschäft“. [5]

In einem Interview mit Aktion Kinder in Gefahr, ein Blog der Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V. (Verantwortlicher dieses Blogs ist übrigens Benno Hofschulte aus Frankfurt) äußerte sie sich enttäuscht, dass das Echo bei den großen Medien bezogen auf ihr Buch gleich Null sei.

Was sie nicht weiter wundere, so Linder, da die Medien personell ganz überwiegend von Menschen besetzt seien, die durch die „68er-Ideologie beeinflusst und geprägt wurden“. [6]

Umgangssprachlich betrachtet, ist eine Verschwörung „eine gemeinsame Planung einer Unternehmung, die gegen jemanden oder etwas (besonders die staatliche Ordnung) gerichtet ist.“ [7]

Die Geschichte, die Linder schrieb („Geschäft Abtreibung“) und von der sie nicht ablassen kann, ist kann darum unter Verschwörungserzählungen subsumiert werden.

Zwei Texte von ihr aus dem Jahr 2015 können das belegen.

Nicht nur in den USA (betr. Planned Parenthood), sondern auch in Deutschland werden Geschäfte mit abgetriebenen Kindern gemacht. Unter dem Vorwand Forschung zu betreiben, habe sie (O-Ton: wir) sich an einen „Profiabtreiber“ gewandt, der 7 Kinder an nur einem Tag anbieten konnte.

Ja, es ist von Kindern die Rede.

Und dann erklärt sie ausführlich dass die „Reste von abgetriebenen Kindern“ u.a. in Impfstoffen landen und der Organ- und Gewebebereich „als Verwendungsmöglichkeit international gängig“ ist.

In diesem Zusammenhang verwendet sie den Begriff der „fötalen Organernte“ und schreibt über das „Ausschlachten“ eines Kindes, das ohne seine Einwilligung getötet worden ist.

Nachzulesen hier

Am Ende verweist sie auf ihr Buch, das ihr nicht nur zahlreiche Rezensionen in irgendwelchen Blogs eingebracht hat, sondern das auch zu einer Veranstaltung der Junge Freiheit im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2009 geführt hat.

Im selben Jahr, 2015, erschien im LEBENSFORUM, der Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle, ein Artikel mit der Überschrift „Skandal um Planned Parenthood Leber gefällig?“ dazu das passende Cover.

Auf dem Cover ist ein Torso zu sehen, der einen weißen Kittel trägt und weiße Einmalhandschuhe aus der Brusttasche des Kittels ragen jede Menge 100 Euro-Scheine und in den Händen hält die Person eine Kühltasche, die mit der Aufschrift: Planned Parenthood Car. No matter what. Versehen ist. In der mitte der Kühltasche steht zusätzlich in Großbuchstaben: Fetales Gewebe.

[8]

Linder beschreibt in diesem „Artikel“ Planned Parenthood (PP) als größten Anbieter von „vorgeburtlichen Kindstötungen“, der gewerbsmäßig Handel mit fötalem Gewebe, mit Organen, mit Gehirnen, u.s.w. … betreibt und es sogar „Vorgaben zur Steigerung der Abtreibungszahlen“ bis zur 24. Schwangerschaftswoche gibt,

während PP gleichzeitig mindestens 350 Mio. Dollar im Jahr staatlicherseits erhält und damit finanziell unterstützt wird. Darunter zwei Fotos von Hillary Clinton und Barack Obama.

Linder bezieht sich auf die US-amerikansische Abtreibungsgegnerin Abby Johnson, die 8 Jahre für PP gearbeitet hat, und auf nicht näher genannte Videos, die diese Praxis beweisen sollen.

Gleichzeitig erzeugt Linder das Bild eines rassistischen und eugenischen Dachverbands dessen Verbindungen bis nach Deutschland reichen und beschreibt ausführlich wie in manchen Ländern die Durchführung des Schwangerschaftsabbruchs geändert wurden, um besser „ernten“ und damit Profit erzielen zu können.

Sie formuliert es zwar anders, doch so ist es gemeint. Nachzulesen hier

Zusätzlich gibt es noch einen kleinen Kasten am Ende einer Spalte „„Fötale Gewebespenden“ Spende ja, Handel nein – Was in den USA als gesetzlich erlaubt und was verboten gilt“.

Text: „Nach Veröffentlichung des ersten Videos hatte Cecile Richards, Präsidentin von „Planned Parenthood“ in den USA, in einer eigenen Videobotschaft die Vorwürfe zurückgewiesen: „Ich möchte sehr deutlich sagen: Die Behauptung, „Planned Parenthood“ profitiere in irgendeiner Weise von Gewebespenden, ist nicht wahr. Unsere Spender-Programme befolgen – wie die aller Anbieter hochwertiger Gesundheitsdienste – sämtliche Gesetze und ethischen Richtlinien.“ In den USA können Frauen Gewebe ihrer abgetriebenen Kinder wissenschaftlichen Einrichtungen unentgeltlich zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. Der Handel mit Körperteilen abgetriebener Kinder ist gesetzlich verboten. Einrichtungen, welche die „Spende“ von Geweben organisieren, ist es aber erlaubt, sich die Kosten für die Sammlung und den Transport der Leichenteile von Forschunseinrichtungen, die diese verwenden, finanziell erstatten zu lassen. Dagegen ist es Abtreibungseinrichtungen gesetzlich verboten, vorgeburtliche

[9]

Dadurch dürfte sich der Glauben an die „Abtreibungslobby“, also gewerbsmäßige Schwangerschaftsabbrüche und den gesetzlich verbotenen Verkauf, um möglichst viel Profit zu erzielen, festigen und damit auch der Glaube oder die Überzeugung, dass Teile des Staates, der Regierung und der Bevölkerung diese kriminellen Handlungen unterstützen, auch finanziell, in den Köpfen festsetzen und einnisten.

Und damit sind „wir“ schon bei der Verschwörung, als „gemeinsame Planung einer Unternehmung, die gegen jemanden oder etwas (besonders die staatliche Ordnung) gerichtet ist.“ [10]

Über den Geschäftsaspekt in PP-Kliniken veröffentlichten die Christdemokraten für das Leben (CDL) mehrere Artikel zum Film „Unplanned“, der auf wahren Begebenheiten beruhen soll und von der Bekehrung zum katholischen Glauben von Abby Johnson, die eine PP-Klinik in den USA geleitet hat, handelt. [11] [12]

Über die „Abtreibungslobby“ die „Wölfe im Schafspelz“ berichtete am 20.08.2020, fünf Jahre später, der Abtreibungsgegner Stefan Rehder für die rechtskatholische Die Tagespost. Aufgemacht war der Artikel über Planned Parenthood und den Kinofilm „Unplanned“ mit folgendem Text:

„Die Tagespost nimmt das Netzwerk des Todes und seine Tarnorganisationen unter die Lupe – inklusive seiner Ableger in Deutschland“ und zwar Pro Familia. [13]

Fast liest sich der „Artikel“ aus dem Jahr 2020 wie der Text von Linder aus 2015.

Wenn also am 18.09.2021 mehrere tausend Fundis, darunter auch Bundestagsabgeordnete, Politiker*innen und auch Alexandra Maria Linder, durch Berlin marschieren, dann tun sie das auch in dem Bewusstsein einen Kampf gegen die „Abtreibungslobby“ zu führen.

Wenn also für dieses Fundi-Spektakel Grußbotschaften von Bundestagsabgeordneten, von Politiker*innen und von Kirchenmännern eintreffen, dann erlebt nicht nur diese Bewegung Support, sondern auch die Vorstellung in einem Kampf gegen das Böse zu sein, nämlich „industrialisierte vorgeburtliche Kindstötungen“ verhindern zu wollen. Diese Überzeugung teilen vorzugsweise „christliche“ Bundestagsabgeordnete der AfD, der CDU und der CSU, aber nicht nur in diesen Parteien.

Wer sich also am 26.09.2021 an der Bundestagswahl beteiligen möchte oder den Eindruck hat es zu müssen, sollte diesem Aspekt unbedingt Rechnung tragen.

Screenshot von einem Foto mit dem Aufdruck: „Raise your voice My body! My choice! Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung“. Das Foto zeigt im Hintergrund Wellen und Kreuze, die in diesen untergehen.

raise your voice my body! my choice! 
Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung!

Über den Sammelband „Ohne Familie ist kein Staat zu machen“

Dieser Beitrag steht mit allen Screenshots und Grafiken im Archiv zur Verfügung

In diesem Beitrag geht es um den Sammelband „Ohne Familie ist kein Staat zu machen“. Es wird sehr komplex und umfangreich.

Die CDU kommt vor, ein Kanzlerkandidat und Vernetzungen, die u.a. zum Opus Dei führen, und und und. Soviel zur Einstimmung.

2018 erschien im Herder Verlag besagter Sammelband unter Beteiligung von 42 Mitautor*innen. Das Buch wurde im Übrigen innerhalb Deutschlands 135-mal verkauft.

In gewisser Hinsicht entwickelte sich das Buch zum Flop, hat aber doch eine üble Mischung von Autor*innen zusammengeführt und hätte schon deshalb ernst genommen werden müssen.

Screenshot vom Cover des Buches „Ohne Familie ist kein Staat zu machen – Zeit zum Umdenken“ Herder, Karl-Heinz B. van Lier (Hg.)

[1]

Der Sammelband erfolgte mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), wie nachfolgender Screenshot belegt.

Screenshot der belegt, dass das Buch mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung erfolgte. Das steht nämlich im Buch auf Seite 1.

[2]

Der Herausgeber Karl-Heinz B. van Lier war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Rheinland-Pfalz und Leiter des politischen Bildungsforums Rheinland-Pfalz;

er gehörte und gehört zum erweiterten Vorstand von iDAF (Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie) und war und ist Geschäftsführer der Stiftung für Familienwerte.

Grafik in der die Angaben vom Thread enthalten sind. Vom Herausgeber Karl-Heinz B. van Lier führen Pfeile zu den genannten Organisationen.

Unter seiner Leitung führte die KAS Rheinland-Pfalz einige Veranstaltungen in Kooperation mit iDAF durch.

Auch hier, also bei iDAF, wieder Vernetzungen soweit das Auge reicht und das nicht nur durch den Vorstand oder den Geschäftsführer Jürgen Liminski vom Opus Dei, sondern auch durch den Kreis der Freunde und Unterstützer*innen, darunter u.a. Peter Hahne, Wolfgang Ockenfels, Hans-Werner Sinn.

Zum Stiftungsrat der Stiftung für Familienwerte gehörte zu dieser Zeit, also nachweislich bis zum 29.03.2020, Nathanael Liminski als stellvertr. Vorsitzender.

Er ist Leiter der Staatskanzlei NRW und die rechte Hand von Armin Laschet, der ebenfalls an diesem Buch als Mitautor beteiligt gewesen ist.

Unter Stiftungsorgane der Stiftung für Familienwerte ist auch Hedwig von Beverfoerde (Demo für Alle, Einer von Uns …) aufgeführt und Josef Kraus, extrem rechts und zu dieser Zeit Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL).

Josef Kraus gehört übrigens auch zu den Mitautor*innen dieses Sammelbandes.

Die Stiftung für Familienwerte ist Bündnispartner*in von Demo für Alle und damit lassen sich von der Stiftung für Familienwerte ausgehend nicht nur Verbindungen in die Staatskanzlei NRW feststellen, sondern gleichzeitig auch Verbindungen aufzeigen, die zum europaweiten LGBTQI-feindlichen und misogynen Netzwerk Agenda für Europa führen und zu CitizenGo.
https://taz.de/Europas-Antifeministisches-Netzwerk/!5498934/ und https://www.derstandard.at/story/2000128817724/neue-wikileaks-dokumente-ueber-netzwerk-fundamentaler-christen-mit-rechten-parteien

Anmerkung: Die Roten Pfeile in der nachfolgenden Grafik sollen die beiden Netzwerke Agenda für Europa und CitizenGo optisch sichtbar machen. Denn von ihnen führen weitere Verbindungen zu anderen Organisationen und Einzelpersonen.

Das gilt übrigens auch für alle anderen Organisationen und Einzelpersonen, würde aber die Grafik, die die Informationen aus dem Thread enthält, unleserlich machen. Die Grafik erhebt, genau wie der Thread, keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Alle Informationen im Blog wurden zu einer Grafik zusammengefasst. Jetzt gehen von den einzelnen Organisationen und Personen Pfeile aus. Es wird eine ganz unübersichtliche Gemengelage. Mittendrin Armin Laschet, Nathanael Liminski, die CDU, die KAS, die CDL, die Staatskanzlei NRW, das Opus Dei, Agenda für Europa, CitizenGo … .

Ich komme nun zu den Mitautor*innen. Hier ein Überblick über alle Beteiligten. Immerhin waren es 42 Personen plus Karl-Heinz B. van Lier.

Mit Beiträgen von Marwan Abou Taam, Robin Alexander, Tilman Allert, Rainer Böhm, Markus Blume, Norbert Bolz, Jürgen Borchert, Florian Coulmas, Matthias Franz, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Reiner Haseloff, Christine Henry-Huthmacher, Harald Jung, Peter von Kielmansegg, Gregor Kirchhof, Heiner Koch, Peter Kohlgraf, Josef Kraus, Andreas Kruse, Armin Laschet, Christa Leonhard-Brenninkmeijer, Carsten Linnemann, Mechthild Löhr, Wolf Mang, Simone Weinmann-Mang, Bascha Mika, Georg Milbradt, Eva Möhler, Sylvia Pantel, Axel Plünnecke, Matthias Pulte, Eberhard Schockenhoff, Klaus-Peter Schöppner, Kristina Schröder, Christian Schubert, Manfred Spieker, Düzen Tekkal, Christiane Underberg, Hubertine Underberg-Ruder, Katrin Keller, Klaus Zeh, Paul Ziemiak

Was sich an dieser Stelle bereits erkennen lässt, ist die Kombi aus christlich Fundamentalen (inkl. Evangelikalen und orthodoxen), Abtreibungsgegner*innen, KAS, Vertreter*innen des Kapitals, aus der Mitte™ und vom Bund Katholischer Unternehmer.

Was sie alle eint, ist mindestens eine „konservative“, also protofaschistische, Haltung, die fließend in’s rechte Spektrum führt, wie am Beispiel von Josef Kraus zu sehen ist.

Gleichzeitig auch mit dabei sind Journalist*innen, Landtags- und Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU oder (ehemalige) Minister/Ministerpräsidenten. Mindestens 10.

Sie können hier nachgelesen werden.

Alle Mitautor*innen sind noch einmal aufgeführt. Es gibt die Rubrik: Politik, Journalismus, Publikationen, Auto*in, Kirche, christliche Fundi, Kapital, Unternehmen, Gemischtes. Unter diesen Überschriften wurden die Mitautor*innen noch einmal geordnet und zusätzlich gibt es noch einige Informationen über die jeweilige Person. Im angeschlossenen Blog unter https://bkramer.noblogs.org/autorinnen-im-buch-ohne-familie-ist-kein-staat-zu-machen/ nachzulesen. Die Verlinkung steht auch im Thread.

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Alleine die Tatsache, dass Bundestagsabgeordnete, Ministerpräsidenten, darunter der Kanzlerkandidat Armin Laschet ein Netzwerk unterstützten, das bis zu Agenda für Europa reicht – einem antifeministischen LGBTQI-feindlichen europaweitem Netzwerk,

das Scheidungen, die Antibabypille und Schwangerschaftsabbrüche verbieten und einen sog. „Sodomieparagraphen“ einführen lassen will, um homosexuelle und damit auch bisexuelle Menschen zu kriminalisieren – hat bis heute kaum irgendwen interessiert.

Dass Bundestagsabgeordnete und Ministerpräsidenten, darunter der Kanzlerkandidat Armin Laschet, an einem Buch als Mitautor*innen beteiligt gewesen sind, das die „Unwerte“ dieses Netzwerks inhaltlich weiterträgt, hat bis heute auch kaum irgendwen interessiert.

Dass der Begriff „Familie“ in diesen Kreisen ein Codewort ist für eine Familie, die ausschließlich aus Vater, Mutter und Kindern besteht, von denen alle cisgeschlechtlich und heterosexuell sein müssen, mit miteinander verheirateten Eltern, und Familie mit einer „konservativen“ Ideologie besetzt ist, und dadurch andere Formen von Familien ausgeschlossen und unsichtbar gemacht werden, wie z.B. Regenbogenfamilien, hat sich auch noch nicht herumgesprochen.

Dass ganz selbstverständlich unter den Mitautor*innen auch Personen sind (Manfred Spieker, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Josef Kraus und Mechthild Löhr), die Kontakte zum Opus Dei unterhalten, juckt offensichtlich auch keine*n.

Dass einige Mitautor*innen dieses Buches auch als Mitautor*innen im Sammelband von Carsten Linnemann (Mitautor im genannten Buch)/Winfried Bausback (Hrsg.), der den Titel trug „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“, zu finden sind (Marwan Abou Taam, Düzen Tekka) und sich hier eine Front gebildet hatte, die sich gegen den Islam im Allgemeinen richtete ausgehend von zwei Politikern der CDU/CSU und damit zur Weiterverbreitung und Festigung von antimuslimischem Rassismus beigetragen hat, interessiert auch kaum wen.

Gut angekommen ist bisher Sylvia Pantel’s angeblicher Widerstand gegen ein Verbot von Sexarbeit.

Das kam an und auch in ihrem Blog waren bisher Texte wie „Der Schutz der Prostituierten hat oberste Priorität[3] oder „Ein Sexkaufverbot hilft weder bei der Kriminalitätsbekämpfung, noch verbessert es die Situation von Prostituierten.“ [4] zu lesen.

Kaum wer schaute tiefer und schaute nach mit wem sich die Sprecherin des „konservativen“ Berliner Kreis und Mitglied im Bund katholischer Unternehmer sonst noch so verbündet hatte oder zusammenarbeitete.

Dieselbe Politikerin, die sich an diesem Buch beteiligt hatte und Sexarbeit verteidigt(e), gehört nämlich der Frauen Union an (Kreisverbandsvorsitzende der FU Düsseldorf und Beisitzerin des Bundesverbands), der nunmehr ein komplettes Verbot von Sexarbeit anstrebt und damit auch Pantel.
Frauen-Union – CDU-Frauen fordern Verbot von Prostitution (deutschlandfunk.de)

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, eine weitere Mitautorin, ist eine Größe bei Evangelikalen und LGBTQI-feindlichen Organisationen/Einzelpersonen. Ihre „Prinzipien der Sexualpädagogik“ haben zu einem Studiengang geführt.

Die Initiative Christliche Familie und die Phil.-theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz bieten mittlerweile den Studiengang: Leib- Bindung – Identität. Entwicklungssensible Sexualpädagogik an. [5]

Obwohl es zum Buch „Ohne Familie ist kein Staat zu machen“ noch vieles zu sagen gäbe, vor allen Dingen inhaltlich, muss der Thread jetzt hier ein Ende finden.

Doch wenn es etwas gibt, dass dieses Buch auf die Schnelle lehren kann, dann dass der Angriff auf die Demokratie, auf die Grundrechte, auf Diversität, auf Emanzipation und auf die sozialen Errungenschaften aus der Mitte der Gesellschaft erfolgt, also aus ihren Strukturen selbst heraus.

Und dieser Sammelband und die Vernetzungen, die dahinter stehen und auch zu Universitäten führen, weil einige Mitautor*innen Lehrstühle an Unis/Hochschulen haben oder hatten, haben ihren Beitrag dazu geleistet und tun es immer noch.

Tatort Wetzlar

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Wie alles mit allem zusammenhängt und warum Netzwerke oder Strukturen immer in einem größeren Kontext betrachtet werden müssen, darum geht es im letzten Teil der kleinen Reihe, die sich kritisch mit den Organisationen der CDU auseinandergesetzt hat.

Teil 1: Die WerteUnion und der neue Bundesvorsitzende Max Otte

Teil 2: Die Vernetzungen der Christdemokraten für  das Leben
oder: wieviel christlicher Fundamentalismus und Agenda für Europa in der CDL steckt?

Teil 3: Konrad-Adenauer-Stiftung
Ihr Verhältnis zur Fidesz und Orbàn und wie hält es die KAS mit dem christlichen Fundamentalismus?

Teil 4: Berliner Kreis in der Union

Teil 5: Konservatismus

Teil 6: Evangelischer Arbeitskreis (EAK) der CDU/CSU

Teil 7: Junge Union

Hier beginnt Teil 8:

Tatort ist die mittelhessische Stadt Wetzlar.

Zusammenfassung mit wichtigen Informationen über die Stadt Wetzlar von Wikipedia. Ein Foto aus einer Landkarte und ein Foto mit Teilen der Altstadt. Dazu die Info: „Wetzlar ist eine Stadt in Mittelhessen und ehemalige Reichsstadt. Von 1689 bis 1806 war die Stadt der letzte Sitz des Reichskammergerichts. Wetzlar ist die Kreisstadt des Lahn-Dill Kreises und – wie sechs weitere größere Mittelstädte im Land Hessen – eine Stadt mit Sonderstatus. Bevölkerungsdichte: 703 Einwohner je qkm. Einwohner: 53.188 (31.Dez. 2020), Fläche 75,67 qkm.

Hier wirkt und wütet Hans-Jürgen Irmer.

Ein Foto von Hans-Jürgen Irmer, der angestrengt im Wetzlar Kurier liest.

[1]

Laut Informationen des Deutschen Bundestages ist Irmer MdB der CDU, Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill, Vorsitzender von Pro Polizei Wetzlar und Vorsitzender der Deutsch-Österreichische Gesellschaft Wetzlar.

Die Angaben im Thread als Grafik. Von Hans-Jürgen Irmer führen Pfeile zu den genannten Organisationen.

Wer genau hinschaut, entdeckt aber noch mehr. So ist Irmer Mitglied der Christdemokraten für das Leben, der WerteUnion, des Berliner Kreis, Herausgeber des Wetzlar-Kurier und schreibt gelegentlich für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit.

Die nachfolgende Grafik wurde von mir als „Vergrößerungsfaktor 1“ bezeichnet.

Die Angaben im Thread als Grafik. Von Hans-Jürgen Irmer führen Pfeile zu den genannten Organisationen.

Wer noch genauer hinschaut (Vergrößerungsfaktor 2) entdeckt auch seine Publikationen für das Neue Non Nobis des Ordo Militiae Crucis Templi Tempelritterorden e.V. und für Berliner Kreis Infos.

Die Angaben im Thread als Grafik. Von Hans-Jürgen Irmer führen Pfeile zu den genannten Organisationen.

Wer noch genauer hinschaut, noch tiefer unter die Oberfläche dringt (Vergrößerungsfaktor 3), kann feststellen, dass er 2016 Präsident des Lions Club Wetzlar-Solms gewesen ist,

also dort Mitglied ist, dass er in der Vergangenheit (1996) als Referent für die extrem rechte Gießener Burschenschaft Dresdensia Rugia einen Vortrag gehalten hat,
Giessen_2003.pdf (asta-hannover.de) und Burschenschaft Dresdensia-Rugia zu Gießen – Wikipedia

Chefredakteur und V.i.S.d.P. des Gesundheitskompass Mittelhessen ist und vom evangelikalen Arbeitskreis christlicher Publizisten (ACP) ausgezeichnet wurde, wie der Wetzlar Kurier in der 3. Ausgabe 2019 berichtete. [2]

Hans-Jürgen Irmer sei für sein klares Bekenntnis zu christlichen und „konservativen“ Werten als Herausgeber des Wetzlar Kuriers geehrt worden. Der evangelikale, rechte und rassistische damalige Vorsitzende des ACP Heinz Matthias würdigte Irmer mit Dank und Anerkennung.

Diese Informationen führten zum Vergrößerungsfaktor 3.

Die Angaben im Thread als Grafik. Von Hans-Jürgen Irmer führen Pfeile zu den genannten Organisationen.

Bezogen auf Wetzlar entstand die Grafik Vergrößerungsfaktor 4. Die fetten roten Pfeile zeigen an, dass das Netzwerk bzw. die vorhandenen Strukturen weitreichender sind.

Die Angaben im Thread als Grafik. Von Hans-Jürgen Irmer führen Pfeile zu den genannten Organisationen und von dort wiederum führen fette rote Pfeile.

Die fetten roten Pfeile sollen verdeutlichen, dass das Netzwerk hier nicht endet, sondern weiter reicht, z.B. zu den 125.000 Haushalten, die Monat für Monat den Wetzlar Kurier im Briefkasten haben oder z.B. zu den Unternehmen, die im Wetzlar Kurier Werbung schalten … .

Sehr viel weitreichender sogar.

Diese versuche ich nunmehr zu beschreiben und beginne mit dem Wetzlar Kurier, der eine Kombination aus gewerblichen Anzeigen, CDU-Mitteilungsblatt und Zeitungsartikeln ist, die in ihrer unverblümten Klarheit die Botschaften der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit noch übertreffen.

Der Wetzlar Kurier finanziert sich ausschließlich durch die Anzeigen von Firmen und Unternehmen, die es möglich machen, dass der Wetzlar Kurier mittlerweile eine Auflagenhöhe von 125.000 Exemplaren erreichen konnte.

125.000 Haushalte werden also Monat für Monat, sofern sie den Dreck nicht im Mülleimer entsorgen, mit extrem rechter Hetze konfrontiert, die sich gegen NGO’s zur Seenotrettung im Mittelmeer, gegen Greenpeace, gegen Linke, gegen Klimaaktivist*innen, gegen Muslime*Muslima, gegen Grüne … richtet und das Monat für Monat.

Regelmäßig werden im Wetzlar Kurier Anzeigen z.B. von der Großbäckerei Moos veröffentlicht.

Seit 1997 findet in der oberen Wetzlarer Altstadt in der Vorweihnachtszeit ein Riesenstollenverkauf statt. Der Stollen wird von der Bäckerei Moos zur Verfügung gestellt und gelegentlich ist bei diesem Ereignis auch der Geschäftsführer Hartmut Moos dabei.

Der Verkaufserlös wird dann einem Verein gespendet. 2018 wurde dieser plus einer Zulage an den evangelikalen CVJM Lahn-Dill gespendet und das war nicht das erste Mal. So auch 2014. [3]

In seiner Eigenschaft als Präsident des Lions Clubs Solms Wetzlar übergab Irmer dem CVJM 2016 eine Rekordspende von 10.000 Euro. [4]

Auch die evangelikalen Abtreibungsgegner*innen von kaleb in der unteren Altstadt erhielten in der Vergangenheit tatkräftige Unterstützung von der Bäckerei Moos, vom Wetzlar Kurier und vom Lions Club und auch von anderen Unternehmen.

Screenshot von kaleb: Wir bedanken uns herzlich bei folgenden Firmen: Bäckerei Moos, Inspirit, Messe-Pro, MPrint, Zörb Haustechnik, zeichensetzen wetzlar GmbH.

In der Beratung für den Kreishaushalt 2020 stellte die CDU Lahn-Dill mit Irmer als Kreisvorsitzendem erneut den Antrag Kaleb mit einem Zuschuss von 5.000 Euro zu unterstützen.

Dieser Antrag wurde abgelehnt, genauso wie die Forderung nach einem Zuschuss für Perlenschatz e.V. (evangelikales Projekt: „Zufluchtsstätte für muslimische Frauen“. [5]

Dann gibt es auch noch Pro Polizei Wetzlar. Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG), war bereits 3x zu Gast. Rainer Wendt ist so beliebt bei extremen Rechten,

dass der Bublies-Verlag, der im Sortiment Schriften von Nazis und Kriegsverbrecher*innen hat, Rainer Wendt’s Buch „Deutschland in Gefahr“ unter „Buchempfehlung der Woche“ bewarb.

Screenshot von der Webseite des Bublies Verlags. Hier wurde Rainer Wendt’s Buch „Deutschland in Gefahr“ als Buchempfehlung der Woche beworben. In der Woche davor warb der Bublies Verlag für Akif Pirincci „Das Schlachten hat begonnen“.

[6]

Anfang August 2021 eröffnete in Wetzlar das „Haus der Prävention“ oder das „Haus des Hufeisens“. Denn hier geht es um „Extremismus“ und wie diesem entgegengewirkt werden könne. [7]

Zu den Kooperationspartner*innen gehören der Lahn-Dill Kreis und das Polizeipräsidium Hessen stellvertretend für das Land Hessen.

Es sei, so schrieb Irmer im Wetzlar Kurier, ein „bundesweit einmaliges Projekt“. Das Gebäude wurde vom Trägerverein „Verein zur Förderung der Prävention im Lahn-Dill-Kreis“ gekauft und dieser wurde von Pro Polizei Wetzlar gegründet. [8]

Es ist also ein Pro Polizei Wetzlar-„Projekt“.

Unterstützt und begrüßt wurde das „Haus der Prävention“ von Bündnis 90/Die Grünen, die sich lächelnd vor einem Plakat von Pro Polizei fotografieren ließen und dem Bild das Logo ihrer Partei hinzufügten. [9]

Screenshot, der die Angaben im Thread belegt.

Ja, Pro Polizei Wetzlar und Hans-Jürgen Irmer haben wirklich gut lachen. Denn erst im Juli feierte Pro Polizei Wetzlar sein 25jähriges Bestehen und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) gratulierte. Dabei entstand das nachfolgende Foto. [10]

Screenshot der die Angaben im Thread belegt.

War doch erst im Januar 2021 Rainer Wendt zum Neujahrsempfang bei Pro Polizei Wetzlar zu Gast gewesen, was zur Überschrift im Wetzlar Kurier führte „Polizei größte Menschenrechtsorganisation in Deutschland“.

250 Teilnehmer*innen, die sich „wohl allesamt Sorgen um Zustand und Zukunft von Staat und Gesellschaft hierzulande machen“ lauschten Rainer Wendt und so entstanden diese Fotos. [11]

Auf einem Bild ist Hans-Jürgen Irmer mit Rainer Wendt, der ein Buch in seinen Händen hält zu sehen. Auf den anderen beiden Fotos sind die Teilnehmer*innen, die an langen Tischen sitzen zu sehen.

Für die Zukunft hat sich Hans-Jürgen Irmer vorgenommen regelmäßig über das „Haus der Prävention“ im Wetzlar Kurier zu berichten, zwischen Werbung für den Kopp-Verlag und Werbung regionaler Unternehmen und

zwischen Artikeln, die sich u.a. auf den CoroNazi Boris Reitschuster [12] beziehen, in denen die Seebrücke, eine Seenotrettung NGO für geflüchtete Menschen im Mittelmeer, verunglimpft [13] oder in denen vor „Genderzwang an Hochschulen“ gewarnt wird. [14]

So wird es weitergehen Monat für Monat am Tatort Wetzlar

Zu sehen ist eine Schotterfläche auf der Karten mit Ziffern aufgestellt sind. Die Nr. 3 markiert einen Fußabdruck direkt daneben liegt eine Art Winkelmesser. Ein Tatort ist zu sehen.

und alle die, die nicht mit Irmer verbündet sind, schauen zu oder weg.

Das nachfolgende Foto als Symbolbild stammt von 2019 und wurde auf der Wetzlarer Polizeischau gemacht. Diese Werbeveranstaltung für die Polizei organisiert von Pro Polizei Wetzlar findet im Abstand von 2 Jahren statt.

Menschenmassen sind zu sehen, dichtgedrängt und einige Luftballons. Dazwischen Polizei (SEK) in voller Montur.

Da war vielleicht was los. Die Bildunterschrift lautete: „Die Polizeischau zieht tausende Besucher aus Mittelhessen an“ und es gab erstmals ein Kinderprogramm. [15]
Spaß für die ganze Familie, für Jung und Alt und leckeres Essen gab es auch noch.

Wetzlar ist eben ein schöner Ort für Nazis, für Evangelikale, für Abtreibungsgegner*innen, für Unternehmen, für die Polizei, für Menschen, die die Polizei lieben und für die, die sich ihrer Humanität gänzlich entledigt haben.

Wetzlar ist eben die Goethe-Stadt, die alles hat. Mehr dazu in einer besonderen Stadtführung, die leider noch nicht abgeschlossen ist

-Ende-